Hertha BSC Hertha BSC
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Taktiktisch

10.08.2003 - 13:30 Uhr
Taktiktisch |#551
22.08.2011 - 12:58 Uhr
Habe ich etwa so etwas wie eine Positionsrotation der drei/ vier Offensiven gesehen? Ich meine in Hz.1 erkannt zu haben das bspw. Torun einige Minuten sie vorderste Spitze gab , während Ebi die Nummer 10 gab und die Suedamerika Connection auf den Fluegeln war. Auch so etwas wie Kombinationsfussball war immer mal wieder zu erkennen,

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Wir sind so wie wir sind, das Berliner Sorgenkind!

Ein gepflegter Pessimismus ist viel angebrachter: läufts schlecht, hatte man wenigstens Recht, läufts gut, ist man positiv überrascht…

Das ist Zirkus, das ist Infantino-Unterhaltung, das ist auch schon mal Jubel-Fernsehen, beziehungsweise Jubel-Streaming.

#NoQuitInNY

Taktiktisch |#552
25.08.2011 - 11:46 Uhr
Zitat
Hertha BSC auf der Suche nach einer erstklassigen Spielphilosophie
(...)
Nach drei gespielten Bundesligaspielen steht der Aufsteiger aus Berlin mit zwei Punkten da, das ist nicht das, was die Mannschaft sich insgeheim erhofft hatte, aber auch nicht nichts. „Wir haben in den ersten drei Spielen sehr wenig zugelassen. Die Tore, die gegen uns fielen, hätten auch nicht sein müssen“, sagt Niemeyer. „Das ist eine gute Basis.“ Soll heißen: Das Optimum sieht anders aus.

Auffallend war in den bisherigen Saisonspielen, dass Hertha Probleme in der eigenen Spielanlage hat, dass der Spielaufbau zu wenig Stringenz und Tempo hat und die Mannschaft daher nicht in der Lage ist, ihr Spiel mal durchzubringen. Der 27 Jahre alte Niemeyer möchte diesen Eindrücken gar nicht widersprechen, wirft aber strafmildernd ein: „In der Zweiten Liga war es einfacher, das Spiel zu machen. Wir waren eigentlich immer der Favorit. Aber auch schon da hatten wir ein paar Schwierigkeiten.“ Tatsächlich haben die Berliner in der Vorsaison hauptsächlich von ihrer für diese Verhältnisse sehr guten individuellen Qualität gelebt. Der Kader war ja auch mit Abstand der teuerste im Unterhaus. Hertha schaffte zwar den direkten Wiederaufstieg, ein unvergessliches Vergnügen war ihr Tun nur selten. In manchen Spielen fehlte so etwas wie eine Spielidee gänzlich. Zumindest blieb sie selbst dem geschulten Betrachter verborgen.

„Wir sind jetzt nicht mehr die Mannschaft, die 70 Prozent Ballbesitzzeiten hat wie in der Zweiten Liga“, sagt Niemeyer, gerade weil die Gegner in der Bundesliga „ja nicht unwissend und blind“ wären. In der Defensive stehe man inzwischen recht stabil, auch in der Offensive sei schon einiges gelungen. Es fehle jetzt nur das verbindende Moment. Oder wie Niemeyer es ausdrückt: „Wir müssen es jetzt noch hinbekommen, dass die beiden Elemente nicht nebeneinander her funktionieren, sondern dass aus ihnen eins wird.“

Peter Niemeyer spricht von einer neuen Denkweise, die die Mannschaft zu verinnerlichen hätte. Wie soll Herthas Spielphilosophie aussehen? Trainer und Spieler haben zu klären, wie kann sie und wie will sie erfolgreich operieren? Und das eingedenk der eigenen Qualität und der des jeweiligen Gegners. Es gäbe viele Mannschaften, die individuell besser besetzt seien, aber „wir können als Mannschaft eine eigene Stärke einwickeln“. Ein wenig denkt Niemeyer dabei an Hannover 96, die fast schon beispielhaft agierten, sowohl in der abgelaufenen als auch in der angelaufenen Saison. „Es geht nicht darum, dass wir ein 0:0 verwalten wollen, aber unser Spiel kann sich nur aus einer konzentrierten Defensive heraus entwickeln“, sagt Niemeyer. Natürlich wolle man dem Publikum etwas bieten, aber als Aufsteiger müsse berücksichtigt werden, wo man herkomme. Am Ende sei alles eine Frage der Organisation und Balance. Zumindest habe die Mannschaft in den beiden Auswärtsspielen gezeigt, dass man mithalten könne. Daraus sollte „das Zutrauen“ erwachsen, künftig mehr zu agieren, statt zu reagieren.(...)


http://www.tagesspiegel.de/sport/hertha-bsc/hertha-bsc-auf-der-suche-nach-einer-erstklassigen-spielphilosophie/4533320.html

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Wir sind so wie wir sind, das Berliner Sorgenkind!

Ein gepflegter Pessimismus ist viel angebrachter: läufts schlecht, hatte man wenigstens Recht, läufts gut, ist man positiv überrascht…

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#NoQuitInNY

Taktiktisch |#553
25.08.2011 - 12:02 Uhr
Zitat von Tagesspiegel:
Hertha schaffte zwar den direkten Wiederaufstieg, ein unvergessliches Vergnügen war ihr Tun nur selten. In manchen Spielen fehlte so etwas wie eine Spielidee gänzlich. Zumindest blieb sie selbst dem geschulten Betrachter verborgen.


...um mal der macht-es-doch-selbst-erstmal-besser-Fraktion auf die Schulter zu kopfen.

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- ⚽️ -
Taktiktisch |#554
27.08.2011 - 00:14 Uhr
Zitat von Bezzo_BSC:

Ich finde, da hatten wir mit Ruka letzte Saison eine richtige Waffe! Da war fast jeder Freistoß aus dem rechten Halbfeld gefährlich und führte ein ums andere mal zum Torerfolg. Ich glaube, dass sowas vor allem in einer noch frühen Partie den nötigen "Kick" geben kann! Schade eigentlich, dass diese Waffe nicht mehr genutzt wird...


Da muss ich dir Recht geben. Die Freistöße von Ruka waren wirklich erste Sahne. Finde es auch schade das wir das so herschenken. Würde ihn gerne gegen Dortmund in der ersten 11 sehen, dafür Ramos in die Spitze und Lasso wieder auf die Bank. Seine Geschwindigkeit, vor allem bei den sehr offensiven Aussenverteidigern des BVBs, und eben seine sehr gefährlichen Standarts könnten da eine echte Waffe werden.

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Gegen "Hertha DNA". Für Fachkompetenz bei Funktionären.
Taktiktisch |#555
27.08.2011 - 00:15 Uhr
Wir haben mal vor 2,3 Jahren modernen, spielerisch ansprechenden Fußball geboten.
Auch diesmal hatten wir die Möglichkeit nach dem Aufstieg, trotz sehr limitierten Budgets, uns so zu verstärken, das wir auch spielerisch einen Weg finden würden, mit dem man auch als Aufsteiger eine andere Mannschaft kreativ unter Druck setzen kann. Aber wir spielen mit einer Abwehr ohne Technik, zwei defensiven Mittelfeldspielern ohne Technik und Kreativität und einem Stoßstürmer komplett ohne jede fußballerischen Fähigkeiten in der Ballverarbeitung. Von 10 Feldspielern beherrschen 7 nur das Nötigste am Ball. Dazu als einzigen ! wirklich guten Techniker im Team ein langsammer Standfußballer, ohne Durchsetzungavermögen...
Das klingt seht hart und negativ,ist aber nicht destruktiv gemeint, sondern deckt nur auf, mit was für einer Vorstellung von Fußball der Abwehrspieler Babbel in die erste Liga gegeangen ist.
Man kann nicht mit zwei Zerstörern auf der 6er Position und zwei Rammböcken im Sturm technisch anspruchsvollen Kombinationsfußball spielen lassen wollen. Genau das war aber die Erwartung von Babbel.
Ja, wir können nur erwarten gegen den Abstieg zu spielen, aber nicht SO......

Aber als ich die Neueinkäufe ( Ottl, Franz) sah, wußte ich, das das nur auf Rumpelfußball hinauslaufen kann.

Viele andere hier komischerweise nicht...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von an_neum am 27.08.2011 um 00:18 Uhr bearbeitet
Taktiktisch |#556
27.08.2011 - 09:21 Uhr
Zitat von an_neum:
Wir haben mal vor 2,3 Jahren modernen, spielerisch ansprechenden Fußball geboten.
Auch diesmal hatten wir die Möglichkeit nach dem Aufstieg, trotz sehr limitierten Budgets, uns so zu verstärken, das wir auch spielerisch einen Weg finden würden, mit dem man auch als Aufsteiger eine andere Mannschaft kreativ unter Druck setzen kann. Aber wir spielen mit einer Abwehr ohne Technik, zwei defensiven Mittelfeldspielern ohne Technik und Kreativität und einem Stoßstürmer komplett ohne jede fußballerischen Fähigkeiten in der Ballverarbeitung. Von 10 Feldspielern beherrschen 7 nur das Nötigste am Ball. Dazu als einzigen ! wirklich guten Techniker im Team ein langsammer Standfußballer, ohne Durchsetzungavermögen...
Das klingt seht hart und negativ,ist aber nicht destruktiv gemeint, sondern deckt nur auf, mit was für einer Vorstellung von Fußball der Abwehrspieler Babbel in die erste Liga gegeangen ist.
Man kann nicht mit zwei Zerstörern auf der 6er Position und zwei Rammböcken im Sturm technisch anspruchsvollen Kombinationsfußball spielen lassen wollen. Genau das war aber die Erwartung von Babbel.
Ja, wir können nur erwarten gegen den Abstieg zu spielen, aber nicht SO......

Aber als ich die Neueinkäufe ( Ottl, Franz) sah, wußte ich, das das nur auf Rumpelfußball hinauslaufen kann.

Viele andere hier komischerweise nicht...


Also ich gebe Dir Recht wenn Du Babbels Taktik in Frage stellst, aber in der Mannschaft gibt es genügend Personal was einen anderen Fussball taktisch spielen könnte. Eine Rumpf-und Prügelmannschaft sieht nun wirklich etwas anders aus. Man müsste einfach nur Lusti für Ottl bringen und Ruka für Ebert. Ebert geht dann eher neben Raffael mehr zentral um aber auch nach rechts oder links raus zu laufen. Lasso, wird dann seine Tore machen wenn er Chancen bekommt, er ist für mich so ein Gomez-Typ, Gomez fand ich die letzten Jahre auch sehr behäbig aber macht seine Tore- denn er ist einer der das Tor treffen kann.
Dein Vergleich zu vor 2-3 Jahren hinkt auch ein wenig, denn wir haben eigentlich damals ein ähnliche Mannschaft gehabt. Pante war nun auch niemand der jetzt nach kilometergeld bezahlt wurde, ok er hatte ein schnelleren Antritt aber sonst nun kein Kombinationsgott. Voronin ok der hat geackert und war immer präsent, aber das ist Ramos nun auch. Und mal vom Budget ganz zu schweigen. Die Gehälter waren doch nun damals echt was anderes. Wir haben echt den Ausgabeschuh enger geschnallt. Ich gebe dir aber recht wenn man den Eindruck bekommt das dem so ist wie Du es beschreibst. In dieser Mannschaft steckt aber viel mehr drin als das was wir bis jetzt sehen. Es wird halt taktisch sehr viele Fehler gemacht, aber das ist hier allen klar, also das was ich hier lesen kann im Forum. Es gibt wohl sehr wenige die unseren Trainer als Taktikfuchs sehen- das hat seine Gründe und da ist auch der Grund zu suchen warum wir so spielen wie wir momentan spielen, wenn man da von spielen sprechen kann.
Taktiktisch |#557
27.08.2011 - 10:19 Uhr
Mir geht dieses Gejammer eher auf den Keks, ich habe den Verdacht, die meisten sog. "Kritiker" wären nicht mal in der Lage, ein Spielsystem zu erkennen, wenn man es ihnen aufmalt. Man muss Babbels System ja nicht mögen, ein Barca spielt anders, ein Leverkusen auch, aber es komplett wegzudiskutieren ist, sorry, ahnungslos.

Das defensive Viereck mit den beiden IV und den beiden DM zum Beispiel kann man, mit diesen Spielern, gegen den Ball nicht viel besser machen. Das ist richtig gut, spätestens Raffael ist immer der erste Abwehrspieler, oft verlieren die Gegner den Ball schon kurz hinter der Mittellinie, wo Niemeyer den Abfangjäger gibt, wärehnd Ottl den Raum zustellt. Überrumpelt wurde dieser Block - systemisch - bisher kaum mal. Alle Gegentore fielen folgerichtig nach individuellen Fehlern.

Das Babbel nach Ballgewinn schnell umschalten und das Spiel über die Außen aufbauen will, ist auch mehr als offensichtlich. Die Pärchen auf der Außenbahn sollen im Verbund mit Raffael sich nach vorne kombinieren und dort den bestpostierten Mann freispielen, meist über den Flügel, völlig offensichtliches System. Wie der rbb mal sehr schön dokumentiert hat, gab es den selben Spielzug bei Favre übrigens auch.

Dass es bei den Laufwegen oft noch nicht auf den Meter genau passt und das Repertoire nicht viel umfangreicher ist, stimmt. SInd die Wege verstellt, geht es meist zurück und es wird neu aufgebaut. Bei Freistößen gibt es offensichtlich aber bereits einige Varianten, die im Ansatz ziemlich raffiniert waren.

Man möge sich die Mannschaft doch mal anschauen, die hat in der 2. Liga gelernt, ein dickes Brett zu bohren, und das gestern auch mit Erfolg getan. Direkt nach dem Aufstieg routinierte Erstligisten an die Wand zu spielen, find ich völlig überzogen als Erwartungshaltung. Zumal das bei uns seit Marcelinhos Abgang eh keine Mannschaft mehr konnte. Mit 2,3 Ausnahmen ist das eine bessere Zweitligatruppe, die mit ein paar Ergänzungsspielern von Erstligaclubs verstärkt wurde. Diesen Spielern ihre Klasse abzusprechen ist genauso sinnfrei wie zu erwarten, dass man mit dieser Klasse in dieser Liga irgendwie heraussticht. Sprich: Wäre das System totaler Mist, hätten wir nicht 5 Punkte, sondern maximal einen (vermutlich den aus hamburg).

Aber bei einigen reicht die Autosuggestion schon sehr weit, sie finden den Trainer aus rein subjektiven Erwägungen so untragbar, dass sie sich wundern, dass er noch im Amt ist ... mehr als schräg bei einer Niederlage aus 4 Spielen, ehrlich gesagt :) Ich denke, die Realität unter den Verantwortlichen sieht völlig anders aus. Aber wenn man es mit der Realität nicht so hat ...

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Der Zweck von Taktik ist es, attraktiven Fußball zu unterbinden.
Phrasenstatus für "unfassbar" und "erschreckend schwach" ;)


Dieser Beitrag wurde zuletzt von kypdurron am 27.08.2011 um 10:23 Uhr bearbeitet
Taktiktisch |#558
27.08.2011 - 14:11 Uhr
Eine Taktik ist immer abhängig von den Spielern die diese umsetzen sollen. Sicher ist es schön den Fußball von Barcelona oder anderen Top Teams in Europa zu zusehen, aber diese Spieler spielen nicht für Hertha BSC, also muss man die für den Verein beste Taktik anwenden.

Seit dem Antritt von Babbel konnte man drei verschiedene Spielsysteme sehen. Trainiert wurde vor der jetzigen und vor der Aufstiegssaison größtenteils das 4-2-3-1. In der Hinrunde der letzten Saison wurde schnell dieses System zu Gunsten des 4-1-4-1 aufgegeben - mit mäßigen Erfolg, um dann die erfolgreiche 4-4-2 Taktik anzuwenden. Warum jetzt Babbel wieder auf das 4-2-3-1 umstellt verstehe ich persönlich nicht. Ottl und Franz sind starke Konkurrenten für das bisherige Personal. Nur Torun erweitert die Möglichkeiten in der Offensive.

Die drei besten Halbzeiten von Hertha BSC wurden in dieser Saison (Hamburg beide Halbzeiten und 2. Halbzeit gegen Stuttgart) wurden in meinen Augen mit einem 4-4-2 absolviert - das erfolgreichste System unter Babbel. Warum dieses System erfolgreich ist erkläre ich am Spiel gegen Stuttgart in der in der ersten Halbzeit noch mit der 4-2-3-1 Taktik gespielt wurde und versuche gleichzeitig die Probleme aufzudecken die zu Zeit bei Hertha BSC im argen sind.

Torhüter:
Thomas Kraft ist für mich die unangefochtene Nummer 1 im Tor und er hat nach vier Spieltagen schon einige Punkte gerettet. Einzig seine Verzögerung beim Abstoß stören mich.

Innenverteidigung:
Bisher wurden dort Hubnik, Mijatovic und Franz eingesetzt. Die Lufthoheit ist kaum zu übersehen, nur leider funktioniert der Spielaufbau in der Innenverteidigung gar nicht. Der Ball wird hin und hergeschoben und trotzdem kaum Raum gewonnen. Fazit: Defensiv und gerade bei hohen Bällen sehr solide. Der Spielaufbau reicht einfach nicht aus. Verbesserungsvorschlag: Es wird jetzt Aufschrei geben, aber nach dem 1. September sollte man überlegen ob man nicht Kaka wieder eine Chance gibt, wenn er nicht vorher abgegeben werden kann. In Sachen Spielaufbau ist er um einiges Stärker als seine Kollegen. Andere Überlegung Ottl oder Neumann der auch gute Ansätze gezeigt hat, für diese Position in betracht ziehen.

Defensives Mittelfeld:
Eingesetzte Spieler: Ottl und Niemeyer, sowie Lustenberger mit einem Kurzeinsatz. Für die 6er gilt das Selbe wie für die Innenverteidigung. Defensiv ist dieser Mannschaftsteil top nur mit dem Spielaufbau klappt es nicht richtig, wobei für mich überraschenderweise Niemeyer in dieser Disziplin bisher besser zu sein scheint als Neuzugang Ottl. Der beste Spieler in dieser Position und Disziplin - Lustenberger ist auf der Bank nur verschenkt. Mein für mich alternativloser Verbesserungsvorschlag: Niemeyer und Lustenberger auf die 6.

Die Probleme der bisher von mir analysierten Mannschaftsteile sind in beiden Spielsystemen gleich. Unterschiede gibt es in den folgenden:

Angriff und offensives zentrales Mittelfeld:
Herthas Luxusproblem. Raffael, Ramos und Lasogga sind die besten offensiv Spieler die im Kader sind, es sind aber nur zwei Plätze in der Startelf vorhanden. Die Reise nach Jerusalem sollte Lasogga verlieren, weil er der spielerisch und technisch schwächste Akteuer im Kader ist. Mein Verbesserungsvorschlag für diese Position: Raffael als hängende Spitze spielen lassen und auf keinen Fall als 10er, damit wird das Spiel nur langsamer und er verliert dort auch zu viele Bälle. Nach der Auswechslung von Lasogga gegen Stuttgart hat er einige sehr gute Aktionen gehabt, als er alleine auf den Torhüter gegangen ist. Die Waffe von Raffael ist seine Schnelligkeit und Ballsicherheit. Fazit: Hertha muss mit Ramos und Raffael mit zwei spielstarken Stürmer auflaufen von denen sich einer immer etwas fallen lassen kann.

Flügel/Außenspieler:
Auf diesen Positionen und die der Außenverteidiger gibt es die größten Unterschiede in den beiden Spielsystemen und in meinen Augen wird hier auch der größte Fehler von Babbel gemacht. Im 4-2-3-1 und in der ganzen Hinrunde der 2. Bundesliga wurde mit Inverted Wingern gespielt. Das heißt ein Linksfuss spielt auf dem rechten Flügel und umgekehrt. Eingeführt wurde dies aber nicht von Babbel sondern von Lucien Favre. Mit dem Unterschied, dass er auf Spieler wert gelegt hat, die beidfüssig sind. Ein "einfüssiger" Inverted Winger zieht sehr oft nach innen, anstatt bis zur Grundlinie zu gehen un den Ball in die Mitte zu Flanken. Die Folge ist, dass sich die Außenverteidiger des Gegners nach innen verschieben und da fast alle Mannschaften mit zwei 6ern agieren, dort die Räume zu eng für einen Abschluss werden, besonders wenn die eigenen 6er mit aufrücken. In der letzten Rückrunde, gegen Hamburg und der 2. Halbzeit gegen Stuttgart wurde mit Flügelspielern gespielt die ihren starken Fuß auf der entsprechenden Seite haben und öfters zur Grundlinie gehen Dadurch wird die die gegnerische Abwehrkette auseinander gezogen und die Spieler im Zentrum haben mehr Platz für einen Abschluss.

Der zweite Fehler den Babbel macht ist das verschenken von Ramos auf dem linken Flügel und damit sogar eine Schwächung der ganzen Mannschaft. Ramos spielt diese Position als rechtsfuss als Inverted Winger und ist kein Außenspieler der defensive Aufgaben übernehmen kann. Die Folge war in der ersten Halbzeit, dass sein Gegenspieler Celozzi plötzlich zum Flügelstürmer wurde und Kobiashvili offensiv komplett aus dem Spiel genommen wurde. Auch musste einer der beiden 6er öfters mit rausrücken um eine Überzahl zu verhindern was Räume für Stuttgart zentral geschaffen hat. Als Ramos in der 2. Halbzeit im Strumzentrum war, wurde der Georgier viel Offensiver und hat mit einer scharfen flachen Flanke fast die Vorlage für Ramos gegeben.
Ein gutes Bespiel war Lell auf der rechten Seite. Mit Ebert hatte er einen Spieler offensiv vor sich der auch nach hinten gearbeitet hat. Der Außenverteidiger konnte sich in beiden Halbzeiten offensiv mit das Spiel einschalten.

Fazit: Torun und Ebert als defensiv und spielstarke Mittelfeldspieler sollten auf Flügeln gesetzt sein. Die Lücke zwischen defensive und Offensive wird kleiner und die könnten da defensiv stärker mehr Pressing einsetzen. Rukavytsya ist einziger Backup, es sollte noch ein weiterer Spieler verpflichtet werden der rechtsfuss ist.

Außenverteidigung:
Eingesetzte Spieler: Lell und Kobishvili. Vor der Saison gab es mit dem Personal dieser Positionen die meisten Kopfschmerzen. Bisher entpuppten sich die beiden Akteure in guter Form und haben sich wenn es ihnen möglich war immer wieder offensiv mit den Angriff eingeschaltet. Fazit: Keine Inverted Winger Offensiv die wenig nach hinten arbeiten, damit sich die Außenverteidiger Offensiv mit einschalten können.

Gesamt Fazit: Hertha BSC sollte auf das Erfolgskonzept der letzten Saison zurückgreifen und mit einem 4-4-2 spielen bei der die offensiven Außenspieler mit ihrem starken Fuß auf der richtigen Seite spielen. Dadurch können die Außenverteidiger sich offensiv mit einschalten und es ergeben sich mehr Möglichkeiten für den Spielaufbau. Auch sollten Ottl und Lasogga durch technisch spielstärkere Spieler (Lustenberger und Ramos) ersetzt werden. Dadurch muss man nicht auf das Mittel der langen Bälle zurückgreifen, sondern kann auf schnelles Kurzpasspiel umschalten.

Meine Wunschaufstellung:
Kraft - Kobiashvili, Franz(Mijatovic), Hubnik, Lell - Niemeyer , Lustenberger - Torun, Ebert - Raffael, Ramos.

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Fußball ist ein System von 22 Elementen, bestehend aus zwei Subsystemen von jeweils elf Elementen, das sich innerhalb eines vorgegebenen Raumes bewegt und einer Reihe von Einschränkungen unterworfen ist. Sind beide Subsysteme leistungsgleich, muss das Ergebnis ein Unentschieden sein. Ist eines stärker, müsste es gewinnen.
Die Leistungsfähigkeit eines Subsystems ist größer als die Summe der Elemente aus denen es besteht. Es geht weniger um Individuen als die Verbindung zwischen ihnen.
Taktiktisch |#559
27.08.2011 - 14:59 Uhr
Mit deiner Taktik überfüllst du die gegnerische Hälfte und verlangsamst die Offensive von Hertha BSC. Die Räume werden sehr eng, so dass es zwangsläufig zu wenig Abschlüssen aber dafür zu vielen Ballverlusten kommen wird. Die eigene Abwehr wird durch deine Taktik überrannt werden. Es ist also gut, dass man unter Babbel und jeden anderen Trainer sehr lange auf deine Aufstellung warten wird.

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Fußball ist ein System von 22 Elementen, bestehend aus zwei Subsystemen von jeweils elf Elementen, das sich innerhalb eines vorgegebenen Raumes bewegt und einer Reihe von Einschränkungen unterworfen ist. Sind beide Subsysteme leistungsgleich, muss das Ergebnis ein Unentschieden sein. Ist eines stärker, müsste es gewinnen.
Die Leistungsfähigkeit eines Subsystems ist größer als die Summe der Elemente aus denen es besteht. Es geht weniger um Individuen als die Verbindung zwischen ihnen.
Taktiktisch |#560
27.08.2011 - 15:03 Uhr
Zitat von kypdurron:
Mir geht dieses Gejammer eher auf den Keks, ich habe den Verdacht, die meisten sog. "Kritiker" wären nicht mal in der Lage, ein Spielsystem zu erkennen, wenn man es ihnen aufmalt. Man muss Babbels System ja nicht mögen, ein Barca spielt anders, ein Leverkusen auch, aber es komplett wegzudiskutieren ist, sorry, ahnungslos.

Das defensive Viereck mit den beiden IV und den beiden DM zum Beispiel kann man, mit diesen Spielern, gegen den Ball nicht viel besser machen. Das ist richtig gut, spätestens Raffael ist immer der erste Abwehrspieler, oft verlieren die Gegner den Ball schon kurz hinter der Mittellinie, wo Niemeyer den Abfangjäger gibt, wärehnd Ottl den Raum zustellt. Überrumpelt wurde dieser Block - systemisch - bisher kaum mal. Alle Gegentore fielen folgerichtig nach individuellen Fehlern.

Das Babbel nach Ballgewinn schnell umschalten und das Spiel über die Außen aufbauen will, ist auch mehr als offensichtlich. Die Pärchen auf der Außenbahn sollen im Verbund mit Raffael sich nach vorne kombinieren und dort den bestpostierten Mann freispielen, meist über den Flügel, völlig offensichtliches System. Wie der rbb mal sehr schön dokumentiert hat, gab es den selben Spielzug bei Favre übrigens auch.

Dass es bei den Laufwegen oft noch nicht auf den Meter genau passt und das Repertoire nicht viel umfangreicher ist, stimmt. SInd die Wege verstellt, geht es meist zurück und es wird neu aufgebaut. Bei Freistößen gibt es offensichtlich aber bereits einige Varianten, die im Ansatz ziemlich raffiniert waren.

Man möge sich die Mannschaft doch mal anschauen, die hat in der 2. Liga gelernt, ein dickes Brett zu bohren, und das gestern auch mit Erfolg getan. Direkt nach dem Aufstieg routinierte Erstligisten an die Wand zu spielen, find ich völlig überzogen als Erwartungshaltung. Zumal das bei uns seit Marcelinhos Abgang eh keine Mannschaft mehr konnte. Mit 2,3 Ausnahmen ist das eine bessere Zweitligatruppe, die mit ein paar Ergänzungsspielern von Erstligaclubs verstärkt wurde. Diesen Spielern ihre Klasse abzusprechen ist genauso sinnfrei wie zu erwarten, dass man mit dieser Klasse in dieser Liga irgendwie heraussticht. Sprich: Wäre das System totaler Mist, hätten wir nicht 5 Punkte, sondern maximal einen (vermutlich den aus hamburg).

Aber bei einigen reicht die Autosuggestion schon sehr weit, sie finden den Trainer aus rein subjektiven Erwägungen so untragbar, dass sie sich wundern, dass er noch im Amt ist ... mehr als schräg bei einer Niederlage aus 4 Spielen, ehrlich gesagt :) Ich denke, die Realität unter den Verantwortlichen sieht völlig anders aus. Aber wenn man es mit der Realität nicht so hat ...


Vielen Dank, genau meine Meinung.
Und die Aussagen vieler hier bestätigen leider komplett Babbels Aussage, dass der Berliner eben schnell zur Überheblichkeit neigt.

Von allen wird hier immer geredet, dass man Geduld haben muss, dass man als Aufsteiger als einziges Ziel den Klassenerhalt ausgeben darf, aber wenn es dann wirklich losgeht, dann geht die Meckerei los!
Doppelmoral nennt man sowas!


Zitat von kevinhardy:
Babbel soll endlich mal eine andere Elf spielen lassen und am liebsten ein anderes System. Ich meine, wie soll ein Stürmer gegen 4 Abwehr leute bestehen? da hilft auch die Offensive 3er Kette nichts, somal da immer Ebert drinn hängt.

Hier meine Elf:

----------------------------------Kraft----------------------------------
Lell------------------Franz--------------Hubnik------------------Ronny


Torun------------------------Raffeal--------------------------Ruka

Lasogga-------------------Friend------------------------Ramos



Aber da kann man bei Babbel lange warten...


Über Babbel meckern und dann SO eine Aufstellung posten. Zum Kopfschütteln... :rolleyes

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Alte Dame, alte Dame - Hertha BSC, so schön ist dein Name...

Dieser Beitrag wurde zuletzt von BSC_49 am 27.08.2011 um 15:07 Uhr bearbeitet
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