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BVB - Aktie

07.04.2016 - 09:41 Uhr
BVB - Aktie |#1561
31.05.2026 - 09:31 Uhr
Zitat von Mulli
Ich kann Euch sagen wann der Kurs steigt.
Der Kurs der Aktie steigt
- bei sportlichen Erfolg (siehe die Fast-Meisterschaft 2023 oder das CL Finale 2024)
- wenn man „günstig“ eingekaufte Spieler teuer verkaufen kann und hohe Gewinne erzielt
- wenn irgendwann vielleicht mal die 50+1 Regel fällt und ein Scheich den Club übernimmt.

Der BVB (oder in diesem Fall das Unternehmen BVB) steht täglich in der Zeitung und im Rampenlicht. Kann sein, dass die Aktie 10,20 oder 30 Prozent unterbewertet ist (oder auch nicht) aber der Markt übersieht nicht wenn das Unternehmen tatsächlich 6,4 mal so wertvoll wäre.

Das ist mit dem Verkauf von Spielen nicht korrekt, siehe Gittens. Der Buchgewinn war immens, der Aktienkurs war rückläufig. Wie gesagt, Problem ist die fehlende Partizipation an den Gewinnen. Wie kann ein Aktionär an Gewinnen partizipieren? Einerseits über Dividenden (was übrigens nicht typisch deutsch ist, siehe bspw in den USA beliebte REITs), andererseits dadurch, dass die Gewinne reinvestiert werden und die künftigen Gewinne steigen, was entweder dann zu einer höheren Dividende führt oder schlicht höheren Investitionensmöglichkeiten und somit wiederum höheren Gewinnen.
Erst einmal sorgt ein Verkauf von Spielern eher weniger dafür, das Dortmund künftig mehr verdienen wird. Man ist relativ weit oben angekommen, man partizipiert an den höchsten Töpfen (CL), Titel sind aber auch mit höheren Gewinnen nicht zu erwarten. Dividende wird auch nicht auf Basis von Spielerverkäufen signifikant angepasst (kein Exit bei einem PE).
Dortmund ist auch kein Unternehmen, was darauf ausgelegt ist, Gewinn zu erwirtschaften und maximieren.
Wie erhält denn ein Aktionär seine Rendite?
Einerseits über Dividenden, andererseits über Cashout. Dafür benötigt man einen höheren Aktienkurs. Jetzt wurde gesagt, Übernahmefantasien spielen bei den anderen wie Amazon keine Rolle. Dies stimmt nur bedingt. Natürlich kauft keiner Amazon, weil man davon ausgeht, dass jemand Amazon übernehmen würde. Das Grundprinzip beruht auf die Diskontierung künftiger Gewinne. Was passiert aber, wenn die Bewertung deutlich (und ich meine keine 10%) darunter liegt. Investoren investieren, um für wenig Geld Anteil an hohen Gewinnen zu bekommen. Über die Hauptversammlung können sie Druck ausüben. Funktioniert bei uns nur schlicht nicht. Bleibt ein Wegfall von 50+1.

•     •     •

Nati = Nationalmannschaft der Schweiz

Warum wollen so viele die deutschen Nationalspieler bei der Schweiz sehen?
BVB - Aktie |#1562
31.05.2026 - 10:07 Uhr
Für ein Fußballunternehmen wäre es angesichts der Branchenstruktur wenig sinnvoll, nennenswerte Dividenden auszuschütten oder künftig deutlich höhere Dividenden zu zahlen, als es der BVB heute tut. Jeder zusätzlich investierte € in Gehälter, Transfers etc. erhöht die Wahrscheinlichkeit sportlicher Erfolge und damit auch die Chancen auf weiteres unternehmerisches Wachstum.

Als Aktionär ist es für mich grundsätzlich attraktiver, steuerlich effizient über Kurssteigerungen am Unternehmenswachstum zu partizipieren als durch Dividendenausschüttungen vorzeitig negative steuerpflichtige Effekte generieren zu müssen. Es existieren legale Möglichkeiten und Anlagevehikel, Kapitalerträge über Jahrzehnte (ein Menschenleben) steuerlich zu stunden oder die Steuerbelastung erheblich zu reduzieren, gar vollumfänglich zu verhindern. Gerade in einem auf Jahrzehnte ausgelegten Wachstumsportfolio ist dieser Effekt aufgrund des zusätzlichen Zinseszinseffekts von extremer Bedeutung.

Entsprechend stehe ich Dividendenausschüttungen kritisch gegenüber, sofern das Kapital innerhalb des Unternehmens mit attraktiven Renditen ("Garantie" auf jederzeitige CL-Qualifikation, häufiges Erreichen "später" K.o.-Runden) reinvestiert werden kann.

Dass die BVB-Aktie ungeachtet dessen kein geeigneter Bestandteil eines professionell strukturierten Langfristportfolios ist, steht wiederum auf einem anderen Blatt. Für die BVB-Aktie als solche erhoffe ich mir Kurssteigerungen über reproduzierbare sportliche "Erfolge" und weiteren Wachstumskurs, nicht über Kleckerles-Dividenden.

Und ja, die, mit Abstand, größten wirtschaftlichen Chancen der Aktie würden Abschaffung von 50+1 und Schaffung einer Super League darstellen, anderseits auch die, mit Abstand, größten Risiken für den sportlichen Erfolg.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Mairon am 31.05.2026 um 10:22 Uhr bearbeitet
BVB - Aktie |#1563
31.05.2026 - 10:33 Uhr
Zitat von Mairon
Für ein Fußballunternehmen wäre es angesichts der Branchenstruktur wenig sinnvoll, nennenswerte Dividenden auszuschütten oder künftig deutlich höhere Dividenden zu zahlen, als es der BVB heute tut. Jeder zusätzlich investierte € in Gehälter, Transfers etc. erhöht die Wahrscheinlichkeit sportlicher Erfolge und damit auch die Chancen auf weiteres unternehmerisches Wachstum.

Als Aktionär ist es für mich grundsätzlich attraktiver, steuerlich effizient über Kurssteigerungen am Unternehmenswachstum zu partizipieren als durch Dividendenausschüttungen vorzeitig negative steuerpflichtige Effekte generieren zu müssen. Es existieren legale Möglichkeiten und Anlagevehikel, Kapitalerträge über Jahrzehnte (ein Menschenleben) steuerlich zu stunden oder die Steuerbelastung erheblich zu reduzieren, gar vollumfänglich zu verhindern. Gerade in einem auf Jahrzehnte ausgelegten Wachstumsportfolio ist dieser Effekt aufgrund des zusätzlichen Zinseszinseffekts von extremer Bedeutung.

Entsprechend stehe ich Dividendenausschüttungen kritisch gegenüber, sofern das Kapital innerhalb des Unternehmens mit attraktiven Renditen ("Garantie" auf jederzeitige CL-Qualifikation, häufiges Erreichen "später" K.o.-Runden) reinvestiert werden kann.

Dass die BVB-Aktie ungeachtet dessen kein geeigneter Bestandteil eines professionell strukturierten Langfristportfolios ist, steht wiederum auf einem anderen Blatt. Für die BVB-Aktie als solche erhoffe ich mir Kurssteigerungen über reproduzierbare sportliche "Erfolge" und weiteren Wachstumskurs, nicht über Kleckerles-Dividenden.

Und ja, die, mit Abstand, größten wirtschaftlichen Chancen der Aktie würden Abschaffung von 50+1 und Schaffung einer Super League darstellen, anderseits auch die, mit Abstand, größten Risiken für den sportlichen Erfolg.


Ist eh alles spekulativ, die Besteuerung von Dividenden und sämtlichen Kapitalerträgen unterliegt politischem Willen und wird sich weiterhin ständig ändern. Besonders in Deutschland. Daher ist thesaurieren sicherlich kein sicherer Weg oder sonstwas, es bleibt eine individuelle Entscheidung weit jenseits von richtig oder falsch. Das einzig wichtige bei der Anlagestrategie ist das man sich rundum damit wohlfühlt und nachts gut schlafen kann. Und da tickt jeder anders.
BVB - Aktie |#1564
31.05.2026 - 10:54 Uhr
Zitat von TheInternational
Das einzig wichtige bei der Anlagestrategie ist das man sich rundum damit wohlfühlt und nachts gut schlafen kann. Und da tickt jeder anders.


Auf esoterischer Ebene stimmt das sicherlich, auf professioneller/institutioneller Ebene existieren schlichtweg Parameter, die es zu kennen und zu nutzen gilt - selbstverständlich auf Basis aktueller Steuergesetzgebung. Dass sich diese auch weiterhin verändern wird, ist klar.

Langfristiger Vermögensaufbau ist keine Frage von Glück, Pech oder Bauchgefühl.
BVB - Aktie |#1565
31.05.2026 - 12:19 Uhr
Zitat von Mairon
Zitat von TheInternational

Das einzig wichtige bei der Anlagestrategie ist das man sich rundum damit wohlfühlt und nachts gut schlafen kann. Und da tickt jeder anders.


Auf esoterischer Ebene stimmt das sicherlich, auf professioneller/institutioneller Ebene existieren schlichtweg Parameter, die es zu kennen und zu nutzen gilt - selbstverständlich auf Basis aktueller Steuergesetzgebung. Dass sich diese auch weiterhin verändern wird, ist klar.

Langfristiger Vermögensaufbau ist keine Frage von Glück, Pech oder Bauchgefühl.


Schreibe ich auch mit keiner Silbe. Mit Esoterik hat das ä nichts zu tun, langfristiger Vermögensaufbau hat sehr viel mehr mit Disziplin und Psychologie zu tun als Steuerwissrn oder "professionelle Parameter", was auch immer das sein soll 😉

Wie ich schon sagte kann es kein richtig oder falsch bei Entscheidungen wie Dividendenauszahlung oder Thesauerierung geben, weil eine Langfristigkeit über Jahrzehnte leider nur ohne Glaskugel möglich ist. Und niemand weiß wie wir Kapitalerträge und 3,5,10 oder 20 Jahren versteuern. Besonders nicht im Zusammenhang mit einem völlig neuen Rentenmodell oder Sozialsystem. Gut möglich das derjenige morgen alles richtig gemacht hat der sich heute die Dividenden auszahlen und damit sofort versteuern hat lassen.

Ich frage mich was so schwierig daran ist einfach das Ungewisse zu akzeptieren. Letztendlich führen immer und überall sowieso viele Wege nach Rom. Diese Erkenntnis hat mir in meinem Investorenleben vermutlich am meisten geholfen. Verabschiedung von der einzig wahren Wahrheit ist der cleverste Rat den man geben kann, auch beim Geld.
BVB - Aktie |#1566
31.05.2026 - 12:38 Uhr
Zitat von TheInternational

Schreibe ich auch mit keiner Silbe. Mit Esoterik hat das ä nichts zu tun, langfristiger Vermögensaufbau hat sehr viel mehr mit Disziplin und Psychologie zu tun als Steuerwissrn oder "professionelle Parameter", was auch immer das sein soll 😉


"Steuerwissen" und "Disziplin" gehen doch Hand in Hand, beispielsweise wäre ständiges Umschichten steuerlich sehr nachteilig und würde von wenig Disziplin zeugen - soll aber auch nur ein einziges Beispiel darstellen. Ohne Kenntnis von Steuerparametern, läuft man Gefahr, Steuereffekte zu generieren, die (Stand jetzt) gänzlich vermeidbar wären. Ich denke, du weißt, worauf ich hinaus will. "Einzig wichtig, sich wohlzufühlen", klingt eben so pauschal sehr faktenfremd und unwissenschaftlich und wäre definitiv kein guter Börsenrat.

Zitat von TheInternational

Wie ich schon sagte kann es kein richtig oder falsch bei Entscheidungen wie Dividendenauszahlung oder Thesauerierung geben, weil eine Langfristigkeit über Jahrzehnte leider nur ohne Glaskugel möglich ist. Und niemand weiß wie wir Kapitalerträge und 3,5,10 oder 20 Jahren versteuern. Besonders nicht im Zusammenhang mit einem völlig neuen Rentenmodell oder Sozialsystem. Gut möglich das derjenige morgen alles richtig gemacht hat der sich heute die Dividenden auszahlen und damit sofort versteuern hat lassen.


Extrem unwahrscheinlich auf Grund des nicht vollumfänglichen Zinseszinseffekts - aber zumindest in der Theorie nicht ausgeschlossen.

Zitat von TheInternational

Ich frage mich was so schwierig daran ist einfach das Ungewisse zu akzeptieren. Letztendlich führen immer und überall sowieso viele Wege nach Rom. Diese Erkenntnis hat mir in meinem Investorenleben vermutlich am meisten geholfen. Verabschiedung von der einzig wahren Wahrheit ist der cleverste Rat den man geben kann, auch beim Geld.


Eine einzige wahre Wahrheit, insbesondere bei der konkreten Strategie oder gar Allokation existiert freilich nicht, aber durchaus gewisse Basics, die es einzuhalten gilt. Wichtiger, wie hoch eine Kapitalertragssteuer zukünftig genau ausfallen könnte, ist übrigens, dass man diese auch weiterhin quasi vollumfänglich umgehen wird können. Ebenfalls kommt es hoffentlich nicht zu Substanzversteuerung ("Vermögenssteuer") - aber das ist vermutlich eher was für den Talkthread als diesen hier.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Mairon am 31.05.2026 um 12:59 Uhr bearbeitet
BVB - Aktie |#1567
04.06.2026 - 12:23 Uhr
Borussia Dortmund wird zum 22. Juni 2026 planmäßig aus dem SDAX ausgeschlossen, da das Unternehmen die Kriterien bezüglich der Streubesitz-Marktkapitalisierung nicht mehr erfüllt.

Indexabgänge werden ab dem 22. Juni 2026 offiziell wirksam.
BVB - Aktie |#1568
04.06.2026 - 14:27 Uhr
Zitat von Mairon
Zitat von TheInternational

Schreibe ich auch mit keiner Silbe. Mit Esoterik hat das ä nichts zu tun, langfristiger Vermögensaufbau hat sehr viel mehr mit Disziplin und Psychologie zu tun als Steuerwissrn oder "professionelle Parameter", was auch immer das sein soll 😉


"Steuerwissen" und "Disziplin" gehen doch Hand in Hand, beispielsweise wäre ständiges Umschichten steuerlich sehr nachteilig und würde von wenig Disziplin zeugen - soll aber auch nur ein einziges Beispiel darstellen. Ohne Kenntnis von Steuerparametern, läuft man Gefahr, Steuereffekte zu generieren, die (Stand jetzt) gänzlich vermeidbar wären. Ich denke, du weißt, worauf ich hinaus will. "Einzig wichtig, sich wohlzufühlen", klingt eben so pauschal sehr faktenfremd und unwissenschaftlich und wäre definitiv kein guter Börsenrat.

Zitat von TheInternational

Wie ich schon sagte kann es kein richtig oder falsch bei Entscheidungen wie Dividendenauszahlung oder Thesauerierung geben, weil eine Langfristigkeit über Jahrzehnte leider nur ohne Glaskugel möglich ist. Und niemand weiß wie wir Kapitalerträge und 3,5,10 oder 20 Jahren versteuern. Besonders nicht im Zusammenhang mit einem völlig neuen Rentenmodell oder Sozialsystem. Gut möglich das derjenige morgen alles richtig gemacht hat der sich heute die Dividenden auszahlen und damit sofort versteuern hat lassen.


Extrem unwahrscheinlich auf Grund des nicht vollumfänglichen Zinseszinseffekts - aber zumindest in der Theorie nicht ausgeschlossen.

Zitat von TheInternational

Ich frage mich was so schwierig daran ist einfach das Ungewisse zu akzeptieren. Letztendlich führen immer und überall sowieso viele Wege nach Rom. Diese Erkenntnis hat mir in meinem Investorenleben vermutlich am meisten geholfen. Verabschiedung von der einzig wahren Wahrheit ist der cleverste Rat den man geben kann, auch beim Geld.


Eine einzige wahre Wahrheit, insbesondere bei der konkreten Strategie oder gar Allokation existiert freilich nicht, aber durchaus gewisse Basics, die es einzuhalten gilt. Wichtiger, wie hoch eine Kapitalertragssteuer zukünftig genau ausfallen könnte, ist übrigens, dass man diese auch weiterhin quasi vollumfänglich umgehen wird können. Ebenfalls kommt es hoffentlich nicht zu Substanzversteuerung ("Vermögenssteuer") - aber das ist vermutlich eher was für den Talkthread als diesen hier.

Nur mal kurz eingehakt, du ignorierst grundsätzlich den Effekt des Freistellungsauftrags. Wenn du keine Gewinne realisierst, belaufen sich deine Kapitalerträge im wesentlichen auf Zinsen und Dividenden. 1.000 Euro müssen nicht versteuert werden. Nehmen wir einfach mal 4% Dividendenrendite entspricht das schon einmal ein Depot von 25.000 Euro, dass steuerfrei ausschüttet. Dieses Kapital kann genutzt werden das Depot zu diversifizieren. Zinseszinseffekt ist gegeben, dafür sind die Erträge bereits versteuert.
Wenn wir einfach mal ein stabiles Dividendendepot über 25.000 Euro annehmen ohne Wertsteigerung, Haltedauer 15 Jahre, Dividenden werden in Wachstumsaktien mit 4% jährlichen Kurswachstum gesteckt haben wir in 15 Jahren ein Depot mit 25.000 + 20.800, wovon 5.800 zu versteuern sind, nach Steuern also 44.500. Vergleichen wir das mit 4% Wachstum ohne Dividendenzahlung haben wir nach 15 Jahren nach Steuern rund 40.000 Euro.
Ich weiß, vereinfacht gerechnet, ohne Gebühren, nur relevant bis zu 1.000 Euro Kapitalertrag, berücksichtigt nicht andere Kapitalerträge wie Tagesgeld, aber es wird deutlich, dass die Dividendenstrategie hier seine Vorteile hat. Ich weiß, dass du es auch selbst weißt, viele werden sich damit aber nicht auskennen und dann womöglich etwas verpassen.
Zumal es auch eine Frage der Strategie ist, dividendenstarke Aktien sind meist defensiver mit weniger Schwankung, manche wollen ein Vermögen aufbauen, da ist für jüngere Leute wahrscheinlich die Wachstumsstrategie im Vorteil, manche wollen von den Kapitalerträgen leben, da ist die Dividendenstrategie eher angebracht. Die Strategie mit den potentiell höchsten Renditen muss nicht zwangsläufig die richtige sein, da hierbei auch das Risiko erhöht ist.

•     •     •

Nati = Nationalmannschaft der Schweiz

Warum wollen so viele die deutschen Nationalspieler bei der Schweiz sehen?
BVB - Aktie |#1569
04.06.2026 - 14:47 Uhr
Zitat von Perca

Nur mal kurz eingehakt, du ignorierst grundsätzlich den Effekt des Freistellungsauftrags. Wenn du keine Gewinne realisierst, belaufen sich deine Kapitalerträge im wesentlichen auf Zinsen und Dividenden. 1.000 Euro müssen nicht versteuert werden.


Spielt seit der Einführung der Vorabpauschale keine (nennenswerte) Rolle mehr. Der gesamte FSA geht ohnehin für den freigestellten Anteil der Vorabpauschale drauf und wird somit auch bei thesaurierender Strategie vollumfänglich genutzt. Durch Verkauf/Dividendenausschüttung und Reinvestition entstehen überdies neue Kosten (Spread, ggf. Ausgabeaufschläge).

Zitat von Perca

manche wollen von den Kapitalerträgen leben, da ist die Dividendenstrategie eher angebracht. Die Strategie mit den potentiell höchsten Renditen muss nicht zwangsläufig die richtige sein, da hierbei auch das Risiko erhöht ist.


Ich lebe mittelfristig (ab Alter Anfang, Mitte 40) ausschließlich von Wertsteigerungen meines Portfolios - das funktioniert aber gänzlich steuerfrei, da hierfür passende Finanzvehikel existieren. Sei es, ohne überhaupt Depotanteile zu verkaufen, ergo überhaupt keine Kapitalerträge versteuern zu müssen (abgesehen von o.g. Vorabpauschale) und/oder den Weg über die Einkommenssteuer (statt Kapitalertragssteuer) zu gehen und so beispielsweise 50 TEUR Kapitalertrag p.a. überhaupt nicht zu versteuern.

Weiteres ggf. per PN, weil sich das schon sehr vom eigentlichen Thema löst.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Mairon am 04.06.2026 um 14:54 Uhr bearbeitet
BVB - Aktie |#1570
04.06.2026 - 14:58 Uhr
Zitat von Perca
Zitat von Mairon

Zitat von TheInternational

Schreibe ich auch mit keiner Silbe. Mit Esoterik hat das ä nichts zu tun, langfristiger Vermögensaufbau hat sehr viel mehr mit Disziplin und Psychologie zu tun als Steuerwissrn oder "professionelle Parameter", was auch immer das sein soll 😉


"Steuerwissen" und "Disziplin" gehen doch Hand in Hand, beispielsweise wäre ständiges Umschichten steuerlich sehr nachteilig und würde von wenig Disziplin zeugen - soll aber auch nur ein einziges Beispiel darstellen. Ohne Kenntnis von Steuerparametern, läuft man Gefahr, Steuereffekte zu generieren, die (Stand jetzt) gänzlich vermeidbar wären. Ich denke, du weißt, worauf ich hinaus will. "Einzig wichtig, sich wohlzufühlen", klingt eben so pauschal sehr faktenfremd und unwissenschaftlich und wäre definitiv kein guter Börsenrat.

Zitat von TheInternational

Wie ich schon sagte kann es kein richtig oder falsch bei Entscheidungen wie Dividendenauszahlung oder Thesauerierung geben, weil eine Langfristigkeit über Jahrzehnte leider nur ohne Glaskugel möglich ist. Und niemand weiß wie wir Kapitalerträge und 3,5,10 oder 20 Jahren versteuern. Besonders nicht im Zusammenhang mit einem völlig neuen Rentenmodell oder Sozialsystem. Gut möglich das derjenige morgen alles richtig gemacht hat der sich heute die Dividenden auszahlen und damit sofort versteuern hat lassen.


Extrem unwahrscheinlich auf Grund des nicht vollumfänglichen Zinseszinseffekts - aber zumindest in der Theorie nicht ausgeschlossen.

Zitat von TheInternational

Ich frage mich was so schwierig daran ist einfach das Ungewisse zu akzeptieren. Letztendlich führen immer und überall sowieso viele Wege nach Rom. Diese Erkenntnis hat mir in meinem Investorenleben vermutlich am meisten geholfen. Verabschiedung von der einzig wahren Wahrheit ist der cleverste Rat den man geben kann, auch beim Geld.


Eine einzige wahre Wahrheit, insbesondere bei der konkreten Strategie oder gar Allokation existiert freilich nicht, aber durchaus gewisse Basics, die es einzuhalten gilt. Wichtiger, wie hoch eine Kapitalertragssteuer zukünftig genau ausfallen könnte, ist übrigens, dass man diese auch weiterhin quasi vollumfänglich umgehen wird können. Ebenfalls kommt es hoffentlich nicht zu Substanzversteuerung ("Vermögenssteuer") - aber das ist vermutlich eher was für den Talkthread als diesen hier.

Nur mal kurz eingehakt, du ignorierst grundsätzlich den Effekt des Freistellungsauftrags. Wenn du keine Gewinne realisierst, belaufen sich deine Kapitalerträge im wesentlichen auf Zinsen und Dividenden. 1.000 Euro müssen nicht versteuert werden. Nehmen wir einfach mal 4% Dividendenrendite entspricht das schon einmal ein Depot von 25.000 Euro, dass steuerfrei ausschüttet. Dieses Kapital kann genutzt werden das Depot zu diversifizieren. Zinseszinseffekt ist gegeben, dafür sind die Erträge bereits versteuert.
Wenn wir einfach mal ein stabiles Dividendendepot über 25.000 Euro annehmen ohne Wertsteigerung, Haltedauer 15 Jahre, Dividenden werden in Wachstumsaktien mit 4% jährlichen Kurswachstum gesteckt haben wir in 15 Jahren ein Depot mit 25.000 + 20.800, wovon 5.800 zu versteuern sind, nach Steuern also 44.500. Vergleichen wir das mit 4% Wachstum ohne Dividendenzahlung haben wir nach 15 Jahren nach Steuern rund 40.000 Euro.
Ich weiß, vereinfacht gerechnet, ohne Gebühren, nur relevant bis zu 1.000 Euro Kapitalertrag, berücksichtigt nicht andere Kapitalerträge wie Tagesgeld, aber es wird deutlich, dass die Dividendenstrategie hier seine Vorteile hat. Ich weiß, dass du es auch selbst weißt, viele werden sich damit aber nicht auskennen und dann womöglich etwas verpassen.
Zumal es auch eine Frage der Strategie ist, dividendenstarke Aktien sind meist defensiver mit weniger Schwankung, manche wollen ein Vermögen aufbauen, da ist für jüngere Leute wahrscheinlich die Wachstumsstrategie im Vorteil, manche wollen von den Kapitalerträgen leben, da ist die Dividendenstrategie eher angebracht. Die Strategie mit den potentiell höchsten Renditen muss nicht zwangsläufig die richtige sein, da hierbei auch das Risiko erhöht ist.


Schöner Beitrag. Wie schon gesagt, richtig oder falsch gibt es herbei einfach nicht und hängt von der individuellen Strategie, sowie externen Faktoen ab. Ich persönlich mixe übrigens, hab sowohl ausschüttende (einen US REIT) als auch Thesaurierer. Eine reine Dividendenstrategie ist nichts für mich, vor 20 Jahren dagegen entschieden. Den Aufwand könnte ich auch garnicht leisten, für andere jedoch die persönlich beste Wahl. Meinen REIT möchte ich auch nicht missen, neben den Dividenden +36% Performance sind schon nett und sehr stabil. Der hat allerdings in meinem Depot auch einen ganz eigenen Verwendungszweck.

Bei der reinen Dividendenstrategie darf man das esoterische... 😂 ähm den psychologischen Faktor auch nicht kleinreden. Viele fühlen sich einfach besser das Geld nicht nur virtuell betrachten zu müssen."Nur Bares ist wahres" mag rein was die Performance angeht am Ende Federn lassen, das sollte allerdings zu vernachlässigen sein wenn man sich persönlich mit der Strategie am wohlsten fühlt und alles für einen passt.
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