Diskussionsrunde

50+1-Regel II

21.01.2010 - 22:01 Uhr
50+1-Regel II |#631
20.03.2012 - 00:11 Uhr
naja, ich würde halt gerne ein bisschen darüber diskutieren bzw. neue Erkenntnis bekommen und dafür ein Extratopic aufzumachen ist wohl mehr als sinnlos.
Ich frag mich nur warum die These so haltlos ist, wenn ich mir die Aktienkurse anschaue.

Ich möchte jetzt keinen Vortrag über die unterschiedlichen Rechtsformen ect. hören :)

Naja und die Aktionäre sind ja durchaus auch Investoren, bzw kann man das so sagen oder ist es in dem Kontext zu engstirnig gesehen?

PS: Ich glaub du bist der einzige der sich an meine These erinnert ;), allen andern ist es wohl eher wurscht
Dieser Beitrag wurde zuletzt von cay89 am 20.03.2012 um 00:13 Uhr bearbeitet
50+1-Regel II |#632
20.03.2012 - 00:13 Uhr
Zitat von cay89:
naja, ich würde halt gerne ein bisschen darüber diskutieren bzw. neue Erkenntnis bekommen und dafür ein Extratopic aufzumachen ist wohl mehr als sinnlos.
Ich frag mich nur warum die These so haltlos ist, wenn ich mir die Aktienkurse anschaue.

Ich möchte jetzt keinen Vortrag über die unterschiedlichen Rechtsformen ect. hören :)
Welcher Verein geht aktuell denn noch an die Börse? Du möchtest über etwas sprechen, was vor 10-15 Jahren schon von Fachleuten als sog. "Totgeburt" bezeichnet wurde.
50+1-Regel II |#633
20.03.2012 - 00:16 Uhr
jein, es geht kein Verein mehr an die Börse aber Vereine verkaufen trotzdem ihre Anteile, und jetzt frage ich mich wo ist der Unterschied ob ich heute 100% an eine privat Person/ Investorengruppe verkaufe, oder ob ich damals 0-100% an meherer verkauft habe. Zumindest im letzteren Fall wars ja unerfolgreich, warum sollte es im heutigen/jetztigen Fall erfolgreicher sein?
Das versuche ich zu verstehen.
Ich hab ja durchaus ein,zwei Vermutungen will aber erst mal andere Meinungen hören, bevor sich alles an meinen Meinungen fest fährt
Dieser Beitrag wurde zuletzt von cay89 am 20.03.2012 um 00:18 Uhr bearbeitet
50+1-Regel II |#634
20.03.2012 - 00:17 Uhr
Zitat von Helmi59:
Zitat von LatzVfL:

...
Die 50+1 Regel wird hoffentlich nicht gekippt
...


Das hoffe ich auch. Manchester United (wegen des "Aussaugens" durch die Familie Glazer) und Xamax Neuchatel (wegen des, nun ja, "exzentrischen" Mehrheitseigentümers [Tschagajev] bzw. des anscheinend von ihm verursachten Konkurses) sind für mich echt abschreckende Beispiele.
Nicht jeder, der viel Kohle hat und sich dazu berufen fühlt, ist auch tatsächlich fähig, einen Verein zu führen (dabei ist mir klar, dass es auch jetzt Leute in der Führungsspitze eines Vereines gibt, die mit dem Amt überfordert sind, aber diese sind gewählt worden und können erforderlichenfalls auch abgewählt werden).

Stattdessen werden Vereine wie Red Bull Leipzig gegründet, um die Regel zu umgehen. Ist das weniger abschreckend?

Wir haben Bayer Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim ... wo ist da noch der Sinn der 50+1 Regel, wenn es sowieso Schlupflöcher gibt?
Soll der VfL einen Wettbewerbsvorteil erhalten, nur weil sie das Glück haben in der VW-Stadt zu spielen? Geht es dem VW-Vorstand da nicht einzig und allein um Profit? Wo ist da der Unterschied zu irgendeinem Scheich?
50+1-Regel II |#635
20.03.2012 - 10:49 Uhr
Zitat von arsenal84:
Zitat von Helmi59:
Zitat von LatzVfL:

...
Die 50+1 Regel wird hoffentlich nicht gekippt
...


Das hoffe ich auch. Manchester United (wegen des "Aussaugens" durch die Familie Glazer) und Xamax Neuchatel (wegen des, nun ja, "exzentrischen" Mehrheitseigentümers [Tschagajev] bzw. des anscheinend von ihm verursachten Konkurses) sind für mich echt abschreckende Beispiele.
Nicht jeder, der viel Kohle hat und sich dazu berufen fühlt, ist auch tatsächlich fähig, einen Verein zu führen (dabei ist mir klar, dass es auch jetzt Leute in der Führungsspitze eines Vereines gibt, die mit dem Amt überfordert sind, aber diese sind gewählt worden und können erforderlichenfalls auch abgewählt werden).

Stattdessen werden Vereine wie Red Bull Leipzig gegründet, um die Regel zu umgehen. Ist das weniger abschreckend?

Wir haben Bayer Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim ... wo ist da noch der Sinn der 50+1 Regel, wenn es sowieso Schlupflöcher gibt?
Soll der VfL einen Wettbewerbsvorteil erhalten, nur weil sie das Glück haben in der VW-Stadt zu spielen? Geht es dem VW-Vorstand da nicht einzig und allein um Profit? Wo ist da der Unterschied zu irgendeinem Scheich?


genau das meine ich auch.
Letzten Endes ist die 50+1 Regel schon gekippt,man hat dem Kind nur einen anderen Namen gegeben.
Offiziell hat Hopp in Hoffenheim natürlich nichts zu sagen,inoffiziell führt keine Entscheidung an ihm vorbei.
In Wolfsburg gilt ähnliches mit VW.
Das sind nur die "großen" Beispiele,quasi die Spitze des Eisberges.
Viele kleine Vereine die jetzt von den unteren Ligen nach oben marschieren machen es ähnlich.Vielleicht mit anderen Absichten (nicht jeder Investor hat die Kohle einen kleinen Dorfclub in die Bundesliga zu führen),einigen reicht ja schon das ein 5000 Seelen Nest in der Regionalliga spielt und somit in der Region die Nummer 1 ist.
50+1-Regel II |#636
20.03.2012 - 14:36 Uhr
Bei der 50+1 Regel steigt ja irgendwann ein Investor ein. Bayer ist ja schon seit 1904 im Klub mit dabei, Glück gehabt. VW ist dagegen bei Wolfsburg eingestiegen, wie jetzt Red Bull bei Leipzig.

•     •     •

1. Juli 1904: Gründung des Turn-und Spielvereins der Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co.

Seit 1936: Bayer-Kreuz auf der Brust

Seit dem erstmaligen Aufstieg in die 3. Liga 1931:
7 Jahre in der 3.Liga - 35 Jahre in der 2.Liga - 47 Jahre in der 1.Liga

Bayer & OFC 1981 - Uefa Cup Sieg 1988 - Pokalsieg 1993 - Meister 20??

Beitrag kann Sarkasmus enthalten!
50+1-Regel II |#637
20.03.2012 - 21:30 Uhr
Zitat von arsenal84:
Zitat von Helmi59:
Zitat von LatzVfL:

...
Die 50+1 Regel wird hoffentlich nicht gekippt
...


Das hoffe ich auch. Manchester United (wegen des "Aussaugens" durch die Familie Glazer) und Xamax Neuchatel (wegen des, nun ja, "exzentrischen" Mehrheitseigentümers [Tschagajev] bzw. des anscheinend von ihm verursachten Konkurses) sind für mich echt abschreckende Beispiele.
Nicht jeder, der viel Kohle hat und sich dazu berufen fühlt, ist auch tatsächlich fähig, einen Verein zu führen (dabei ist mir klar, dass es auch jetzt Leute in der Führungsspitze eines Vereines gibt, die mit dem Amt überfordert sind, aber diese sind gewählt worden und können erforderlichenfalls auch abgewählt werden).

Stattdessen werden Vereine wie Red Bull Leipzig gegründet, um die Regel zu umgehen. Ist das weniger abschreckend?

Wir haben Bayer Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim ... wo ist da noch der Sinn der 50+1 Regel, wenn es sowieso Schlupflöcher gibt?
Soll der VfL einen Wettbewerbsvorteil erhalten, nur weil sie das Glück haben in der VW-Stadt zu spielen? Geht es dem VW-Vorstand da nicht einzig und allein um Profit? Wo ist da der Unterschied zu irgendeinem Scheich?


Es geht mir nicht um 50 + 1 im puristischen Sinn. Ich möchte einfach nicht, dass irgendein Profilneurotiker - einer mit Kohle, der meint, weil er in einem Bereich beruflich erfolgreich war, könne er dies auch im Fußballgeschäft sein - sich einen bereits bestehenden und gewachsenen Verein mit seinem Schotter unter den Nagel reißen und als seine private Spielwiese missbrauchen kann.
Klar, auch in den jetzigen Strukturen gibt es immer wieder mal Ungeeignete in den Vereinsführungen. Aber diese sind im Verein gewählt worden und können im Normalfall auch im Verein wieder abgewählt werden. In jedem Fall sind sie den Vereinsmitgliedern oder ihren Vertretern Rechenschaft schuldig.
Aber schau Dir z.B. ManUtd an. Wem gegenüber im Klub muss sich Mr. Glazer denn verantworten? Ich vermute, niemandem, da der Verein ihm rechtlich gesehen gehört (ich weiß, dass die Vereinsstruktur in GB anders ist als in D).
Hier gehört der Verein für mich aber seinen Mitgliedern - jedenfalls so, dass diese die allerletzte Entscheidungsinstanz darstellen (über Präsidentenwahlen, Urabstimmungen u.ä., natürlich nicht im Tagesgeschäft) und nicht einer Privatperson, der auf niemandes Wünsche auch nur ansatzweise Rücksicht nehmen muss. Ich will möglichst verhindern, dass irgendjemand mit Cash durch "Auskaufen" einen Verein seinen Mitgliedern einfach wegnehmen kann.

Jaja, Fußballromantik, ich weiß, aber diese ist mir wichtig. Ohne diese könnte ich auch gleich Fan irgendwelcher Wirtschaftsunternehmen werden.

Was Wettbewerbsvorteile angeht, diese gibt es doch in vielfältiger Form (und der örtliche Großsponsor ist nur einer - wenn auch ein wichtiger - davon): z.B. modernes WM-Stadion, Wirtschaftsstandort mit entsprechender Finanzkraft, Konkurrenzlosigkeit im Umkreis usw.
Ein Verein, der in einem für die WM grundsanierten oder sogar neugebauten Stadion spielen darf, hat auch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber denjenigen, die dies nicht können.

Und nein, so etwas wie RB Leipzig finde ich nicht gut. Gar nicht. Aber immerhin weiss jeder (oder kann es wissen), zu welchem Zweck diese Fußballgemeinschaft (ein Fußballverein im klassischen Sinne ist dieses Gebilde in meinen Augen nicht) gegründet wurde.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Helmi59 am 20.03.2012 um 21:40 Uhr bearbeitet
50+1-Regel II |#638
14.05.2012 - 15:54 Uhr
kritischer Bericht zum Projekt Hoffenheim und Hopp im Handelsblatt:

Zitat
TSG Hoffenheim in der Kritik
Der allmächtige Mäzen Dietmar Hopp
Der Entscheider in Hoffenheim heißt Dietmar Hopp. Dazu braucht er nicht die Stimmmehrheit im Verein, sondern nur sein Kapital. Kritiker fürchten, dass das gegen die 50+1-Regel der Deutschen Fußball Liga verstößt.


http://www.handelsblatt.com/sport/fussball/nachrichten/tsg-hoffenheim-in-der-kritik-der-allmaechtige-maezen-dietmar-hopp/6622204.html
50+1-Regel II |#639
14.05.2012 - 16:04 Uhr
Nichts Neues, jeder in Fussballdeutschland weiß es, aber wer genug Geld hat, kann sich in einer Gesellschaft wie der unseren Nahezu alles kaufen, die DFL gehört da noch zu den weniger bedenklichen Dingen.
50+1-Regel II |#640
14.05.2012 - 16:15 Uhr
Zitat von schubi85:
kritischer Bericht zum Projekt Hoffenheim und Hopp im Handelsblatt:

Zitat
TSG Hoffenheim in der Kritik
Der allmächtige Mäzen Dietmar Hopp
Der Entscheider in Hoffenheim heißt Dietmar Hopp. Dazu braucht er nicht die Stimmmehrheit im Verein, sondern nur sein Kapital. Kritiker fürchten, dass das gegen die 50+1-Regel der Deutschen Fußball Liga verstößt.


http://www.handelsblatt.com/sport/fussball/nachrichten/tsg-hoffenheim-in-der-kritik-der-allmaechtige-maezen-dietmar-hopp/6622204.html


Hopp ist ja fast noch "ok" - er ist der Verein und er hat ihn hochgeholt - andere wollten sein Investorengeld nicht. Ob man es gut findet oder nicht ist eine andere Geschichte - ich glaube aber wenn Hopp keine Lust mehr hat sind die Strukturen geschaffen um alleine überleben zu können. Natürlich muss man das nicht "gut" finden.

RB ist eine gänzlich andere Geschichte - das ist offensichtlich eine Umgehung der 50+1-Regel, nein, es ist eine Verarschung der ganzen deutschen Fußballlandschaft. Hiergegen muss man einfach kämpfen - als DFB, als Gegnerverein und letztlich auch als Fan.

Wob ist soon Mittelding - ansich war ja VW über Jahre nur ein guter Sponsor - Stück für Stück bekommt man aber das Gefühl, dass man da immer mehr Einfluß bekommt und der VFL immer mehr zum Spielball des Konzerns wird.
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