Steuerhinterziehung durch Schiedsrichter
24.10.2011 - 11:25 Uhr
25.10.2011 - 17:12 Uhr
Zitat von Oelvir:
Das wird ja immer schöner...
Und dieser Saftladen von DFB behauptet einfach mal, dass es sich um private Verfehlungen handelt - und man daher auch nicht Schutzsperren aussprechen wird wie etwa bei Manipulationsvorwürfen:
Zitat
"Eine Schutzsperre kann nur dann zur Anwendung kommen, wenn es sich um mögliche Verfehlungen im Rahmen der konkreten Schiedsrichtertätigkeit handelt, also zum Beispiel ein Manipulationsverdacht im Raum steht", sagte ein DFB-Sprecher der SZ. "Für ein eventuelles Fehlverhalten im privaten Bereich greift eine solche Maßnahme nicht."
Diese Argumentation erschließt sich mir nicht ganz. Wenn die Schiedsrichter Steuern hinterzieht, welche er auf seine _Einkünfte aus Schiedsrichtertätigkeiten_ zahlen müsste, dann ist doch sehr wohl die Sphäre des Privaten verlassen und wir befinden uns im Bereich des DFB-relevanten...
Für mich erschließt sich nicht ganz, wie ich Personen als Schiedsrichter beschäftigen kann, gegen die ein Verfahren wegen Betrugs läuft. Sie waren bereit gegen mehr geld den staat zu bescheissen. und so jemand soll über mein spiel richten...na danke!
Das wird ja immer schöner...
Und dieser Saftladen von DFB behauptet einfach mal, dass es sich um private Verfehlungen handelt - und man daher auch nicht Schutzsperren aussprechen wird wie etwa bei Manipulationsvorwürfen:
Zitat
"Eine Schutzsperre kann nur dann zur Anwendung kommen, wenn es sich um mögliche Verfehlungen im Rahmen der konkreten Schiedsrichtertätigkeit handelt, also zum Beispiel ein Manipulationsverdacht im Raum steht", sagte ein DFB-Sprecher der SZ. "Für ein eventuelles Fehlverhalten im privaten Bereich greift eine solche Maßnahme nicht."
Diese Argumentation erschließt sich mir nicht ganz. Wenn die Schiedsrichter Steuern hinterzieht, welche er auf seine _Einkünfte aus Schiedsrichtertätigkeiten_ zahlen müsste, dann ist doch sehr wohl die Sphäre des Privaten verlassen und wir befinden uns im Bereich des DFB-relevanten...
Für mich erschließt sich nicht ganz, wie ich Personen als Schiedsrichter beschäftigen kann, gegen die ein Verfahren wegen Betrugs läuft. Sie waren bereit gegen mehr geld den staat zu bescheissen. und so jemand soll über mein spiel richten...na danke!
25.10.2011 - 17:20 Uhr
Zitat von Kampfgeist187:
Nun Kempter ist 2011 28 Jahre -> 2009 ist er dann 26 und nochmals 10 Jahre zurueck ist er 16 Jahre. Wie kommt man denn als 16 Jaehriger zu einem Steuervergehen, beidem man 10 Jahre spaeter ca. 25.000 Euro zahlen muss?Vielleicht meint Schickhardt auch 10 Jahre ab heute, da war Kempter 18, und bereits Linienrichter in der 2. Bundesliga mit entsprechenden Einnahmen.
Es muss dabei aber auch nicht unbedingt um seine Einkommensteuer als Sechzehnjähriger gegangen sein. Ein Klassiker wäre etwa, wenn über die Konten eines Kindes Schwarzgeld der Eltern geflossen ist bzw. dauerhaft dort versteckt wurde. Wenn das eine fortgesetzte Tat ist, hat er eben das Problem an der Backe.
Wie auch immer; jedenfalls ist er einschlägig vorbestraft.
Nun Kempter ist 2011 28 Jahre -> 2009 ist er dann 26 und nochmals 10 Jahre zurueck ist er 16 Jahre. Wie kommt man denn als 16 Jaehriger zu einem Steuervergehen, beidem man 10 Jahre spaeter ca. 25.000 Euro zahlen muss?Vielleicht meint Schickhardt auch 10 Jahre ab heute, da war Kempter 18, und bereits Linienrichter in der 2. Bundesliga mit entsprechenden Einnahmen.
Es muss dabei aber auch nicht unbedingt um seine Einkommensteuer als Sechzehnjähriger gegangen sein. Ein Klassiker wäre etwa, wenn über die Konten eines Kindes Schwarzgeld der Eltern geflossen ist bzw. dauerhaft dort versteckt wurde. Wenn das eine fortgesetzte Tat ist, hat er eben das Problem an der Backe.
Wie auch immer; jedenfalls ist er einschlägig vorbestraft.
25.10.2011 - 17:34 Uhr
Ich sehe kein Problem darin, diese Schiris jetzt noch einzusetzen. Zum ersten gilt die Unschuldsvermutung. Zum zweiten würde es nichts an der Schirileistung auf dem Platz ändern, ob er vor zwei Jahren Spiele versteuert hat oder nicht. Diese Schiris/Assistenten jetzt zurückzuziehen, käme einer "Denunzierung" gleich. Damit könnten diese Personen ihre Pfeife auch gleich an den Haken hängen, weil sie davon - auch im Falle eines Freispruchs - nicht mehr loskommen. Der Fall Jürgen Jansen lässt grüßen.
Den Spielbetrieb auszusetzen geht aufgrund der EURO 2012 und der Absprachen mit der Polizei, Stadionbelegungen, etc. nicht.
Den Spielbetrieb auszusetzen geht aufgrund der EURO 2012 und der Absprachen mit der Polizei, Stadionbelegungen, etc. nicht.
25.10.2011 - 17:47 Uhr
Zitat von Flugkopfball:
Naja, da gibt es dann doch verschiedene Dinge gegeneinander abzuwägen. Wenn man jetzt Schutzsperren verhängen würde, würden z.B. die Namen der betroffenen Schiedsrichter bekannt werden, und zwar bevor der Anfangsverdacht bestätigt wurde. Solange das nicht passiert ist muß man aber davon ausgehen, daß sie unschuldig sind und muß sie daher schützen. Auf der anderen Seite muß man natürlich die Integrität dieser Schiedsrichter in Frage stellen. Wenn sie bereit sind, Steuern zu hinterziehen, wie kann man dann ausschließen, daß sie Zuwendungen von "Interessengruppen" (Vereine, Wettmafia...) widerstehen können? Weterhin kann man hinterfragen, ob die Schiedsrichter überhaupt eine anständige leistung bringen können, wenn sie ein Steuerverfahren am Hals haben.Eben um sie zu schützen, wäre ja eigentlich die Schutzsperre da. Damit würde man garantieren, dass die Schiris auf den Bundesligaplätzen sauber sind, und sich nicht von den Rängen zusätzliche Unterstellungen als die Allgemeinheit betrügende Steuerhinterzieher anhören müssten. Unschuldsvermutung bedeutet nicht, sie unbedingt weiter in die Öffentlichkeit zu stellen.
Naja, da gibt es dann doch verschiedene Dinge gegeneinander abzuwägen. Wenn man jetzt Schutzsperren verhängen würde, würden z.B. die Namen der betroffenen Schiedsrichter bekannt werden, und zwar bevor der Anfangsverdacht bestätigt wurde. Solange das nicht passiert ist muß man aber davon ausgehen, daß sie unschuldig sind und muß sie daher schützen. Auf der anderen Seite muß man natürlich die Integrität dieser Schiedsrichter in Frage stellen. Wenn sie bereit sind, Steuern zu hinterziehen, wie kann man dann ausschließen, daß sie Zuwendungen von "Interessengruppen" (Vereine, Wettmafia...) widerstehen können? Weterhin kann man hinterfragen, ob die Schiedsrichter überhaupt eine anständige leistung bringen können, wenn sie ein Steuerverfahren am Hals haben.Eben um sie zu schützen, wäre ja eigentlich die Schutzsperre da. Damit würde man garantieren, dass die Schiris auf den Bundesligaplätzen sauber sind, und sich nicht von den Rängen zusätzliche Unterstellungen als die Allgemeinheit betrügende Steuerhinterzieher anhören müssten. Unschuldsvermutung bedeutet nicht, sie unbedingt weiter in die Öffentlichkeit zu stellen.
25.10.2011 - 18:09 Uhr
Zitat von Flugkopfball:
Dadurch würde der DFB sich aber nur selbst schützen, nicht die Schiedsrichter. Wenn die Namen in die Öffentlichkeit kommen, und das wäre eine direkte Folge wenn der DFB die Ansetzungen so kurzfristig noch mal ändern würde, wären diese Schiedsrichter für immer mit diesem Thema stigmatisiert und genau davor wären sie dann eben nicht geschützt. Oben hat jemand zurecht auf den Fall Jannsen verwiesen.
Eine Alternative wäre auch, einfach alle angesetzten Schiedsrichter auszutauschen, dann könnte man nicht auf einzelne Namen rückschließen :pDie Namen werden auch so in die Öffentlichkeit kommen, dafür sorgen schon andere. Brych z.B. hat zugegeben, dass er dabei ist. Und nun? Soll Brych jetzt am Wochenende pfeifen?
Dadurch würde der DFB sich aber nur selbst schützen, nicht die Schiedsrichter. Wenn die Namen in die Öffentlichkeit kommen, und das wäre eine direkte Folge wenn der DFB die Ansetzungen so kurzfristig noch mal ändern würde, wären diese Schiedsrichter für immer mit diesem Thema stigmatisiert und genau davor wären sie dann eben nicht geschützt. Oben hat jemand zurecht auf den Fall Jannsen verwiesen.
Eine Alternative wäre auch, einfach alle angesetzten Schiedsrichter auszutauschen, dann könnte man nicht auf einzelne Namen rückschließen :pDie Namen werden auch so in die Öffentlichkeit kommen, dafür sorgen schon andere. Brych z.B. hat zugegeben, dass er dabei ist. Und nun? Soll Brych jetzt am Wochenende pfeifen?
25.10.2011 - 19:47 Uhr
Bis jetzt gilt sowieso noch die Unschuldsvermutung für jeden der Betroffenen!
Es besteht ja nur ein Anfangsverdacht der Staatsanwaltschaft - sollte es dann zu einem Ermittlungsverfahren nebst Anklageerhebung kommen, dann müssen die Schiris auch Gesperrt werden da sie den Staat betrogen haben und somit nicht mehr Glaubwürdig genug sind über Spiele unparteiisch zu richten!
Sollten aber irgendwie Namen an die Öffentlichkeit kommen, dann muss man auch Schutzsperren verhängen (auch um die Schiris selber zu schützen)!
Es besteht ja nur ein Anfangsverdacht der Staatsanwaltschaft - sollte es dann zu einem Ermittlungsverfahren nebst Anklageerhebung kommen, dann müssen die Schiris auch Gesperrt werden da sie den Staat betrogen haben und somit nicht mehr Glaubwürdig genug sind über Spiele unparteiisch zu richten!
Sollten aber irgendwie Namen an die Öffentlichkeit kommen, dann muss man auch Schutzsperren verhängen (auch um die Schiris selber zu schützen)!
26.10.2011 - 00:54 Uhr
Zitat von Flugkopfball:
Das war dann aber ein bewußte Entscheidung von Brych und keine Veröffentlichung durch Dritte.Der hat sicher nicht einfach so freiwillig irgendwelche Journalisten angerufen. Bis zum Wochenende dürften diverse Listen angeblicher Beschuldigter kursieren, und das bekommt seine Eigendynamik; warten wir mal ab...
Das war dann aber ein bewußte Entscheidung von Brych und keine Veröffentlichung durch Dritte.Der hat sicher nicht einfach so freiwillig irgendwelche Journalisten angerufen. Bis zum Wochenende dürften diverse Listen angeblicher Beschuldigter kursieren, und das bekommt seine Eigendynamik; warten wir mal ab...
26.10.2011 - 11:04 Uhr
Hier nochmal ein Auszug aus der Saarbrücker Zeitung vom 26.10.2011
Zitat
Schiedsrichter Brych und Kempter im Visier der Steuerfahndnung
Frankfurt. Gegen Schiedsrichter Michael Kempter wird wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Das bestätigte sein Anwalt Christoph Schickhardt. Kempter war bereits 2009 wegen Steuerhinterziehung zu 23 750 Euro Strafe verurteilt worden. Dass der Sex- Skandal zwischen Kempter und dem früheren Schiedsrichter- Obmann Manfred Amerell, dem er sexuelle Belästigung vorwarf, in Zusammenhang mit der anonymen Anzeige steht, die zu Hausdurchsuchungen führte, bestätigte Schickhardt. Amerell soll die Steuerbehörden informiert haben, woraufhin diese Ermittlungen auf zwei Dutzend Personen aus dem Schiedsrichter-Wesen ausweitete. Auch der international pfeifende Unparteiische Felix Brych soll betroffen sein. Am Montag war die Geschäftsstelle des Deutschen Fußball- Bundes (DFB) in Frankfurt durchsucht worden. Laut DFB stehen Schiedsrichter unter Verdacht, ihre Einnahmen nicht ordnungsgemäß versteuert zu haben. Ein Unparteiischer erhält pro Bundesliga-Spiel 3800 Euro. Für einen Einsatz in der 2. Liga gibt’s 2000, für ein Drittliga-Spiel 750 und für ein Regionalliga- Spiel 300 Euro. red/dapd/dpa
Zitat
Schiedsrichter Brych und Kempter im Visier der Steuerfahndnung
Frankfurt. Gegen Schiedsrichter Michael Kempter wird wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Das bestätigte sein Anwalt Christoph Schickhardt. Kempter war bereits 2009 wegen Steuerhinterziehung zu 23 750 Euro Strafe verurteilt worden. Dass der Sex- Skandal zwischen Kempter und dem früheren Schiedsrichter- Obmann Manfred Amerell, dem er sexuelle Belästigung vorwarf, in Zusammenhang mit der anonymen Anzeige steht, die zu Hausdurchsuchungen führte, bestätigte Schickhardt. Amerell soll die Steuerbehörden informiert haben, woraufhin diese Ermittlungen auf zwei Dutzend Personen aus dem Schiedsrichter-Wesen ausweitete. Auch der international pfeifende Unparteiische Felix Brych soll betroffen sein. Am Montag war die Geschäftsstelle des Deutschen Fußball- Bundes (DFB) in Frankfurt durchsucht worden. Laut DFB stehen Schiedsrichter unter Verdacht, ihre Einnahmen nicht ordnungsgemäß versteuert zu haben. Ein Unparteiischer erhält pro Bundesliga-Spiel 3800 Euro. Für einen Einsatz in der 2. Liga gibt’s 2000, für ein Drittliga-Spiel 750 und für ein Regionalliga- Spiel 300 Euro. red/dapd/dpa
26.10.2011 - 11:09 Uhr
Zitat von El_Jogi:
Zitat von Flugkopfball:
Das war dann aber ein bewußte Entscheidung von Brych und keine Veröffentlichung durch Dritte.Der hat sicher nicht einfach so freiwillig irgendwelche Journalisten angerufen. Bis zum Wochenende dürften diverse Listen angeblicher Beschuldigter kursieren, und das bekommt seine Eigendynamik; warten wir mal ab...
Aber Brych hat selbst Auskunft gegeben (wahrscheinlich auf Nachfrage) - er hätte es ja machen können wie ein andere Schiedsrichter (namentlich nicht genannt), der die Gerüchte nicht kommentiert hat.
Zitat von Flugkopfball:
Das war dann aber ein bewußte Entscheidung von Brych und keine Veröffentlichung durch Dritte.Der hat sicher nicht einfach so freiwillig irgendwelche Journalisten angerufen. Bis zum Wochenende dürften diverse Listen angeblicher Beschuldigter kursieren, und das bekommt seine Eigendynamik; warten wir mal ab...
Aber Brych hat selbst Auskunft gegeben (wahrscheinlich auf Nachfrage) - er hätte es ja machen können wie ein andere Schiedsrichter (namentlich nicht genannt), der die Gerüchte nicht kommentiert hat.
28.10.2011 - 19:44 Uhr
Quelle: www.sueddeutsche.de
Mehr als 20 Schiedsrichter werden verdächtigt, Steuern hinterzogen haben. Sieben von ihnen sollen nach SZ-Informationen am Wochenende trotzdem im Einsatz sein. Zur Anzeige brachte die Fälle ausgerechnet der frühere Funktionär Manfred Amerell - die Schlammschlacht zwischen dem Referee und dem DFB geht also weiter. Hält der deutsche Fußball das aus?
Wieder in interessanter Beitrag aus der SZ von Thomas Kistner, welcher sich schon lange mit den Affären im DFB beschäftigt. Lohnenswert ist es meiner Meinung nach, sich Gedanken über die Verbindung mit dem Fall Amerell/Kempter zu machen. Das wirft alles kein gutes Licht auf den ollen Doppelgroschen...
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