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BVB - Aktie

07.04.2016 - 09:41 Uhr
BVB - Aktie |#1651
17.08.2026 - 10:10 Uhr
Zitat von Econball
Du musst auch gar kein großes Rechenmodel mit Annahmen und Einflussvariablen aufstellen. Das fordere ich gar nicht von dir. Ich bin glücklich über jedes gegenargument das du mir lieferst.

Bzgl. der Anteile sehe ich den AR-Sitz als wirklich nicht entscheidend an. Auch wenn wir zu anderen Fußball-AGs wie Juventus, Ajax oder ManU schauen ist der BVB unterbewertet. Woran liegt es?

Zu den historischen Gewinnen sei erneut auf wachstumsaktien hingewiesen. Gerade für diese Aktien ist es typisch, dass sie Gewinnverluste aber Kursgewinne ausweisen. Ich will den BvB nicht als wachstums aktie deklarieren. Allerdings kannst du hoffentlich zugeben, dass es mehr geben muss als historische dividendenzahlungen um Kurswerte zu erklären. Ich würde sogar behaupten, dass die sportlichen ausreißersaisons und die mögliche Gewinnerhöhung das spannende an der Aktie sind. Wie von dir geschildert: Ein Championsleauge 1/4-Finale und wir sind bei +50 Mio. Ein Nächstes Toptalent für 90 Mio. und wir sind bei +50 Mio. etc pp.

Für mich sieht es tatsächlich ein bisschen danach aus, dass die BVB-Aktie recht günstig bewertet ist. Allerdings ist die Folgefrage bei mir stehts, was muss passieren damit diese unterbewertung abgebaut wird?


Ein paar Punkte, jetzt ist einiges von Dir leider mittlerweile falsch zitiert:
  • Der BVB ist leider keine Wachstumsaktie, das wäre für mich wenigstens zweistellige Wachstumsrate. Der Umsatz ex-Transfers lag 2011/12 bei €189,1 Mio., 2012/13 bei €305,0 Mio. und in 2024/25 bei €526,0 Mio. Wenn ich jetzt wohlwollend die Zeit von 2011/12 bis zuletzt nehme wären es +8% pro Jahr. Wenn ich 2012/13 nehme sind es +4,6% pro Jahr. Das entspricht einem soliden Konsumgüterhersteller. Kumuliert sind es €5,85 Mrd. gewesen in der Zeit, dagegen sind €91,4 Mio. kumulierter Jahresüberschuss ziemlich mau von der Profitabilität her - das wären 1,6% gewesen. Seit 2019/20 wird auch das Transferergebnis separat rausgestellt aber das ändert das Ergebnis eher unwesentlich - in der Zeit waren es €2.880 Mio. ohne Transfers und ein Netto-Transferergebnis von €409 Mio.
  • Ich habe nicht nur Dividendenzahlen gezeigt, sondern auch Jahresüberschüsse. Die sind ebenfalls ernüchternd gewesen und entsprechen 1,6% der Umsätze ex-Transfers über die Jahre hinweg kumuliert.
  • Ich habe nie gesagt, dass man mit einem CL-Viertelfinale schon über €50 Mio. Jahresüberschuss hätte. Die +50 Mio. Jahresüberschuss haben wir nur einmal erreicht in den letzten 15 Jahren und das war 2012/13. 2023/24 war man nochmal nah dran mit +€44 Mio. In beiden Jahren stand man im CL-Finale, nicht im CL-1/4-Finale. Bei Toptalent-Verkauf gab es 2017/2018 den Verkauf von Dembélé (und auch Aubameyang!), da wurden brutto €223 Mio. realisiert, im Jahresüberschuss sind "nur" €32 Mio. geblieben. Also scheinen auch Verkäufe von Top-Talenten sich nicht so überragend im Jahresergebnis niederzuschlagen.


Aus meiner Sicht ist Profitabilität ein Kernproblem für die BVB-Aktie.

Auffällig ist noch, dass sich sowohl BVB als auch Ajax in der Marktkapitalisierung recht nah am bilanziellen Eigenkapital-Buchwert bewegen. Warum Juventus so bewertet wird obwohl die letzten Jahre regelmäßig mittlere zweistellige bis dreistellige Millionenwerte vernichtet wurden, ist mir ein Rätsel. Keine Ahnung wer da noch sein Geld investieren möchte. Manchester United hat auf der Habenseite, dass man da wirklich die Kontrolle übernehmen kann (was bei uns und bei Ajax faktisch nicht geht).

Ich habe noch den Free Cash Flow betrachtet für den BVB, das ist leider nicht viel besser gewesen in der Historie. Ich habe wenig Phantasie warum der planbar nach vorne jetzt deutlich besser abschneiden sollte:

BVB Free Cash Flow 2011/12–2024/25
Geschäftsjahr Operativer Cashflow Investitions-CF Free Cash Flow Konzern­ergebnis
2011/12 +28,0 –8,7 +19,3 Mio. € +27,5
2012/13 +28,6 ca. –21,3 ca. +7,3 Mio. € +51,2
2013/14 +26,4 –8,8 +17,6 Mio. € +12,0
2014/15 +16,9 –72,5 –55,5 Mio. € +5,5
2015/16 +35,2 –29,1 +6,1 Mio. € +29,4
2016/17 +4,8 +1,0 +5,8 Mio. € +8,2
2017/18 +158,4 –130,7 +27,6 Mio. € +31,7
2018/19 — — +5,2 Mio. € +17,4
2019/20 –0,4 –50,8 –51,1 Mio. € –44,0
2020/21 +15,9 –62,0 –46,1 Mio. € –72,8
2021/22 +35,1 –51,4 –16,3 Mio. € –31,9
2022/23 +54,4 –76,8 –22,3 Mio. € +9,6
2023/24 +47,2 –51,6 –4,4 Mio. € +44,3
2024/25 +57,7 –36,7 +21,0 Mio. € +6,5
Summe ≈ –86 Mio. € ≈ +95 Mio. €
BVB - Aktie |#1652
17.08.2026 - 13:01 Uhr
Zitat von novacane

Der BVB ist leider keine Wachstumsaktie, das wäre für mich wenigstens zweistellige Wachstumsrate. Der Umsatz ex-Transfers lag 2011/12 bei €189,1 Mio., 2012/13 bei €305,0 Mio. und in 2024/25 bei €526,0 Mio. Wenn ich jetzt wohlwollend die Zeit von 2011/12 bis zuletzt nehme wären es +8% pro Jahr.


Du nimmst als Ausgangspunkt das Doublejahr 2011/12 wo der Umsatz regelrecht explodiert ist?
wenn Du stattdessen als Ausgangspunkt 2010/11 nehmen würdest, läge das durchschnittliche Wachstum bis heute bei 10%
10/11 wurde man aber Meister, das war auch schon ein weit überdurchschnittliches Jahr für damalige Verhältnisse. Nimmt man 09/10 als Ausgangspunkt, hat man 11,2% durchschnittliches jährliches Wachstum bis heute.

in 25/26 wird der Umsatz niedriger ausfallen, weil Klub WM komplett entfällt, CL Achtelfinale verpasst wurde und Pokal auch früh Schluss war. Dennoch wird der Umsatz krass höher sein als vor Corona! das Umsatzwachstum ist also auch ohne Einmaleffekte durch sportl Erfolge sehr deutlich. In 2026/27 wird man sehr wahrscheinlich einen höheren Umsatz haben als in 25/26. Man müsste CL Play off verpassen, damit der Umsatz stagniert. Ansonsten steigt der Umsatz fast völlig unweigerlich und wird in jedem Fall dreistellig höher liegen als vor Corona.

Der springende Punkt ist folgender: wir reden hier von SICHER WIEDERKEHRENDEN Umsätzen!!
also eben nicht davon, daß alles von sportl Erfolgen abhängen würde. Die Abhängigkeit von sport Erfolgen ist in den wichtigsten Bereichen ein dummes Klischee. Natürlich ist sportl Erfolg immer ein Vorteil, es geht in der Fundamentalanalyse aber um die Einordnung der Relationen.

würde BVB in der zweiten Liga kicken, hätten sie einen mindestens doppelt so hohen Umsatz wie im Meisterjahr 2010/11

zwei weitere Punkte sind sehr wichtig, die Umsatzentwicklung im Vergleich zu Peergroup und im Vergleich zum Markt an sich, also zu allen Unternehmen im Schnitt.

Peergroup:

BVB Umsatzentwicklung ist ganz außerordentlich extrem besser als der Schnitt der Peergroup.

Mainz hat jetzt darüber berichtet, daß sie glorreich wieder fast so hohe Umsätze hätten wie vor Corona?
Vor Corona hatte BVB 370 Mio Umsatz Ex-Transfer!!
Bei normalen sportl Verläufen, also einfach nur die Wahrung des Status Quo, genau wie bei Mainz, hat BVB sehr im Gegensatz zur Peergroup dreistellige Umsatzsteigerungen ggü Vor-Corona.


Mit Beginn des Ukraine Krieges kam eine allgemeine Wirtschaftsflaute, von denen sehr viele Unternehmen unmittelbar betroffen sind. Auf der Bilanzpressekonferenz 2024 wurde gesagt, daß nur Bayern und BVB Steigerungen bei den Sponsoreneinnahmen gehabt hätten, was auf die allgemeine Konjunkturflaute zurückzuführen ist.

Du kannst mit sämtlichen Aktien vergleichen.
DAX, MDAX und SDAX Unternehmen haben im Schnitt ein klar niedrigeres Umsatzwachstum als BVB. Und zwar ziemlich eindeutig. Etliche SDAX Werte haben kaum Wachstum oder gar Rückgänge zu verzeichnen. Organisches Wachstum ist bei sehr vielen nicht möglich.

BVB wird in 2029 hochwahrscheinlich Klub WM spielen. Ich gehe davon aus, daß BVB in

2028/29 600 Mio Ex-Transferumsatz (!!!) erreichen kann.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von halbgott am 17.08.2026 um 13:07 Uhr bearbeitet
BVB - Aktie |#1653
17.08.2026 - 13:27 Uhr
Zitat von novacane
Zitat von Econball

Du musst auch gar kein großes Rechenmodel mit Annahmen und Einflussvariablen aufstellen. Das fordere ich gar nicht von dir. Ich bin glücklich über jedes gegenargument das du mir lieferst.

Bzgl. der Anteile sehe ich den AR-Sitz als wirklich nicht entscheidend an. Auch wenn wir zu anderen Fußball-AGs wie Juventus, Ajax oder ManU schauen ist der BVB unterbewertet. Woran liegt es?

Zu den historischen Gewinnen sei erneut auf wachstumsaktien hingewiesen. Gerade für diese Aktien ist es typisch, dass sie Gewinnverluste aber Kursgewinne ausweisen. Ich will den BvB nicht als wachstums aktie deklarieren. Allerdings kannst du hoffentlich zugeben, dass es mehr geben muss als historische dividendenzahlungen um Kurswerte zu erklären. Ich würde sogar behaupten, dass die sportlichen ausreißersaisons und die mögliche Gewinnerhöhung das spannende an der Aktie sind. Wie von dir geschildert: Ein Championsleauge 1/4-Finale und wir sind bei +50 Mio. Ein Nächstes Toptalent für 90 Mio. und wir sind bei +50 Mio. etc pp.

Für mich sieht es tatsächlich ein bisschen danach aus, dass die BVB-Aktie recht günstig bewertet ist. Allerdings ist die Folgefrage bei mir stehts, was muss passieren damit diese unterbewertung abgebaut wird?


Ein paar Punkte, jetzt ist einiges von Dir leider mittlerweile falsch zitiert:
  • Der BVB ist leider keine Wachstumsaktie, das wäre für mich wenigstens zweistellige Wachstumsrate. Der Umsatz ex-Transfers lag 2011/12 bei €189,1 Mio., 2012/13 bei €305,0 Mio. und in 2024/25 bei €526,0 Mio. Wenn ich jetzt wohlwollend die Zeit von 2011/12 bis zuletzt nehme wären es +8% pro Jahr. Wenn ich 2012/13 nehme sind es +4,6% pro Jahr. Das entspricht einem soliden Konsumgüterhersteller. Kumuliert sind es €5,85 Mrd. gewesen in der Zeit, dagegen sind €91,4 Mio. kumulierter Jahresüberschuss ziemlich mau von der Profitabilität her - das wären 1,6% gewesen. Seit 2019/20 wird auch das Transferergebnis separat rausgestellt aber das ändert das Ergebnis eher unwesentlich - in der Zeit waren es €2.880 Mio. ohne Transfers und ein Netto-Transferergebnis von €409 Mio.
  • Ich habe nicht nur Dividendenzahlen gezeigt, sondern auch Jahresüberschüsse. Die sind ebenfalls ernüchternd gewesen und entsprechen 1,6% der Umsätze ex-Transfers über die Jahre hinweg kumuliert.
  • Ich habe nie gesagt, dass man mit einem CL-Viertelfinale schon über €50 Mio. Jahresüberschuss hätte. Die +50 Mio. Jahresüberschuss haben wir nur einmal erreicht in den letzten 15 Jahren und das war 2012/13. 2023/24 war man nochmal nah dran mit +€44 Mio. In beiden Jahren stand man im CL-Finale, nicht im CL-1/4-Finale. Bei Toptalent-Verkauf gab es 2017/2018 den Verkauf von Dembélé (und auch Aubameyang!), da wurden brutto €223 Mio. realisiert, im Jahresüberschuss sind "nur" €32 Mio. geblieben. Also scheinen auch Verkäufe von Top-Talenten sich nicht so überragend im Jahresergebnis niederzuschlagen.


Aus meiner Sicht ist Profitabilität ein Kernproblem für die BVB-Aktie.

Auffällig ist noch, dass sich sowohl BVB als auch Ajax in der Marktkapitalisierung recht nah am bilanziellen Eigenkapital-Buchwert bewegen. Warum Juventus so bewertet wird obwohl die letzten Jahre regelmäßig mittlere zweistellige bis dreistellige Millionenwerte vernichtet wurden, ist mir ein Rätsel. Keine Ahnung wer da noch sein Geld investieren möchte. Manchester United hat auf der Habenseite, dass man da wirklich die Kontrolle übernehmen kann (was bei uns und bei Ajax faktisch nicht geht).

Ich habe noch den Free Cash Flow betrachtet für den BVB, das ist leider nicht viel besser gewesen in der Historie. Ich habe wenig Phantasie warum der planbar nach vorne jetzt deutlich besser abschneiden sollte:

BVB Free Cash Flow 2011/12–2024/25
Geschäftsjahr Operativer Cashflow Investitions-CF Free Cash Flow Konzern­ergebnis
2011/12 +28,0 –8,7 +19,3 Mio. € +27,5
2012/13 +28,6 ca. –21,3 ca. +7,3 Mio. € +51,2
2013/14 +26,4 –8,8 +17,6 Mio. € +12,0
2014/15 +16,9 –72,5 –55,5 Mio. € +5,5
2015/16 +35,2 –29,1 +6,1 Mio. € +29,4
2016/17 +4,8 +1,0 +5,8 Mio. € +8,2
2017/18 +158,4 –130,7 +27,6 Mio. € +31,7
2018/19 — — +5,2 Mio. € +17,4
2019/20 –0,4 –50,8 –51,1 Mio. € –44,0
2020/21 +15,9 –62,0 –46,1 Mio. € –72,8
2021/22 +35,1 –51,4 –16,3 Mio. € –31,9
2022/23 +54,4 –76,8 –22,3 Mio. € +9,6
2023/24 +47,2 –51,6 –4,4 Mio. € +44,3
2024/25 +57,7 –36,7 +21,0 Mio. € +6,5
Summe ≈ –86 Mio. € ≈ +95 Mio. €


Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, was Du mit „falsch zitiert“ meinst. Magst du mich nochmal darauf aufmerksam machen?

Zum geschriebenen. Ich habe nie gesagt, dass die BVB-Aktie eine Wachstumsaktie ist. Ich habe nur gesagt, dass ich Deine Herleitung zum Kurs für nicht schlüssig halte. Nach Deiner Argumentation dürften Wachstumsaktien teilweise gar nicht existieren bzw. müssten einen Kurs nahe null haben, weil historische Profitabilität und Wachstum allein eben nicht erklären, welchen Wert der Markt einem Unternehmen für zukünftige Gewinne und damit den Aktienkurs beimisst.

Dass bei einem Fußballverein über die letzten 10–15 Jahre keine zweistelligen Wachstumsraten beim Umsatz herauskommen, finde ich jetzt auch nicht besonders überraschend. Insbesondere wenn man Corona mit drin hat. Das ist für mich keine schockierende Erkenntnis. Interessanter ist doch die Frage, was davon für die Zukunft abzuleiten ist und da finde ich Deine historische Profitabilitätsbetrachtung nur bedingt aussagekräftig.

Du hast ja selbst gezeigt, dass der BVB im Vergleich zu Juventus deutlich besser dasteht. Den Bayern-Vergleich kann man natürlich ablehnen, aber ich sehe noch nicht, warum die Unternehmensform einen derart großen Bewertungsabschlag rechtfertigen sollte. Du hast selbst gezeigt, dass es trotz ähnlicher Strukturen deutlich höher bewertete Vereine gibt. Manchester United hat sicherlich den zusätzlichen Wert, dass man tatsächlich Kontrolle übernehmen kann, aber das erklärt nicht den gesamten deutlichen (!) Unterschied.

Beim Gewinn hast Du recht: 2023/24 waren es €44 Mio. und nicht €50 Mio., sorry für die Ungenauigkeit. Am eigentlichen Punkt ändert das für mich aber wenig. Die entscheidende Frage ist, wie die zukünftige Ertragskraft aussieht. Die Champions League hat einen neuen Modus und veränderte Prämien. Was früher in etwa dem Erreichen des FInales entsprach, bringt heute bereits im 1/4-Finale die gleichen Einnahmen. Wenn der BVB seine sportliche Performance der letzten Jahre einigermaßen halten kann, entstehen dadurch erhebliche zusätzliche Ertragspotenziale.

Deshalb finde ich die historische Profitabilität als Argument für die heutige Bewertung nur eingeschränkt hilfreich. Du vergleichst die Historie, inklusive Corona-Jahre, in denen keine Zuschauer ins Stadion durften mit einer Situation, in der wir mittlerweile einen deutlich lukrativeren CL-Wettbewerb, die Klub-WM und neue bzw. verbesserte Ausrüster- und Hauptsponsorenverträge haben. Das ist für mich nicht wirklich like-for-like. Auf deutsch: Äpfel mit birnen.

Und klar: Daraus folgt nicht automatisch, dass der BVB plötzlich hochprofitabel wird oder dass €X der „faire“ Kurs ist. Genau deshalb finde ich die entscheidende Frage wie geschrieben:

Warum ist der BVB aktuell so billig?

Man muss dafür aus meiner Sicht gar kein kompliziertes DCF bauen. Eine grobe Gegenüberstellung von Marktkapitalisierung, Umsatz, bilanzieller Substanz, sportlicher Ertragskraft und Bewertung vergleichbarer börsennotierter Fußballvereine zeigt für mich vor allem, dass der BVB extrem günstig bewertet ist.

Dass die Profitabilität für eine Fußball AG das Prunkstück ist, bestreite ich überhaupt nicht. Aber dann müsste man meiner Meinung nach erklären, warum der Markt diesen Profitabilitätsabschlag beim BVB so massiv ansetzt und warum er bei anderen Vereinen teilweise deutlich geringer ausfällt. Genau diese Frage finde ich wesentlich spannender als die Feststellung, dass der BVB historisch keine besonders hohe Nettomarge hatte oder wie die letzten Jahre gelaufen sind.

Bonus: Als kleiner Vergleich taugen auch die Lakers. Substantiell hat sich wenig verändert trotzdem ist der Kaufpreis in 2 Jahren von 10 auf 12 Mrd. geklettert. Machen deine Argumente da sinn?
BVB - Aktie |#1654
17.08.2026 - 16:43 Uhr
Zitat von halbgott
Zitat von novacane

Der BVB ist leider keine Wachstumsaktie, das wäre für mich wenigstens zweistellige Wachstumsrate. Der Umsatz ex-Transfers lag 2011/12 bei €189,1 Mio., 2012/13 bei €305,0 Mio. und in 2024/25 bei €526,0 Mio. Wenn ich jetzt wohlwollend die Zeit von 2011/12 bis zuletzt nehme wären es +8% pro Jahr.


Du nimmst als Ausgangspunkt das Doublejahr 2011/12 wo der Umsatz regelrecht explodiert ist?
wenn Du stattdessen als Ausgangspunkt 2010/11 nehmen würdest, läge das durchschnittliche Wachstum bis heute bei 10%
10/11 wurde man aber Meister, das war auch schon ein weit überdurchschnittliches Jahr für damalige Verhältnisse. Nimmt man 09/10 als Ausgangspunkt, hat man 11,2% durchschnittliches jährliches Wachstum bis heute.

in 25/26 wird der Umsatz niedriger ausfallen, weil Klub WM komplett entfällt, CL Achtelfinale verpasst wurde und Pokal auch früh Schluss war. Dennoch wird der Umsatz krass höher sein als vor Corona! das Umsatzwachstum ist also auch ohne Einmaleffekte durch sportl Erfolge sehr deutlich. In 2026/27 wird man sehr wahrscheinlich einen höheren Umsatz haben als in 25/26. Man müsste CL Play off verpassen, damit der Umsatz stagniert. Ansonsten steigt der Umsatz fast völlig unweigerlich und wird in jedem Fall dreistellig höher liegen als vor Corona.

Der springende Punkt ist folgender: wir reden hier von SICHER WIEDERKEHRENDEN Umsätzen!!
also eben nicht davon, daß alles von sportl Erfolgen abhängen würde. Die Abhängigkeit von sport Erfolgen ist in den wichtigsten Bereichen ein dummes Klischee. Natürlich ist sportl Erfolg immer ein Vorteil, es geht in der Fundamentalanalyse aber um die Einordnung der Relationen.

würde BVB in der zweiten Liga kicken, hätten sie einen mindestens doppelt so hohen Umsatz wie im Meisterjahr 2010/11

zwei weitere Punkte sind sehr wichtig, die Umsatzentwicklung im Vergleich zu Peergroup und im Vergleich zum Markt an sich, also zu allen Unternehmen im Schnitt.

Peergroup:

BVB Umsatzentwicklung ist ganz außerordentlich extrem besser als der Schnitt der Peergroup.

Mainz hat jetzt darüber berichtet, daß sie glorreich wieder fast so hohe Umsätze hätten wie vor Corona?
Vor Corona hatte BVB 370 Mio Umsatz Ex-Transfer!!
Bei normalen sportl Verläufen, also einfach nur die Wahrung des Status Quo, genau wie bei Mainz, hat BVB sehr im Gegensatz zur Peergroup dreistellige Umsatzsteigerungen ggü Vor-Corona.


Mit Beginn des Ukraine Krieges kam eine allgemeine Wirtschaftsflaute, von denen sehr viele Unternehmen unmittelbar betroffen sind. Auf der Bilanzpressekonferenz 2024 wurde gesagt, daß nur Bayern und BVB Steigerungen bei den Sponsoreneinnahmen gehabt hätten, was auf die allgemeine Konjunkturflaute zurückzuführen ist.

Du kannst mit sämtlichen Aktien vergleichen.
DAX, MDAX und SDAX Unternehmen haben im Schnitt ein klar niedrigeres Umsatzwachstum als BVB. Und zwar ziemlich eindeutig. Etliche SDAX Werte haben kaum Wachstum oder gar Rückgänge zu verzeichnen. Organisches Wachstum ist bei sehr vielen nicht möglich.

BVB wird in 2029 hochwahrscheinlich Klub WM spielen. Ich gehe davon aus, daß BVB in

2028/29 600 Mio Ex-Transferumsatz (!!!) erreichen kann.

Das ist ja alles schön und gut, was du immer wieder mal zum besten gibst. Nur worin besteht der faktische Zusammenhang zum Kursverlauf der Aktie?

Stell doch mal für uns "Laien" dar, wie sich der Kurs jeweils durch Umsätze und sportliches Abschneiden verhalten hat, also ist der Kurs gestiegen, reproduzierbar gestiegen, wenn man einen Rekord-Umsatz erzielen konnte und/oder sportliche Erfolge erzielen konnte, als die Meisterschaft und/oder den Pokal gewann oder im CL-Finale stand.

Das ist doch für Anleger und potenzielle Käufer interessant, vor allem bei einer Fußball-Aktie, denn wenn keine zu erwartende positive Kursveränderung eintritt, obwohl man sportlich und wirtschaftlich erfolgreich war, wann dann?

War dieser Zusammenhang in den Klopp-Jahren noch irgendwo erkennbar, auch in den Jahren bis 2018, war das in diesem Jahrzehnt bisher nicht (mehr) der Fall, denn trotz einer Fast-Meisterschaft, eines CL-Finals und Rekord-Umsätzen, fiel die Aktie.

Welche Zusammenhänge gibt es also tatsächlich und welche sind von dir oftmals nur konstruiert?

Das wäre doch mal wirklich interessant, wenn du da mal Licht ins Dunkel bringen könntest, mit deiner Expertise auf diesem Gebiet.

Rekord-Umsatz, Fast-Meisterschaft, CL-Finale, Unternehmenswert steigt, aber die Aktie nicht, sie fiel sogar.

Warum ist das so? Wenn jetzt wirtschaftlich und sportlich rosige Zeiten auf den Verein warten, die Aktie aber nicht steigt, was sagt das über diese Aktie aus? Wie sinnvoll ist sie als Invest?

•     •     •

Loriot: "In Krisenzeiten suchen Intelligente nach Lösungen, Idioten suchen nach Schuldigen.

Dieter Hallervorden: "Das größte Problem in der Geschichte der Menschheit ist, dass die Leute, die die Wahrheit kennen, den Mund nicht aufmachen. Und diejenigen, die von nichts eine Ahnung haben, bekommt man einfach nicht zum Schweigen."

"Sei Kind, wann immer Du kannst, und nur erwachsen, wenn Du musst"
BVB - Aktie |#1655
18.08.2026 - 15:46 Uhr
Zitat von halbgott
Der springende Punkt ist folgender: wir reden hier von SICHER WIEDERKEHRENDEN Umsätzen!!
also eben nicht davon, daß alles von sportl Erfolgen abhängen würde. Die Abhängigkeit von sport Erfolgen ist in den wichtigsten Bereichen ein dummes Klischee. Natürlich ist sportl Erfolg immer ein Vorteil, es geht in der Fundamentalanalyse aber um die Einordnung der Relationen.

Leider sprechen wir auch von sicher wiederkehrenden hohen Kosten die damit einhergehen, man sieht ja in meinen vorherigen Posts dass unten bei der Profitabilität und/oder im Cashflow wenig hängen bleibt.
BVB - Aktie |#1656
18.08.2026 - 16:00 Uhr
Zitat von Econball
Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, was Du mit „falsch zitiert“ meinst. Magst du mich nochmal darauf aufmerksam machen?

Zum geschriebenen. Ich habe nie gesagt, dass die BVB-Aktie eine Wachstumsaktie ist. Ich habe nur gesagt, dass ich Deine Herleitung zum Kurs für nicht schlüssig halte. Nach Deiner Argumentation dürften Wachstumsaktien teilweise gar nicht existieren bzw. müssten einen Kurs nahe null haben, weil historische Profitabilität und Wachstum allein eben nicht erklären, welchen Wert der Markt einem Unternehmen für zukünftige Gewinne und damit den Aktienkurs beimisst.

Dass bei einem Fußballverein über die letzten 10–15 Jahre keine zweistelligen Wachstumsraten beim Umsatz herauskommen, finde ich jetzt auch nicht besonders überraschend. Insbesondere wenn man Corona mit drin hat. Das ist für mich keine schockierende Erkenntnis. Interessanter ist doch die Frage, was davon für die Zukunft abzuleiten ist und da finde ich Deine historische Profitabilitätsbetrachtung nur bedingt aussagekräftig.

Du hast ja selbst gezeigt, dass der BVB im Vergleich zu Juventus deutlich besser dasteht. Den Bayern-Vergleich kann man natürlich ablehnen, aber ich sehe noch nicht, warum die Unternehmensform einen derart großen Bewertungsabschlag rechtfertigen sollte. Du hast selbst gezeigt, dass es trotz ähnlicher Strukturen deutlich höher bewertete Vereine gibt. Manchester United hat sicherlich den zusätzlichen Wert, dass man tatsächlich Kontrolle übernehmen kann, aber das erklärt nicht den gesamten deutlichen (!) Unterschied.

Beim Gewinn hast Du recht: 2023/24 waren es €44 Mio. und nicht €50 Mio., sorry für die Ungenauigkeit. Am eigentlichen Punkt ändert das für mich aber wenig. Die entscheidende Frage ist, wie die zukünftige Ertragskraft aussieht. Die Champions League hat einen neuen Modus und veränderte Prämien. Was früher in etwa dem Erreichen des FInales entsprach, bringt heute bereits im 1/4-Finale die gleichen Einnahmen. Wenn der BVB seine sportliche Performance der letzten Jahre einigermaßen halten kann, entstehen dadurch erhebliche zusätzliche Ertragspotenziale.

Deshalb finde ich die historische Profitabilität als Argument für die heutige Bewertung nur eingeschränkt hilfreich. Du vergleichst die Historie, inklusive Corona-Jahre, in denen keine Zuschauer ins Stadion durften mit einer Situation, in der wir mittlerweile einen deutlich lukrativeren CL-Wettbewerb, die Klub-WM und neue bzw. verbesserte Ausrüster- und Hauptsponsorenverträge haben. Das ist für mich nicht wirklich like-for-like. Auf deutsch: Äpfel mit birnen.

Und klar: Daraus folgt nicht automatisch, dass der BVB plötzlich hochprofitabel wird oder dass €X der „faire“ Kurs ist. Genau deshalb finde ich die entscheidende Frage wie geschrieben:

Warum ist der BVB aktuell so billig?

Man muss dafür aus meiner Sicht gar kein kompliziertes DCF bauen. Eine grobe Gegenüberstellung von Marktkapitalisierung, Umsatz, bilanzieller Substanz, sportlicher Ertragskraft und Bewertung vergleichbarer börsennotierter Fußballvereine zeigt für mich vor allem, dass der BVB extrem günstig bewertet ist.

Dass die Profitabilität für eine Fußball AG das Prunkstück ist, bestreite ich überhaupt nicht. Aber dann müsste man meiner Meinung nach erklären, warum der Markt diesen Profitabilitätsabschlag beim BVB so massiv ansetzt und warum er bei anderen Vereinen teilweise deutlich geringer ausfällt. Genau diese Frage finde ich wesentlich spannender als die Feststellung, dass der BVB historisch keine besonders hohe Nettomarge hatte oder wie die letzten Jahre gelaufen sind.

Bonus: Als kleiner Vergleich taugen auch die Lakers. Substantiell hat sich wenig verändert trotzdem ist der Kaufpreis in 2 Jahren von 10 auf 12 Mrd. geklettert. Machen deine Argumente da sinn?


Auch in den letzten 15 Jahren hatten wir steigende Ausrüster- und Hauptsponsorenverträge, wir hatten Rekordabschneiden in der CL (2x Finale) und Rekordtransfers, am Ende ist wenig hängen geblieben. Warum sollte sich das nach vorne ändern? Die Klub-WM ist was neues was es so für den BVB finanziell zuvor nicht gab aber (1) die findet auch nur alle 4 Jahre statt (auch wenn es da zwischendrin auch schon Überlegungen gab ab 2029 alle 2 Jahre zu machen), (2) so ganz belastbar wirkt sie nicht angesichts der Nachrichten rund um UEFA-Boykott, Zahlungen die nicht stattgefunden haben, finanziell wohl kein Erfolg gewesen, etc., (3) selbst wenn sie dann stattfindet ist dann auch noch offen ob wir uns 2029 und/oder auch in den Folgejahren dafür qualifizieren werden, also ganz sicher damit planen kann man auch noch nicht.

Ansonsten haben wir anscheinend zwei verschiedene Sichtweisen - ich leite den Wert der Aktie über die Profitabilität her die sie generiert (und die ist mau weil der Großteil dann doch dafür draufgeht einen so wettbewerbsfähigen Kader zu haben wie möglich und weil Spielerberater auch Bilanzen lesen und damit das Maximum für ihre Spieler rausholen können), für Dich zählt ein Peer Vergleich mit ein paar anderen Vereinen in Europa. Bis dato scheint der Kapitalmarkt meiner Sichtweise zu folgen. Wenn Du von Deiner Sichtweise überzeugt bist, dann investier doch einfach in die Aktie und wir sehen dann in 5 Jahren wer Recht hatte?
BVB - Aktie |#1657
19.08.2026 - 15:10 Uhr
Zitat von novacane
Wenn Du von Deiner Sichtweise überzeugt bist, dann investier doch einfach in die Aktie und wir sehen dann in 5 Jahren wer Recht hatte?


Also daß jemand, der investiert ist über sein Investment diskutiert, ist doch eigentlich völlig normal? Das ist ja keine Empfehlung, sondern lediglich ein Austausch von Argumenten.

Du hingegen bist anscheinend nicht investiert? Ich hoffe, Du bist nicht investiert.

Denn falls Du stattdessen sogar auf der Gegenseite positioniert sein solltest, also auf fallende Kurse setzen, würde das Deine vielen postings erklären, eben weil Du eine Interessenslage haben würdest. Ansonsten fände ich es merkwürdiger, wenn ein Nicht-Investierter so viel diskutiert, als wenn das ein Investierter macht.

Die BVB Aktie steigt in den letzten Tagen und Wochen. Ausgehend von tiefen Sommerkursen war das in der Vergangenheit rein statistisch überwiegend oft der Fall, hier die Statistik über die durchschnittliche 15 Jahre Kursentwicklung bei BVB und Juventus:

https://www.seasonax.com/soccer-stocks-seasonality/

Das ist lediglich eine Statistik und keine Zukunftsprognose und natürlich keine Empfehlung meinerseits. Jeder kann daraus machen was er will.

Ich trete hier nur der Meinung entgegen, die BVB Aktie wäre gefährlich oder damit könne man grundsätzlich nichts verdienen. Wenn die Aktie 10-30% steigen sollte und dann wieder aufs Ausgangsniveau zurückfallen sollte, würde sich die Seitwärtsbewegung seit Sept 22 wo der Kurs bei 2,97 stand halt fortsetzen. Was für Langfristanleger negativ wäre. Das heisst aber nicht, daß man hier nicht traden würde können!

Die inst Anleger, der e.V. und Insider haben hier seit Januar 2025 insgesamt knapp 3 Mio Aktien gekauft. Ein Privatanleger könnte das auch, es wäre völlig normal und eben nicht gefährlich.
Aber wie gesagt, es ist diesbezüglich nur meine Meinung, weiter nichts.

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