502 Bad Gateway-Talk
21.05.2014 - 00:57 Uhr
22.04.2015 - 09:07 Uhr
Zitat von Hettmaster16
Für was soll ich Solidarität zeigen?
Na ja, Arbeitskampf ist nie eine Freude. Ob eine Gesellschaft aber mit dem Motto "Jeder für sich!" besser fährt, würde ich aber bezweifeln. Dass die aktuellen Lehrpläne in den Schulen das Thema "Streik" gar nicht mehr aufführen, zeigt wohin die Reise geht. Befristete Beschäftigungen und Leiharbeit im großen Stil. Was Neid und Missgunst wohl nur noch fördern dürfte. Zitat von england5germany1
Solidarität findet man im Jahr 2015 im Fremdwörterduden.
Solidarität findet man im Jahr 2015 im Fremdwörterduden.
Für was soll ich Solidarität zeigen?
Was an einem temporären Arbeitskampf, der die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der jeweiligen Arbeitnehmer als Ziel hat, schlimm sein soll, hat mir noch niemand erklären können.
22.04.2015 - 09:18 Uhr
Die Sache ist doch die: jeder will mehr Geld verdienen und wenn die Leute von der Bahn wirklich so knapp bemessen werden, tut es mir auch leid. Aber es macht mich persönlich sehr wütend, dass die durch deren regelmäßigen Streiks den kompletten Verkehr lahmlegen, weil viele Pendler von Bahn auf Auto umsteigen und dadurch die Straßen komplett zugestaut werden. Zeigt da jemand mit mir Solidarität, weil ich das 4-fache an Fahrtzeit aufbringen musste heute Morgen und 2 wichtige Anrufe verpasst habe. Das juckt doch auch keinen Schwanz...
22.04.2015 - 09:23 Uhr
Zitat von Hettmaster16
Die Sache ist doch die: jeder will mehr Geld verdienen und wenn die Leute von der Bahn wirklich so knapp bemessen werden, tut es mir auch leid. Aber es macht mich persönlich sehr wütend, dass die durch deren regelmäßigen Streiks den kompletten Verkehr lahmlegen, weil viele Pendler von Bahn auf Auto umsteigen und dadurch die Straßen komplett zugestaut werden. Zeigt da jemand mit mir Solidarität, weil ich das 4-fache an Fahrtzeit aufbringen musste heute Morgen und 2 wichtige Anrufe verpasst habe. Das juckt doch auch keinen Schwanz...
Na ja, du unterstellt ihnen damit, dass sie auf dich keinen Wert legen. Muss man das automatisch aus dem Arbeitskampf schließen? War streikenden Kumpeln die Bevölkerung egal, die möglicherweise unter Kohleknappheit zu leiden hatte? Wie sollen Arbeitnehmer ihren Unmut anders zum Ausdruck bringen, als über temporäre Arbeitsniederlegungen? Und warum richtet sich die Wut immer nur gegen die Arbeitnehmer und nicht gegen einen Großkonzern, der Streiks in Kauf nimmt? Die Sache ist doch die: jeder will mehr Geld verdienen und wenn die Leute von der Bahn wirklich so knapp bemessen werden, tut es mir auch leid. Aber es macht mich persönlich sehr wütend, dass die durch deren regelmäßigen Streiks den kompletten Verkehr lahmlegen, weil viele Pendler von Bahn auf Auto umsteigen und dadurch die Straßen komplett zugestaut werden. Zeigt da jemand mit mir Solidarität, weil ich das 4-fache an Fahrtzeit aufbringen musste heute Morgen und 2 wichtige Anrufe verpasst habe. Das juckt doch auch keinen Schwanz...
22.04.2015 - 09:27 Uhr
Zitat von england5germany1
Und warum richtet sich die Wut immer nur gegen die Arbeitnehmer und nicht gegen einen Großkonzern, der Streiks in Kauf nimmt?
Und warum richtet sich die Wut immer nur gegen die Arbeitnehmer und nicht gegen einen Großkonzern, der Streiks in Kauf nimmt?
Gutes Argument.
22.04.2015 - 09:35 Uhr
Zitat von Hettmaster16
Gutes Argument.
Kann auch jeden verstehen, den es ein paar Tage im Jahr ankotzt, wenn er für den Weg zur Arbeit Umwege und oder zusätzliche Kosten in Kauf nehmen muss. Wenn aber nur ein Fitzelchen dieses Ärgers dafür verwendet werden würde, um sich zu fragen, ob der aktuelle Weg hin zu immer mehr befristeten Arbeitsverhältnissen wirklich der richtige ist, dann wäre "uns allen" vielleicht schon ein wenig geholfen. Zitat von england5germany1
Und warum richtet sich die Wut immer nur gegen die Arbeitnehmer und nicht gegen einen Großkonzern, der Streiks in Kauf nimmt?
Und warum richtet sich die Wut immer nur gegen die Arbeitnehmer und nicht gegen einen Großkonzern, der Streiks in Kauf nimmt?
Gutes Argument.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von england5germany1 am 22.04.2015 um 09:36 Uhr bearbeitet
22.04.2015 - 10:45 Uhr
Zitat von england5germany1
Was an einem temporären Arbeitskampf, der die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der jeweiligen Arbeitnehmer als Ziel hat, schlimm sein soll, hat mir noch niemand erklären können.
Was an einem temporären Arbeitskampf, der die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der jeweiligen Arbeitnehmer als Ziel hat, schlimm sein soll, hat mir noch niemand erklären können.
Schlimm ist ein Arbeitskampf natürlich nie. Wenn man aber in lediglich 9 Monaten ganze 7 Mal zum Streik aufruft, kann man schon über die Verhältnismäßigkeit diskutieren bzw. darüber, wer hier tatsächlich nicht zu sachlichen Lösungen am Verhandlungstisch bereit ist.
22.04.2015 - 10:53 Uhr
Zitat von Osgood
Schlimm ist ein Arbeitskampf natürlich nie. Wenn man aber in lediglich 9 Monaten ganze 7 Mal zum Streik aufruft, kann man schon über die Verhältnismäßigkeit diskutieren bzw. darüber, wer hier tatsächlich nicht zu sachlichen Lösungen am Verhandlungstisch bereit ist.
Im konkreten Fall ist es aber auch eine ziemlich verzwickte Lage. Siehe das kommende Gesetz zur Tarifeinheit, welches die GDL und ihre Position komplett gefährdet, die Verfassungsbeschwerde der GDL gegen eben jenen Gesetzentwurf und die Position der Bahn, die im konkreten Fall, mit Blick auf jenes Gesetz, gut auf Zeit spielen kann/könnte. Zitat von england5germany1
Was an einem temporären Arbeitskampf, der die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der jeweiligen Arbeitnehmer als Ziel hat, schlimm sein soll, hat mir noch niemand erklären können.
Was an einem temporären Arbeitskampf, der die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der jeweiligen Arbeitnehmer als Ziel hat, schlimm sein soll, hat mir noch niemand erklären können.
Schlimm ist ein Arbeitskampf natürlich nie. Wenn man aber in lediglich 9 Monaten ganze 7 Mal zum Streik aufruft, kann man schon über die Verhältnismäßigkeit diskutieren bzw. darüber, wer hier tatsächlich nicht zu sachlichen Lösungen am Verhandlungstisch bereit ist.
22.04.2015 - 13:03 Uhr
Zitat von england5germany1
Zitat von Osgood
Schlimm ist ein Arbeitskampf natürlich nie. Wenn man aber in lediglich 9 Monaten ganze 7 Mal zum Streik aufruft, kann man schon über die Verhältnismäßigkeit diskutieren bzw. darüber, wer hier tatsächlich nicht zu sachlichen Lösungen am Verhandlungstisch bereit ist.
Im konkreten Fall ist es aber auch eine ziemlich verzwickte Lage. Siehe das kommende Gesetz zur Tarifeinheit, welches die GDL und ihre Position komplett gefährdet, die Verfassungsbeschwerde der GDL gegen eben jenen Gesetzentwurf und die Position der Bahn, die im konkreten Fall, mit Blick auf jenes Gesetz, gut auf Zeit spielen kann/könnte.Zitat von england5germany1
Was an einem temporären Arbeitskampf, der die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der jeweiligen Arbeitnehmer als Ziel hat, schlimm sein soll, hat mir noch niemand erklären können.
Was an einem temporären Arbeitskampf, der die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der jeweiligen Arbeitnehmer als Ziel hat, schlimm sein soll, hat mir noch niemand erklären können.
Schlimm ist ein Arbeitskampf natürlich nie. Wenn man aber in lediglich 9 Monaten ganze 7 Mal zum Streik aufruft, kann man schon über die Verhältnismäßigkeit diskutieren bzw. darüber, wer hier tatsächlich nicht zu sachlichen Lösungen am Verhandlungstisch bereit ist.
trotzdem sollte die frage erlaubt sein, ob diese art des arbeitskampfes verhältnismäßig ist, wenn es nicht in erster linie um die bedürfnisse der arbeitnehmer sondern um eher um die existenzberechtigung einer gewerkschaft ansich geht ... der weg wäre eigentlich gewesen, dass sich die gewerkschaften auf eine starke position einigen und die bahn zum reagieren zwingen, stattdessen verfilzt man sich in nicht nachvollziehbaren grabenkämpfen ohne ein der breiten öffentlichkeit verständliches ziel, aber mit einer verheerenden aussendarstellung. mit dieser art provinzialpolitik macht man es der bahn auch nur allzu leicht, den schwarzen peter in eine bestimmte richtung zu schieben.
das sich das verständnis dafür dann stark in grenzen hält, dürfte mehr als verständlich sein...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Eldarim am 22.04.2015 um 13:03 Uhr bearbeitet
22.04.2015 - 13:16 Uhr
Zitat von Eldarim
trotzdem sollte die frage erlaubt sein, ob diese art des arbeitskampfes verhältnismäßig ist, wenn es nicht in erster linie um die bedürfnisse der arbeitnehmer sondern um eher um die existenzberechtigung einer gewerkschaft ansich geht ... der weg wäre eigentlich gewesen, dass sich die gewerkschaften auf eine starke position einigen und die bahn zum reagieren zwingen, stattdessen verfilzt man sich in nicht nachvollziehbaren grabenkämpfen ohne ein der breiten öffentlichkeit verständliches ziel, aber mit einer verheerenden aussendarstellung. mit dieser art provinzialpolitik macht man es der bahn auch nur allzu leicht, den schwarzen peter in eine bestimmte richtung zu schieben.
das sich das verständnis dafür dann stark in grenzen hält, dürfte mehr als verständlich sein...
Trotzdem bleibt die Situation ziemlich verworren. Schließlich kämpft die Gewerkschaft an zwei verschiedenen Fronten. A) mit dem Bund, der, wenn man es herunterbrechen möchte, ein Gesetz zur Tarifeinheit erlässt und ihm zeitgleich die DB AG gehört und B) mit der DB AG. Dass sich die GDL bei diesem Szenario, das in meinen Augen ganz klar auf die Existenz der Gewerkschaft abzielt, querstellt, ist in meinen Augen verständlich. Zitat von england5germany1
Zitat von Osgood
Schlimm ist ein Arbeitskampf natürlich nie. Wenn man aber in lediglich 9 Monaten ganze 7 Mal zum Streik aufruft, kann man schon über die Verhältnismäßigkeit diskutieren bzw. darüber, wer hier tatsächlich nicht zu sachlichen Lösungen am Verhandlungstisch bereit ist.
Im konkreten Fall ist es aber auch eine ziemlich verzwickte Lage. Siehe das kommende Gesetz zur Tarifeinheit, welches die GDL und ihre Position komplett gefährdet, die Verfassungsbeschwerde der GDL gegen eben jenen Gesetzentwurf und die Position der Bahn, die im konkreten Fall, mit Blick auf jenes Gesetz, gut auf Zeit spielen kann/könnte.Zitat von england5germany1
Was an einem temporären Arbeitskampf, der die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der jeweiligen Arbeitnehmer als Ziel hat, schlimm sein soll, hat mir noch niemand erklären können.
Was an einem temporären Arbeitskampf, der die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der jeweiligen Arbeitnehmer als Ziel hat, schlimm sein soll, hat mir noch niemand erklären können.
Schlimm ist ein Arbeitskampf natürlich nie. Wenn man aber in lediglich 9 Monaten ganze 7 Mal zum Streik aufruft, kann man schon über die Verhältnismäßigkeit diskutieren bzw. darüber, wer hier tatsächlich nicht zu sachlichen Lösungen am Verhandlungstisch bereit ist.
trotzdem sollte die frage erlaubt sein, ob diese art des arbeitskampfes verhältnismäßig ist, wenn es nicht in erster linie um die bedürfnisse der arbeitnehmer sondern um eher um die existenzberechtigung einer gewerkschaft ansich geht ... der weg wäre eigentlich gewesen, dass sich die gewerkschaften auf eine starke position einigen und die bahn zum reagieren zwingen, stattdessen verfilzt man sich in nicht nachvollziehbaren grabenkämpfen ohne ein der breiten öffentlichkeit verständliches ziel, aber mit einer verheerenden aussendarstellung. mit dieser art provinzialpolitik macht man es der bahn auch nur allzu leicht, den schwarzen peter in eine bestimmte richtung zu schieben.
das sich das verständnis dafür dann stark in grenzen hält, dürfte mehr als verständlich sein...
Dass die GDL seit Jahren aber in Sachen PR hinter dem Mond agiert, ist natürlich ein anderer Teil der Geschichte.
22.04.2015 - 13:26 Uhr
7 Streiks in 9 Monaten? Puh, das müssen die Lokführer aber noch lernen, das ist n bisschen wenig..
Sorry, aber warum wird da so hart auf die Lokführer geschossen? Bzw die GDL? Was macht die Bahn eigentlich? Der kostet doch so ein Streik mehr, als die GDL fordert. Warum also nicht mal drauf eingehen? Aus Prinzip? Dickköpfig sein?
Klar, es sind öffentliche Verkehrsmittel und es nervt schon, wenn man sich plötzlich einen neuen Weg zur Arbeit (
- ist schon geil, irgendwie leicht ironisch das ganze) suchen muss. Denn arbeiten, dass muss man. Und wer nicht arbeitet ist faul. Oder so.
Pff.. Meinetwegen dürfen die mal richtigen streiken und das nicht nur vereinzelt an einem Tag. Es sollte auch für jeden positiv sein, zu sehen, dass man sich nicht alles von einem Großkonzern als Angestellter gefallen lassen muss. Aber die Politik sieht das natürlich anders - deswegen wird da ja mal eben n neues Gesetz auf den Weg gebracht. Und das stört niemanden? Hauptsache is ja, man kommt zur Arbeit..
Sorry, aber warum wird da so hart auf die Lokführer geschossen? Bzw die GDL? Was macht die Bahn eigentlich? Der kostet doch so ein Streik mehr, als die GDL fordert. Warum also nicht mal drauf eingehen? Aus Prinzip? Dickköpfig sein?
Klar, es sind öffentliche Verkehrsmittel und es nervt schon, wenn man sich plötzlich einen neuen Weg zur Arbeit (
- ist schon geil, irgendwie leicht ironisch das ganze) suchen muss. Denn arbeiten, dass muss man. Und wer nicht arbeitet ist faul. Oder so. Pff.. Meinetwegen dürfen die mal richtigen streiken und das nicht nur vereinzelt an einem Tag. Es sollte auch für jeden positiv sein, zu sehen, dass man sich nicht alles von einem Großkonzern als Angestellter gefallen lassen muss. Aber die Politik sieht das natürlich anders - deswegen wird da ja mal eben n neues Gesetz auf den Weg gebracht. Und das stört niemanden? Hauptsache is ja, man kommt zur Arbeit..
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