Karlsruher SC Karlsruher SC
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Marvin Wanitzek
Geburtsdatum 07.05.1993
Alter 33
Nat. Deutschland  Deutschland
Größe 1,79m
Vertrag bis 30.06.2029
Position Zentrales Mittelfeld
Fuß rechts
Akt. Verein Karlsruher SC

Leistungsdaten: 26/27

Marvin Wanitzek [10]

17.06.2017 - 16:11 Uhr
Marvin Wanitzek [10] |#1581
27.03.2026 - 22:06 Uhr
du sprachst von schnellstmöglichem verkauf bei halbwegs interessanter wertsteigerung. alle drei spieler sind gegenbeispiele, im übrigen sogar weiß, den man schon früher siebenstellig verkaufen hätte können, was für den ksc immer eine "halbwegs interessante" summe ist.

deine ausführungen sind teil der an der banane herbeigezogenen verschwörungstheorie, der ksc würde es durch seine verkaufspolitik verunmöglichen, hier erfolg zu haben. dabei ist sie eine völlig normale transferstrategie.

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"Messi oder Ronaldo? Ich nehme Dulleck!" (José Mourinho, 2012)
Marvin Wanitzek [10] |#1582
27.03.2026 - 23:08 Uhr
Gemach, gemach.... nochmal:
ich widersprach lediglich der Aussage, Spieler zögen in die Ferne, obwohl Vereine sie unbedingt halten wollten. Es ging um die Treue sonst nix.

Im Übrigen habe ich Dir die Unmöglichkeit bzw. die Unrentabilität eines Verkaufs von den beiden ganz jungen in 2025 gerade dargestellt und den Grund des Verbleibs von Herold dargelegt.
Wer Max Weiß ohne eine einzige Zweitligasaison für mindestens 1 Mio. haben wollte, entzieht sich zwar meiner Kenntnis, ich habe allerdings auch nie behauptet, dass die Strategie lautet, völlig unabhängig von Steigerungspotentialen schnellstmöglich zu verkaufen.
Nach bereits einer vollen Saison wurde dann ja doch versilbert, völlig ok. Nur, nochmal, eben nicht (ausschließlich) mangelnde Vereinstreue des Spielers!

Immerhin weiß ich jetzt, welche Laus Dir über die Leber gelaufen ist, nur lass mich da bitte raus, wenn Du unzufrieden bist.
Ich bin mit dem Abschneiden des KSC in den letzten Jahren sehr zufrieden und werde es wohl auch diese Saison wieder sein. Für mich ist der Erfolg also bereits da.

Und das es sowohl bei den den Leistungen als auch bei den Transfers erhebliche Schwankungen geben kann,
daran habe ich mich nach inzwischen 50 Jahren Wildpark in 3 Ligen durchaus gewohnt.

Entspanntes Wochenende wünsche ich Dir!

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Am 13. November 1976 als HSV-Fan vom ältesten Bruder auf die Gegengerade mitgenommen worden,
als KSC-Fan wieder rausgegangen.
Später Fanclub WWW und 10 Jahre Dauerkarte im L-Block.


Dieser Beitrag wurde zuletzt von FreiesBaden am 27.03.2026 um 23:17 Uhr bearbeitet
Marvin Wanitzek [10] |#1583
28.03.2026 - 00:05 Uhr
herold wollte im sonmer keiner für 5, ja, man hätte ihn aber darunter immer noch "interessant wertgesteigert" abgeben können. von guten angeboten für rpp sprach eggimann neulich selbst, bei lbf gibt es medienberichte aus dem sommer über gute angebote (ein tunesisches medium schrieb sogar da schon von 7mio). weiß war 2024 von leverkusen und vor allem wolfsburg umworben, die natürlich nicht nur einen satz radmuttern geboten haben. auch wegen dieses werbens hat man weiß zur 1 gemacht, um ihm etwas zu bieten.

das zu den fakten. wie man mit 50 jahren ksc erfahrung, also jahrzehnten in liga 1, mit dem aktuellen status als graue maus der zweiten liga zufrieden sein kann (nichts anderes sind wir, kein normaler zweitligafan könnte außer marvin wanitzek irgendwas zum spielstil des ksc sagen - gibt ja auch keinen), wird mir ein ewiges rätsel bleiben. ein ruhiges wochenende wünsche ich dir trotzdem auch.

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"Messi oder Ronaldo? Ich nehme Dulleck!" (José Mourinho, 2012)
Marvin Wanitzek [10] |#1584
28.03.2026 - 00:45 Uhr
Zitat von Residenz


das zu den fakten. wie man mit 50 jahren ksc erfahrung, also jahrzehnten in liga 1, mit dem aktuellen status als graue maus der zweiten liga zufrieden sein kann (nichts anderes sind wir, kein normaler zweitligafan könnte außer marvin wanitzek irgendwas zum spielstil des ksc sagen - gibt ja auch keinen), wird mir ein ewiges rätsel bleiben.


Liegt wahrscheinlich daran, dass man sich im zweiten Teil dieser 50 Jahre oftmals danach sehnte den Status einer grauen Maus in der 2. Liga zu besitzen. Wir waren da nämlich häufig nahe dran mausetot mit Genickbruch in der Mausefalle zu landen.
Marvin Wanitzek [10] |#1585
28.03.2026 - 09:40 Uhr
Zitat von pizzafunghi
Zitat von Residenz

das zu den fakten. wie man mit 50 jahren ksc erfahrung, also jahrzehnten in liga 1, mit dem aktuellen status als graue maus der zweiten liga zufrieden sein kann (nichts anderes sind wir, kein normaler zweitligafan könnte außer marvin wanitzek irgendwas zum spielstil des ksc sagen - gibt ja auch keinen), wird mir ein ewiges rätsel bleiben.


Liegt wahrscheinlich daran, dass man sich im zweiten Teil dieser 50 Jahre oftmals danach sehnte den Status einer grauen Maus in der 2. Liga zu besitzen. Wir waren da nämlich häufig nahe dran mausetot mit Genickbruch in der Mausefalle zu landen.


das mag sein, diese zweite hälfte habe ich allerdings auch miterlebt. aber gerade wenn man im regen des alten wildparks angeschaut hat, wie einen die sportfreunde lotte vorführen oder früher nur conor casey das überleben verdankte, dann muss ich doch mehr wollen. weil wir doch auch miterlebt haben, wie zwischenzeitlich noch viel totere vereine uns da überholt haben, andere vor diesen 25 jahren nicht mal profiexistent waren und jetzt bundesligisten.

und die haben das alle geschafft ohne eine geschäftsstelle groß wie eine mittlere verwaltungsbehörde, ohne 17 bereichsleiter, aber auch ohne den perfekten back up auf der linksverteidigerposition und obwohl die alle auch mal spieler abgegeben haben und obwohl auch sie teil der wilden maus liga waren, die für manche ja völlig uncoachbar zu sein scheint, gegen die für manche die ziehung der lottozahlen noch berechenbar ist.

nur beim ksc wartet und wartet man und findet immer noch einen grund, warum es gerade wieder mal nicht klappen kann. weil vor ewigkeiten ein stürmer verkauft wurde, weil die liga wieder mal wirklich zu stark ist, weil der nackte mann keinen hosenanzug trägt, egal. das kann doch nicht die einstellung sein.

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"Messi oder Ronaldo? Ich nehme Dulleck!" (José Mourinho, 2012)
Marvin Wanitzek [10] |#1586
28.03.2026 - 10:37 Uhr
Zitat von Residenz

Zitat von pizzafunghi

Zitat von Residenz

das zu den fakten. wie man mit 50 jahren ksc erfahrung, also jahrzehnten in liga 1, mit dem aktuellen status als graue maus der zweiten liga zufrieden sein kann (nichts anderes sind wir, kein normaler zweitligafan könnte außer marvin wanitzek irgendwas zum spielstil des ksc sagen - gibt ja auch keinen), wird mir ein ewiges rätsel bleiben.


Liegt wahrscheinlich daran, dass man sich im zweiten Teil dieser 50 Jahre oftmals danach sehnte den Status einer grauen Maus in der 2. Liga zu besitzen. Wir waren da nämlich häufig nahe dran mausetot mit Genickbruch in der Mausefalle zu landen.


das mag sein, diese zweite hälfte habe ich allerdings auch miterlebt. aber gerade wenn man im regen des alten wildparks angeschaut hat, wie einen die sportfreunde lotte vorführen oder früher nur conor casey das überleben verdankte, dann muss ich doch mehr wollen. weil wir doch auch miterlebt haben, wie zwischenzeitlich noch viel totere vereine uns da überholt haben, andere vor diesen 25 jahren nicht mal profiexistent waren und jetzt bundesligisten.


Ziemlich einseitig betrachtet, oder?
Wieviele Gegenbeispiele gibt es, die es im genannten Zeitraum von Profifußball in die Bedeutungslosigkeit gebracht haben?
Das sind bedeutend mehr, als die damals "nicht-Existenten", die uns überholt haben sollen.

Und bei vielen war es genau aus dem Grund, weil man unwirtschaftlich handelte und sich zu größerem berufen fühlte, obwohl es bei Finanzen und Strukturen auf Glücksspiel ausgelegt war.

Die Logik, dass man erst recht mehr rausholen sollen MÜSSTE, weil man schon am Abgrund stand, erschließt sich mir auch nicht ganz.
Die logische Konsequenz wäre daraus zu lernen und es künftig besser zu machen.
Und nicht zu schlussfolgern:
Wir haben gesehen wie scheisse es laufen kann, also versuchen wir es auf Gedeih und Verderb erneut.

und die haben das alle geschafft ohne eine geschäftsstelle groß wie eine mittlere verwaltungsbehörde, ohne 17 bereichsleiter


Von welchen Vereinen sprichst du?
Wer, außer den absoluten Überraschungsbeispielen Heidenheim und/oder Elversberg wäre da im deutschen Profifußball zu nennen?

Heidenheim für seinen Teil ist auch nicht erst seit ihrem Aufstieg dabei sich in allen Bereichen weiter zu professionalisieren und aufzustocken.

Und unabhängig von diesen beiden Clubs:
Welcher Club, der erfolgreicher ist als der unsere hat denn bedeutend kleinere Strukturen oder ist nicht seit längerem dabei, diese in allen Bereichen aufzustocken?
Im Idealfall vielleicht auch über einen mittelfristigen Zeitraum betrachtet..

nur beim ksc wartet und wartet man und findet immer noch einen grund, warum es gerade wieder mal nicht klappen kann. weil vor ewigkeiten ein stürmer verkauft wurde, weil die liga wieder mal wirklich zu stark ist, weil der nackte mann keinen hosenanzug trägt, egal. das kann doch nicht die einstellung sein.

Sorry das ist dermaßen an der Realität vorbei, das man den Eindruck gewinnen konnte, man befasst sich nicht wirklich mit dem deutschen Profifußball.

Und das müsste man eigentlich gar nicht ausführen.
Das sieht man schon, wenn man sich das Teilnehmerfeld der zweiten Liga anschaut und welche Vereine da Jahr für Jahr Unmengen an Geldern reinpumpen und es trotzdem nicht schaffen.

Und da geht es nicht nur um die 6-7 Vereine vor uns, von denen nahezu alle den Aufstieg forcieren wollen.
Da geht es auch um andere Vereine in unseren Gefilden, die teilweise noch vor kurzer Zeit erstklassig gespielt haben, aber aktuell noch hart gegen den Abstieg spielen.

Frag mal bei Düsseldorf, Bochum, Kiel, Magdeburg und Bielefeld nach.

Man wartet beim KSC nicht.
Man arbeitet (kontinuierlich) an etwas, das weder planbar noch erzwingbar ist, was, wie eben schon erwähnt, Jahr für Jahr durch andere Vereine immer wieder eindrucksvoll dargestellt wird.

Aber anstatt das zumindest realistisch anzuerkennen, wird vorgeworfen, dass man nicht den Weg manch anderer geht.

Das sind teilweise Vereine, die nicht "warten", sondern mit Gewalt mehr rausholen wollen, auf Glück spielen, finanziell (mittlerweile) schlechter da stehen als wir und deren Strukturen mindestens so aufgeblasen sind wie unsere.

Ich kann es wirklich nicht mehr hören.
Wer die Zeit wirklich mit Herzblut miterlebt hat und den heutigen Profifußball realistisch betrachtet, der kann mit einer fairen Wertung nicht auf das Ergebnis kommen, dass hier in jüngerer Vergangenheit sonderlich viel falsch gemacht wurde.

Sorry für OT, hab erst im Nachgang gesehen in welchem Thread ich unterwegs bin.

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1. Unterhosen sammeln
2. ......
3. Profit

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Annold am 28.03.2026 um 10:41 Uhr bearbeitet
Marvin Wanitzek [10] |#1587
28.03.2026 - 11:28 Uhr
beispiele für vereine die mit (zum aufstiegszeitpunkt) kleineren strukturen aufgestiegen sind und nun ausnahmslos finanziell kräftiger sind als wir: augsburg, darmstadt, paderborn, heidenheim, kiel, union.

ich frage gern mal in den weiter unter von dir genannten orten an. auch die stehen finanziell größtenteils besser da und haben zwischendurch immerhin mal erste liga gespielt. sehe nicht, was an denen ein negativbeispiel sein will. (zeitweiser sportlicher misserfolg ist in eurer welt ja eh völlig unbeeinflussbar, reine höhere gewalt)

und ja, es findet sich auch immer noch jemand, dem es schlechter geht. wenn es euch schon zufriedenheit verschafft, besser als cottbus und sandhausen dazustehen, freut mich das für euch. ich glaube im übrigen auch nicht, dass hier schlecht gearbeitet wird. aber eben auch nicht so gut, wie man es sich in seiner selbstzufriedenheit gerne selbst bescheinigt (gilt vom präsidenten über becker bis hin zu eichner durchgehend)

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"Messi oder Ronaldo? Ich nehme Dulleck!" (José Mourinho, 2012)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Residenz am 28.03.2026 um 11:30 Uhr bearbeitet
Marvin Wanitzek [10] |#1588
28.03.2026 - 12:17 Uhr
Zitat von Residenz
beispiele für vereine die mit (zum aufstiegszeitpunkt) kleineren strukturen aufgestiegen sind und nun ausnahmslos finanziell kräftiger sind als wir: augsburg, darmstadt, paderborn, heidenheim, kiel, union.

ich frage gern mal in den weiter unter von dir genannten orten an. auch die stehen finanziell größtenteils besser da und haben zwischendurch immerhin mal erste liga gespielt. sehe nicht, was an denen ein negativbeispiel sein will. (zeitweiser sportlicher misserfolg ist in eurer welt ja eh völlig unbeeinflussbar, reine höhere gewalt)

und ja, es findet sich auch immer noch jemand, dem es schlechter geht. wenn es euch schon zufriedenheit verschafft, besser als cottbus und sandhausen dazustehen, freut mich das für euch. ich glaube im übrigen auch nicht, dass hier schlecht gearbeitet wird. aber eben auch nicht so gut, wie man es sich in seiner selbstzufriedenheit gerne selbst bescheinigt (gilt vom präsidenten über becker bis hin zu eichner durchgehend)


Ich denke aber auch, dass die Rahmenbedingungen heute völlig anders sind als vor 40 Jahren.
Wenn man da abgestiegen ist, hat‘s maximal 2 Jahre gedauert, und der KSC war wieder oben.
Damals fühlte sich 2.Liga aber auch eher nach Regionalliga an.
Heute ist das alles viel professioneller, bis runter zur 3.Liga.
Da wieder ins Oberhaus zu kommen, ist schwierig - weil es eben nicht nur 3-4 selbstverständliche Aufstiegskandidaten gibt, sondern nahezu die halbe Liga.
Als graue Maus der 2.Liga fühl ich mich auch nicht. Das war früher der Fall, wenn wir gegen Hessen Kassel vor 4.000 Zuschauern gespielt haben.
Im nächsten Heimspiel gegen Bielefeld tritt der 8. gegen den 15. an, und das Stadion ist nahezu ausverkauft…
Ich gebe Dir recht, dass ich mich auch jedesmal verwundert frage, wie die das in Kiel, Elversberg oder sonstwo so viel besser gemacht haben als wir.
Aber es hilft nichts: geduldig sein, von anderen lernen, besser machen, optimieren, dann wird es evtl. mal klappen, ohne Garantie.
Ich bin aber überzeugt, dass wir gerade (seit 2-3 Jahren) die Grundlagen für eine bessere Zukunft legen…
Marvin Wanitzek [10] |#1589
28.03.2026 - 12:21 Uhr

Quelle: Kicker

Marvin Wanitzeks Karriere verlief nicht immer so konstant wie seit Jahren beim Karlsruher SC. Eine Aussortierung ließ ihn früh an der Profikarriere zweifeln, Herzprobleme brachten erneut die Sorge, es könne nicht weitergehen. Heute steht er kurz davor, sich in den Geschichtsbüchern der 2. Bundesliga zu verewigen.
Zusammenfassung des Interviews mit Marvin Wanitzek

Marvin Wanitzek steht kurz davor, sich in die Geschichtsbücher der 2. Bundesliga einzutragen: In 226 Zweitliga-Spielen kommt er auf 66 Tore und 65 Vorlagen. Damit fehlt ihm nur noch eine Vorlage, um den Rekord von Marc Schnatterer einzustellen.

Trotzdem sagt Wanitzek, dass er sich selbst nicht an Toren oder Assists misst. Für ihn zählt vor allem, in einer Spielsituation die richtige Entscheidung zu treffen. Er freut sich aber natürlich über solche Zahlen und ist stolz darauf, als Mittelfeldspieler in weniger als jedem zweiten Spiel an einem Tor beteiligt zu sein.

Über Marc Schnatterer spricht er mit großem Respekt. Er bezeichnet ihn als Spieler mit einem „unfassbaren rechten Fuß“, der in Heidenheim über Jahre fast immer für die besonderen Momente verantwortlich gewesen sei. Wanitzek sagt auch, dass er in jungen Jahren zu Schnatterer aufgeschaut habe und ihn nicht nur als Fußballer, sondern auch menschlich sehr schätze.

Auf die Frage nach seiner schönsten Vorlage nennt Wanitzek ein Spiel in der Corona-Zeit beim 1:1 in Hannover. Nach einem Ball von Jerome Gondorf habe er den Ball stark verarbeitet und aus der Luft mit Schnitt in den Strafraum gebracht, wo Philipp Hofmann nur noch einnicken musste. Diese technisch anspruchsvolle Szene sei ihm besonders in Erinnerung geblieben.

Philipp Hofmann ist überhaupt einer der wichtigsten Abnehmer seiner Vorlagen gewesen. Wanitzek bereitete ihm in der 2. Liga zehn Tore vor. Er nennt Hofmann einen super Typen und super Fußballer, der praktisch jeden Ball festmachen konnte. Genauso häufig legte er auch für Fabian Schleusener auf. Mit Schleusener verbindet ihn laut eigener Aussage schon seit der gemeinsamen Zeit in der 3. Liga ein fast blindes Verständnis. Als Beispiel nennt er den schnell ausgeführten Freistoß gegen Braunschweig, bei dem ein kurzer Blickkontakt genügt habe.

Wanitzek erklärt, dass er nicht immer Spielmacher war. In seinem Heimatverein FV Ubstadt spielte er zunächst im Sturm und schoss viele Tore. Sein Vater war damals Trainer. Später besuchte er zusätzlich eine Fußballschule im Nachbarort, weil ein Trainer früh Potenzial in ihm gesehen habe. Der Wechsel ins Mittelfeld kam dann bei der TSG Hoffenheim, als er etwa zwölf Jahre alt war. Dort hätten die Trainer erkannt, dass er ein gutes Auge für Mitspieler habe und Spiele lenken könne.

Sein Weg verlief aber alles andere als geradlinig. Nach der U17 in Hoffenheim wurde ihm gesagt, er solle sich für ein Jahr einen anderen Verein suchen, weil er körperlich noch nicht weit genug sei. Für ihn war das ein Schock. Er dachte damals, dass der Traum vom Profifußball damit im Grunde vorbei sei. Er ging zu Astoria Walldorf, spielte dort erfolgreich in der U-19-Oberliga und entschied sich später bewusst dagegen, nach Hoffenheim zurückzukehren, weil ihn die Aussortierung tief getroffen hatte. In Walldorf bekam er anschließend einen Vertrag im Herrenbereich und war zunächst auch mit Oberliga-Fußball zufrieden. Damals habe er nicht wirklich daran geglaubt, von dort aus noch ins Profigeschäft zu kommen.

Das änderte sich in seinem ersten Seniorenjahr, als er durch gute Leistungen auf sich aufmerksam machte und erste Gespräche mit zweiten Mannschaften von Bundesligisten führte. Da sei ihm klar geworden, dass er es vielleicht doch noch schaffen könne.

Es folgte der Wechsel zum VfB Stuttgart, wo er für die zweite Mannschaft spielte, aber oft mit den Profis trainierte. Dort erlebte er eine schwierige Zeit, weil die Profis fast ständig gegen den Abstieg spielten und junge Spieler es schwer hatten. Auf seiner Position war die Konkurrenz mit Spielern wie Christian Gentner, Daniel Didavi oder Alexandru Maxim extrem groß. Trotzdem sei diese Zeit sehr prägend gewesen.

Sein Bundesliga-Debüt gab er am 29. November 2015 in Dortmund, nachdem ihn Jürgen Kramny aus der U23 mit in den Profikader genommen hatte. Auch wenn es nur wenige Minuten waren, sei das ein Erlebnis gewesen, das er nie vergessen werde.

Sehr einschneidend war dann die Herzbeutelentzündung in seiner letzten VfB-Saison. Ausgelöst wurde das Ganze nach einer eigentlich normalen Grippe. Er war relativ schnell wieder freigegeben worden, spielte nach kurzer Pause direkt wieder 90 Minuten und bekam einige Wochen später ein unangenehmes Gefühl im Brustbereich, dazu Konzentrationsstörungen und plötzliche Müdigkeit. Schließlich stellten die Ärzte fest, dass er mehrere Monate komplett pausieren müsse. Wanitzek sagt, das sei die schwierigste Zeit seiner Karriere gewesen, weil er zunächst nicht wusste, ob er überhaupt wieder Fußball spielen könne. Besonders dankbar ist er in dieser Phase seiner Frau, seiner Familie und den Ärzten, die ihm die Angst genommen hätten. Es habe etwa ein halbes Jahr gedauert, bis er wieder volles Vertrauen in seinen Körper hatte.

Seitdem ist er nahezu verletzungsfrei geblieben. Abgesehen von einem Mittelhandbruch, wegen dem er mal zwei Spiele verpasste, war er praktisch immer fit. Ein spezielles Geheimnis habe er nicht. Er sagt, dass Schlaf und Ernährung wichtig seien und dass er seinen Körper mittlerweile sehr gut kenne. Er habe auch ein gutes Gespür dafür entwickelt, im Training Situationen zu vermeiden, in denen unnötige Verletzungsgefahr besteht.

2017 wechselte er zum Karlsruher SC. Nach vier Jahren in Stuttgart war ihm klar, dass der nächste Schritt dort nicht mehr möglich sein würde. Da er aus der Region kommt und schon als Kind KSC-Fan war, musste er über das Angebot aus Karlsruhe nicht lange nachdenken. Er war überzeugt, dass er mit dem Verein, den Fans und dem Umfeld die Chance hätte, sich gemeinsam in die 2. Liga hochzuarbeiten.

Seine Verbindung zum KSC reicht weit zurück. Er war schon als Kind im Wildpark, erinnert sich etwa an Bruno Labbadia und an das Pokalspiel 2004 gegen Mainz mit „Killer-Miller“. Selbst als er später beim VfB spielte, sei für ihn im Umkreis eigentlich immer klar gewesen, dass „es nur den KSC“ gebe.

Besonders emotional war für ihn deshalb auch das erste Jahr im alten Wildpark. Er sagt, dass er im D1-Block groß geworden sei und es ein prägendes Erlebnis war, Jahre später selbst auf dem Platz zu stehen und mit den Fans zu jubeln. Auch den Stadionumbau mitzuerleben, sei speziell gewesen. Oliver Kreuzer habe damals sogar vorhergesagt, dass Wanitzek eines Tages als Kapitän im neuen Stadion auflaufen würde – was er selbst zunächst nicht geglaubt habe.

Zur Saison 2024/25 wurde er tatsächlich Kapitän. Er beschreibt sich selbst eigentlich als eher ruhigen Typen, sagt aber, dass er über die Jahre viel von Führungsspielern wie Jerome Gondorf gelernt habe. In einer jungen Mannschaft müssten erfahrene Spieler Verantwortung übernehmen. Deshalb sei er sehr dankbar und stolz gewesen, als Christian Eichner ihn zum Kapitän ernannte.

Sein größter Moment mit dem KSC war für ihn der Aufstieg in die 2. Bundesliga 2019. Zuvor war man in der Relegation schon einmal ganz nah dran gewesen, und nach einem schwierigen Saisonstart habe zwischenzeitlich die Sorge bestanden, dass es wieder nicht reichen könnte. Umso besonderer sei der tatsächliche Aufstieg gewesen.

Direkt dahinter ordnet er den Klassenerhalt 2020 ein, der erst am letzten Spieltag in Fürth perfekt gemacht wurde. Das sei ebenfalls ein Moment für die Ewigkeit gewesen. Nach dem Spiel habe die Mannschaft noch gebannt das Parallelspiel Kiel gegen Nürnberg auf dem Handy verfolgt, weil es am Ende auf ein einziges Tor angekommen sei.

Besonders erinnert er sich an die Szene vor dem entscheidenden 2:1 in Fürth, als er einen Elfmeter herausholte. Danach seien Hofmann und er selbst als Schützen in Frage gekommen. Wanitzek sagt offen, dass er in dieser Situation nicht in der Lage gewesen wäre, selbst zu schießen. Weil Hofmann in der Vorwoche bereits zwei Elfmeter gegen Bielefeld verwandelt hatte, sei für ihn sofort klar gewesen, dass Hofmann antreten müsse.

Zur Entwicklung des KSC sagt Wanitzek, dass der Verein trotz regelmäßiger Abgänge wichtiger Spieler immer wieder eine Mannschaft formt, die jeden in der Liga schlagen kann. Einen großen Anteil daran habe das Trainerteam um Christian Eichner. Der steigende Anspruch innerhalb der Mannschaft sei normal, wenn man mehrfach oben mitspiele, aber in der 2. Liga müsse sehr viel zusammenkommen, um ganz oben reinzurutschen.

Am nächsten dran an etwas „Großem“ sei der KSC seiner Meinung nach vor zwei Jahren gewesen, als Spieler wie Lars Stindl, Igor Matanovic und Paul Nebel im Kader standen. Auch in der vergangenen Saison sei man lange gut unterwegs gewesen, habe aber in einer Phase der Rückrunde zu viele Punkte liegen lassen. Für den großen Wurf brauche es eben über die gesamte Saison hinweg Konstanz.

Über sich selbst sagt Wanitzek, dass er in seiner Anfangszeit in der 2. Liga noch längst nicht der Spieler gewesen sei, der er heute ist. Er habe sich stark entwickelt – auch dank des Trainerteams. Die vergangenen vier Jahre, besonders aber das letzte Jahr mit 28 Scorerpunkten, seien die erfolgreichste und schönste Phase seiner Karriere gewesen.

Im Mai verlängerte Wanitzek seinen Vertrag beim KSC bis 2029, obwohl es Interesse aus der Bundesliga und aus der MLS gegeben habe. Er begründet die Entscheidung mit einer Mischung aus Heimatverbundenheit und Überzeugung. Er habe sich gefragt, was er am KSC habe, was zu ihm passe und ob er überhaupt noch einmal etwas anderes machen wolle. Die Antwort sei letztlich Nein gewesen. Seine Familie und seine Kinder seien hier verwurzelt, und für ihn sei es viel mehr wert, jeden Tag mit Freude zum Training zu kommen.

Selbst wenn der KSC in den kommenden Jahren nicht aufsteigen sollte, sei er mit seiner Entscheidung im Reinen. Natürlich hoffe er, mit dem Verein noch das zu erreichen, was er als Fan vor knapp 20 Jahren schon einmal miterlebt habe. Aber wichtiger sei ihm, Woche für Woche zu spielen.

Wenn sein Vertrag 2029 endet, ist Wanitzek 36 Jahre alt. Er sagt, dass er grundsätzlich noch viel Lust auf Fußball habe und so lange weitermachen wolle, wie Körper, Leistung und Freude mitspielen. Gleichzeitig wolle er sich heute noch keine großen Gedanken darüber machen, was 2029 sein werde.

Eine letzte Station hat er aber schon klar im Kopf: Nach seiner Profikarriere will er – sofern der Körper mitmacht – mindestens noch ein Jahr beim FV Ubstadt dranhängen, also bei seinem Heimatverein in der Kreisklasse A. Dort ist sein jüngerer Bruder Nicolas Spielertrainer. Für Wanitzek wäre es etwas Besonderes, noch gemeinsam mit ihm auf dem Platz zu stehen, dort, wo alles begonnen hat.

Über seinen Bruder spricht er ebenfalls sehr wertschätzend. Nicolas habe ihn auf seinem Weg immer unterstützt und sei bei fast jedem Spiel dabei gewesen. Auch er habe in der Jugend mehrere Jahre für Astoria Walldorf gespielt, dann aber wegen Ausbildung und beruflicher Belastung einen anderen Weg eingeschlagen. Wanitzek sagt, dass ihn auch dieser Weg stolz mache.

Für die Zeit nach der aktiven Karriere schließt er eine Tätigkeit im Fußball klar nicht aus. Er bezeichnet sich als sehr fußballverrückt, schaut viele Spiele und kann sich kaum vorstellen, irgendwann komplett aus dem Fußball raus zu sein. Ob es am Ende eine Trainerrolle oder eine andere Funktion wird, wisse er noch nicht – aber dass ihn der Fußball weiter begleiten wird, hält er für sehr wahrscheinlich.

Kernaussage des Interviews:
Wanitzek ist heute einer der konstantesten und prägendsten Spieler der 2. Bundesliga, musste dafür aber viele Rückschläge überwinden – von der Aussortierung in Hoffenheim bis zur Herzbeutelentzündung in Stuttgart. Beim KSC hat er sportlich und persönlich seine Heimat gefunden, ist dort inzwischen Kapitän, Identifikationsfigur und Rekordanwärter. Einen Wechsel oder den „größeren Namen“ stellt er bewusst hinten an – wichtiger sind ihm Vertrauen, Familie, Spielzeit und die Verbundenheit zum Verein.
Marvin Wanitzek [10] |#1590
28.03.2026 - 13:17 Uhr
Zitat von Tyco09
Marvin Wanitzeks Karriere verlief nicht immer so konstant wie seit Jahren beim Karlsruher SC. Eine Aussortierung ließ ihn früh an der Profikarriere zweifeln, Herzprobleme brachten erneut die Sorge, es könne nicht weitergehen. Heute steht er kurz davor, sich in den Geschichtsbüchern der 2. Bundesliga zu verewigen.
Zusammenfassung des Interviews mit Marvin Wanitzek

Marvin Wanitzek steht kurz davor, sich in die Geschichtsbücher der 2. Bundesliga einzutragen: In 226 Zweitliga-Spielen kommt er auf 66 Tore und 65 Vorlagen. Damit fehlt ihm nur noch eine Vorlage, um den Rekord von Marc Schnatterer einzustellen.

Trotzdem sagt Wanitzek, dass er sich selbst nicht an Toren oder Assists misst. Für ihn zählt vor allem, in einer Spielsituation die richtige Entscheidung zu treffen. Er freut sich aber natürlich über solche Zahlen und ist stolz darauf, als Mittelfeldspieler in weniger als jedem zweiten Spiel an einem Tor beteiligt zu sein.

Über Marc Schnatterer spricht er mit großem Respekt. Er bezeichnet ihn als Spieler mit einem „unfassbaren rechten Fuß“, der in Heidenheim über Jahre fast immer für die besonderen Momente verantwortlich gewesen sei. Wanitzek sagt auch, dass er in jungen Jahren zu Schnatterer aufgeschaut habe und ihn nicht nur als Fußballer, sondern auch menschlich sehr schätze.

Auf die Frage nach seiner schönsten Vorlage nennt Wanitzek ein Spiel in der Corona-Zeit beim 1:1 in Hannover. Nach einem Ball von Jerome Gondorf habe er den Ball stark verarbeitet und aus der Luft mit Schnitt in den Strafraum gebracht, wo Philipp Hofmann nur noch einnicken musste. Diese technisch anspruchsvolle Szene sei ihm besonders in Erinnerung geblieben.

Philipp Hofmann ist überhaupt einer der wichtigsten Abnehmer seiner Vorlagen gewesen. Wanitzek bereitete ihm in der 2. Liga zehn Tore vor. Er nennt Hofmann einen super Typen und super Fußballer, der praktisch jeden Ball festmachen konnte. Genauso häufig legte er auch für Fabian Schleusener auf. Mit Schleusener verbindet ihn laut eigener Aussage schon seit der gemeinsamen Zeit in der 3. Liga ein fast blindes Verständnis. Als Beispiel nennt er den schnell ausgeführten Freistoß gegen Braunschweig, bei dem ein kurzer Blickkontakt genügt habe.

Wanitzek erklärt, dass er nicht immer Spielmacher war. In seinem Heimatverein FV Ubstadt spielte er zunächst im Sturm und schoss viele Tore. Sein Vater war damals Trainer. Später besuchte er zusätzlich eine Fußballschule im Nachbarort, weil ein Trainer früh Potenzial in ihm gesehen habe. Der Wechsel ins Mittelfeld kam dann bei der TSG Hoffenheim, als er etwa zwölf Jahre alt war. Dort hätten die Trainer erkannt, dass er ein gutes Auge für Mitspieler habe und Spiele lenken könne.

Sein Weg verlief aber alles andere als geradlinig. Nach der U17 in Hoffenheim wurde ihm gesagt, er solle sich für ein Jahr einen anderen Verein suchen, weil er körperlich noch nicht weit genug sei. Für ihn war das ein Schock. Er dachte damals, dass der Traum vom Profifußball damit im Grunde vorbei sei. Er ging zu Astoria Walldorf, spielte dort erfolgreich in der U-19-Oberliga und entschied sich später bewusst dagegen, nach Hoffenheim zurückzukehren, weil ihn die Aussortierung tief getroffen hatte. In Walldorf bekam er anschließend einen Vertrag im Herrenbereich und war zunächst auch mit Oberliga-Fußball zufrieden. Damals habe er nicht wirklich daran geglaubt, von dort aus noch ins Profigeschäft zu kommen.

Das änderte sich in seinem ersten Seniorenjahr, als er durch gute Leistungen auf sich aufmerksam machte und erste Gespräche mit zweiten Mannschaften von Bundesligisten führte. Da sei ihm klar geworden, dass er es vielleicht doch noch schaffen könne.

Es folgte der Wechsel zum VfB Stuttgart, wo er für die zweite Mannschaft spielte, aber oft mit den Profis trainierte. Dort erlebte er eine schwierige Zeit, weil die Profis fast ständig gegen den Abstieg spielten und junge Spieler es schwer hatten. Auf seiner Position war die Konkurrenz mit Spielern wie Christian Gentner, Daniel Didavi oder Alexandru Maxim extrem groß. Trotzdem sei diese Zeit sehr prägend gewesen.

Sein Bundesliga-Debüt gab er am 29. November 2015 in Dortmund, nachdem ihn Jürgen Kramny aus der U23 mit in den Profikader genommen hatte. Auch wenn es nur wenige Minuten waren, sei das ein Erlebnis gewesen, das er nie vergessen werde.

Sehr einschneidend war dann die Herzbeutelentzündung in seiner letzten VfB-Saison. Ausgelöst wurde das Ganze nach einer eigentlich normalen Grippe. Er war relativ schnell wieder freigegeben worden, spielte nach kurzer Pause direkt wieder 90 Minuten und bekam einige Wochen später ein unangenehmes Gefühl im Brustbereich, dazu Konzentrationsstörungen und plötzliche Müdigkeit. Schließlich stellten die Ärzte fest, dass er mehrere Monate komplett pausieren müsse. Wanitzek sagt, das sei die schwierigste Zeit seiner Karriere gewesen, weil er zunächst nicht wusste, ob er überhaupt wieder Fußball spielen könne. Besonders dankbar ist er in dieser Phase seiner Frau, seiner Familie und den Ärzten, die ihm die Angst genommen hätten. Es habe etwa ein halbes Jahr gedauert, bis er wieder volles Vertrauen in seinen Körper hatte.

Seitdem ist er nahezu verletzungsfrei geblieben. Abgesehen von einem Mittelhandbruch, wegen dem er mal zwei Spiele verpasste, war er praktisch immer fit. Ein spezielles Geheimnis habe er nicht. Er sagt, dass Schlaf und Ernährung wichtig seien und dass er seinen Körper mittlerweile sehr gut kenne. Er habe auch ein gutes Gespür dafür entwickelt, im Training Situationen zu vermeiden, in denen unnötige Verletzungsgefahr besteht.

2017 wechselte er zum Karlsruher SC. Nach vier Jahren in Stuttgart war ihm klar, dass der nächste Schritt dort nicht mehr möglich sein würde. Da er aus der Region kommt und schon als Kind KSC-Fan war, musste er über das Angebot aus Karlsruhe nicht lange nachdenken. Er war überzeugt, dass er mit dem Verein, den Fans und dem Umfeld die Chance hätte, sich gemeinsam in die 2. Liga hochzuarbeiten.

Seine Verbindung zum KSC reicht weit zurück. Er war schon als Kind im Wildpark, erinnert sich etwa an Bruno Labbadia und an das Pokalspiel 2004 gegen Mainz mit „Killer-Miller“. Selbst als er später beim VfB spielte, sei für ihn im Umkreis eigentlich immer klar gewesen, dass „es nur den KSC“ gebe.

Besonders emotional war für ihn deshalb auch das erste Jahr im alten Wildpark. Er sagt, dass er im D1-Block groß geworden sei und es ein prägendes Erlebnis war, Jahre später selbst auf dem Platz zu stehen und mit den Fans zu jubeln. Auch den Stadionumbau mitzuerleben, sei speziell gewesen. Oliver Kreuzer habe damals sogar vorhergesagt, dass Wanitzek eines Tages als Kapitän im neuen Stadion auflaufen würde – was er selbst zunächst nicht geglaubt habe.

Zur Saison 2024/25 wurde er tatsächlich Kapitän. Er beschreibt sich selbst eigentlich als eher ruhigen Typen, sagt aber, dass er über die Jahre viel von Führungsspielern wie Jerome Gondorf gelernt habe. In einer jungen Mannschaft müssten erfahrene Spieler Verantwortung übernehmen. Deshalb sei er sehr dankbar und stolz gewesen, als Christian Eichner ihn zum Kapitän ernannte.

Sein größter Moment mit dem KSC war für ihn der Aufstieg in die 2. Bundesliga 2019. Zuvor war man in der Relegation schon einmal ganz nah dran gewesen, und nach einem schwierigen Saisonstart habe zwischenzeitlich die Sorge bestanden, dass es wieder nicht reichen könnte. Umso besonderer sei der tatsächliche Aufstieg gewesen.

Direkt dahinter ordnet er den Klassenerhalt 2020 ein, der erst am letzten Spieltag in Fürth perfekt gemacht wurde. Das sei ebenfalls ein Moment für die Ewigkeit gewesen. Nach dem Spiel habe die Mannschaft noch gebannt das Parallelspiel Kiel gegen Nürnberg auf dem Handy verfolgt, weil es am Ende auf ein einziges Tor angekommen sei.

Besonders erinnert er sich an die Szene vor dem entscheidenden 2:1 in Fürth, als er einen Elfmeter herausholte. Danach seien Hofmann und er selbst als Schützen in Frage gekommen. Wanitzek sagt offen, dass er in dieser Situation nicht in der Lage gewesen wäre, selbst zu schießen. Weil Hofmann in der Vorwoche bereits zwei Elfmeter gegen Bielefeld verwandelt hatte, sei für ihn sofort klar gewesen, dass Hofmann antreten müsse.

Zur Entwicklung des KSC sagt Wanitzek, dass der Verein trotz regelmäßiger Abgänge wichtiger Spieler immer wieder eine Mannschaft formt, die jeden in der Liga schlagen kann. Einen großen Anteil daran habe das Trainerteam um Christian Eichner. Der steigende Anspruch innerhalb der Mannschaft sei normal, wenn man mehrfach oben mitspiele, aber in der 2. Liga müsse sehr viel zusammenkommen, um ganz oben reinzurutschen.

Am nächsten dran an etwas „Großem“ sei der KSC seiner Meinung nach vor zwei Jahren gewesen, als Spieler wie Lars Stindl, Igor Matanovic und Paul Nebel im Kader standen. Auch in der vergangenen Saison sei man lange gut unterwegs gewesen, habe aber in einer Phase der Rückrunde zu viele Punkte liegen lassen. Für den großen Wurf brauche es eben über die gesamte Saison hinweg Konstanz.

Über sich selbst sagt Wanitzek, dass er in seiner Anfangszeit in der 2. Liga noch längst nicht der Spieler gewesen sei, der er heute ist. Er habe sich stark entwickelt – auch dank des Trainerteams. Die vergangenen vier Jahre, besonders aber das letzte Jahr mit 28 Scorerpunkten, seien die erfolgreichste und schönste Phase seiner Karriere gewesen.

Im Mai verlängerte Wanitzek seinen Vertrag beim KSC bis 2029, obwohl es Interesse aus der Bundesliga und aus der MLS gegeben habe. Er begründet die Entscheidung mit einer Mischung aus Heimatverbundenheit und Überzeugung. Er habe sich gefragt, was er am KSC habe, was zu ihm passe und ob er überhaupt noch einmal etwas anderes machen wolle. Die Antwort sei letztlich Nein gewesen. Seine Familie und seine Kinder seien hier verwurzelt, und für ihn sei es viel mehr wert, jeden Tag mit Freude zum Training zu kommen.

Selbst wenn der KSC in den kommenden Jahren nicht aufsteigen sollte, sei er mit seiner Entscheidung im Reinen. Natürlich hoffe er, mit dem Verein noch das zu erreichen, was er als Fan vor knapp 20 Jahren schon einmal miterlebt habe. Aber wichtiger sei ihm, Woche für Woche zu spielen.

Wenn sein Vertrag 2029 endet, ist Wanitzek 36 Jahre alt. Er sagt, dass er grundsätzlich noch viel Lust auf Fußball habe und so lange weitermachen wolle, wie Körper, Leistung und Freude mitspielen. Gleichzeitig wolle er sich heute noch keine großen Gedanken darüber machen, was 2029 sein werde.

Eine letzte Station hat er aber schon klar im Kopf: Nach seiner Profikarriere will er – sofern der Körper mitmacht – mindestens noch ein Jahr beim FV Ubstadt dranhängen, also bei seinem Heimatverein in der Kreisklasse A. Dort ist sein jüngerer Bruder Nicolas Spielertrainer. Für Wanitzek wäre es etwas Besonderes, noch gemeinsam mit ihm auf dem Platz zu stehen, dort, wo alles begonnen hat.

Über seinen Bruder spricht er ebenfalls sehr wertschätzend. Nicolas habe ihn auf seinem Weg immer unterstützt und sei bei fast jedem Spiel dabei gewesen. Auch er habe in der Jugend mehrere Jahre für Astoria Walldorf gespielt, dann aber wegen Ausbildung und beruflicher Belastung einen anderen Weg eingeschlagen. Wanitzek sagt, dass ihn auch dieser Weg stolz mache.

Für die Zeit nach der aktiven Karriere schließt er eine Tätigkeit im Fußball klar nicht aus. Er bezeichnet sich als sehr fußballverrückt, schaut viele Spiele und kann sich kaum vorstellen, irgendwann komplett aus dem Fußball raus zu sein. Ob es am Ende eine Trainerrolle oder eine andere Funktion wird, wisse er noch nicht – aber dass ihn der Fußball weiter begleiten wird, hält er für sehr wahrscheinlich.

Kernaussage des Interviews:
Wanitzek ist heute einer der konstantesten und prägendsten Spieler der 2. Bundesliga, musste dafür aber viele Rückschläge überwinden – von der Aussortierung in Hoffenheim bis zur Herzbeutelentzündung in Stuttgart. Beim KSC hat er sportlich und persönlich seine Heimat gefunden, ist dort inzwischen Kapitän, Identifikationsfigur und Rekordanwärter. Einen Wechsel oder den „größeren Namen“ stellt er bewusst hinten an – wichtiger sind ihm Vertrauen, Familie, Spielzeit und die Verbundenheit zum Verein.


Danke für die Zusammenfassung! Absolute Legende der Kerl ♥️
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