DFB und DFB-Teams

Nations League

11.10.2017 - 13:03 Uhr
Bei der erstmals ausgetragenen Nations League treffen die besten europäischen Mannschaften aufeinander. Die Ligen-Einteilung ist nun festgelegt.
Kurzes Vorwort:
Es dauert nicht mehr lang bis die neue Nations-League in Kraft tritt.
Am 24. Januar 2018 wird es zur Auslosung kommen.

Alles weitere werdet ihr im den folgenden Bericht erfahren:

Die deutschen Weltmeister können in der neuen Nations League der Europäischen Fußball-Union (UEFA) auf einige ganz Große treffen. Die deutsche Mannschaft wurde gemäß Koeffizienten-Rangliste unter anderem mit Europameister Portugal sowie den Ex-Weltmeistern Spanien, Frankreich und England der Top-Liga A zugeteilt. Die zwölf Nationen werden am 24. Januar 2018 in Lausanne in vier Dreiergruppen gelost.

In dem neuen Format gibt es innerhalb der Gruppe Hin- und Rückspiele, also vier Spiele pro Mannschaft. Die Gruppensieger qualfizieren sich für die Endrunde im Juni 2019, bei der die Halbfinals und das Finale gespielt werden. Gastgeber wird eine der vier qualifizierten Nationen sein. Das Turnier wird im Zweijahresrhytmus gespielt und ist ab 2020 auch für die EM-Qualifikation entscheidend.

Generell soll die Nations League, die auch eine Auf- und Abstiegsregelung beinhaltet, Länderspiele in Jahren ohne großes Turnier attraktiver machen. Sie war Vorschlag und Herzenswunsch des ehemaligen UEFA-Präsidenten Michel Platini.


Die Aufteilung in die vier Ligen im Überblick:

Liga A: Deutschland, Portugal, Belgien, Spanien, Frankreich, England, Schweiz, Italien, Polen, Island, Kroatien, Niederlande

Liga B: Österreich, Wales, Russland, Slowakei, Schweden, Ukraine, Irland, Bosnien-Herzegowina, Nordirland, Dänemark, Tschechien, Türkei

Liga C: Ungarn, Rumänien, Schottland, Slowenien, Griechenland, Serbien, Albanien, Norwegen, Montenegro, Israel, Bulgarien, Finnland, Zypern, Estland, Litauen

Liga D: Aserbaidschan, Mazedonien, Weißrussland, Georgien, Armenien, Lettland, Färöer, Luxemburg, Kasachstan, Moldau, Liechtenstein, Malta, Andorra, Kosovo, San Marino, Gibraltar
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Zinedine am 21.07.2020 um 21:20 Uhr bearbeitet
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Nations League |#1
11.10.2017 - 13:27 Uhr
Ich bin ja grundsätzlich gespannt auf diesen Wettbewerb. Statt Freundschaftsspiel nun eben bessere Testspiele im Wettkampfmodus - könnte ganz spannend werden.
Ich finde es nur heikel, dass sich aus jeder Liga ein Team für die EM qualifiziert. Wenn ich mir bspw. ein Team wie Zypern anschaue. Die werden in Liga C wohl kaum an Serbien, Griechenland und Co. vorbei kommen, wären vermutlich aber Top-Favorit in Liga D. Was soll sie dann davon abhalten, mit aller Macht den Abstieg zu schaffen?
Nach der EM 2020 startet die zweite Auflage der Nations League. Stand jetzt ist ja glaube ich noch nicht bekannt, in wie weit diese Auswirkungen auf die WM-Quali 2022 hat, dennoch sehe ich keinen Nachteil durch einen gewollten Abstieg in eine schwächere Liga. Bin gespannt, wie man das lösen möchte oder ob das überhaupt in aller Ausführlichkeit durchdacht wurde?

So oder so darf sich ein Team aus Liga D auf die EM 2020 freuen... ich seh Färöer schon anklopfen zwinker
Dieser Beitrag wurde zuletzt von MightyDuck am 11.10.2017 um 13:28 Uhr bearbeitet
Nations League |#2
24.01.2018 - 15:35 Uhr
Verstehe immer noch nicht, warum ein chancenloses Team aus Liga C (Litauen, Estland) nicht alles dafür tun sollte um abzusteigen um bei der kommenden Ausgabe als Favorit in Liga D zu starten, aber gut...

Prinzipiell finde ich die Nations League auch ganz interessant. Statt Testspiele nun eben etwas Wettbewerbscharakter, kommt einem sinnvollen Test doch schon etwas näher.
Nations League |#3
19.07.2018 - 19:36 Uhr
Zitat von Dreisambock

Eine Frage, die ich schon mal gestellt hatte (anderswo?), die aber wohl untetgeangen ist: werden bei der NL die Wechsel nach Pflichtspielregeln getätigt, also nur drei?


Ich habe darüber mal einen Artikel gelesen, der sämtliche Regeln der NL aufgelistet hat, habe ihn aber auf die schnelle nicht mehr finden können... schief
Wie dem auch sei, es sind offiziell Pflichtspiele und dementsprechend werden die Spiele ausgetragen. Zumal sich Teams über den Wettbewerb nicht nur einen Pokal holen, sondern auch für die EM qualifizieren können - dann müssten die Regeln der regulären EM Quali im Sinne der Chancen Gleichheit ebenfalls angepasst werden. Heißt: 3 Wechsel sind möglich.

Zitat von Dreisambock

Eine andere Frage: hat die NL ab 20/21 auch Einfluss auf die WM-Quali?


Nein. Es ist ein UEFA Wettbewerb, der keinen Einfluss auf die von der FIFA ausgetragenen WM hat.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Teec3 am 19.07.2018 um 19:38 Uhr bearbeitet
Nations League |#4
20.11.2018 - 12:48 Uhr
Da nun in fast allen relevanten Divisionen und Gruppen die Entscheidungen gefallen sind, muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:
Die Niederlande, die Schweiz, England und Portugal spielen den Titel der ersten Division unter sich aus. Das mag aufgrund der Leistungen in der Nations League verdient sein, wirft aber erhebliche Fragen über den Modus auf.

12 Länder spielen in Division 1, ohne Frage auch 12 Länder, die dorthin gehören (mit Abstrichen Polen und Island). 1/3 dieser Nationen MUSS absteigen. Wie können 4 (!) Spiele über einen Abstieg entscheiden? Du kannst theoretisch die drittbeste Mannschaft des Kontinents sein, mit etwas Pech muss man trotzdem absteigen (man schaue sich mal den Vize-Weltmeister oder den Weltmeister von 2014 an).
In der Bundesliga steigen 1/6 bis 1/9 der Mannschaften in die zweite Liga ab, das bei 34 Spielen. Hier kann man davon ausgehen, dass tatsächlich am Ende die Teams unten stehen, die innerhalb eines Jahres im Vergleich mit den anderen Teams die schwächsten waren.
In der Nations League sind es 4 (!) Spiele und am Ende steigt 1/3 ab.

Die Uefa wird sich wundern, wenn in in 2 Jahren plötzlich die Ukraine, Russland/Schweden, Bosnien und Dänemark in der ersten Division mitmischen und die Qualität einfach nachlässt. Das sind vorprogrammierte Fahrstuhlmannschaften.
Gleiches gilt für Deutschland und Kroatien: Als ob sie irgendeinem Team in der zweiten Division unterlegen wären. Gleiches gilt auch für Polen und Island: Wie ich die UEFA einschätze, werden die 4 auch die Gruppenköpfe sein - somit stehen ja schon 4 Aufstiegskandidaten fest. Genau wie in Division 1 4 Abstiegskandidaten da sind. Wenn diese nicht gleichmäßig auf die Gruppen aufgeteilt werden, ist eine Gruppe mit England, Russland und Bosnien möglich, gleichzeitig Spanien, Frankreich und Belgien?!

Abgeschwächt gilt dies natürlich auch bei den Ab-/Aufstiegen zwischen B und C und C und D. Dort ist der Qualitätsunterschied allerdings nicht so groß.

Das ist absolut nicht weitsichtig von der Uefa, deutet leider aber auch an, dass es nur ums "schnelle Geld" geht.
Was ist, wenn nun ein Land absichtlich absteigt, um 2 Jahre später in der vermeintlich leichteren Division einen EM-Startplatz zu ergattern? Für Griechenland wäre es schon erschwinglich, sich gegen Teams wie Georgien, Malta oder Luxemburg für die EM zu qualifizieren als in einer Quali-Gruppe in Topf 4 oder 5 zu stehen.

Für mich bleibt das alles so, wie ich es mir schon bei der Einführung und Vorstellung des Wettbewerbs gedacht habe: Kaum durchdacht und Geldmacherei.

Allerhöchstens könnte ich mir vorstellen, dass es 6er-Gruppen gibt. Dort bestreitet man dann 10 Spiele (anstatt 4). Dort ist eine Leistungseinschätzung viel besser möglich als bei 4 Spielen - außerdem ist das Spektrum der Gegner viel größer.


*Alle Angaben zu Mannschaftsstärken beruhen auf meinen Beoabachtungen und es ist natürlich nicht gewährleistet, dass diese Mannschaften auch bei der nächsten Austragung der Nations League in 2 Jahren noch so stark/schwach sind, wie dargestellt

•     •     •

Fußball wird gespielt, um Ergebnisse zu erzielen, aber Ergebnisse sind nicht immer der beste Maßstab in der Bewertung
Nations League |#5
21.11.2018 - 12:58 Uhr
Zitat von McSquarepants
Da nun in fast allen relevanten Divisionen und Gruppen die Entscheidungen gefallen sind, muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:
Die Niederlande, die Schweiz, England und Portugal spielen den Titel der ersten Division unter sich aus. Das mag aufgrund der Leistungen in der Nations League verdient sein, wirft aber erhebliche Fragen über den Modus auf.

12 Länder spielen in Division 1, ohne Frage auch 12 Länder, die dorthin gehören (mit Abstrichen Polen und Island). 1/3 dieser Nationen MUSS absteigen. Wie können 4 (!) Spiele über einen Abstieg entscheiden? Du kannst theoretisch die drittbeste Mannschaft des Kontinents sein, mit etwas Pech muss man trotzdem absteigen (man schaue sich mal den Vize-Weltmeister oder den Weltmeister von 2014 an).
In der Bundesliga steigen 1/6 bis 1/9 der Mannschaften in die zweite Liga ab, das bei 34 Spielen. Hier kann man davon ausgehen, dass tatsächlich am Ende die Teams unten stehen, die innerhalb eines Jahres im Vergleich mit den anderen Teams die schwächsten waren.
In der Nations League sind es 4 (!) Spiele und am Ende steigt 1/3 ab.

Die Uefa wird sich wundern, wenn in in 2 Jahren plötzlich die Ukraine, Russland/Schweden, Bosnien und Dänemark in der ersten Division mitmischen und die Qualität einfach nachlässt. Das sind vorprogrammierte Fahrstuhlmannschaften.
Gleiches gilt für Deutschland und Kroatien: Als ob sie irgendeinem Team in der zweiten Division unterlegen wären. Gleiches gilt auch für Polen und Island: Wie ich die UEFA einschätze, werden die 4 auch die Gruppenköpfe sein - somit stehen ja schon 4 Aufstiegskandidaten fest. Genau wie in Division 1 4 Abstiegskandidaten da sind. Wenn diese nicht gleichmäßig auf die Gruppen aufgeteilt werden, ist eine Gruppe mit England, Russland und Bosnien möglich, gleichzeitig Spanien, Frankreich und Belgien?!

Abgeschwächt gilt dies natürlich auch bei den Ab-/Aufstiegen zwischen B und C und C und D. Dort ist der Qualitätsunterschied allerdings nicht so groß.

Das ist absolut nicht weitsichtig von der Uefa, deutet leider aber auch an, dass es nur ums "schnelle Geld" geht.
Was ist, wenn nun ein Land absichtlich absteigt, um 2 Jahre später in der vermeintlich leichteren Division einen EM-Startplatz zu ergattern? Für Griechenland wäre es schon erschwinglich, sich gegen Teams wie Georgien, Malta oder Luxemburg für die EM zu qualifizieren als in einer Quali-Gruppe in Topf 4 oder 5 zu stehen.

Für mich bleibt das alles so, wie ich es mir schon bei der Einführung und Vorstellung des Wettbewerbs gedacht habe: Kaum durchdacht und Geldmacherei.

Allerhöchstens könnte ich mir vorstellen, dass es 6er-Gruppen gibt. Dort bestreitet man dann 10 Spiele (anstatt 4). Dort ist eine Leistungseinschätzung viel besser möglich als bei 4 Spielen - außerdem ist das Spektrum der Gegner viel größer.


*Alle Angaben zu Mannschaftsstärken beruhen auf meinen Beoabachtungen und es ist natürlich nicht gewährleistet, dass diese Mannschaften auch bei der nächsten Austragung der Nations League in 2 Jahren noch so stark/schwach sind, wie dargestellt


Berechtigte Kritik? Ja.
Alle Aspekte gegeneinander abgewogen? Eher nein.

Zuallererst müssen wir konstatieren, dass die Alternative die internationalen Testspiele waren. Vor der Einführung der UEFA Nations League waren die Testspiele stark in der Kritik. Wochenlange Länderspielpausen, in denen die Topnationen Europas mit B-Mannschaften gegen unterlegene Gegner testeten, und leere Stadien, da diese Spiele an Bedeutungslosigkeit nicht zu überbieten sind. Der normle Vereinsfußball wird aus dem Rhythmus gerissen für Spiele nach denen kein Hahn kräht.

Die Nations League ist und war der Versuch diesem Trott entgegenzuwirken. Der sportliche und wirtschaftliche Anreiz wird durch folgende Mittel gestellt: 4 EM-Endrundenplätze, die Topf-Einordnung in die EM-Qualifikation und einem Prämientopf von knapp 80 mio. €.
Selbstverständlich geht mit der Nations League auch Mehreinahmen einher, jedoch ist dies doch durch die erhöhte Spannung generiert, denn hätten sich "normale" Ländertestspiele adäquat vermarkten lassen, dann wäre es nicht zu einer Nations League gekommen.

Wenn man sportliche Prognosen wagt sind es ohnehin nur 2 EM-Endrundenplätze, da sich die meisten Nationen aus Liga A und B auch über die EM-Quali qualifiziert hätten. Die Topf-Einordnung zeichnete sich nun zusätzlich als Glückgriff ab, da selbst Spiele in denen die Platzierungen schon feststehen spannend bleiben (siehe Deutschland-Niederlande). Wenn man sich den Verteilungsschlüssel der UEFA für die Nations League anschaut, wird auch klar, dass es kleinen Nationen, wie z.B. Andorra etc., hilft die Arbeit weiterhin finanziell stemmen zu können. Die riesigen Lücken können so etwas geschlossen werden, wenn auch minimal.

Nun kommen wir zum sportlichen Aspekt. Hier ist die Aufteilung weitaus ausgeglichener als in der EM-Quali. Denn welchen Sinn macht es für San Marino gegen Deutschland und Serbien anzutreten und am nächsten Spieltag beispielsweise gegen Portugal und Nordirland. Auch die Top-Mannschaften messen sich hier mit Gegnern mit denen sie sich auch messen sollten. Denn Quali-Spiele von Deutschland gegen Liechtenstein blenden schnell über den aktuellen Leistungsstand hinweg und sind nicht zielführend.

Jetzt komme ich nun zu ein paar Kleinigkeiten in deinem Text: Bei deinen "Abstiegsrechnungen" berücksichtigst du nicht, dass in Liga C und D 4 Mannschaften pro Gruppe antreten. Zudem sind hier die Länderspiel-Termine ausgelastet und somit keine Testspiele möglich. Die Abstiegsquote ist demzufolge natürlich auch etwas besser.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Nations League erfrischend anders ist. Es wird zählt nur der aktuelle Leistungsstand und man erhält keine Vorteile aus vergagenen Erfolgen, wie in anderen Wettbewerben. Als Fan und Zuschauer hat man auch keine Nachteile, man sieht seine Nation gegen ebenbürtige Mannschaften spielen. In unserem Fall Niederlande und Frankreich, geht schlechter oder? Und im Vergleich zu den sonstige Testspielen ist es auch nicht viel anders, außer dass mehr Brisanz im Spiel ist und etwas Tabellenrechnerei, wenn man sich dafür interessiert.
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