Pressethread
06.07.2015 - 16:42 Uhr
18.07.2017 - 08:32 Uhr
Quelle: www.liga3-online.de
Mast im Interview: "In Würzburg geht es unaufgeregter zu"
Im Interview mit liga3-online.de spricht Dennis Mast von den Würzburger Kickers über die Gründe für seinen Wechsel nach Würzburg, das Fernziel 2. Bundesliga und die Favoritenrolle in der kommenden Saison.
Im Interview mit liga3-online.de spricht Dennis Mast von den Würzburger Kickers über die Gründe für seinen Wechsel nach Würzburg, das Fernziel 2. Bundesliga und die Favoritenrolle in der kommenden Saison.
Zitat von liga3-online.de
liga3-online.de: Hallo Herr Mast. Wie kam Ihr Wechsel zu den Kickers zustande?
Dennis Mast: Das ging im Endeffekt alles ganz schnell. Der Trainer hatte mich vor ein paar Wochen persönlich kontaktiert. Es waren sehr gute Gespräche, in denen er mir auch die Perspektive aufgezeigt hat, was hier in Würzburg mittelfristig entstehen kann, wie die Mannschaft aussehen soll und welche Rolle er mir zugedacht hat. Stephan Schmidt selbst kannte ich auch noch aus meiner Jugendzeit, als er damals die U19 des VfL Wolfsburg trainiert hat.
liga3-online.de: Aber es war auch zu hören, dass die Arminia Sie gerne zurückgehabt hätte.
Dennis Mast: Ja, das hieß es anfangs auch, änderte sich aber wenige Wochen später wieder. So läuft das Geschäft. Fakt ist: Ich hatte eine schöne Zeit in Bielefeld. Der Wechsel zu den Kickers ging dann innerhalb einer Woche über die Bühne. So richtigen Urlaub hatte ich diesen Sommer zwar nicht, aber ich bin froh, jetzt in Würzburg zu sein.
liga3-online.de: Was hat Sie an den Kickers, außer den Gesprächen mit Trainer Stephan Schmidt, noch überzeugt?
Dennis Mast: Über den Verein wusste ich zugegebenermaßen noch nicht sehr viel. Die Stadt kannte ich nur vom Durchfahren. Zu meiner Zeit beim Karlsruher SC nahm ich gerne die Abkürzung über den Stadtring. Da habe ich zwar mal gelesen, dass da irgendwo rechts ein Fußballstadion sein soll. Aber zu der Zeit war Würzburg noch nicht wirklich auf der Fußballlandkarte vertreten. Als ich mich vor dem Wechsel etwas umgehört habe, bekam ich nur Gutes über die Kickers zu hören. Mir persönlich gefällt auch, dass hier alles etwas unaufgeregter und vor allem familiärer zugeht.
liga3-online.de: Sie haben eine starke Saison in der 3. Liga beim Chemnitzer FC gespielt, an dem Sie von Arminia Bielefeld ausgeliehen wurden. War da nicht der Wunsch in dieser Saison wieder eine Klasse höher anzugreifen?
Dennis Mast: Erst einmal war es schon mein Ziel, wieder in die 2. Bundesliga zu kommen. Sei es bei der Arminia oder bei einem anderen Verein. Wichtig war mir aber auch, dass ich zu einem Klub wechsle, bei dem ich auch spielen darf. Alles andere macht keinen Sinn. Es kam im Sommer jetzt auch kein Zweitligist um die Ecke, der sagte "Du bist unsere Nummer eins. Wir wollen dich unbedingt“. Das Paket hier bei den Kickers war dann für mich letztlich so interessant, dass ich es für mich und meine Entwicklung als den Schritt in die richtige Richtung sehe.
liga3-online.de: Der Spielstil von Stephan Schmidt scheint Ihnen zu dem auch sehr entgegen zu kommen…
Dennis Mast: Das stimmt. Da waren wir uns in den Gesprächen auch schnell einig. Der Trainer hat für den vorderen Bereich ebenso variable wie flexibel einsetzbare Leute gesucht, die nicht nur starr auf einer Position spielen können. Das passt perfekt zu mir. Das war für mich ein wichtiger Grund für den Wechsel.
liga3-online.de: Wie würden Sie denn Ihren Spielstil beschreiben?
Dennis Mast: Ich bin auf den Außen zuhause, egal, ob über rechts oder über links. Zuletzt in Chemnitz spielte ich meist auf dem rechten Flügel, zuvor in Bielefeld meist auf dem linken. Ich bin einer, der immer viel unterwegs ist, Räume aufreißt, in offene Lücken reinstößt und auch selber gerne den Torabschluss sucht.
liga3-online.de: Und Sie zählen mit 25 Jahren schon zu den erfahreneren im neuen Rothosen-Kader.
Dennis Mast: Ja, das ist schon verrückt, dass ich der sechst- oder siebtälteste in der Mannschaft bin. Das ist eine neue Situation, in der ich mich auch erst einfinden muss. Ich bin ganz sicher nicht der Typ, der auf dem Platz pausenlos Ansagen macht und dirigiert. Trotzdem will ich der Mannschaft mit meiner Art auf dem Rasen weiterhelfen.
liga3-online.de: Viele letztjährige Drittliga-Gegenspieler sind plötzlich ihre Mitspieler. Wie findet sich die neuformierte Truppe zusammen?
Dennis Mast: Es ist alles sehr interessant. Maxi Ahlschwede beispielsweise war am letzten Spieltag noch mein direkter Gegenspieler. Ich finde der Verein hat sich sehr gut verstärkt. Stephan Schmidt konnte sich quasi nach seinen Vorstellungen einen Kader zusammenstellen. Die Mischung stimmt. Wir haben gute Persönlichkeiten mit viel Erfahrung wie Ahlschwede und Schuppan hinzugewonnen, mit "Wolle" einen super Drittliga-Keeper und dazu viele junge Leute, die zwar noch nicht ganz so viel Erfahrung in der 3. Liga haben, dafür aber diesen jungen Spielwitz mit ins Team bringen.
liga3-online.de: Also kein Wunder, dass die Trainer der Drittligisten Euch die Favoritenrolle zuschieben?
Dennis Mast: Naja, das machen die Trainer auch schon clever, wenn sie den anderen die Rolle unterschieben. Letzte Saison gehörten wir, dem Voting nach, mit dem Chemnitzer FC auch zu den Top-Favoriten. Wir sollten einfach auf uns schauen, dass wir einen guten Start erwischen, uns als Mannschaft komplett finden und – so platt es klingt – von Spiel zu Spiel denken. Dann werden wir sehen, was am Ende dabei herumkommt. Das, was die anderen sagen, interessiert mich nicht.
liga3-online.de: Abschließend bleibt noch die Frage offen. Wie gefällt es Ihnen in Würzburg links und rechts vom Stadtring?
Dennis Mast: Was ich bis jetzt von der Innenstadt und auch vom drumherum gesehen habe, finde ich es sehr schön in Würzburg. Ich lebe zwar noch im Hotel, aber ich freue mich schon auf die Zeit, die ich hier in den eigenen vier Wänden verbringen darf. So viel steht fest: Es gibt noch viel zu erkunden.
liga3-online.de: Hallo Herr Mast. Wie kam Ihr Wechsel zu den Kickers zustande?
Dennis Mast: Das ging im Endeffekt alles ganz schnell. Der Trainer hatte mich vor ein paar Wochen persönlich kontaktiert. Es waren sehr gute Gespräche, in denen er mir auch die Perspektive aufgezeigt hat, was hier in Würzburg mittelfristig entstehen kann, wie die Mannschaft aussehen soll und welche Rolle er mir zugedacht hat. Stephan Schmidt selbst kannte ich auch noch aus meiner Jugendzeit, als er damals die U19 des VfL Wolfsburg trainiert hat.
liga3-online.de: Aber es war auch zu hören, dass die Arminia Sie gerne zurückgehabt hätte.
Dennis Mast: Ja, das hieß es anfangs auch, änderte sich aber wenige Wochen später wieder. So läuft das Geschäft. Fakt ist: Ich hatte eine schöne Zeit in Bielefeld. Der Wechsel zu den Kickers ging dann innerhalb einer Woche über die Bühne. So richtigen Urlaub hatte ich diesen Sommer zwar nicht, aber ich bin froh, jetzt in Würzburg zu sein.
liga3-online.de: Was hat Sie an den Kickers, außer den Gesprächen mit Trainer Stephan Schmidt, noch überzeugt?
Dennis Mast: Über den Verein wusste ich zugegebenermaßen noch nicht sehr viel. Die Stadt kannte ich nur vom Durchfahren. Zu meiner Zeit beim Karlsruher SC nahm ich gerne die Abkürzung über den Stadtring. Da habe ich zwar mal gelesen, dass da irgendwo rechts ein Fußballstadion sein soll. Aber zu der Zeit war Würzburg noch nicht wirklich auf der Fußballlandkarte vertreten. Als ich mich vor dem Wechsel etwas umgehört habe, bekam ich nur Gutes über die Kickers zu hören. Mir persönlich gefällt auch, dass hier alles etwas unaufgeregter und vor allem familiärer zugeht.
liga3-online.de: Sie haben eine starke Saison in der 3. Liga beim Chemnitzer FC gespielt, an dem Sie von Arminia Bielefeld ausgeliehen wurden. War da nicht der Wunsch in dieser Saison wieder eine Klasse höher anzugreifen?
Dennis Mast: Erst einmal war es schon mein Ziel, wieder in die 2. Bundesliga zu kommen. Sei es bei der Arminia oder bei einem anderen Verein. Wichtig war mir aber auch, dass ich zu einem Klub wechsle, bei dem ich auch spielen darf. Alles andere macht keinen Sinn. Es kam im Sommer jetzt auch kein Zweitligist um die Ecke, der sagte "Du bist unsere Nummer eins. Wir wollen dich unbedingt“. Das Paket hier bei den Kickers war dann für mich letztlich so interessant, dass ich es für mich und meine Entwicklung als den Schritt in die richtige Richtung sehe.
liga3-online.de: Der Spielstil von Stephan Schmidt scheint Ihnen zu dem auch sehr entgegen zu kommen…
Dennis Mast: Das stimmt. Da waren wir uns in den Gesprächen auch schnell einig. Der Trainer hat für den vorderen Bereich ebenso variable wie flexibel einsetzbare Leute gesucht, die nicht nur starr auf einer Position spielen können. Das passt perfekt zu mir. Das war für mich ein wichtiger Grund für den Wechsel.
liga3-online.de: Wie würden Sie denn Ihren Spielstil beschreiben?
Dennis Mast: Ich bin auf den Außen zuhause, egal, ob über rechts oder über links. Zuletzt in Chemnitz spielte ich meist auf dem rechten Flügel, zuvor in Bielefeld meist auf dem linken. Ich bin einer, der immer viel unterwegs ist, Räume aufreißt, in offene Lücken reinstößt und auch selber gerne den Torabschluss sucht.
liga3-online.de: Und Sie zählen mit 25 Jahren schon zu den erfahreneren im neuen Rothosen-Kader.
Dennis Mast: Ja, das ist schon verrückt, dass ich der sechst- oder siebtälteste in der Mannschaft bin. Das ist eine neue Situation, in der ich mich auch erst einfinden muss. Ich bin ganz sicher nicht der Typ, der auf dem Platz pausenlos Ansagen macht und dirigiert. Trotzdem will ich der Mannschaft mit meiner Art auf dem Rasen weiterhelfen.
liga3-online.de: Viele letztjährige Drittliga-Gegenspieler sind plötzlich ihre Mitspieler. Wie findet sich die neuformierte Truppe zusammen?
Dennis Mast: Es ist alles sehr interessant. Maxi Ahlschwede beispielsweise war am letzten Spieltag noch mein direkter Gegenspieler. Ich finde der Verein hat sich sehr gut verstärkt. Stephan Schmidt konnte sich quasi nach seinen Vorstellungen einen Kader zusammenstellen. Die Mischung stimmt. Wir haben gute Persönlichkeiten mit viel Erfahrung wie Ahlschwede und Schuppan hinzugewonnen, mit "Wolle" einen super Drittliga-Keeper und dazu viele junge Leute, die zwar noch nicht ganz so viel Erfahrung in der 3. Liga haben, dafür aber diesen jungen Spielwitz mit ins Team bringen.
liga3-online.de: Also kein Wunder, dass die Trainer der Drittligisten Euch die Favoritenrolle zuschieben?
Dennis Mast: Naja, das machen die Trainer auch schon clever, wenn sie den anderen die Rolle unterschieben. Letzte Saison gehörten wir, dem Voting nach, mit dem Chemnitzer FC auch zu den Top-Favoriten. Wir sollten einfach auf uns schauen, dass wir einen guten Start erwischen, uns als Mannschaft komplett finden und – so platt es klingt – von Spiel zu Spiel denken. Dann werden wir sehen, was am Ende dabei herumkommt. Das, was die anderen sagen, interessiert mich nicht.
liga3-online.de: Abschließend bleibt noch die Frage offen. Wie gefällt es Ihnen in Würzburg links und rechts vom Stadtring?
Dennis Mast: Was ich bis jetzt von der Innenstadt und auch vom drumherum gesehen habe, finde ich es sehr schön in Würzburg. Ich lebe zwar noch im Hotel, aber ich freue mich schon auf die Zeit, die ich hier in den eigenen vier Wänden verbringen darf. So viel steht fest: Es gibt noch viel zu erkunden.
15.09.2017 - 10:42 Uhr
Ein meine Meinung nach sehr treffender Kommentar in der Main-Post zur aktuellen schwierigen Situation:
"Kickers: Bitte keine Ausreden mehr!
Es läuft etwas gewaltig schief beim Zweitliga-Absteiger. Ein Kommentar zur Situation des FC Würzburger Kickers.
Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Würzburger Kickers stehen schon jetzt unter Zugzwang. Die Bilanz nach sieben Partien in dieser Fußball-Drittliga-Saison ist ungenügend. Platz 18, vier Niederlagen in den letzten fünf Punktspielen – das sind Alarmzeichen. Es läuft etwas gewaltig schief beim Zweitliga-Absteiger. Der Trend zeigt noch immer nach unten. Die Leistungen wurden in den letzten Wochen eher schlechter denn besser. Sicher hatte jeder Misserfolg seine eigenen Gründe, konnte man mal über mangelndes Schussglück klagen oder spielte zuletzt dreimal – nach freilich nicht unberechtigten Hinausstellungen – in Unterzahl. Aber mit Ausreden kommt man nicht weiter. Auch nicht mit dem Hinweis, dass dieses für Drittliga-Verhältnisse recht teure Team erst zusammenwachsen müsse. Die Situation ist längst angespannter, als es die Kickers-Verantwortlichen zugeben wollen. Man kann nur hoffen, dass hinter verschlossenen Türen anders gesprochen wird.
Erinnert sich denn niemand an die vergangene Saison, als man sich während der desaströsen Rückrunde bis kurz vor Schluss immer wieder damit tröstete, nur knapp verloren zu haben? Das Endergebnis ist bekannt. Und jetzt droht, wenn in der kommenden englischen Woche nicht die Trendwende gelingt, schon wieder Abstiegskampf. Die Rothosen haben ein gewaltiges Ergebnisproblem – und sie sollten es rasch lösen, denn der Fall in die Regionalliga würde das Würzburger Profifußballprojekt wohl zum Einsturz bringen.
Als Schwachstelle im Kickers-Konstrukt erweist sich auch in dieser Saison das Fehlen eines echten Sportdirektors, der sportliche Ziele definiert und die Arbeit des Trainer kontrolliert. Derzeit hat Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer diesen Posten übernommen. Aber wer kontrolliert den eigentlich? Der Präsident des Stammvereins? Der ist Sauer auch noch selbst. Es mag ja gut sein, wenn ein Verein mit einer Stimme spricht. Das heißt aber nicht, dass man alle Probleme einfach unter den Tisch kehren kann. Noch immer bleiben den Kickers 30 Spiele, um aus dieser Saison eine gute zu machen. Womöglich braucht es dafür aber einen Weckruf. Ein schlichtes „Weiter so“ kann es nach nur einem Sieg in den bislang 24 Ligaspielen 2017 nicht geben."
Interessant finde ich die These über das Fehlen eines echten Sportdirektors... durchaus etwas wahres dran.
"Kickers: Bitte keine Ausreden mehr!
Es läuft etwas gewaltig schief beim Zweitliga-Absteiger. Ein Kommentar zur Situation des FC Würzburger Kickers.
Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Würzburger Kickers stehen schon jetzt unter Zugzwang. Die Bilanz nach sieben Partien in dieser Fußball-Drittliga-Saison ist ungenügend. Platz 18, vier Niederlagen in den letzten fünf Punktspielen – das sind Alarmzeichen. Es läuft etwas gewaltig schief beim Zweitliga-Absteiger. Der Trend zeigt noch immer nach unten. Die Leistungen wurden in den letzten Wochen eher schlechter denn besser. Sicher hatte jeder Misserfolg seine eigenen Gründe, konnte man mal über mangelndes Schussglück klagen oder spielte zuletzt dreimal – nach freilich nicht unberechtigten Hinausstellungen – in Unterzahl. Aber mit Ausreden kommt man nicht weiter. Auch nicht mit dem Hinweis, dass dieses für Drittliga-Verhältnisse recht teure Team erst zusammenwachsen müsse. Die Situation ist längst angespannter, als es die Kickers-Verantwortlichen zugeben wollen. Man kann nur hoffen, dass hinter verschlossenen Türen anders gesprochen wird.
Erinnert sich denn niemand an die vergangene Saison, als man sich während der desaströsen Rückrunde bis kurz vor Schluss immer wieder damit tröstete, nur knapp verloren zu haben? Das Endergebnis ist bekannt. Und jetzt droht, wenn in der kommenden englischen Woche nicht die Trendwende gelingt, schon wieder Abstiegskampf. Die Rothosen haben ein gewaltiges Ergebnisproblem – und sie sollten es rasch lösen, denn der Fall in die Regionalliga würde das Würzburger Profifußballprojekt wohl zum Einsturz bringen.
Als Schwachstelle im Kickers-Konstrukt erweist sich auch in dieser Saison das Fehlen eines echten Sportdirektors, der sportliche Ziele definiert und die Arbeit des Trainer kontrolliert. Derzeit hat Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer diesen Posten übernommen. Aber wer kontrolliert den eigentlich? Der Präsident des Stammvereins? Der ist Sauer auch noch selbst. Es mag ja gut sein, wenn ein Verein mit einer Stimme spricht. Das heißt aber nicht, dass man alle Probleme einfach unter den Tisch kehren kann. Noch immer bleiben den Kickers 30 Spiele, um aus dieser Saison eine gute zu machen. Womöglich braucht es dafür aber einen Weckruf. Ein schlichtes „Weiter so“ kann es nach nur einem Sieg in den bislang 24 Ligaspielen 2017 nicht geben."
Interessant finde ich die These über das Fehlen eines echten Sportdirektors... durchaus etwas wahres dran.
27.09.2017 - 17:01 Uhr
Quelle: www.liga3-online.de
Bierbecher-Wurf: Geldstrafe für die Würzburger Kickers
Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die Würzburger Kickers am Mittwoch mit einer Geldstrafe in Höhe von 1.000 Euro belegt.
Der Grund: Nach Heimspiel gegen den SC Paderborn am 9. September hatte ein Zuschauer einen vollen Bierbecher in Richtung des Schiedsrichter-Teams geworfen, dessen Inhalt teilweise den Unparteiischen traf. Der Verein hat dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.
Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die Würzburger Kickers am Mittwoch mit einer Geldstrafe in Höhe von 1.000 Euro belegt.
Der Grund: Nach Heimspiel gegen den SC Paderborn am 9. September hatte ein Zuschauer einen vollen Bierbecher in Richtung des Schiedsrichter-Teams geworfen, dessen Inhalt teilweise den Unparteiischen traf. Der Verein hat dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.
05.10.2017 - 18:23 Uhr
Quelle: liga3-online.de
Würzburg im freien Fall: Die Gründe für die Kickers-Krise
14 von 20 Drittliga-Trainern sahen die Würzburger Kickers vor der Saison in der Umfrage von liga3-online.de als klaren Aufstiegskandidaten. Nach nur elf Spieltagen sieht die Lage am Dallenberg allerdings gänzlich anders aus. Der FWK steht auf Tabellenplatz 17, flog gegen Regionalligist 1860 Rosenheim aus dem Verbandspokal und steht derzeit ohne Trainer da. Nach einem steilen Aufstieg, mit dem Durchmarsch von der Regionalliga bis in die Zweite Liga, droht den Unterfranken der tiefe Fall. Wir begeben uns auf Spurensuche für die Gründe der Kickers-Krise.
Die sportliche Talfahrt 2017
Am Samstag des 28. Januars 2017, bis 14:45 Uhr, war die Welt der Würzburger Kickers noch in Ordnung. Die Mannschaft von Bernd Hollerbach dominierte den Gegner aus Braunschweig, im ersten Rückrundenspiel der Zweitliga-Saison 2016/17, nach Belieben und führte bis zur 90 Minute hochverdient mit 1:0. Tabellenplatz fünf in der Zweitliga-Blitztabelle und kein Mensch in Würzburg dachte jetzt mehr an die Niederungen des Amateurfußballs, aus dem der FWK im Rekordtempo enteilte. Die erste Minute der Nachspielzeit sollte dann alles ändern, das war zu diesem Zeitpunkt freilich noch nicht zu erahnen. Eintracht-Stürmer Christoffer Nyman schoss den schmeichelhaften Ausgleich und das Spiel endete 1:1. Es war das vielleicht beste Kickers-Spiel des Jahres 2017. Denn in allen folgenden war der Wurm drinnen.
Die Rothosen konnten einfach nicht mehr gewinnen und stiegen am Ende aus der Zweiten Liga ab. Ein einziger Dreier hätte die Rettung bedeutet. Die sportliche Talfahrt setzte sich dann ligaübergreifend nahtlos fort. Unter Hollerbachs Nachfolger Stephan Schmidt holte die neu formierte Kickers-Elf in bisher elf Spielen nur zwei Siege und vier Unentschieden und verlor bereits fünf Mal. In der heimischen Flyeralarm Arena wartet Würzburg immer noch auf den ersten Sieg im laufenden Jahr. Am 2. Oktober wurde Schmidt, dessen Amtszeit in Würzburg letztlich nicht mehr als ein großes Missverständnis war, nun bereits wieder entlassen. Ohne ihn, unter Interimstrainer Michael Schiele, setzte es tags nach der Trennung eine peinliche Niederlage im bayerischen Toto-Pokal gegen den Regionalligisten aus Rosenheim. Die sportliche Talfahrt der Kickers scheint weiter unaufhaltsam ihren Lauf zu nehmen.
Hollerbach hinterließ eine Riesenlücke
Bernd Hollerbach gilt im Umfeld des Vereins nach wie vor als der große Macher, der einer ganzen Region unverhofft Profifußball vor die Haustüre brachte. Daran änderte auch der bittere Abstieg, mit einer kompletten Rückserie ohne Sieg, nichts. "Holler" war nicht nur Cheftrainer und Sportdirektor in Personalunion, er war quasi alles. Er erklärte 2014 dem Umfeld wie das Geschäft funktioniert, er hatte die Kontakte zu Spielern, Vereinen, Beratern und trimmte alle in seinem Jugendverein auf Profifußball. Ende Mai trat der 47-jährige zurück, verließ den Verein und hinterließ ein nicht zu füllendes Vakuum. Die Kickers haben im Rausch des Erfolges, unter ihrem Übervater Bernd Hollerbach, offenbar vergessen selbst das Laufen zu lernen.
Fehlende sportliche Kompetenz
Rein wirtschaftlich muss man sich um den 1907 gegründeten Verein kaum Sorgen machen. Aufsichtsratsvorsitzender Thorsten Fischer, Inhaber der Online-Druckerei Flyeralarm, hält dort alle Fäden in der Hand – zumindest solange wie er selbst am Projekt Profifußball in Würzburg glaubt. In Sachen sportlicher Kompetenz scheint der Zweitliga-Absteiger allerdings weniger professionell aufgestellt. Dort muss nämlich der erst 35-jährige Ex-Handballprofi Daniel Sauer seit dem Weggang von Hollerbach, als Vorstandsvorsitzender und neuer Sportdirektor, den neuen starken Mann mimen. Dem wird er aber nicht gerecht – und das ist noch nicht einmal ein Vorwurf.
Stephan Schmidt durfte im Sommer augenscheinlich nach Belieben seine Wunschelf zusammenstellen. Der Erfolg blieb trotzdem aus. Daher stellt sich natürlich dringend die Frage: Warum holt der Verein sich keinen Sportdirektor, mit Erfahrung im Profifußball, der dem (nächsten) Trainer ebenbürtig erscheint, der Transfers abwickelt und fortwährend die Arbeit des Trainerstabs und der einzelnen Spieler mit hoher Fachkompetenz auf die Probe stellt? Die Würzburger Kickers wollen mittelfristig zurück in die 2. Bundesliga. Doch ohne ausreichend sportlicher Kompetenz im Klub wird das ein Wunschtraum bleiben. Ein zweiter Bernd Hollerbach wird nie wieder am Dallenberg vorbeischauen.
Keine öffentlichen Ziele
Die Kickers stecken knöcheltief in der Krise. Ob der Verein das nach außen hin auch so kommunizieren würde? Wohl kaum! Bereits im Verlauf der Sieglos-Rückrunde in der 2. Bundesliga ließ man nicht zu, die Saison und den Abstieg als Misserfolg zu werten. Auch die laufende Saison, mit einem bis dato völlig enttäuschenden Verlauf, wurde bisweilen versucht positiv zu verkaufen. So war es womöglich längst überfällig, dass die Stimmung bei den Fans und Zuschauern im Heimspiel gegen Unterhaching (0:2) kippte. Noch während des Spiels skandierte das Publikum im kompletten Rund der Flyeralarm Arena "Trainer raus". Der Verein reagierte. Noch in der Mixed-Zone sprach Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer überraschend klare Worte, entschuldigte sich bei den Fans für das Auftreten der Mannschaft und distanzierte sich erstmals vom Trainer.
Die Bemühungen sich selbst keinen Druck zu erzeugen gingen offenbar nach hinten los. Die Zuschauerzahlen sind rückläufig, gegen Unterhaching waren es gerade einmal 4660 Zuschauer – Saisonminusrekord am Dallenberg. Glaubt man dem "transfermarkt.de" hat Würzburg den wertvollsten Kader der Liga, demnach wohl auch einen der teuersten. Ein offizielles Saisonziel ließen sich Sauer, Schmidt und Co. vor Ligastart trotzdem nicht entlocken. 2014 noch rief der Verein "3×3 – In 3 Jahren in die 3. Liga“ aus. Wurde dafür bundesweit gefeiert und generierte damit hohe Aufmerksam. 2017 weiß außerhalb der Geschäftsstellenräume kein Fan, kein Zuschauer, kein Beobachter wohin die Reise der Würzburger Rothosen führen soll.
Es droht der Totalschaden
Nach dem Durchmarsch von der Regionalliga in die Zweite Liga droht nun der umgekehrte Weg. Ein neuerlicher Abstieg würde einen Totalschaden entstehen lassen und womöglich das komplette Projekt, Profifußball in Würzburg zu etablieren, jäh zum Einsturz bringen. Der geplante Stadionneubau würde spätestens dann ins Wanken geraten und ob Mäzen Thorsten Fischer einen kompletten Neustart mitfinanzieren würde, erscheint zumindest fragwürdig. So weit ist es aber längst nicht. Nach elf Spieltagen bleibt dem FWK noch genügend Zeit in die Spur zu kommen. Klar ist nur: Bei der Trainersuche dürfen sich Fischer und Sauer nun keinen Fehlgriff mehr erlauben.
14 von 20 Drittliga-Trainern sahen die Würzburger Kickers vor der Saison in der Umfrage von liga3-online.de als klaren Aufstiegskandidaten. Nach nur elf Spieltagen sieht die Lage am Dallenberg allerdings gänzlich anders aus. Der FWK steht auf Tabellenplatz 17, flog gegen Regionalligist 1860 Rosenheim aus dem Verbandspokal und steht derzeit ohne Trainer da. Nach einem steilen Aufstieg, mit dem Durchmarsch von der Regionalliga bis in die Zweite Liga, droht den Unterfranken der tiefe Fall. Wir begeben uns auf Spurensuche für die Gründe der Kickers-Krise.
Die sportliche Talfahrt 2017
Am Samstag des 28. Januars 2017, bis 14:45 Uhr, war die Welt der Würzburger Kickers noch in Ordnung. Die Mannschaft von Bernd Hollerbach dominierte den Gegner aus Braunschweig, im ersten Rückrundenspiel der Zweitliga-Saison 2016/17, nach Belieben und führte bis zur 90 Minute hochverdient mit 1:0. Tabellenplatz fünf in der Zweitliga-Blitztabelle und kein Mensch in Würzburg dachte jetzt mehr an die Niederungen des Amateurfußballs, aus dem der FWK im Rekordtempo enteilte. Die erste Minute der Nachspielzeit sollte dann alles ändern, das war zu diesem Zeitpunkt freilich noch nicht zu erahnen. Eintracht-Stürmer Christoffer Nyman schoss den schmeichelhaften Ausgleich und das Spiel endete 1:1. Es war das vielleicht beste Kickers-Spiel des Jahres 2017. Denn in allen folgenden war der Wurm drinnen.
Die Rothosen konnten einfach nicht mehr gewinnen und stiegen am Ende aus der Zweiten Liga ab. Ein einziger Dreier hätte die Rettung bedeutet. Die sportliche Talfahrt setzte sich dann ligaübergreifend nahtlos fort. Unter Hollerbachs Nachfolger Stephan Schmidt holte die neu formierte Kickers-Elf in bisher elf Spielen nur zwei Siege und vier Unentschieden und verlor bereits fünf Mal. In der heimischen Flyeralarm Arena wartet Würzburg immer noch auf den ersten Sieg im laufenden Jahr. Am 2. Oktober wurde Schmidt, dessen Amtszeit in Würzburg letztlich nicht mehr als ein großes Missverständnis war, nun bereits wieder entlassen. Ohne ihn, unter Interimstrainer Michael Schiele, setzte es tags nach der Trennung eine peinliche Niederlage im bayerischen Toto-Pokal gegen den Regionalligisten aus Rosenheim. Die sportliche Talfahrt der Kickers scheint weiter unaufhaltsam ihren Lauf zu nehmen.
Hollerbach hinterließ eine Riesenlücke
Bernd Hollerbach gilt im Umfeld des Vereins nach wie vor als der große Macher, der einer ganzen Region unverhofft Profifußball vor die Haustüre brachte. Daran änderte auch der bittere Abstieg, mit einer kompletten Rückserie ohne Sieg, nichts. "Holler" war nicht nur Cheftrainer und Sportdirektor in Personalunion, er war quasi alles. Er erklärte 2014 dem Umfeld wie das Geschäft funktioniert, er hatte die Kontakte zu Spielern, Vereinen, Beratern und trimmte alle in seinem Jugendverein auf Profifußball. Ende Mai trat der 47-jährige zurück, verließ den Verein und hinterließ ein nicht zu füllendes Vakuum. Die Kickers haben im Rausch des Erfolges, unter ihrem Übervater Bernd Hollerbach, offenbar vergessen selbst das Laufen zu lernen.
Fehlende sportliche Kompetenz
Rein wirtschaftlich muss man sich um den 1907 gegründeten Verein kaum Sorgen machen. Aufsichtsratsvorsitzender Thorsten Fischer, Inhaber der Online-Druckerei Flyeralarm, hält dort alle Fäden in der Hand – zumindest solange wie er selbst am Projekt Profifußball in Würzburg glaubt. In Sachen sportlicher Kompetenz scheint der Zweitliga-Absteiger allerdings weniger professionell aufgestellt. Dort muss nämlich der erst 35-jährige Ex-Handballprofi Daniel Sauer seit dem Weggang von Hollerbach, als Vorstandsvorsitzender und neuer Sportdirektor, den neuen starken Mann mimen. Dem wird er aber nicht gerecht – und das ist noch nicht einmal ein Vorwurf.
Stephan Schmidt durfte im Sommer augenscheinlich nach Belieben seine Wunschelf zusammenstellen. Der Erfolg blieb trotzdem aus. Daher stellt sich natürlich dringend die Frage: Warum holt der Verein sich keinen Sportdirektor, mit Erfahrung im Profifußball, der dem (nächsten) Trainer ebenbürtig erscheint, der Transfers abwickelt und fortwährend die Arbeit des Trainerstabs und der einzelnen Spieler mit hoher Fachkompetenz auf die Probe stellt? Die Würzburger Kickers wollen mittelfristig zurück in die 2. Bundesliga. Doch ohne ausreichend sportlicher Kompetenz im Klub wird das ein Wunschtraum bleiben. Ein zweiter Bernd Hollerbach wird nie wieder am Dallenberg vorbeischauen.
Keine öffentlichen Ziele
Die Kickers stecken knöcheltief in der Krise. Ob der Verein das nach außen hin auch so kommunizieren würde? Wohl kaum! Bereits im Verlauf der Sieglos-Rückrunde in der 2. Bundesliga ließ man nicht zu, die Saison und den Abstieg als Misserfolg zu werten. Auch die laufende Saison, mit einem bis dato völlig enttäuschenden Verlauf, wurde bisweilen versucht positiv zu verkaufen. So war es womöglich längst überfällig, dass die Stimmung bei den Fans und Zuschauern im Heimspiel gegen Unterhaching (0:2) kippte. Noch während des Spiels skandierte das Publikum im kompletten Rund der Flyeralarm Arena "Trainer raus". Der Verein reagierte. Noch in der Mixed-Zone sprach Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer überraschend klare Worte, entschuldigte sich bei den Fans für das Auftreten der Mannschaft und distanzierte sich erstmals vom Trainer.
Die Bemühungen sich selbst keinen Druck zu erzeugen gingen offenbar nach hinten los. Die Zuschauerzahlen sind rückläufig, gegen Unterhaching waren es gerade einmal 4660 Zuschauer – Saisonminusrekord am Dallenberg. Glaubt man dem "transfermarkt.de" hat Würzburg den wertvollsten Kader der Liga, demnach wohl auch einen der teuersten. Ein offizielles Saisonziel ließen sich Sauer, Schmidt und Co. vor Ligastart trotzdem nicht entlocken. 2014 noch rief der Verein "3×3 – In 3 Jahren in die 3. Liga“ aus. Wurde dafür bundesweit gefeiert und generierte damit hohe Aufmerksam. 2017 weiß außerhalb der Geschäftsstellenräume kein Fan, kein Zuschauer, kein Beobachter wohin die Reise der Würzburger Rothosen führen soll.
Es droht der Totalschaden
Nach dem Durchmarsch von der Regionalliga in die Zweite Liga droht nun der umgekehrte Weg. Ein neuerlicher Abstieg würde einen Totalschaden entstehen lassen und womöglich das komplette Projekt, Profifußball in Würzburg zu etablieren, jäh zum Einsturz bringen. Der geplante Stadionneubau würde spätestens dann ins Wanken geraten und ob Mäzen Thorsten Fischer einen kompletten Neustart mitfinanzieren würde, erscheint zumindest fragwürdig. So weit ist es aber längst nicht. Nach elf Spieltagen bleibt dem FWK noch genügend Zeit in die Spur zu kommen. Klar ist nur: Bei der Trainersuche dürfen sich Fischer und Sauer nun keinen Fehlgriff mehr erlauben.
24.10.2017 - 21:04 Uhr
Quelle: liga3-online.de
Würzburger Kickers: Nichts, das Hoffnung macht
Ist der freie Fall der Würzburger Kickers noch aufzuhalten? Nach der desaströsen 0:5-Heimniederlage gegen den SV Wehen Wiesbaden deutet derzeit rein gar nichts auf eine baldige Wende beim Zweitliga-Absteiger hin. Umso überraschender, dass der Verein am Montag Interimstrainer Michael Schiele zum neuen Cheftrainer befördert hat. Ein Kommentar:
Ist der freie Fall der Würzburger Kickers noch aufzuhalten? Nach der desaströsen 0:5-Heimniederlage gegen den SV Wehen Wiesbaden deutet derzeit rein gar nichts auf eine baldige Wende beim Zweitliga-Absteiger hin. Umso überraschender, dass der Verein am Montag Interimstrainer Michael Schiele zum neuen Cheftrainer befördert hat. Ein Kommentar:
Markigen Worten folgte die Kapitulation
"Arsch aufreißen!" prangte es in großen Lettern und unmissverständlich auf der Titelseite der Kickers Vereinspostille. Teile der Mannschaft, Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer und Michael Schiele trafen sich in der vergangenen Woche zur Aussprache mit den Fans, in der es laut Verein "offen, emotional, ehrlich" zuging. Was war das Ganze wert? Den Lippenbekenntnissen und markigen Ansagen folgte die höchste Heimniederlage seit fünf Jahren, bei der die Mannschaft in der Schlussphase, ohne Gegenwehr, in all seine Einzelteile zerfiel.
Mal wieder kam die Kickers-Elf nicht über spielerisch gute Ansätze hinaus, ließ dabei alle Grundvoraussetzungen, um in einem Drittliga-Spiel erfolgreich zu bestehen, vermissen und steht nach 13 Spieltagen völlig zurecht auf dem vorletzten Tabellenplatz. In den letzten drei Ligaspielen setzte es für den FWK drei Niederlagen, bei einem Torverhältnis von 0:9. Das Wort "Abstiegskampf" wollten Sauer und Kapitän Neumann nach dem Heimdebakel dennoch nicht in den Mund nehmen. Bemerkenswert!
Die 0-Punkte-Empfehlung
Mindestens genauso bemerkenswert ist die Beförderung von Michael Schiele zum neuen Cheftrainer am Dallenberg. Mit einer Bilanz von 0 Punkten, 0:7 Toren und dem peinlichen Totopokal-Aus gegen Regionalligist 1860 Rosenheim als Empfehlung, vom Interimstrainer zum Chef – das dürfte es im deutschen Profifußball zuvor so auch noch nicht gegeben haben. Schiele, der im Training ganz offenbar alles daran setzt, die Versäumnisse und Fehler von Vorgänger Stephan Schmidt auszubügeln, genießt ab jetzt das uneingeschränkte Vertrauen der Vereinsverantwortlichen. Dass er dabei auf keine funktionierende Mannschaft zurückgreifen kann, ist allerdings mehr als alarmierend. Der von Sauer und Schmidt zusammengestellte Kader passt offensichtlich hinten und vorne nicht zusammen.
Die von Schmidt angedachten Schlüsselspieler sind unter Schiele bisher entweder völlig außen vor (Björn Jopek, Dennis Mast, Sebastian Schuppan) oder präsentieren sich in einer überaus schwachen Verfassung (Wolfgang Hesl, Patrick Göbel). Warum man Schiele einem völlig neuen Trainer, der neue Impulse in den Verein bringen könnte, vorzieht – darüber lässt sich freilich nur spekulieren. Vielleicht ist den Kickers immer noch nicht der Ernst der Lage bewusst? Oder aber man will nach den kostspieligen Spielerverpflichtungen und der Entlassung von Schmidt, den Verein vor einem größeren finanziellen Schaden bewahren? Fakt ist, das Vorgehen der Kickers wirkt, wie in den ganzen vergangenen letzten Monaten, undurchsichtig und wenig nachvollziehbar.
Geschicktes Krisenmanagement oder ein kontrolliertes An-die-Wand-fahren?
Lange, sehr lange, musste man in Würzburg auf Profifußball warten. Der Hype war dementsprechend groß als Bernd Hollerbach mit seinem Jugendklub von der Regionalliga bis in die zweite Liga stürmte. Davon ist heute, im Herbst 2017, kaum noch etwas übrig. Der Verein taumelt ziellos am Tabellenende der 3. Liga umher und ließ sich zuletzt im eigenen Stadion von Gegnern wie Unterhaching und Wiesbaden zeitweise vorführen. Die Zuschauerzahlen sinken stetig, die Stimmung beim Anhang bewegt sich rundum den Nullpunkt.
Es scheint als, würde der Fußballstandort Würzburg, schon nach 13 Spieltagen in der Drittliga-Saison 2017/18, langsam zerbröckeln. Oder aber man tut der Vereinsführung, die vielleicht einfach nur kühlen Kopf bewahrt und gestärkt aus der Krise zurückkommt, unrecht? Möglich ist das. Aber dazu müssten sich die Akteure am Spieltag nun endlich mal den "Arsch aufreißen". Ansonsten war es das mit Profifußball in Würzburg – und dann wohl wieder für eine lange, sehr lange, Zeit.
22.11.2017 - 15:19 Uhr
23.11.2017 - 09:38 Uhr
„Wir haben viel erreicht und sind in einer Situation, in der wir einiges aufbauen und weiter vorantreiben können. Hier bricht nichts zusammen, im Gegenteil: Wir werden weitermachen und wenn wir in der neuen Saison All in One gehen, bin ich der erste, der dabei ist und auch wieder vorneweg geht“ Thorsten Fischer
Was eine neue Spielstätte für die Profis angeht, blieb Aufsichtsratsmitglied Sebastian Herkert bei seiner Aussage, „dass wir nur dann weiter bestehen und konkurrieren können, wenn wir ein neues Stadion bauen“
Interessante Aussagen. Anscheinend will die Führung Vollgas geben und auch Fischer wirkt keineswegs ernüchtert ob des ausbleibenden Erfolgs.
Ich bin sehr gespannt wie sich das ganze entwickeln wird. Wenn man allerdings an die bisherige Entscheidungsfreudigkeit der Stadt Würzburg denkt (z.B. Multifunktionshalle) könnte das alles noch etwas dauern. Für mich ist sowieso das Nachwuchsleistungszentrum mindestens ebenso wichtig wie ein neues Stadion.
Was eine neue Spielstätte für die Profis angeht, blieb Aufsichtsratsmitglied Sebastian Herkert bei seiner Aussage, „dass wir nur dann weiter bestehen und konkurrieren können, wenn wir ein neues Stadion bauen“
Interessante Aussagen. Anscheinend will die Führung Vollgas geben und auch Fischer wirkt keineswegs ernüchtert ob des ausbleibenden Erfolgs.
Ich bin sehr gespannt wie sich das ganze entwickeln wird. Wenn man allerdings an die bisherige Entscheidungsfreudigkeit der Stadt Würzburg denkt (z.B. Multifunktionshalle) könnte das alles noch etwas dauern. Für mich ist sowieso das Nachwuchsleistungszentrum mindestens ebenso wichtig wie ein neues Stadion.
12.12.2017 - 19:12 Uhr
Quelle: www.kicker.de
Die Würzburger Kickers blicken auf ein katastrophales Jahr zurück. Dem Abstieg aus der 2. Bundesliga folgte sogar der Absturz ans Tabellenende der 3. Liga. Doch seit Ende Oktober scheint über dem Dallenberg wieder die Sonne. Aber wer sind "die neuen Kickers" und was macht sie aus?
Der Kicker nennt Gründe für den Aufschwung der Schiele-Elf und auch Neumann spricht von den "neuen Kickers".
03.03.2018 - 10:41 Uhr
Quelle: m.mainpost.de
Nun kommt auch noch die Meldung hinzu, dass Helmut Rahner nicht mehr Sportlicher Leiter beim Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) der Kickers ist. Der Klub hat die Trennung auf Nachfrage dieser Redaktion bestätigt.
Nach Gerüchten um eine mögliche Abmeldung der U23 der Kickers nun auch die bestätigte Nachricht, dass Helmut Rahner aus dem NLZ aussteigt. Er kam mit einer Trainerlizenz an den Dallenberg, was sehr hilfreich für einen hoffentlich baldigen Zuschuss durch die DFL gewesen wäre. Ich finde, dass ein offiziell unterstütztes NLZ unheimlich viel wert ist und die Etablierung eines solchen sollte mit die höchste Priorität von Herrn Sauer sein. Es kann nicht sein, dass die meisten talentierten jungen Kicker der Region Unterfranken zur Konkurrenz aus Mittelfranken, Bayern oder Hessen kommen.
03.03.2018 - 23:49 Uhr
Gerüchte um eine Abmeldung der U23?!
Das lese ich jetzt zum ersten Mal, ging komplett an mir vorbei, sehe da auch gar keinen Sinn. Klar, es ist ein Kostenfaktor, den man unterhalten muss, aber gerade für junge Spieler ist doch Spielpraxis in der Bayernliga keine schlechte Sache, wenn sie noch nicht soweit für 3.Liga- der 2.Liga-Fußball sind.
Wenn man die besten U19/U17-Talente im Verein lediglich im Profikader mittrainieren lässt, ihnen aber dort keine realistische Chance auf Einsatzzeiten geben kann, wird man sie erst recht schnell verlieren.
Das lese ich jetzt zum ersten Mal, ging komplett an mir vorbei, sehe da auch gar keinen Sinn. Klar, es ist ein Kostenfaktor, den man unterhalten muss, aber gerade für junge Spieler ist doch Spielpraxis in der Bayernliga keine schlechte Sache, wenn sie noch nicht soweit für 3.Liga- der 2.Liga-Fußball sind.
Wenn man die besten U19/U17-Talente im Verein lediglich im Profikader mittrainieren lässt, ihnen aber dort keine realistische Chance auf Einsatzzeiten geben kann, wird man sie erst recht schnell verlieren.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Borusse91 am 04.03.2018 um 00:03 Uhr bearbeitet
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