| Geburtsdatum | 15.10.1971 |
|---|---|
| Alter | 54 |
| Nat. |
Kroatien |
| Funktion | Trainer |
| Akt. Verein | Borussia Dortmund |
Niko Kovac [Trainer]
29.01.2025 - 23:50 Uhr
16.03.2025 - 15:58 Uhr
Zitat von TheInternational
Verstehe ich nicht so richtig. Wenn die Chancenverwertung das große Problem ist, warum verlieren wir dann so häufig? Bei der Qualität sollten wir in dem Fall doch eher Remis Könige sein. Sind wir aber nicht. Wir verlieren gegen Augsburg und in Bochum.
Verstehe ich nicht so richtig. Wenn die Chancenverwertung das große Problem ist, warum verlieren wir dann so häufig? Bei der Qualität sollten wir in dem Fall doch eher Remis Könige sein. Sind wir aber nicht. Wir verlieren gegen Augsburg und in Bochum.
Diese Schlussfolgerung kann ich nicht nachvollziehen. In Bochum verlor man erwartungsgemäß, Bochum hatte die deutlich besseren Möglichkeiten, ein eigenes xG von 3,4.
In Kovacs Amtszeit ließen 3 Teams weniger erwartbare Gegentore zu, kein einziges kam auf mehr erwartbare Tore. Die gefangenen Gegentore sind kein Problem: 7 aus 7,3.
Problem sind die erzielten eigenen Tore: statt 16,7 steht man bei 9. Ohne das Unionspiel stünde man bei 3

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Mairon am 16.03.2025 um 16:00 Uhr bearbeitet
16.03.2025 - 16:05 Uhr
Ich pers. denke das das gestrige Spiel gezeigt hat, dass man mit dem Trainer Kovac nicht mehr länger als bis Saisonende planen sollte. Für mich sind da einige Punkte drin, die man so hätte erkennen können dass dies nicht funktioniert und er macht es trotzdem. Taktikänderung aufgrund von Verletzungen, etc...ansonsten stur an etwas festhalten, was nicht funktioniert.
Wenn man ernsthaft etwas verändern möchte, dazu zählt nicht Fitness vor Technik, ist Kovac der falsche Trainer.
Evtl. muss man hier mal einen Schlußstrich ziehen, die Tabelle, besonders die RR Tabelle zeigt, dass seit seiner Übernahme es schlechter läuft als unter Sahin.
Sorry, auch wenn die Spieler die Tore machen müssen, die erste HZ mit seiner Aufstellung und Taktik hat viel kaputt gemacht.
So leid es mir für die Kovac Brüder tut, der Spieler Kovac und sein Bruder der Trainer Kovac haben beim BVB in der kurzen Zeit wo sie hier waren, nicht annährend den Erfolg gehabt den man haben wollte.
Grds. macht man Spieler besser, also den Ansprch sollte man haben, nur sehe ich keinen. Die Idee mit Anton auf RV zeigt doch auch, wo es harkt, dass man den dort spielen lässt, nachdem dort Süle gescheitert ist, zeigt mir, dass die Kaderplanung zwar falsch war, aber man doch andere Lösungen hätte finden müssen, außer die Ideen mit Groß (unter Sahin, ein Spiel unter Kovac), Süle und Anton. Der einzige Trainer der schon mal so dachte war J. Löw bei der WM, nur da hatte er Spieler im Kader davor die defensiv Stabilität rein bekommen haben und nciht wie bei uns, Spieler die hervorragend hinterher gucken, aber nicht hinterher laufen.
Sorry. die Saison noch zu Ende bringen, dann ein neuer Ansatz. Ich musste gestern schon schmunzeln, selbst Stöger fand ich vom Ansatz her interessanter als Kovac...bei den Ergebnissen frage ich mich auch, was um aller Welt hatte Terzic besser im Griff, als jetzt die beiden Trainer. Komischerweise hatte wir Tullberg keine Megaspiele, aber mein Eindruck war, der Zusammenhalt war ein anderer und die Mannschaft hat von den Emotionen von ihm mitprofitiert.
0:1 und jetzt 0:2 in einer sehr wichting Phase der BL in 2 Spielen, dass darf einem BVB nicht passieren, sorry. Das ist unteres Niveau und zeigt, dass der Hase bei uns in die falsche Richtung läuft. Beenden ist hier die einzige Lösung, sonst haben wir den Feind Erfolglosigkeit 2.0 bei Kovac mit in den Vertrag aufgenommen.
Wenn man ernsthaft etwas verändern möchte, dazu zählt nicht Fitness vor Technik, ist Kovac der falsche Trainer.
Evtl. muss man hier mal einen Schlußstrich ziehen, die Tabelle, besonders die RR Tabelle zeigt, dass seit seiner Übernahme es schlechter läuft als unter Sahin.
Sorry, auch wenn die Spieler die Tore machen müssen, die erste HZ mit seiner Aufstellung und Taktik hat viel kaputt gemacht.
So leid es mir für die Kovac Brüder tut, der Spieler Kovac und sein Bruder der Trainer Kovac haben beim BVB in der kurzen Zeit wo sie hier waren, nicht annährend den Erfolg gehabt den man haben wollte.
Grds. macht man Spieler besser, also den Ansprch sollte man haben, nur sehe ich keinen. Die Idee mit Anton auf RV zeigt doch auch, wo es harkt, dass man den dort spielen lässt, nachdem dort Süle gescheitert ist, zeigt mir, dass die Kaderplanung zwar falsch war, aber man doch andere Lösungen hätte finden müssen, außer die Ideen mit Groß (unter Sahin, ein Spiel unter Kovac), Süle und Anton. Der einzige Trainer der schon mal so dachte war J. Löw bei der WM, nur da hatte er Spieler im Kader davor die defensiv Stabilität rein bekommen haben und nciht wie bei uns, Spieler die hervorragend hinterher gucken, aber nicht hinterher laufen.
Sorry. die Saison noch zu Ende bringen, dann ein neuer Ansatz. Ich musste gestern schon schmunzeln, selbst Stöger fand ich vom Ansatz her interessanter als Kovac...bei den Ergebnissen frage ich mich auch, was um aller Welt hatte Terzic besser im Griff, als jetzt die beiden Trainer. Komischerweise hatte wir Tullberg keine Megaspiele, aber mein Eindruck war, der Zusammenhalt war ein anderer und die Mannschaft hat von den Emotionen von ihm mitprofitiert.
0:1 und jetzt 0:2 in einer sehr wichting Phase der BL in 2 Spielen, dass darf einem BVB nicht passieren, sorry. Das ist unteres Niveau und zeigt, dass der Hase bei uns in die falsche Richtung läuft. Beenden ist hier die einzige Lösung, sonst haben wir den Feind Erfolglosigkeit 2.0 bei Kovac mit in den Vertrag aufgenommen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von MCU_71 am 16.03.2025 um 16:07 Uhr bearbeitet
16.03.2025 - 16:09 Uhr
Zitat von Mairon
Doch, durchaus.
Schwache 1. Halbzeit, an der Kovac seinen Anteil hatte, sehr gute 2. Halbzeit, in der man hätte mindestens 3 Tore erzielen müssen. Dass man nicht mindestens 3 Tore erzielte, ist mitnichten die Schuld Kovacs.
Bei eigenem xG i.H.v. 4,10 vs. 2,56 war die eigene Leistungen bzw. die eigenen Chancen offensichtlich gut genug, um das Spiel klar zu gewinnen.
Der Zeitpunkt ist unerheblich - wenn 4 Tore erwartbar waren, hätte man auch 4 Tore erzielen sollen - die Chancenverwertung obliegt nicht Kovac, sondern Guirassy, Beier, Groß und co.
Kovac wurde verpflichtet, um Ergebnisse zu liefern - er liefert Mannschaftsleitungen, die für Rang 1-2 hätten genügen müssen - dass man national dennoch verheerend performt, ist zu extrem großen Teilen dem versagenden, spielenden Personal anzulasten.
Doch, durchaus.
Schwache 1. Halbzeit, an der Kovac seinen Anteil hatte, sehr gute 2. Halbzeit, in der man hätte mindestens 3 Tore erzielen müssen. Dass man nicht mindestens 3 Tore erzielte, ist mitnichten die Schuld Kovacs.
Bei eigenem xG i.H.v. 4,10 vs. 2,56 war die eigene Leistungen bzw. die eigenen Chancen offensichtlich gut genug, um das Spiel klar zu gewinnen.
Zitat von DeFlamingo
Wann hat man angefangen, etwas für die tolle Statistik zu tun? Nachdem man 0:2 hinten lag und Leipzig das Spielen eingestellt hatte.
Wann hat man angefangen, etwas für die tolle Statistik zu tun? Nachdem man 0:2 hinten lag und Leipzig das Spielen eingestellt hatte.
Der Zeitpunkt ist unerheblich - wenn 4 Tore erwartbar waren, hätte man auch 4 Tore erzielen sollen - die Chancenverwertung obliegt nicht Kovac, sondern Guirassy, Beier, Groß und co.
Kovac wurde verpflichtet, um Ergebnisse zu liefern - er liefert Mannschaftsleitungen, die für Rang 1-2 hätten genügen müssen - dass man national dennoch verheerend performt, ist zu extrem großen Teilen dem versagenden, spielenden Personal anzulasten.
Ich lese von dir immer den Verweis auf xG. Hier wurden genug Gründe vorgetragen, warum aus dem xG bei uns keine echten G werden und auch, warum beim Verweis auf gestern die xG die Dynamik des Spiels nicht ausreichend abbilden.
Auch insgesamt sind die xG nicht DER Vorhersage-Faktor, dafür haben sie zuviel technische und statistische Schwächen.
Warum beharrst du so auf den Werten, anstatt dich mal auf eine echte Diskussion einzulassen?
Ich kann z.B. überhaupt nicht verstehen, wie man den Trainer bei der Chancenverwertung so renitent wie du aus der Verantwortung nehmen kann während man ihm hohen Einfluss auf taktisches Verhalten und Einstellungen zuweist.
16.03.2025 - 16:44 Uhr
Zitat von BVBBC
Mir ist das zu viel Lob für die Anpassung, da einiges daran nicht als Wirkung absehbar war. Ja, die war gut und sinnvoll, aber ich denke mit der Anpassung allein ist die Leistungssteigerung nicht ansatzweise zu erklären. Man hat damit schließlich erst mal nur die Zuordnung eindeutig gestaltet, die bis dahin, wie von dir beschrieben das große Problem war. Habe es übrigens sogar so wahrgenommen, dass Adeyemi vorne gegen Bitshiabu oder Seiwald (je nachdem, wie Brandt durchschob) pressen sollte und daher zu keiner Zeit nominell Raum zugeordnet war, wodurch wir uns im Zentrum effektiv einen freien Mann gönnten, trotz nomineller Gleichzahl, was Simons mit seinen Ausweichbewegungen ausnutzte. Daraus resultierend war für mich nicht absehbar, dass man vertikaler in der Spielweise wird und vor allem auf 75% Ballbesitz in Halbzeit 2 kommt. Gerade in Bezug auf das Thema Ballbesitz war die Umstellung schließlich eher keine logische Stärkung, weil man ja nicht am Ursprungsproblem, der nicht umgesetzten Gleichzahl im Zentrum, ansetzte, sondern sogar eine nominelle Unterzahl manifestierte, während man es sonst offensiv auf 1gg1 Duelle ankommen ließ. Im Ergebnis der Anpassung steckt daher auch eine gewaltige Portion Leipziger Unfähigkeit das Spiel im Ballbesitz zu kontrollieren.
Ganz grundsätzlich muss man sich außerdem die Frage gefallen lassen, warum man nicht mit Spielbeginn auf den Gegner anpasst, wenn man offensichtlich nicht dazu in der Lage ist eine eigene, funktionale Identität zu entwickeln?
Zitat von mba123
Bei manchen Spielen würde ich die Spielverläufe nicht außer Acht lassen. Leipzig machte in der zweiten Halbzeit kaum mehr Druck nach vorne. Schließlich führten sie 2:0. Dass unser xG-Wert nach oben raste, verursachte noch nicht die große Not, wenn die Realität weiterhin 2:0 heißt.
Dennoch waren es starke Anpassungen von Kovac, die uns zu dem deutlich überlegenden Team machte.
In der ersten Halbzeit hatten wir noch große taktische Probleme. Wir hatten keinen Plan, wie wir Raum aufnehmen sollten. Viele sahen hier das Problem bei Anton, dem gelernten IV, der zu weit einrückte. Meiner Meinung nach war das Problem, dass Anton sich auch um Simons kümmern musste. Es gab keine klare Absprache, wer hier helfen und einen der Spieler aufnehmen sollte. Anton orientierte sich verständlicherweise am offensiveren Simons und rückte dementsprechend ein, wenn dieser mehr ins Zentrum zog.
Adeyemi sah sich dann, ebenfalls nachvollziehbar, nicht dafür verantwortlich, hinten den RV zu geben, um Raum aufzunehmen. Das gleiche galt für Sabitzer, der eben im Zentrum den Raum beackerte.
Hier reagierte Kovac zu spät. Raum hatte mehrmals viel Platz in der Offensive. Leipzigs 1:0 fiel dann mit Ansage nachdem Raum wiedereinmal blank stand.
Kovacs Anpassungen kamen erst, als Sabitzer verletzt raus musste. Angesichts des Effekts den Kovac damit erzielte, war es eigentlich mehr als verschmerzbar, dass Kovacs schlecht gewählte Ausgangstaktik Leipzigs Führung stark begünstigte. Leider war unsere Chancenverwertung miserabel.
Kovac brachte Bensebaini für Sabitzer. So konnte Ryerson auf die rechte offensive Außenbahn wechseln und Bensebaini spielte den LV. Durch Ryerson war das Zuordnungsproblem auf der rechten Seite gelöst. Da im Zuge dessen Adeyemi einrückte und Leipzigs Dreierkette band, war Raum auch defensiv stärker in der Verantwortung und konnte nicht so viel aufrücken.
Aber besonders blühte unsere Offensive aufgrund der Anpassungen auf. Adeyemi, aber auch Beier, rückten viel ein. Sie agierten dadurch endlich mal in ihren Komfortzonen, wo sie sich beweglich zeigten, die Tiefe mit Tempo attackierten und ihren Zug zum Tor einbrachten.
Leipzig fehlte hier die zusätzliche Absicherung im Zentrum, da die Außen der Fünferkette weiterhin an den Seitenlinien gebunden waren und kein DM einrückte. So war unsere Offensive sehr schwer für Leipzig zu verteidigen, sofern unsere Offensive denn ins Spiel gebracht werden konnten. Und wir konnten unsere Offensive in Szene setzen. Leipzig war, in Führung liegend, passiver und ihr DM war mit zwei Mann dünn besetzt. So hatten wir einerseits im Aufbau genug Platz und Zeit um präzise Pässe nach vorne zu spielen und andererseits konnte Leipzig mit den zwei DMs nicht alle Passwege auf unsere drei Offensiven zustellen. Die Umsetzung dieses Spielprinzips war dann auch stark bei uns. Die Pässe in die Offensive wurden gut gespielt und unsere Offensive konnte sich immer wieder von den Gegenspielern absetzen, um diese Pässe aufnehmen zu können.
Also, Kovac hatte zunächst einen schlechten Ansatz gewählt, weswegen wir einem Rückstand hinterliefen. Dann hatte er sehr erfolgreich angepasst. Hier traf genau das zu, was Kovac von manchen Experten nachgesagt wurde: Kovac kann eine Mannschaft sehr gut auf einen Gegner einstellen. Taktische Anpassungen gehören zu Kovacs Stärken. Problematisch ist bei ihm eher das Entwickeln einer Spielidee mit der man die Gegner beherrscht.
Ich denke, bei diesen taktischen Anpassungen ist man immer darauf angewiesen, dass der Gegner mitspielt. Denn das Prinzip dahinter ist, dass man irgendwo Stärken hinzunimmt und an andere Stelle dafür opfert.
Gegen Leipzig haben wir einen zentralen Spieler geopfert und dafür unsere Präsenz vor dem gegnerischen Tor und auf der rechten Seite erhöht. Leipzig war hier nicht in der Lage, Zuspiele auf unsere Offensive zu unterbinden und ein mögliches Überzahlspiel im Zentrum auszunutzen. Auch blieb Leipzig durchweg passiv und ging in allen Kontern in Unterzahl nach vorne. So konnten sie nicht mehr für Entlastung sorgen.
Für mich geht es hier also um schlaue Anpassungen durch Kovac, die genau in diesem Spiel perfekt waren (für die miserable Chancenverwertung kann Kovac nichts). In anderen Spielen, wird sich Kovac wieder etwas anderes überlegen müssen, denke ich. Wie regelmäßig das funktioniert, wird man vielleicht diese Saison noch einschätzen können.
Hier liegt dann für mich der Unterschied zwischen schlauen taktischen Anpassungen und das Entwickeln einer Spielidee. Die taktischen Anpassungen müssen für jedes Spiel neu getroffen werden und man muss schlauer sein als der gegnerische Trainer. Eine erfolgreiche Spielidee sollte hingegen konstant funktionieren. Hier gilt es, sich freier von der Taktik des Gegners zu machen und sein eigenes Spiel durchzudrücken. Ich denke, eine Spielidee funktioniert vor allem dann, wenn man das individuell bessere Team hat. In Spielen auf Augenhöhe oder als Außenseiter, werden die taktischen Anpassungen an den Gegner entscheidender. Beides zusammen wäre das Ideal.
Zitat von Orizo
Aber Kovac hat doch Recht damit. Kein einziges Spiel unter Kovac hätte der BVB eindeutig verlieren müssen. Im Gegenteil, es wurden Punkte verschenkt, wo niemand inklusive Gegnermannschaft weiß, wie die nicht in Dortmund bleiben konnten. Mit dem Spielglück, was wir unter Terzic hatten, hätte der Kovac-BVB in allen Spielen vielleicht 2-4 Punkte liegen lassen. Bei Terzic wurde hier im Forum dann nach jedem schmeichelhaften Sieg immer die Statistik bemüht und darauf hingewiesen, dass der Spielansatz nicht stimmt und die Ergebnisse über viele Probleme hinweg täuschen. Jetzt ist es doch genau umgekehrt. Klar waren unter Kovac auch absolute Kackspiele dabei wie gegen Bochum oder Augsburg. Aber insgesamt finde ich uns deutlich stabiler als zuvor und die Leistungsspitzen, die die Mannschaft zeitweise erreicht, sind auf einem Level, das ich eigentlich seit Tuchel beim BVB nicht mehr gesehen habe (ok, vielleicht bissl übertrieben). Die zweite Halbzeit gegen Leipzig war in Punkto Chancenkreierung auf BVB-Peak-Level von 2016. Dass die Dinger dann nicht reingehen, ist nicht die Schuld des Trainers.
Man muss halt auch berücksichtigen, in welchem Zustand die Mannschaft war, die Kovac hier übernehmen durfte. Einfach in allen Bereichen desolat. Nominelle Eckpfeiler dieses Teams gönnen sich gerade das tiefste Formtief ihrer Karriere (Kobel, Brandt, Sabitzer..) oder sind verletzt (Nmecha). Dazu der übliche Slapstick hinten wie vorne, der mittlerweile zu einem BVB-Trademark geworden ist. Keine Ahnung, was hier erwartet wird, aber gib Pep Guardiola ein Mittelfeld aus Groß, Sabitzer, Özcan und Brandt in der aktuellen Verfassung und man sieht, wo die Grenzen des Einflusses vom Trainer sind. Ich finde uns auch unter Kovac taktisch gar nicht so bieder, wie es hier häufig dargestellt wird. Nicht alles hat funktioniert (auch mit Ansage), aber die ganzen Rochaden und Positionswechsel und so finde ich schon recht ambitioniert. Sowas macht kein Feuerwehrmann. Aber nochmal: die Limits, die gesetzt sind, gerade in der Mittelfeldzentrale, kann man nicht Kovac ankreiden. Dazu: Mit Abstand das beste Pressing seit wasweißichwievielen Jahren.
Ich glaube tatsächlich, dass in die Bewertung von Kovac ganz viel Voreingenommenheit mit einfließt. Der kann ja nur einen destruktiven Klopperfußball spielen und die Spieler im Training mit Medizinbällen bewerfen. Bin mir zu 100 % sicher, würde hier gerade ein TM-BVB-Forums-Darling wie Hoeneß an der Seitenlinie stehen, dann würde die Beurteilung ganz anders ausfallen. Dann würde nämlich die Terzic-Argumentation greifen und die statistisch erwarteten Punkte wären >>>>> alles. Und die Rochaden vom 10er mit dem Rechtsaußen wären dann wahrscheinlich ein Ausdruck von taktischer Brillanz. Ehrlich gesagt habe ich von Kovac nicht viel erwartet, aber unter Berücksichtigung der Umstände würde ich ihm überraschend gute Leitungen attestieren. Gilt übrigens auch für die gesamte Außendarstellung, ich finde er repräsentiert den BVB da in einer – auch medial - schwierigen Situation angemessen und professionell.
Zitat von TheInternational
Ist schon schräg, im Interview erzählt er allen ernstes das die Mannschaft unter ihm National und International sehr guten Fußball spielt, man belohnt sich nur zu selten.
Langsam glaube ich die denken das wirklich. Irgendwann funktioniert es schon wieder...
Ist schon schräg, im Interview erzählt er allen ernstes das die Mannschaft unter ihm National und International sehr guten Fußball spielt, man belohnt sich nur zu selten.
Langsam glaube ich die denken das wirklich. Irgendwann funktioniert es schon wieder...
Aber Kovac hat doch Recht damit. Kein einziges Spiel unter Kovac hätte der BVB eindeutig verlieren müssen. Im Gegenteil, es wurden Punkte verschenkt, wo niemand inklusive Gegnermannschaft weiß, wie die nicht in Dortmund bleiben konnten. Mit dem Spielglück, was wir unter Terzic hatten, hätte der Kovac-BVB in allen Spielen vielleicht 2-4 Punkte liegen lassen. Bei Terzic wurde hier im Forum dann nach jedem schmeichelhaften Sieg immer die Statistik bemüht und darauf hingewiesen, dass der Spielansatz nicht stimmt und die Ergebnisse über viele Probleme hinweg täuschen. Jetzt ist es doch genau umgekehrt. Klar waren unter Kovac auch absolute Kackspiele dabei wie gegen Bochum oder Augsburg. Aber insgesamt finde ich uns deutlich stabiler als zuvor und die Leistungsspitzen, die die Mannschaft zeitweise erreicht, sind auf einem Level, das ich eigentlich seit Tuchel beim BVB nicht mehr gesehen habe (ok, vielleicht bissl übertrieben). Die zweite Halbzeit gegen Leipzig war in Punkto Chancenkreierung auf BVB-Peak-Level von 2016. Dass die Dinger dann nicht reingehen, ist nicht die Schuld des Trainers.
Man muss halt auch berücksichtigen, in welchem Zustand die Mannschaft war, die Kovac hier übernehmen durfte. Einfach in allen Bereichen desolat. Nominelle Eckpfeiler dieses Teams gönnen sich gerade das tiefste Formtief ihrer Karriere (Kobel, Brandt, Sabitzer..) oder sind verletzt (Nmecha). Dazu der übliche Slapstick hinten wie vorne, der mittlerweile zu einem BVB-Trademark geworden ist. Keine Ahnung, was hier erwartet wird, aber gib Pep Guardiola ein Mittelfeld aus Groß, Sabitzer, Özcan und Brandt in der aktuellen Verfassung und man sieht, wo die Grenzen des Einflusses vom Trainer sind. Ich finde uns auch unter Kovac taktisch gar nicht so bieder, wie es hier häufig dargestellt wird. Nicht alles hat funktioniert (auch mit Ansage), aber die ganzen Rochaden und Positionswechsel und so finde ich schon recht ambitioniert. Sowas macht kein Feuerwehrmann. Aber nochmal: die Limits, die gesetzt sind, gerade in der Mittelfeldzentrale, kann man nicht Kovac ankreiden. Dazu: Mit Abstand das beste Pressing seit wasweißichwievielen Jahren.
Ich glaube tatsächlich, dass in die Bewertung von Kovac ganz viel Voreingenommenheit mit einfließt. Der kann ja nur einen destruktiven Klopperfußball spielen und die Spieler im Training mit Medizinbällen bewerfen. Bin mir zu 100 % sicher, würde hier gerade ein TM-BVB-Forums-Darling wie Hoeneß an der Seitenlinie stehen, dann würde die Beurteilung ganz anders ausfallen. Dann würde nämlich die Terzic-Argumentation greifen und die statistisch erwarteten Punkte wären >>>>> alles. Und die Rochaden vom 10er mit dem Rechtsaußen wären dann wahrscheinlich ein Ausdruck von taktischer Brillanz. Ehrlich gesagt habe ich von Kovac nicht viel erwartet, aber unter Berücksichtigung der Umstände würde ich ihm überraschend gute Leitungen attestieren. Gilt übrigens auch für die gesamte Außendarstellung, ich finde er repräsentiert den BVB da in einer – auch medial - schwierigen Situation angemessen und professionell.
Bei manchen Spielen würde ich die Spielverläufe nicht außer Acht lassen. Leipzig machte in der zweiten Halbzeit kaum mehr Druck nach vorne. Schließlich führten sie 2:0. Dass unser xG-Wert nach oben raste, verursachte noch nicht die große Not, wenn die Realität weiterhin 2:0 heißt.
Dennoch waren es starke Anpassungen von Kovac, die uns zu dem deutlich überlegenden Team machte.
In der ersten Halbzeit hatten wir noch große taktische Probleme. Wir hatten keinen Plan, wie wir Raum aufnehmen sollten. Viele sahen hier das Problem bei Anton, dem gelernten IV, der zu weit einrückte. Meiner Meinung nach war das Problem, dass Anton sich auch um Simons kümmern musste. Es gab keine klare Absprache, wer hier helfen und einen der Spieler aufnehmen sollte. Anton orientierte sich verständlicherweise am offensiveren Simons und rückte dementsprechend ein, wenn dieser mehr ins Zentrum zog.
Adeyemi sah sich dann, ebenfalls nachvollziehbar, nicht dafür verantwortlich, hinten den RV zu geben, um Raum aufzunehmen. Das gleiche galt für Sabitzer, der eben im Zentrum den Raum beackerte.
Hier reagierte Kovac zu spät. Raum hatte mehrmals viel Platz in der Offensive. Leipzigs 1:0 fiel dann mit Ansage nachdem Raum wiedereinmal blank stand.
Kovacs Anpassungen kamen erst, als Sabitzer verletzt raus musste. Angesichts des Effekts den Kovac damit erzielte, war es eigentlich mehr als verschmerzbar, dass Kovacs schlecht gewählte Ausgangstaktik Leipzigs Führung stark begünstigte. Leider war unsere Chancenverwertung miserabel.
Kovac brachte Bensebaini für Sabitzer. So konnte Ryerson auf die rechte offensive Außenbahn wechseln und Bensebaini spielte den LV. Durch Ryerson war das Zuordnungsproblem auf der rechten Seite gelöst. Da im Zuge dessen Adeyemi einrückte und Leipzigs Dreierkette band, war Raum auch defensiv stärker in der Verantwortung und konnte nicht so viel aufrücken.
Aber besonders blühte unsere Offensive aufgrund der Anpassungen auf. Adeyemi, aber auch Beier, rückten viel ein. Sie agierten dadurch endlich mal in ihren Komfortzonen, wo sie sich beweglich zeigten, die Tiefe mit Tempo attackierten und ihren Zug zum Tor einbrachten.
Leipzig fehlte hier die zusätzliche Absicherung im Zentrum, da die Außen der Fünferkette weiterhin an den Seitenlinien gebunden waren und kein DM einrückte. So war unsere Offensive sehr schwer für Leipzig zu verteidigen, sofern unsere Offensive denn ins Spiel gebracht werden konnten. Und wir konnten unsere Offensive in Szene setzen. Leipzig war, in Führung liegend, passiver und ihr DM war mit zwei Mann dünn besetzt. So hatten wir einerseits im Aufbau genug Platz und Zeit um präzise Pässe nach vorne zu spielen und andererseits konnte Leipzig mit den zwei DMs nicht alle Passwege auf unsere drei Offensiven zustellen. Die Umsetzung dieses Spielprinzips war dann auch stark bei uns. Die Pässe in die Offensive wurden gut gespielt und unsere Offensive konnte sich immer wieder von den Gegenspielern absetzen, um diese Pässe aufnehmen zu können.
Also, Kovac hatte zunächst einen schlechten Ansatz gewählt, weswegen wir einem Rückstand hinterliefen. Dann hatte er sehr erfolgreich angepasst. Hier traf genau das zu, was Kovac von manchen Experten nachgesagt wurde: Kovac kann eine Mannschaft sehr gut auf einen Gegner einstellen. Taktische Anpassungen gehören zu Kovacs Stärken. Problematisch ist bei ihm eher das Entwickeln einer Spielidee mit der man die Gegner beherrscht.
Ich denke, bei diesen taktischen Anpassungen ist man immer darauf angewiesen, dass der Gegner mitspielt. Denn das Prinzip dahinter ist, dass man irgendwo Stärken hinzunimmt und an andere Stelle dafür opfert.
Gegen Leipzig haben wir einen zentralen Spieler geopfert und dafür unsere Präsenz vor dem gegnerischen Tor und auf der rechten Seite erhöht. Leipzig war hier nicht in der Lage, Zuspiele auf unsere Offensive zu unterbinden und ein mögliches Überzahlspiel im Zentrum auszunutzen. Auch blieb Leipzig durchweg passiv und ging in allen Kontern in Unterzahl nach vorne. So konnten sie nicht mehr für Entlastung sorgen.
Für mich geht es hier also um schlaue Anpassungen durch Kovac, die genau in diesem Spiel perfekt waren (für die miserable Chancenverwertung kann Kovac nichts). In anderen Spielen, wird sich Kovac wieder etwas anderes überlegen müssen, denke ich. Wie regelmäßig das funktioniert, wird man vielleicht diese Saison noch einschätzen können.
Hier liegt dann für mich der Unterschied zwischen schlauen taktischen Anpassungen und das Entwickeln einer Spielidee. Die taktischen Anpassungen müssen für jedes Spiel neu getroffen werden und man muss schlauer sein als der gegnerische Trainer. Eine erfolgreiche Spielidee sollte hingegen konstant funktionieren. Hier gilt es, sich freier von der Taktik des Gegners zu machen und sein eigenes Spiel durchzudrücken. Ich denke, eine Spielidee funktioniert vor allem dann, wenn man das individuell bessere Team hat. In Spielen auf Augenhöhe oder als Außenseiter, werden die taktischen Anpassungen an den Gegner entscheidender. Beides zusammen wäre das Ideal.
Mir ist das zu viel Lob für die Anpassung, da einiges daran nicht als Wirkung absehbar war. Ja, die war gut und sinnvoll, aber ich denke mit der Anpassung allein ist die Leistungssteigerung nicht ansatzweise zu erklären. Man hat damit schließlich erst mal nur die Zuordnung eindeutig gestaltet, die bis dahin, wie von dir beschrieben das große Problem war. Habe es übrigens sogar so wahrgenommen, dass Adeyemi vorne gegen Bitshiabu oder Seiwald (je nachdem, wie Brandt durchschob) pressen sollte und daher zu keiner Zeit nominell Raum zugeordnet war, wodurch wir uns im Zentrum effektiv einen freien Mann gönnten, trotz nomineller Gleichzahl, was Simons mit seinen Ausweichbewegungen ausnutzte. Daraus resultierend war für mich nicht absehbar, dass man vertikaler in der Spielweise wird und vor allem auf 75% Ballbesitz in Halbzeit 2 kommt. Gerade in Bezug auf das Thema Ballbesitz war die Umstellung schließlich eher keine logische Stärkung, weil man ja nicht am Ursprungsproblem, der nicht umgesetzten Gleichzahl im Zentrum, ansetzte, sondern sogar eine nominelle Unterzahl manifestierte, während man es sonst offensiv auf 1gg1 Duelle ankommen ließ. Im Ergebnis der Anpassung steckt daher auch eine gewaltige Portion Leipziger Unfähigkeit das Spiel im Ballbesitz zu kontrollieren.
Ganz grundsätzlich muss man sich außerdem die Frage gefallen lassen, warum man nicht mit Spielbeginn auf den Gegner anpasst, wenn man offensichtlich nicht dazu in der Lage ist eine eigene, funktionale Identität zu entwickeln?
Habe ich exakt auch so wahrgenommen, wie bereits ansatzweise im STT ausgeführt. Dass jetzt Kovac für eine Umstellung gelobt wird, die nur aufgrund einer Verletzung getätigt wurde, man außer Acht lässt, dass die taktische Herangehensweise davor vorhersehbar schlecht war, denn man weiß doch wie Leipzig agiert, wie sie gerade durch Verlagerungen auf Raum agieren und behält dann die 4er-Kette bei, anstatt RB zu spiegeln, was möglich gewesen wäre, auch wenn Bensebaini keine Option auf die Startelf war.
Kurzum: Wenn die Herangehensweise des Trainers taktisch einfach schlecht war, was vorher absehbar war und die Halbzeit das bis zur Verletzung auch so darstellte, den Trainer dann zu loben, dass es besser wurde, obwohl das nur durch eine Verletzung geschah, man aber gleichwohl keine Kritik anbringt, dann ist das schon mit seltsam treffend beschrieben, denn er hat während der 1. Halbzeit überhaupt keine Anpassungen vorgenommen, sondern wurde durch die Verletzung eher dazu gezwungen.
Leipzig hat dann nach dem 2:0 ihr typisches Spiel nahezu komplett eingestellt und sich ihrer, vor allem in der Krise, aktuell einzigen Stärken beraubt. Durch die Passivität und Inaktivität, ohne dem Gegner Tiefe zu nehmen und kompakt zu stehen, hat Leipzig dem BVB den Sieg eigentlich auf dem Silbertablett präsentiert und aufgezeigt, warum sie selbst in der Krise sind, denn ein RB in Form und mit dem dazugehörigen Selbstverständnis durch die RB-Tugenden, hätte sich nach dem 2:0 normalerweise nicht so taktisch verhalten.
Dass dann einige die Umstellung noch nicht einmal wahrgenommen haben, gerade jene, die gerne mal meinungsstark auftreten, ist dann wieder ein anderes Thema...
16.03.2025 - 17:07 Uhr
Mal unabhängig vom Chancenwucher.
Jetzt kann Kovac zeigen, ob er Eier hat und es mit dem BVB ernst meint. Ob er die neue Saison plant oder noch versucht 8. oder 9. zu werden.
Bringt er Özcan für den verletzten Sabitzer? oder Anton? Oder Süle in die IV und Can ins DM? Oder gibt er einem Wätjen Spielzeit?
Schiebt er Ryerson nach links oder gibt einem Kabar Möglichkeiten sich mal wieder zu zeigen, im Wechsel mit Bensebaini?
Bekommt Duranville mal wieder eine Chance? Oder gar Campbell?
Ist es wichtiger Brandt die Seele zu streicheln oder darf Reyna mal 3-4 Spiele am Stück machen?
Jetzt wäre es an der Zeit Spielern Erfahrungen zu ermöglichen und zu gucken, wer noch eine Zukunft beim BVB hat.
Macht Kovac das?
Ich habe da eine Ahnung...
Jetzt kann Kovac zeigen, ob er Eier hat und es mit dem BVB ernst meint. Ob er die neue Saison plant oder noch versucht 8. oder 9. zu werden.
Bringt er Özcan für den verletzten Sabitzer? oder Anton? Oder Süle in die IV und Can ins DM? Oder gibt er einem Wätjen Spielzeit?
Schiebt er Ryerson nach links oder gibt einem Kabar Möglichkeiten sich mal wieder zu zeigen, im Wechsel mit Bensebaini?
Bekommt Duranville mal wieder eine Chance? Oder gar Campbell?
Ist es wichtiger Brandt die Seele zu streicheln oder darf Reyna mal 3-4 Spiele am Stück machen?
Jetzt wäre es an der Zeit Spielern Erfahrungen zu ermöglichen und zu gucken, wer noch eine Zukunft beim BVB hat.
Macht Kovac das?
Ich habe da eine Ahnung...
16.03.2025 - 17:24 Uhr
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Habe ich exakt auch so wahrgenommen, wie bereits ansatzweise im STT ausgeführt. Dass jetzt Kovac für eine Umstellung gelobt wird, die nur aufgrund einer Verletzung getätigt wurde, man außer Acht lässt, dass die taktische Herangehensweise davor vorhersehbar schlecht war, denn man weiß doch wie Leipzig agiert, wie sie gerade durch Verlagerungen auf Raum agieren und behält dann die 4er-Kette bei, anstatt RB zu spiegeln, was möglich gewesen wäre, auch wenn Bensebaini keine Option auf die Startelf war.
Kurzum: Wenn die Herangehensweise des Trainers taktisch einfach schlecht war, was vorher absehbar war und die Halbzeit das bis zur Verletzung auch so darstellte, den Trainer dann zu loben, dass es besser wurde, obwohl das nur durch eine Verletzung geschah, man aber gleichwohl keine Kritik anbringt, dann ist das schon mit seltsam treffend beschrieben, denn er hat während der 1. Halbzeit überhaupt keine Anpassungen vorgenommen, sondern wurde durch die Verletzung eher dazu gezwungen.
Leipzig hat dann nach dem 2:0 ihr typisches Spiel nahezu komplett eingestellt und sich ihrer, vor allem in der Krise, aktuell einzigen Stärken beraubt. Durch die Passivität und Inaktivität, ohne dem Gegner Tiefe zu nehmen und kompakt zu stehen, hat Leipzig dem BVB den Sieg eigentlich auf dem Silbertablett präsentiert und aufgezeigt, warum sie selbst in der Krise sind, denn ein RB in Form und mit dem dazugehörigen Selbstverständnis durch die RB-Tugenden, hätte sich nach dem 2:0 normalerweise nicht so taktisch verhalten.
Dass dann einige die Umstellung noch nicht einmal wahrgenommen haben, gerade jene, die gerne mal meinungsstark auftreten, ist dann wieder ein anderes Thema...
Zitat von BVBBC
Mir ist das zu viel Lob für die Anpassung, da einiges daran nicht als Wirkung absehbar war. Ja, die war gut und sinnvoll, aber ich denke mit der Anpassung allein ist die Leistungssteigerung nicht ansatzweise zu erklären. Man hat damit schließlich erst mal nur die Zuordnung eindeutig gestaltet, die bis dahin, wie von dir beschrieben das große Problem war. Habe es übrigens sogar so wahrgenommen, dass Adeyemi vorne gegen Bitshiabu oder Seiwald (je nachdem, wie Brandt durchschob) pressen sollte und daher zu keiner Zeit nominell Raum zugeordnet war, wodurch wir uns im Zentrum effektiv einen freien Mann gönnten, trotz nomineller Gleichzahl, was Simons mit seinen Ausweichbewegungen ausnutzte. Daraus resultierend war für mich nicht absehbar, dass man vertikaler in der Spielweise wird und vor allem auf 75% Ballbesitz in Halbzeit 2 kommt. Gerade in Bezug auf das Thema Ballbesitz war die Umstellung schließlich eher keine logische Stärkung, weil man ja nicht am Ursprungsproblem, der nicht umgesetzten Gleichzahl im Zentrum, ansetzte, sondern sogar eine nominelle Unterzahl manifestierte, während man es sonst offensiv auf 1gg1 Duelle ankommen ließ. Im Ergebnis der Anpassung steckt daher auch eine gewaltige Portion Leipziger Unfähigkeit das Spiel im Ballbesitz zu kontrollieren.
Ganz grundsätzlich muss man sich außerdem die Frage gefallen lassen, warum man nicht mit Spielbeginn auf den Gegner anpasst, wenn man offensichtlich nicht dazu in der Lage ist eine eigene, funktionale Identität zu entwickeln?
Zitat von mba123
Bei manchen Spielen würde ich die Spielverläufe nicht außer Acht lassen. Leipzig machte in der zweiten Halbzeit kaum mehr Druck nach vorne. Schließlich führten sie 2:0. Dass unser xG-Wert nach oben raste, verursachte noch nicht die große Not, wenn die Realität weiterhin 2:0 heißt.
Dennoch waren es starke Anpassungen von Kovac, die uns zu dem deutlich überlegenden Team machte.
In der ersten Halbzeit hatten wir noch große taktische Probleme. Wir hatten keinen Plan, wie wir Raum aufnehmen sollten. Viele sahen hier das Problem bei Anton, dem gelernten IV, der zu weit einrückte. Meiner Meinung nach war das Problem, dass Anton sich auch um Simons kümmern musste. Es gab keine klare Absprache, wer hier helfen und einen der Spieler aufnehmen sollte. Anton orientierte sich verständlicherweise am offensiveren Simons und rückte dementsprechend ein, wenn dieser mehr ins Zentrum zog.
Adeyemi sah sich dann, ebenfalls nachvollziehbar, nicht dafür verantwortlich, hinten den RV zu geben, um Raum aufzunehmen. Das gleiche galt für Sabitzer, der eben im Zentrum den Raum beackerte.
Hier reagierte Kovac zu spät. Raum hatte mehrmals viel Platz in der Offensive. Leipzigs 1:0 fiel dann mit Ansage nachdem Raum wiedereinmal blank stand.
Kovacs Anpassungen kamen erst, als Sabitzer verletzt raus musste. Angesichts des Effekts den Kovac damit erzielte, war es eigentlich mehr als verschmerzbar, dass Kovacs schlecht gewählte Ausgangstaktik Leipzigs Führung stark begünstigte. Leider war unsere Chancenverwertung miserabel.
Kovac brachte Bensebaini für Sabitzer. So konnte Ryerson auf die rechte offensive Außenbahn wechseln und Bensebaini spielte den LV. Durch Ryerson war das Zuordnungsproblem auf der rechten Seite gelöst. Da im Zuge dessen Adeyemi einrückte und Leipzigs Dreierkette band, war Raum auch defensiv stärker in der Verantwortung und konnte nicht so viel aufrücken.
Aber besonders blühte unsere Offensive aufgrund der Anpassungen auf. Adeyemi, aber auch Beier, rückten viel ein. Sie agierten dadurch endlich mal in ihren Komfortzonen, wo sie sich beweglich zeigten, die Tiefe mit Tempo attackierten und ihren Zug zum Tor einbrachten.
Leipzig fehlte hier die zusätzliche Absicherung im Zentrum, da die Außen der Fünferkette weiterhin an den Seitenlinien gebunden waren und kein DM einrückte. So war unsere Offensive sehr schwer für Leipzig zu verteidigen, sofern unsere Offensive denn ins Spiel gebracht werden konnten. Und wir konnten unsere Offensive in Szene setzen. Leipzig war, in Führung liegend, passiver und ihr DM war mit zwei Mann dünn besetzt. So hatten wir einerseits im Aufbau genug Platz und Zeit um präzise Pässe nach vorne zu spielen und andererseits konnte Leipzig mit den zwei DMs nicht alle Passwege auf unsere drei Offensiven zustellen. Die Umsetzung dieses Spielprinzips war dann auch stark bei uns. Die Pässe in die Offensive wurden gut gespielt und unsere Offensive konnte sich immer wieder von den Gegenspielern absetzen, um diese Pässe aufnehmen zu können.
Also, Kovac hatte zunächst einen schlechten Ansatz gewählt, weswegen wir einem Rückstand hinterliefen. Dann hatte er sehr erfolgreich angepasst. Hier traf genau das zu, was Kovac von manchen Experten nachgesagt wurde: Kovac kann eine Mannschaft sehr gut auf einen Gegner einstellen. Taktische Anpassungen gehören zu Kovacs Stärken. Problematisch ist bei ihm eher das Entwickeln einer Spielidee mit der man die Gegner beherrscht.
Ich denke, bei diesen taktischen Anpassungen ist man immer darauf angewiesen, dass der Gegner mitspielt. Denn das Prinzip dahinter ist, dass man irgendwo Stärken hinzunimmt und an andere Stelle dafür opfert.
Gegen Leipzig haben wir einen zentralen Spieler geopfert und dafür unsere Präsenz vor dem gegnerischen Tor und auf der rechten Seite erhöht. Leipzig war hier nicht in der Lage, Zuspiele auf unsere Offensive zu unterbinden und ein mögliches Überzahlspiel im Zentrum auszunutzen. Auch blieb Leipzig durchweg passiv und ging in allen Kontern in Unterzahl nach vorne. So konnten sie nicht mehr für Entlastung sorgen.
Für mich geht es hier also um schlaue Anpassungen durch Kovac, die genau in diesem Spiel perfekt waren (für die miserable Chancenverwertung kann Kovac nichts). In anderen Spielen, wird sich Kovac wieder etwas anderes überlegen müssen, denke ich. Wie regelmäßig das funktioniert, wird man vielleicht diese Saison noch einschätzen können.
Hier liegt dann für mich der Unterschied zwischen schlauen taktischen Anpassungen und das Entwickeln einer Spielidee. Die taktischen Anpassungen müssen für jedes Spiel neu getroffen werden und man muss schlauer sein als der gegnerische Trainer. Eine erfolgreiche Spielidee sollte hingegen konstant funktionieren. Hier gilt es, sich freier von der Taktik des Gegners zu machen und sein eigenes Spiel durchzudrücken. Ich denke, eine Spielidee funktioniert vor allem dann, wenn man das individuell bessere Team hat. In Spielen auf Augenhöhe oder als Außenseiter, werden die taktischen Anpassungen an den Gegner entscheidender. Beides zusammen wäre das Ideal.
Zitat von Orizo
Aber Kovac hat doch Recht damit. Kein einziges Spiel unter Kovac hätte der BVB eindeutig verlieren müssen. Im Gegenteil, es wurden Punkte verschenkt, wo niemand inklusive Gegnermannschaft weiß, wie die nicht in Dortmund bleiben konnten. Mit dem Spielglück, was wir unter Terzic hatten, hätte der Kovac-BVB in allen Spielen vielleicht 2-4 Punkte liegen lassen. Bei Terzic wurde hier im Forum dann nach jedem schmeichelhaften Sieg immer die Statistik bemüht und darauf hingewiesen, dass der Spielansatz nicht stimmt und die Ergebnisse über viele Probleme hinweg täuschen. Jetzt ist es doch genau umgekehrt. Klar waren unter Kovac auch absolute Kackspiele dabei wie gegen Bochum oder Augsburg. Aber insgesamt finde ich uns deutlich stabiler als zuvor und die Leistungsspitzen, die die Mannschaft zeitweise erreicht, sind auf einem Level, das ich eigentlich seit Tuchel beim BVB nicht mehr gesehen habe (ok, vielleicht bissl übertrieben). Die zweite Halbzeit gegen Leipzig war in Punkto Chancenkreierung auf BVB-Peak-Level von 2016. Dass die Dinger dann nicht reingehen, ist nicht die Schuld des Trainers.
Man muss halt auch berücksichtigen, in welchem Zustand die Mannschaft war, die Kovac hier übernehmen durfte. Einfach in allen Bereichen desolat. Nominelle Eckpfeiler dieses Teams gönnen sich gerade das tiefste Formtief ihrer Karriere (Kobel, Brandt, Sabitzer..) oder sind verletzt (Nmecha). Dazu der übliche Slapstick hinten wie vorne, der mittlerweile zu einem BVB-Trademark geworden ist. Keine Ahnung, was hier erwartet wird, aber gib Pep Guardiola ein Mittelfeld aus Groß, Sabitzer, Özcan und Brandt in der aktuellen Verfassung und man sieht, wo die Grenzen des Einflusses vom Trainer sind. Ich finde uns auch unter Kovac taktisch gar nicht so bieder, wie es hier häufig dargestellt wird. Nicht alles hat funktioniert (auch mit Ansage), aber die ganzen Rochaden und Positionswechsel und so finde ich schon recht ambitioniert. Sowas macht kein Feuerwehrmann. Aber nochmal: die Limits, die gesetzt sind, gerade in der Mittelfeldzentrale, kann man nicht Kovac ankreiden. Dazu: Mit Abstand das beste Pressing seit wasweißichwievielen Jahren.
Ich glaube tatsächlich, dass in die Bewertung von Kovac ganz viel Voreingenommenheit mit einfließt. Der kann ja nur einen destruktiven Klopperfußball spielen und die Spieler im Training mit Medizinbällen bewerfen. Bin mir zu 100 % sicher, würde hier gerade ein TM-BVB-Forums-Darling wie Hoeneß an der Seitenlinie stehen, dann würde die Beurteilung ganz anders ausfallen. Dann würde nämlich die Terzic-Argumentation greifen und die statistisch erwarteten Punkte wären >>>>> alles. Und die Rochaden vom 10er mit dem Rechtsaußen wären dann wahrscheinlich ein Ausdruck von taktischer Brillanz. Ehrlich gesagt habe ich von Kovac nicht viel erwartet, aber unter Berücksichtigung der Umstände würde ich ihm überraschend gute Leitungen attestieren. Gilt übrigens auch für die gesamte Außendarstellung, ich finde er repräsentiert den BVB da in einer – auch medial - schwierigen Situation angemessen und professionell.
Zitat von TheInternational
Ist schon schräg, im Interview erzählt er allen ernstes das die Mannschaft unter ihm National und International sehr guten Fußball spielt, man belohnt sich nur zu selten.
Langsam glaube ich die denken das wirklich. Irgendwann funktioniert es schon wieder...
Ist schon schräg, im Interview erzählt er allen ernstes das die Mannschaft unter ihm National und International sehr guten Fußball spielt, man belohnt sich nur zu selten.
Langsam glaube ich die denken das wirklich. Irgendwann funktioniert es schon wieder...
Aber Kovac hat doch Recht damit. Kein einziges Spiel unter Kovac hätte der BVB eindeutig verlieren müssen. Im Gegenteil, es wurden Punkte verschenkt, wo niemand inklusive Gegnermannschaft weiß, wie die nicht in Dortmund bleiben konnten. Mit dem Spielglück, was wir unter Terzic hatten, hätte der Kovac-BVB in allen Spielen vielleicht 2-4 Punkte liegen lassen. Bei Terzic wurde hier im Forum dann nach jedem schmeichelhaften Sieg immer die Statistik bemüht und darauf hingewiesen, dass der Spielansatz nicht stimmt und die Ergebnisse über viele Probleme hinweg täuschen. Jetzt ist es doch genau umgekehrt. Klar waren unter Kovac auch absolute Kackspiele dabei wie gegen Bochum oder Augsburg. Aber insgesamt finde ich uns deutlich stabiler als zuvor und die Leistungsspitzen, die die Mannschaft zeitweise erreicht, sind auf einem Level, das ich eigentlich seit Tuchel beim BVB nicht mehr gesehen habe (ok, vielleicht bissl übertrieben). Die zweite Halbzeit gegen Leipzig war in Punkto Chancenkreierung auf BVB-Peak-Level von 2016. Dass die Dinger dann nicht reingehen, ist nicht die Schuld des Trainers.
Man muss halt auch berücksichtigen, in welchem Zustand die Mannschaft war, die Kovac hier übernehmen durfte. Einfach in allen Bereichen desolat. Nominelle Eckpfeiler dieses Teams gönnen sich gerade das tiefste Formtief ihrer Karriere (Kobel, Brandt, Sabitzer..) oder sind verletzt (Nmecha). Dazu der übliche Slapstick hinten wie vorne, der mittlerweile zu einem BVB-Trademark geworden ist. Keine Ahnung, was hier erwartet wird, aber gib Pep Guardiola ein Mittelfeld aus Groß, Sabitzer, Özcan und Brandt in der aktuellen Verfassung und man sieht, wo die Grenzen des Einflusses vom Trainer sind. Ich finde uns auch unter Kovac taktisch gar nicht so bieder, wie es hier häufig dargestellt wird. Nicht alles hat funktioniert (auch mit Ansage), aber die ganzen Rochaden und Positionswechsel und so finde ich schon recht ambitioniert. Sowas macht kein Feuerwehrmann. Aber nochmal: die Limits, die gesetzt sind, gerade in der Mittelfeldzentrale, kann man nicht Kovac ankreiden. Dazu: Mit Abstand das beste Pressing seit wasweißichwievielen Jahren.
Ich glaube tatsächlich, dass in die Bewertung von Kovac ganz viel Voreingenommenheit mit einfließt. Der kann ja nur einen destruktiven Klopperfußball spielen und die Spieler im Training mit Medizinbällen bewerfen. Bin mir zu 100 % sicher, würde hier gerade ein TM-BVB-Forums-Darling wie Hoeneß an der Seitenlinie stehen, dann würde die Beurteilung ganz anders ausfallen. Dann würde nämlich die Terzic-Argumentation greifen und die statistisch erwarteten Punkte wären >>>>> alles. Und die Rochaden vom 10er mit dem Rechtsaußen wären dann wahrscheinlich ein Ausdruck von taktischer Brillanz. Ehrlich gesagt habe ich von Kovac nicht viel erwartet, aber unter Berücksichtigung der Umstände würde ich ihm überraschend gute Leitungen attestieren. Gilt übrigens auch für die gesamte Außendarstellung, ich finde er repräsentiert den BVB da in einer – auch medial - schwierigen Situation angemessen und professionell.
Bei manchen Spielen würde ich die Spielverläufe nicht außer Acht lassen. Leipzig machte in der zweiten Halbzeit kaum mehr Druck nach vorne. Schließlich führten sie 2:0. Dass unser xG-Wert nach oben raste, verursachte noch nicht die große Not, wenn die Realität weiterhin 2:0 heißt.
Dennoch waren es starke Anpassungen von Kovac, die uns zu dem deutlich überlegenden Team machte.
In der ersten Halbzeit hatten wir noch große taktische Probleme. Wir hatten keinen Plan, wie wir Raum aufnehmen sollten. Viele sahen hier das Problem bei Anton, dem gelernten IV, der zu weit einrückte. Meiner Meinung nach war das Problem, dass Anton sich auch um Simons kümmern musste. Es gab keine klare Absprache, wer hier helfen und einen der Spieler aufnehmen sollte. Anton orientierte sich verständlicherweise am offensiveren Simons und rückte dementsprechend ein, wenn dieser mehr ins Zentrum zog.
Adeyemi sah sich dann, ebenfalls nachvollziehbar, nicht dafür verantwortlich, hinten den RV zu geben, um Raum aufzunehmen. Das gleiche galt für Sabitzer, der eben im Zentrum den Raum beackerte.
Hier reagierte Kovac zu spät. Raum hatte mehrmals viel Platz in der Offensive. Leipzigs 1:0 fiel dann mit Ansage nachdem Raum wiedereinmal blank stand.
Kovacs Anpassungen kamen erst, als Sabitzer verletzt raus musste. Angesichts des Effekts den Kovac damit erzielte, war es eigentlich mehr als verschmerzbar, dass Kovacs schlecht gewählte Ausgangstaktik Leipzigs Führung stark begünstigte. Leider war unsere Chancenverwertung miserabel.
Kovac brachte Bensebaini für Sabitzer. So konnte Ryerson auf die rechte offensive Außenbahn wechseln und Bensebaini spielte den LV. Durch Ryerson war das Zuordnungsproblem auf der rechten Seite gelöst. Da im Zuge dessen Adeyemi einrückte und Leipzigs Dreierkette band, war Raum auch defensiv stärker in der Verantwortung und konnte nicht so viel aufrücken.
Aber besonders blühte unsere Offensive aufgrund der Anpassungen auf. Adeyemi, aber auch Beier, rückten viel ein. Sie agierten dadurch endlich mal in ihren Komfortzonen, wo sie sich beweglich zeigten, die Tiefe mit Tempo attackierten und ihren Zug zum Tor einbrachten.
Leipzig fehlte hier die zusätzliche Absicherung im Zentrum, da die Außen der Fünferkette weiterhin an den Seitenlinien gebunden waren und kein DM einrückte. So war unsere Offensive sehr schwer für Leipzig zu verteidigen, sofern unsere Offensive denn ins Spiel gebracht werden konnten. Und wir konnten unsere Offensive in Szene setzen. Leipzig war, in Führung liegend, passiver und ihr DM war mit zwei Mann dünn besetzt. So hatten wir einerseits im Aufbau genug Platz und Zeit um präzise Pässe nach vorne zu spielen und andererseits konnte Leipzig mit den zwei DMs nicht alle Passwege auf unsere drei Offensiven zustellen. Die Umsetzung dieses Spielprinzips war dann auch stark bei uns. Die Pässe in die Offensive wurden gut gespielt und unsere Offensive konnte sich immer wieder von den Gegenspielern absetzen, um diese Pässe aufnehmen zu können.
Also, Kovac hatte zunächst einen schlechten Ansatz gewählt, weswegen wir einem Rückstand hinterliefen. Dann hatte er sehr erfolgreich angepasst. Hier traf genau das zu, was Kovac von manchen Experten nachgesagt wurde: Kovac kann eine Mannschaft sehr gut auf einen Gegner einstellen. Taktische Anpassungen gehören zu Kovacs Stärken. Problematisch ist bei ihm eher das Entwickeln einer Spielidee mit der man die Gegner beherrscht.
Ich denke, bei diesen taktischen Anpassungen ist man immer darauf angewiesen, dass der Gegner mitspielt. Denn das Prinzip dahinter ist, dass man irgendwo Stärken hinzunimmt und an andere Stelle dafür opfert.
Gegen Leipzig haben wir einen zentralen Spieler geopfert und dafür unsere Präsenz vor dem gegnerischen Tor und auf der rechten Seite erhöht. Leipzig war hier nicht in der Lage, Zuspiele auf unsere Offensive zu unterbinden und ein mögliches Überzahlspiel im Zentrum auszunutzen. Auch blieb Leipzig durchweg passiv und ging in allen Kontern in Unterzahl nach vorne. So konnten sie nicht mehr für Entlastung sorgen.
Für mich geht es hier also um schlaue Anpassungen durch Kovac, die genau in diesem Spiel perfekt waren (für die miserable Chancenverwertung kann Kovac nichts). In anderen Spielen, wird sich Kovac wieder etwas anderes überlegen müssen, denke ich. Wie regelmäßig das funktioniert, wird man vielleicht diese Saison noch einschätzen können.
Hier liegt dann für mich der Unterschied zwischen schlauen taktischen Anpassungen und das Entwickeln einer Spielidee. Die taktischen Anpassungen müssen für jedes Spiel neu getroffen werden und man muss schlauer sein als der gegnerische Trainer. Eine erfolgreiche Spielidee sollte hingegen konstant funktionieren. Hier gilt es, sich freier von der Taktik des Gegners zu machen und sein eigenes Spiel durchzudrücken. Ich denke, eine Spielidee funktioniert vor allem dann, wenn man das individuell bessere Team hat. In Spielen auf Augenhöhe oder als Außenseiter, werden die taktischen Anpassungen an den Gegner entscheidender. Beides zusammen wäre das Ideal.
Mir ist das zu viel Lob für die Anpassung, da einiges daran nicht als Wirkung absehbar war. Ja, die war gut und sinnvoll, aber ich denke mit der Anpassung allein ist die Leistungssteigerung nicht ansatzweise zu erklären. Man hat damit schließlich erst mal nur die Zuordnung eindeutig gestaltet, die bis dahin, wie von dir beschrieben das große Problem war. Habe es übrigens sogar so wahrgenommen, dass Adeyemi vorne gegen Bitshiabu oder Seiwald (je nachdem, wie Brandt durchschob) pressen sollte und daher zu keiner Zeit nominell Raum zugeordnet war, wodurch wir uns im Zentrum effektiv einen freien Mann gönnten, trotz nomineller Gleichzahl, was Simons mit seinen Ausweichbewegungen ausnutzte. Daraus resultierend war für mich nicht absehbar, dass man vertikaler in der Spielweise wird und vor allem auf 75% Ballbesitz in Halbzeit 2 kommt. Gerade in Bezug auf das Thema Ballbesitz war die Umstellung schließlich eher keine logische Stärkung, weil man ja nicht am Ursprungsproblem, der nicht umgesetzten Gleichzahl im Zentrum, ansetzte, sondern sogar eine nominelle Unterzahl manifestierte, während man es sonst offensiv auf 1gg1 Duelle ankommen ließ. Im Ergebnis der Anpassung steckt daher auch eine gewaltige Portion Leipziger Unfähigkeit das Spiel im Ballbesitz zu kontrollieren.
Ganz grundsätzlich muss man sich außerdem die Frage gefallen lassen, warum man nicht mit Spielbeginn auf den Gegner anpasst, wenn man offensichtlich nicht dazu in der Lage ist eine eigene, funktionale Identität zu entwickeln?
Habe ich exakt auch so wahrgenommen, wie bereits ansatzweise im STT ausgeführt. Dass jetzt Kovac für eine Umstellung gelobt wird, die nur aufgrund einer Verletzung getätigt wurde, man außer Acht lässt, dass die taktische Herangehensweise davor vorhersehbar schlecht war, denn man weiß doch wie Leipzig agiert, wie sie gerade durch Verlagerungen auf Raum agieren und behält dann die 4er-Kette bei, anstatt RB zu spiegeln, was möglich gewesen wäre, auch wenn Bensebaini keine Option auf die Startelf war.
Kurzum: Wenn die Herangehensweise des Trainers taktisch einfach schlecht war, was vorher absehbar war und die Halbzeit das bis zur Verletzung auch so darstellte, den Trainer dann zu loben, dass es besser wurde, obwohl das nur durch eine Verletzung geschah, man aber gleichwohl keine Kritik anbringt, dann ist das schon mit seltsam treffend beschrieben, denn er hat während der 1. Halbzeit überhaupt keine Anpassungen vorgenommen, sondern wurde durch die Verletzung eher dazu gezwungen.
Leipzig hat dann nach dem 2:0 ihr typisches Spiel nahezu komplett eingestellt und sich ihrer, vor allem in der Krise, aktuell einzigen Stärken beraubt. Durch die Passivität und Inaktivität, ohne dem Gegner Tiefe zu nehmen und kompakt zu stehen, hat Leipzig dem BVB den Sieg eigentlich auf dem Silbertablett präsentiert und aufgezeigt, warum sie selbst in der Krise sind, denn ein RB in Form und mit dem dazugehörigen Selbstverständnis durch die RB-Tugenden, hätte sich nach dem 2:0 normalerweise nicht so taktisch verhalten.
Dass dann einige die Umstellung noch nicht einmal wahrgenommen haben, gerade jene, die gerne mal meinungsstark auftreten, ist dann wieder ein anderes Thema...
Es ist ja trotzdem kein Zufall, daß er einen AV für einen DM bringen( bzw. ist Sabitzer nominell sogar eher ZM ), wenn man noch einen DM, ZM und OM Mittelfeldspieler auf der Bank hat und es auch mit Groß im DM weitere Optionen gegeben hätte. Die Kritik an der Startaufstellung ist vielleicht berechtigt, wobei es ja auch nicht immer sinnvoll ist, sich dem Gegner von vornherein mit einer Umstellung von 4er auf 5er Kette anzupassen um ihn zu spiegeln ( kann im Grunde auch nicht der Anspruch des BVB sein ).
Aber immerhin hat Kovac den Fehler erkannt und entsprechend erfolgreich umgestellt, auch wenn dies sonst vermutlich erst zur Halbzeit passiert wäre. Das ist aber keine Selbstverständlichkeit für jeden Trainer und erst recht nicht für Kovac Vorgänger. Von daher kann man ihm den Punkt schon lassen finde ich.
Ich will aber auch noch mal auf die schlechte Chancenwertung zu sprechen kommen.
Grundsätzlich bleibt sowieso das Problem das Dortmund gerade nicht einen fitten Spieler hat, der stark darin ist, sich auf engstem Raum durchzusetzen und anschließend einen vernünftigen Pass spielen kann, um so Räume für seine Mitspieler zu öffnen.
Brandt braucht eigentlich mehr Platz für seine sonst guten Pässe, Gittens hat Stärken auf engem Raum aber nicht im Kombinationensspiel, Guirassy kann sich vielleicht in engen Räumen behaupten aber wenn er sich viele seiner Abschlüsse selbst zwischen mehreren in Gegenspielern in Bedrängnis vorlegt, führt das ebenfalls zu einer schlechten Chancenwertung. Die einzigen Situationen in denen Spieler mal wirklich frei vor dem Tor auftauchen und Platz und Zeit für einen kontrollierten Abschluss haben, entstehen eigentlich nur nach Läufen von Adeyemi, der aber aus oben genannten Gründen wiederum schwer von seinen Mitspielern richtig eingesetzt werden kann.
Bei den meisten Abschlüsse haben die Spieler nur eine einzige Option aber überhaupt keine Entscheidungsmöglichkeit, weil es eben nicht gelingt sie wirklich auch mal freizuspielen. Das ist für mich auch ein Grund für die schlechte Chancenwertung. Auch wenn sie nach XG von der Position eigentlich hochkarätig sind, gelingt es eben nur wenige Chancen heraus zu spielen, bei denen der Spieler den Ball vorher annehmen oder kontrollieren kann.
16.03.2025 - 17:49 Uhr
Zitat von Ballzumir
Ich bin wirklich kein Fan von Kovac. Aber die Kette aus 3 IV mit Anton hat gegen Lille gerade noch super funktioniert und war eine der taktischen Gründe, warum man Lille so dermaßen dominiert hat. Vielleicht eine schlechte Entscheidung zu erwarten, das dies gegen Leipzig ebenfalls genauso gut funktioniert, dennoch nachvollziehbar das er se probiert.
Was Özcan in der Startelf verloren hatte, verstehe ich auch nicht. Andererseits das man Sabitzer mal auf die Bank setzten möchte, aber 0 Alternativen hat ist halt auch die Realität.
Sahin hat versucht mit diesem Kader, insbesondere diesem Mittelfeld spielerisch zu dominieren und ist damit deutlich gescheitert. Kovac hat nicht mal mehr Nmecha zur Verfügung, also sogar noch ein schwächeres Mittelfeld als Sahin zur Verfügung, was will man da erwarten? Was will man da verlangen?
Das er mit so diesem Kader das größte Chancenplus der Liga herstellt und dies eben nicht NUR durch Kampf, sondern auch durch taktische Umstellungen, die ( im Gegensatz zu Terzic ) wenigstens darauf hindeuten, daß er taktische Überlegungen nicht vernachlässigt und hierin Anpassungen und Lösungen für die Probleme des Kaders sucht, ist schon mal mehr als ich bei seiner Vorstellung erwartet hatte.
Über die Wahl der Taktik kann man streiten, die Ergebnisse sind deutlich zu schlecht für den BVB, die ersten Halbzeiten oft zu schwach, aber ich wüsste wirklich gerade nicht welcher Trainer mit welche Taktik in der aktuellen Situation mehr aus diesem Kader holen würde. Außer man setzt wie Terzic nur noch auf Einsatz, Devensive und lange Bälle, denn das ist das einzige wo ich diesem Kader bessere Ergebnisse zutraue.
Dagegen bin ich mit dem was Kovac zeigt immer noch relativ zufrieden. Ich möchte ihn einfach nicht nach dem beurteilen, was er in der Vergangenheit bei anderen Vereinen gezeigt hat und was ich deswegen evtl. in Zukunft von ihm erwarte, sondern nach dem was er bisher bei Dortmund geleistet hat. Da sehe ich einfach wenig Spielraum für Verbesserungen und bin deshalb sogar positiv überrascht von Kovacs bisheriger Arbeit, auch wenn die Ergebnisse nicht stimmen.
Zitat von DeFlamingo
Ist es nicht Kovac, der die Mannschaft taktisch einstellt und aufstellt? Unter ihm läuft man nun häufiger Rückständen hinterher, auch aufgrund wirklich fragwürdiger Ideen (Anton RV, Berücksichtigung von Özcan).
Wenn man vorher schon nicht die beste Saison hinlegt, dann ist das in mentaler Hinsicht nicht hilfreich, ständig zurückzuliegen. Und dann verballert man eben in Konsequenz auch viel, welbst wenn der Gegner das Spielen einstellt. Vieles ist kopfsache. Mit so einer zweiten Halbzeit wie gestern hätte man im Flow wohl 5 Tore geschossen. So sind es 0.
Den Trainer da rauszunehmen ist lächerlich. Aus meiner Sicht ist er maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Mannschaft ständig zurückliegt und sich dann rauskämpfen muss. Dafür ist sie mental nicht gefestigt genug.
Wundern kann sich aber am Ende niemand. Man hat einen puren Durchschnittstrainer eingestellt und bekommt nun pure Durchschnittsleistung (wenn überhaupt). Passt doch. Wer mehr erwartet hat, war eh ein Träumer.
Zitat von Mairon
Normale Chancenwertung zu erwarten, ist durchaus ein realistischer Ansatz. Käme die Mannschaft dem ansatzweise nach, würde kein Mensch über Kovac diskutieren. Von mir aus hat die Mannschaft kein Pech, aber Kovac mit der absurden Verwertung seiner Spieler definitiv.
Normale Chancenwertung zu erwarten, ist durchaus ein realistischer Ansatz. Käme die Mannschaft dem ansatzweise nach, würde kein Mensch über Kovac diskutieren. Von mir aus hat die Mannschaft kein Pech, aber Kovac mit der absurden Verwertung seiner Spieler definitiv.
Ist es nicht Kovac, der die Mannschaft taktisch einstellt und aufstellt? Unter ihm läuft man nun häufiger Rückständen hinterher, auch aufgrund wirklich fragwürdiger Ideen (Anton RV, Berücksichtigung von Özcan).
Wenn man vorher schon nicht die beste Saison hinlegt, dann ist das in mentaler Hinsicht nicht hilfreich, ständig zurückzuliegen. Und dann verballert man eben in Konsequenz auch viel, welbst wenn der Gegner das Spielen einstellt. Vieles ist kopfsache. Mit so einer zweiten Halbzeit wie gestern hätte man im Flow wohl 5 Tore geschossen. So sind es 0.
Den Trainer da rauszunehmen ist lächerlich. Aus meiner Sicht ist er maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Mannschaft ständig zurückliegt und sich dann rauskämpfen muss. Dafür ist sie mental nicht gefestigt genug.
Wundern kann sich aber am Ende niemand. Man hat einen puren Durchschnittstrainer eingestellt und bekommt nun pure Durchschnittsleistung (wenn überhaupt). Passt doch. Wer mehr erwartet hat, war eh ein Träumer.
Ich bin wirklich kein Fan von Kovac. Aber die Kette aus 3 IV mit Anton hat gegen Lille gerade noch super funktioniert und war eine der taktischen Gründe, warum man Lille so dermaßen dominiert hat. Vielleicht eine schlechte Entscheidung zu erwarten, das dies gegen Leipzig ebenfalls genauso gut funktioniert, dennoch nachvollziehbar das er se probiert.
Was Özcan in der Startelf verloren hatte, verstehe ich auch nicht. Andererseits das man Sabitzer mal auf die Bank setzten möchte, aber 0 Alternativen hat ist halt auch die Realität.
Sahin hat versucht mit diesem Kader, insbesondere diesem Mittelfeld spielerisch zu dominieren und ist damit deutlich gescheitert. Kovac hat nicht mal mehr Nmecha zur Verfügung, also sogar noch ein schwächeres Mittelfeld als Sahin zur Verfügung, was will man da erwarten? Was will man da verlangen?
Das er mit so diesem Kader das größte Chancenplus der Liga herstellt und dies eben nicht NUR durch Kampf, sondern auch durch taktische Umstellungen, die ( im Gegensatz zu Terzic ) wenigstens darauf hindeuten, daß er taktische Überlegungen nicht vernachlässigt und hierin Anpassungen und Lösungen für die Probleme des Kaders sucht, ist schon mal mehr als ich bei seiner Vorstellung erwartet hatte.
Über die Wahl der Taktik kann man streiten, die Ergebnisse sind deutlich zu schlecht für den BVB, die ersten Halbzeiten oft zu schwach, aber ich wüsste wirklich gerade nicht welcher Trainer mit welche Taktik in der aktuellen Situation mehr aus diesem Kader holen würde. Außer man setzt wie Terzic nur noch auf Einsatz, Devensive und lange Bälle, denn das ist das einzige wo ich diesem Kader bessere Ergebnisse zutraue.
Dagegen bin ich mit dem was Kovac zeigt immer noch relativ zufrieden. Ich möchte ihn einfach nicht nach dem beurteilen, was er in der Vergangenheit bei anderen Vereinen gezeigt hat und was ich deswegen evtl. in Zukunft von ihm erwarte, sondern nach dem was er bisher bei Dortmund geleistet hat. Da sehe ich einfach wenig Spielraum für Verbesserungen und bin deshalb sogar positiv überrascht von Kovacs bisheriger Arbeit, auch wenn die Ergebnisse nicht stimmen.
Ich finde Ansichten wie "hat mit Anton auf RV gegen Lille noch super funktioniert, also..." fragwürdig, weil sehr eindimensional, denn man spielt eben in einer Saison keine ca. 50 Spiele alle gegen Lille, sondern spielt gegen so viele unterschiedliche Mannschaften, die selbst taktisch so unterschiedlich sind, dass man immer wieder vor verschiedene Aufgaben gestellt wird und Lösungen haben muss. Wer da denkt, weil man jetzt gegen Mannschaft X mit Taktik Y gut gespielt hat, damit auch gegen alle anderen Gegner gut spielen können muss, der ist, wie eingangs erwähnt, sehr eindimensional unterwegs.
Wie, und vor allem warum, die 1. Halbzeit gegen Leipzig so schlecht gelaufen ist, mit Anton als RV, obwohl das gegen Lille erfolgreich war, war vorhersehbar, weil jeder weiß, wie Leipzig agiert, gerade mit Raum. Sollte Kovac da genauso wie du gedacht haben, ist das ein weiteres Zeichen seiner Mängel im taktischen Bereich.
Ich könnte mir vorstellen, dass, weil die 2. Halbzeit so lief, wie sie lief, Kovac jetzt auch so eindimensional denkt und mit der Formation jetzt zumindest mal den nächsten Gegner bespielen möchte, obwohl dort etwas ganz anderes gefordert sein wird. RB zu spiegeln, wäre von Beginn an der way to go gewesen, aber gegen andere Gegner wird die 4er-Kette wieder sinnvoller sein. Der BVB ist aktuell nicht in der Lage, jedem Gegner seinen eigenen Stil aufzudrängen und muss sich dadurch zwingend anpassen, was aber voraussetzt, dass man weiß, wann welche Anpassungen sinnvoll ist. Gegen RB wusste es Kovac schon einmal nicht...
@Mairon Dass du die Spielereien um xG und xPts für wichtiger hältst, als sie sind, ist ja bekannt, aber meinst du nicht, dass du es ein wenig übertreibst?
Ich möchte dir da mal ein weiteres Beispiel nennen, warum das so einfach nicht abzuleiten ist, wie gut jetzt etwas war und was das zu bedeuten hat. Nehmen wir das Spiel in Lille, wo der BVB in einer Szene eine 4fach-Chance hat, die komplett in die xG-Statistik eingeht. Fällt dort aber bei der ersten Chance das Tor, führt das dazu, dass der xG-Wert niedriger ausgefallen wäre, da es zu den weiteren 3 Chancen in der Szene gar nicht gekommen wäre.
Erzielt RB in Halbzeit 1 ein weiteres Tor, Chancen waren ja vorhanden, verändert sich auch das Spiel, so wie es sich in Halbzeit 2 durch das 2:0 verändert hat. Gelingt dem BVB ein Tor, erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit auf die Veränderung des Spieles an sich, weil RB wohl selbst wieder aktiver geworden wäre, aber mal spätestens bei einem 2:2. Mit einem Tor, kann sich die ganze Statik eines Spieles verändern und es kommt zu gewissen Situationen gar nicht erst/mehr.
Soll heißen: Die reine Aufzählung aller Chancen ist kein Indiz dafür, wie ein Spiel ausgeht, denn dieser Wert gibt das Spiel inkl. tatsächlicher und potenzieller Veränderungen gar nicht wieder. Ist bei "wahre Tabelle" dasselbe Spiel. Gewinnt eine Mannschaft mit 2:0, wo ein Tor früh erzielt wurde und dann spät per Konter "der Deckel drauf gemacht wurde", dann würde in der Statistik weiterhin ein Sieg bestehen bleiben, wen das 1:0 irregulär wäre. Bei xPts ist es auch so, weil dort auch keine bzw. potenziell verändernden Situationen berücksichtigt werden. Demnach hätte der BVB gestern 3 Punkte erhalten, obwohl überhaupt gar nicht abzuschätzen ist, wie sich das Spiel verändert hätte, hätte RB früher das 2:0 erzielt oder der BVB den Anschlusstreffer markiert.
Das bildet niemals ein Spiel ab und gibt wieder, wie gut man selbst agiert. Wenn der Gegner z. B. so schlau agiert, um eben eher abschlussschwache Spieler in Abschlusspositionen zu lassen, dann fällt der xG-Wert entsprechend nicht geringer aus, weil eben dort nicht berücksichtigt wird, wer dort den Torschuss abgegeben hat. Was auch nicht getan wird, ist, einen Koeffizienten ins Spiel zu berücksichtigen, denn du kannst in einem Spiel 30x aufs Tor schießen, dabei einen Gesamt-xG von 3,0 haben, aber die absolute Mehrzahl der Schüsse können dabei ungefährlich gewesen sein, während der Gegner nur 5x aufs Tor schießt, dabei aber 2 xG generiert und bei 5 Torschüssen 2x trifft. Da geht das Spiel 0:2 verloren, aber weil bei xG 3:2 steht, bekommt man bei xPts 3 Punkte.
Man muss also jedes Spiel schon genau betrachten, wie die Werte entstanden sind, aber eben auch unter welchen Umständen, wie z. B. der Spielstand oder taktische Herangehensweisen, denn der BVB wird, wie in Spielen gegen Lille oder Leipzig in der 2. Halbzeit immer genügend Chancen haben, wenn man Räume bekommt. Steht der Gegner tief, lässt weniger Räume, und der BVB muss sie selbst kreieren, dann hat man zwar noch immer viele Torabschlüsse und durch die Summe einen gewissen xG-Wert aber individuell fallen die dann geringer aus, weil potenziell ungefährlicher.
Es ist und bleibt einfach hypothetisch, wie ein Spiel verläuft, selbst wenn ein xG-Wert ein Indiz darstellen kann. Man befindet sich da einfach im "Hätte-Wäre-Wenn-Bereich", der eben nicht aussagt, ob jetzt etwas unter einem Trainer besser oder schlechter läuft, weil eben die Gegner in der Regel andere sind.
Was hingegen bewertbar ist und bleibt, ist die Realität, und diese sieht vor, dass man in der "Kovac-Tabelle" nicht 1. ist, sondern nur 2 Spiele in der Liga gewinnen konnte, gegen St. Pauli und Union.
Durch das permanente Verweisen auf Statistiken, die die Realität nicht wiedergeben, soll mMn bewusst ein verfälschtes Bild erzeugt werden, denn faktisch steht man dort, wo man steht, und das zurecht. Wo man stehen könnte, wenn "hätte, wäre, wenn" eingetreten wäre, ist da wenig zielführend, denn wenn das mal ab und zu so ist, dann kann man es mit Pech oder fehlendem Glück erklären. Geschieht das aber so gehäuft, dann ist es einfach eine Sache der Qualität und der Ist-Zustand bildet dann die Realität ab.
Dass der BVB im Grund, trotz der Probleme mit Kader, Trainer und sportlicher Leitung, potenziell besser ist als Platz 11, ist sicher so. Es ist aber nicht so, dass man eigentlich so gut ist, um auf Platz 3 oder 4 zu stehen. Wer das aufgrund gewisser Daten so glauben möchte, bitte, das hat man zu akzeptieren, aber darf sich eben nicht wundern, wenn das auf Gegenwind stößt.
"Die Tabelle lügt nicht"...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von 3-Ecken-Elfer am 16.03.2025 um 18:04 Uhr bearbeitet
16.03.2025 - 18:27 Uhr
Zitat von MCU_71
Ich pers. denke das das gestrige Spiel gezeigt hat, dass man mit dem Trainer Kovac nicht mehr länger als bis Saisonende planen sollte. Für mich sind da einige Punkte drin, die man so hätte erkennen können dass dies nicht funktioniert und er macht es trotzdem. Taktikänderung aufgrund von Verletzungen, etc...ansonsten stur an etwas festhalten, was nicht funktioniert.
Wenn man ernsthaft etwas verändern möchte, dazu zählt nicht Fitness vor Technik, ist Kovac der falsche Trainer.
Evtl. muss man hier mal einen Schlußstrich ziehen, die Tabelle, besonders die RR Tabelle zeigt, dass seit seiner Übernahme es schlechter läuft als unter Sahin.
Sorry, auch wenn die Spieler die Tore machen müssen, die erste HZ mit seiner Aufstellung und Taktik hat viel kaputt gemacht.
So leid es mir für die Kovac Brüder tut, der Spieler Kovac und sein Bruder der Trainer Kovac haben beim BVB in der kurzen Zeit wo sie hier waren, nicht annährend den Erfolg gehabt den man haben wollte.
Grds. macht man Spieler besser, also den Ansprch sollte man haben, nur sehe ich keinen. Die Idee mit Anton auf RV zeigt doch auch, wo es harkt, dass man den dort spielen lässt, nachdem dort Süle gescheitert ist, zeigt mir, dass die Kaderplanung zwar falsch war, aber man doch andere Lösungen hätte finden müssen, außer die Ideen mit Groß (unter Sahin, ein Spiel unter Kovac), Süle und Anton. Der einzige Trainer der schon mal so dachte war J. Löw bei der WM, nur da hatte er Spieler im Kader davor die defensiv Stabilität rein bekommen haben und nciht wie bei uns, Spieler die hervorragend hinterher gucken, aber nicht hinterher laufen.
Sorry. die Saison noch zu Ende bringen, dann ein neuer Ansatz. Ich musste gestern schon schmunzeln, selbst Stöger fand ich vom Ansatz her interessanter als Kovac...bei den Ergebnissen frage ich mich auch, was um aller Welt hatte Terzic besser im Griff, als jetzt die beiden Trainer. Komischerweise hatte wir Tullberg keine Megaspiele, aber mein Eindruck war, der Zusammenhalt war ein anderer und die Mannschaft hat von den Emotionen von ihm mitprofitiert.
0:1 und jetzt 0:2 in einer sehr wichting Phase der BL in 2 Spielen, dass darf einem BVB nicht passieren, sorry. Das ist unteres Niveau und zeigt, dass der Hase bei uns in die falsche Richtung läuft. Beenden ist hier die einzige Lösung, sonst haben wir den Feind Erfolglosigkeit 2.0 bei Kovac mit in den Vertrag aufgenommen.
Ich pers. denke das das gestrige Spiel gezeigt hat, dass man mit dem Trainer Kovac nicht mehr länger als bis Saisonende planen sollte. Für mich sind da einige Punkte drin, die man so hätte erkennen können dass dies nicht funktioniert und er macht es trotzdem. Taktikänderung aufgrund von Verletzungen, etc...ansonsten stur an etwas festhalten, was nicht funktioniert.
Wenn man ernsthaft etwas verändern möchte, dazu zählt nicht Fitness vor Technik, ist Kovac der falsche Trainer.
Evtl. muss man hier mal einen Schlußstrich ziehen, die Tabelle, besonders die RR Tabelle zeigt, dass seit seiner Übernahme es schlechter läuft als unter Sahin.
Sorry, auch wenn die Spieler die Tore machen müssen, die erste HZ mit seiner Aufstellung und Taktik hat viel kaputt gemacht.
So leid es mir für die Kovac Brüder tut, der Spieler Kovac und sein Bruder der Trainer Kovac haben beim BVB in der kurzen Zeit wo sie hier waren, nicht annährend den Erfolg gehabt den man haben wollte.
Grds. macht man Spieler besser, also den Ansprch sollte man haben, nur sehe ich keinen. Die Idee mit Anton auf RV zeigt doch auch, wo es harkt, dass man den dort spielen lässt, nachdem dort Süle gescheitert ist, zeigt mir, dass die Kaderplanung zwar falsch war, aber man doch andere Lösungen hätte finden müssen, außer die Ideen mit Groß (unter Sahin, ein Spiel unter Kovac), Süle und Anton. Der einzige Trainer der schon mal so dachte war J. Löw bei der WM, nur da hatte er Spieler im Kader davor die defensiv Stabilität rein bekommen haben und nciht wie bei uns, Spieler die hervorragend hinterher gucken, aber nicht hinterher laufen.
Sorry. die Saison noch zu Ende bringen, dann ein neuer Ansatz. Ich musste gestern schon schmunzeln, selbst Stöger fand ich vom Ansatz her interessanter als Kovac...bei den Ergebnissen frage ich mich auch, was um aller Welt hatte Terzic besser im Griff, als jetzt die beiden Trainer. Komischerweise hatte wir Tullberg keine Megaspiele, aber mein Eindruck war, der Zusammenhalt war ein anderer und die Mannschaft hat von den Emotionen von ihm mitprofitiert.
0:1 und jetzt 0:2 in einer sehr wichting Phase der BL in 2 Spielen, dass darf einem BVB nicht passieren, sorry. Das ist unteres Niveau und zeigt, dass der Hase bei uns in die falsche Richtung läuft. Beenden ist hier die einzige Lösung, sonst haben wir den Feind Erfolglosigkeit 2.0 bei Kovac mit in den Vertrag aufgenommen.
Sehe ich genauso.
Die Einnahmen aus der Klub-WM dürften wahrscheinlich die fehlenden Einnahmen aus der nächsten CL-Saison teilweise ersetzen können, aber eben nicht vollständig. Wenn unsere Verantwortlichen sich im nächsten Sommer dann für einen spielerischen Umbruch, maßgeblich beeinflusst durch Kovac (aufgrund des noch laufenden Vertrages), entscheiden, dürften die nächsten Enttäuschungen vorprogrammiert sein.
Ich hatte auch das Gefühl, dass Tullberg die Jungs mehr gekriegt hat. Ob er Kovac ersetzen sollte, weiß ich aber nicht. Genau wie Sahin fehlt es ihm ja an Erfahrung im Profi-Bereich.
Hat Kovac eigentlich einen Wunschspieler, den er zu uns lotsen möchte?
16.03.2025 - 19:45 Uhr
Ich kann diese Diskussionen um den Trainer nur bedingt verstehen.
Rose,Terzic,Sahin,Kovac,3Spiele Tullberg....für mich hat sich gezeigt, dass hier viel Grundlegenderes nicht passt.
Wir brauchen ein gestrafftes Mgmt, welches Ambition und Leistungskultur verkörpert und vorlebt.
Wenn das da ist kann man auch mal über den Trainer sprechen.
Rose,Terzic,Sahin,Kovac,3Spiele Tullberg....für mich hat sich gezeigt, dass hier viel Grundlegenderes nicht passt.
Wir brauchen ein gestrafftes Mgmt, welches Ambition und Leistungskultur verkörpert und vorlebt.
Wenn das da ist kann man auch mal über den Trainer sprechen.
16.03.2025 - 21:10 Uhr
Zitat von EliasB2017
Ich kann diese Diskussionen um den Trainer nur bedingt verstehen.
Rose,Terzic,Sahin,Kovac,3Spiele Tullberg....für mich hat sich gezeigt, dass hier viel Grundlegenderes nicht passt.
Wir brauchen ein gestrafftes Mgmt, welches Ambition und Leistungskultur verkörpert und vorlebt.
Wenn das da ist kann man auch mal über den Trainer sprechen.
Ich kann diese Diskussionen um den Trainer nur bedingt verstehen.
Rose,Terzic,Sahin,Kovac,3Spiele Tullberg....für mich hat sich gezeigt, dass hier viel Grundlegenderes nicht passt.
Wir brauchen ein gestrafftes Mgmt, welches Ambition und Leistungskultur verkörpert und vorlebt.
Wenn das da ist kann man auch mal über den Trainer sprechen.
Ich verstehe nicht warum es immer um ein "entweder oder" geht. Genau das gleiche heute im DoPa wo die Frage gestellt wurde an wem oder was es liegt. In typischer DoPa Manier wurde der Trainer auch dort von allem freigesprochen und die Mentalität der Spieler als Grund angeführt. Dass im Dopa nur noch Murks erzählt wird ist nichts Neues, aber der Punkt ist, dass die Analyse nicht nur auf den einen Grund reduziert werden darf. Ja, das ein neuer Trainer viele der gleichen Probleme wie seine Vorgänger hat spricht dafür, dass es grundlegendere Probleme gibt. Und dennoch muss natürlich auch Kovac kritisiert werden. Dafür, dass er einen katastrophalen Punkteschnitt trotz einfachem Programm hat. Dafür, dass er erneut einen Fußball spielen lassen will mit dem man nicht erfolgreich sein wird. Dafür, dass er Gittens komplett rasiert hat, anstatt ihn (der nach wie vor so ziemlich unser talentiertester Spieler mit dem höchsten MW-Potential ist) wieder in Form zu bringen. Dafür, dass er gestern eine HZ komplett vercoacht hat.
Natürlich ist das grundlegende Problem hier nicht Kovac selbst, sondern die inkompetente Führung die ihn eingestellt hat. Und dennoch darf man die Führung als Grund für den Downfall UND Kovac als Verstärkung dessen sehen. Positiv muss man immerhin sehen, dass Kovac von einer "Katastrophe" spricht und damit unserer gesamten restlichen Führung in Sachen klare Einordnung Meilen voraus ist.
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