Marcelinho
12.01.2007 - 14:31 Uhr
19.01.2007 - 19:48 Uhr
Bin sehr gespannt ob er bei euch noch mal die Kurve kriegt.
Wenn ja: Super-Transfer.
Wenn nein: Unruhe sowie schnelle und teure Trennung
Wenn ja: Super-Transfer.
Wenn nein: Unruhe sowie schnelle und teure Trennung
19.01.2007 - 22:15 Uhr
Marcelinhos Plan: Gleich ein Tor erzielen
VfL-Neuzugang feiert heute in Salzburg seine Premiere
zoom
Von Lars Stöhr
WOLFSBURG. Vorhang auf für Neuzugang Marcelinho: Der brasilianische Ballzauberer bestreitet heute (19 Uhr) beim Test in Salzburg das mit Spannung erwartete erste Spiel im Trikot von Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg.
"Endlich kann ich das erste Mal im VfL-Dress auflaufen", frohlockt Marcelinho vor dem Aufeinandertreffen mit dem österreichischen Erstligisten. Das reicht ihm allerdings noch nicht. Der Mann mit der Rückennummer 32 möchte beim Debüt gleich seine Offensivqualitäten unter Beweis stellen. "Vielleicht kann ich sogar ein Tor schießen. Das wäre toll." Weniger erfreut ist der 31-Jährige über die Tatsache, dass Niko Kovac verletzungsbedingt wahrscheinlich nicht für Salzburg auflaufen kann. "Ich hätte ihn gerne getroffen", sagt Marcelinho über den Kroaten, mit dem er gemeinsam bei Hertha BSC Berlin gespielt hatte.
Mit Spannung sieht Geschäftsführer Klaus Fuchs dem Auftritt von Marcelinho entgegen. "Mit seinen fußballerischen Fähigkeiten hat er keine Probleme, seine Mitspieler zu suchen und zu finden. Er scheint schon sehr gut integriert zu sein." Trainer Klaus Augenthaler ergänzt: "Mir gefällt, dass Marcelinho im Training jeden Ball fordert. Wir müssen ihn noch häufiger suchen und schneller in die Spitze spielen."
Unterdessen ist sichergestellt, dass Marcelinho zum Rückrunden-Auftakt in Berlin dabei sein kann. Der türkische Fußballverband erteilte die Freigabe, womit nach der Gastspiel-Genehmigung (wir berichteten) nun auch die allgemeine Spielerlaubnis für den Ex-Profi von Trabzonspor vorliegt.
VfL-Neuzugang feiert heute in Salzburg seine Premiere
zoom
Von Lars Stöhr
WOLFSBURG. Vorhang auf für Neuzugang Marcelinho: Der brasilianische Ballzauberer bestreitet heute (19 Uhr) beim Test in Salzburg das mit Spannung erwartete erste Spiel im Trikot von Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg.
"Endlich kann ich das erste Mal im VfL-Dress auflaufen", frohlockt Marcelinho vor dem Aufeinandertreffen mit dem österreichischen Erstligisten. Das reicht ihm allerdings noch nicht. Der Mann mit der Rückennummer 32 möchte beim Debüt gleich seine Offensivqualitäten unter Beweis stellen. "Vielleicht kann ich sogar ein Tor schießen. Das wäre toll." Weniger erfreut ist der 31-Jährige über die Tatsache, dass Niko Kovac verletzungsbedingt wahrscheinlich nicht für Salzburg auflaufen kann. "Ich hätte ihn gerne getroffen", sagt Marcelinho über den Kroaten, mit dem er gemeinsam bei Hertha BSC Berlin gespielt hatte.
Mit Spannung sieht Geschäftsführer Klaus Fuchs dem Auftritt von Marcelinho entgegen. "Mit seinen fußballerischen Fähigkeiten hat er keine Probleme, seine Mitspieler zu suchen und zu finden. Er scheint schon sehr gut integriert zu sein." Trainer Klaus Augenthaler ergänzt: "Mir gefällt, dass Marcelinho im Training jeden Ball fordert. Wir müssen ihn noch häufiger suchen und schneller in die Spitze spielen."
Unterdessen ist sichergestellt, dass Marcelinho zum Rückrunden-Auftakt in Berlin dabei sein kann. Der türkische Fußballverband erteilte die Freigabe, womit nach der Gastspiel-Genehmigung (wir berichteten) nun auch die allgemeine Spielerlaubnis für den Ex-Profi von Trabzonspor vorliegt.
20.01.2007 - 06:56 Uhr
Begeisterung: Star Marcelinho kleidet sich bei Hempel ein!
724xhempel
(rau/rs) Das ging ja schnell: Marcelinho, der neue Top-Star des VfL, scheint sich in Wolfsburg schneller einzuleben, als alle gedacht haben. Die Suche nach einem Traumhaus könnte schon Anfang kommender Woche ein Ende haben – und gestern erkundete der brasilianische Spielmacher des hiesigen Fußball-Bundesligisten die Innenstadt. Im Modehaus Hempel kleidete sich Marcello um die Mittagszeit ein – und die WAZ war dabei!
Mit Ehefrau Estela und den beiden Kindern Viviane und Marcello jr. bummelte Marcelinho durch die Fuzo und die City-Gallerie. Bei Hempel staunte das Personal nicht schlecht: Der Superstar schaute sich eine Weile um, interessierte sich vor allem für Young Fashion, Jeans von G-Star, Mode der Boss Orange Line. Der Fußballer ließ sich unter anderem von Verkäuferin Hazar Msolli beraten. Die war fast sprachlos, freute sich aber doch riesig über den Besuch. „Wir haben ihn sofort erkannt“, berichtete Gabriele Köller begeistert. Die stellvertretende Leiterin des Brax-Shops bei Hempel machte gleich einen Unterschied aus: „Mancher VfL-Profi kommt ja nie in die Stadt…“
Bei Neuzugang Marcelinho ist das anders: Er war locker drauf, schrieb Shop-Leiter Fred Hofmeister, der auch noch ein Foto mit Ex-VfL-Star Andrés D‘Alessandro besitzt, ein Autogramm auf die Visitenkarte. Der Mittelfeld-Star kaufte einige Shirts und Jeans. Bevor er ging, machte er noch Rouven Kiel eine Freude. Marcelinho ließ sich mit dem Praktikanten fotografieren. „Wunderbar“, strahlte der – und war begeistert von einem echten Star zum Anfassen.
Sich selbst und seiner Familie würde er wohl die größte Freude machen, wenn endlich eine neue Bleibe gefunden würde. Und siehe da: Marcelinho hat schon etwas in Aussicht. Dem Vernehmen nach hat dem Brasilianer ein Haus in der näheren Umgebung der VW-Arena schon ganz gut gefallen. Anfang nächster Woche werden noch ein paar Alternativen angeschaut – und dann
steht wohl recht bald der Umzug an!
724xhempel
(rau/rs) Das ging ja schnell: Marcelinho, der neue Top-Star des VfL, scheint sich in Wolfsburg schneller einzuleben, als alle gedacht haben. Die Suche nach einem Traumhaus könnte schon Anfang kommender Woche ein Ende haben – und gestern erkundete der brasilianische Spielmacher des hiesigen Fußball-Bundesligisten die Innenstadt. Im Modehaus Hempel kleidete sich Marcello um die Mittagszeit ein – und die WAZ war dabei!
Mit Ehefrau Estela und den beiden Kindern Viviane und Marcello jr. bummelte Marcelinho durch die Fuzo und die City-Gallerie. Bei Hempel staunte das Personal nicht schlecht: Der Superstar schaute sich eine Weile um, interessierte sich vor allem für Young Fashion, Jeans von G-Star, Mode der Boss Orange Line. Der Fußballer ließ sich unter anderem von Verkäuferin Hazar Msolli beraten. Die war fast sprachlos, freute sich aber doch riesig über den Besuch. „Wir haben ihn sofort erkannt“, berichtete Gabriele Köller begeistert. Die stellvertretende Leiterin des Brax-Shops bei Hempel machte gleich einen Unterschied aus: „Mancher VfL-Profi kommt ja nie in die Stadt…“
Bei Neuzugang Marcelinho ist das anders: Er war locker drauf, schrieb Shop-Leiter Fred Hofmeister, der auch noch ein Foto mit Ex-VfL-Star Andrés D‘Alessandro besitzt, ein Autogramm auf die Visitenkarte. Der Mittelfeld-Star kaufte einige Shirts und Jeans. Bevor er ging, machte er noch Rouven Kiel eine Freude. Marcelinho ließ sich mit dem Praktikanten fotografieren. „Wunderbar“, strahlte der – und war begeistert von einem echten Star zum Anfassen.
Sich selbst und seiner Familie würde er wohl die größte Freude machen, wenn endlich eine neue Bleibe gefunden würde. Und siehe da: Marcelinho hat schon etwas in Aussicht. Dem Vernehmen nach hat dem Brasilianer ein Haus in der näheren Umgebung der VW-Arena schon ganz gut gefallen. Anfang nächster Woche werden noch ein paar Alternativen angeschaut – und dann
steht wohl recht bald der Umzug an!
20.01.2007 - 12:09 Uhr
Der Pedant und sein Künstler
Von Malte Oberschelp
Wolfsburgs neuer Spielmacher Marcelinho ist ein hochbegabter Fußballer. Zweifellos mangelt es ihm aber an Teamgeist und an der Fähigkeit, abseits des Fußballplatzes klarzukommen. Was will VfL-Trainer Klaus Augenthaler mit dem Brasilianer?
Das Gute an der Sache ist: Diesmal konnte Marcelinho gar nicht zu spät aus dem Urlaub kommen. Der ist nämlich vorbei. In Wolfsburg wird längst wieder trainiert, und so musste der prominenteste Bundesliga-Einkauf der Winterpause seinen Dienst beim VfL sofort antreten. Marcelo dos Santos, genannt Marcelinho, zurück in der Bundesliga - damit war nicht wirklich zu rechnen.
In Berlin amüsieren sie sich vermutlich wie Bolle, dass ihr ehemaliger Pflegefall noch einmal in Deutschland untergekommen ist. Manager Dieter Hoeneß dürfte zuletzt derart gelacht haben, als die Hertha Marcelinho im vergangenen Sommer loswerden wollte und dafür auch noch über zweieinhalb Millionen Euro vom türkischen Verein Trabzonspor überwiesen bekam. Jetzt kommt Marcelinho schneller nach Berlin zurück, als der Hertha lieb sein könnte: Gleich am ersten Rückrundenspieltag am 27. Januar (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) muss der Brasilianer mit seinem neuen Club im Olympiastadion antreten.
Rein sportlich ist Marcelinhos Bilanz über jeden Zweifel erhaben. Als Mittelfeldspieler 113 Scorerpunkte (Tore und Vorlagen) in 155 Bundesligaspielen - das hat nicht einmal Michael Ballack geschafft. Marcelinho konnte Tore von diesseits der Mittellinie schießen, und seine Standards waren präzise wie eine Computersimulation. Aber dass jetzt ausgerechnet der knorrige Klaus Augenthaler dem 31-jährigen Regisseur einen Vertrag bis 2009 gegeben hat, wirkt in etwa so logisch, als würde Freiburgs Trainer Volker Finke Rolf Schafstall als seinen Nachfolger vorschlagen.
Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass Augenthaler den damaligen VfL-Spielmacher Andres d'Alessandro nach England abschieben ließ, obwohl der Verein damit ein Verlustgeschäft in Millionenhöhe machte. "Er war der Auffassung, dass er nicht nach hinten arbeiten muss, dafür gäbe es genügend andere Spieler", hat Wolfsburgs Trainer die Maßnahme seinerzeit begründet. Na herzlichen Glückwunsch - in Berlin haben sie es in fünf Jahren nicht geschafft, Augenthalers neuer Nummer zehn die Defensivarbeit beizubringen. Marcelinho entschied Spiele im Alleingang, aber wenn er den Ball verlor, blieb er oft stehen oder setzte nur symbolisch nach. Und in seiner letzten Hertha-Saison ging auch nach vorne kaum noch etwas. Marcelinho trabte missmutig über den Platz und war, nicht nur wegen einer nonverbalen Auseinandersetzung mit Arne Friedrich, im Team isoliert.
Aber wenn die eigene Mannschaft nur zwölf Tore in 17 Spielen geschossen hat - wie bei Wolfsburg in der Hinrunde geschehen -kann man sich schon mal ein wenig Prinzipienlosigkeit leisten und die Defensivarbeit Defensivarbeit sein lassen. Die Not ist groß in Augenthalers Mittelfeld, seit Miroslav Karhan und Marian Hristov zu oft verletzt sind, Neuzugang Jonathan Santana nicht wie erhofft einschlug und sich Bayern-Reservist Julio Dos Santos exakt in dem Moment das Bein brach, als das Ausleihgeschäft mit dem Volkswagen-Verein feststand. Zumal irgendwann auch der letzte Gegner bemerkt hatte, dass man eigentlich bloß Jacek Krzynowek am Flanken zu hindern brauchte, um gegen Wolfsburg zu null zu spielen.
Sicherlich kennt Augenthaler die Risiken des Deals. Er hat bei d'Alessandro bereits erlebt, wie zehn Spieler nicht mehr bereit waren, die Lauffaulheit des elften zu kompensieren, sobald der keine Tore mehr schoss. Und das Beispiel Hertha BSC hat deutlich gemacht, wie trügerisch es ist, sich in Abhängigkeit eines einzigen Akteurs zu begeben. Jahrelang haben sie in Berlin wie in einer Sekte geglaubt, dass es ohne den besten Mann nicht gehen würde - und jetzt spielt die Hertha so gut wie lange nicht. Der Mannschaftssport Fußball belohnt diejenigen, die zentralistische Strukturen auflösen und Verantwortung auf viele Schultern verteilen.
Einer Eventualität haben sie in Wolfsburg bereits vorgebaut. In Marcelinhos Vertrag soll sich eine Klausel befinden, nach der er höchstens 35 Kilometer von der Stadt entfernt leben darf. Des Brasilianers Ausflüge ins Berliner Nachtleben sind legendär, ebenso seine Freigiebigkeit gegenüber einer stattlichen Entourage, in der Marcelinho zwischen Freunden und Schnorrern keinen Unterschied machte. Die Hertha hatte ihrem bestbezahlten Spieler zeitweise gar einen Finanzberater an die Seite stellen müssen, um Ordnung in seine Konten zu bringen. Wenigstens das war in der Türkei nicht nötig: Dort kam das Gehalt selten pünktlich.
"Marcelinho hat sich geändert", lässt sein Berater Wolfgang Nothdurft verlauten. Vielleicht stimmt das sogar. Vielleicht hat der Mann mit dem überragenden linken Fuß und der leisen Stimme verstanden, dass Wolfsburg seine letzte Chance ist, sein Image in einer angesehenen und seriösen Liga aufzupolieren. Vielleicht wird er aus seinen Fehlern lernen und es am Ende schaffen, einem unrühmlichen Karriereende zu entgehen.
Aber vielleicht stimmt es mit der Wolfsburger Läuterung des Marcelo dos Santos auch nicht. Nur eins steht fest: Der nächste Urlaub kommt bestimmt.
Von Malte Oberschelp
Wolfsburgs neuer Spielmacher Marcelinho ist ein hochbegabter Fußballer. Zweifellos mangelt es ihm aber an Teamgeist und an der Fähigkeit, abseits des Fußballplatzes klarzukommen. Was will VfL-Trainer Klaus Augenthaler mit dem Brasilianer?
Das Gute an der Sache ist: Diesmal konnte Marcelinho gar nicht zu spät aus dem Urlaub kommen. Der ist nämlich vorbei. In Wolfsburg wird längst wieder trainiert, und so musste der prominenteste Bundesliga-Einkauf der Winterpause seinen Dienst beim VfL sofort antreten. Marcelo dos Santos, genannt Marcelinho, zurück in der Bundesliga - damit war nicht wirklich zu rechnen.
In Berlin amüsieren sie sich vermutlich wie Bolle, dass ihr ehemaliger Pflegefall noch einmal in Deutschland untergekommen ist. Manager Dieter Hoeneß dürfte zuletzt derart gelacht haben, als die Hertha Marcelinho im vergangenen Sommer loswerden wollte und dafür auch noch über zweieinhalb Millionen Euro vom türkischen Verein Trabzonspor überwiesen bekam. Jetzt kommt Marcelinho schneller nach Berlin zurück, als der Hertha lieb sein könnte: Gleich am ersten Rückrundenspieltag am 27. Januar (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) muss der Brasilianer mit seinem neuen Club im Olympiastadion antreten.
Rein sportlich ist Marcelinhos Bilanz über jeden Zweifel erhaben. Als Mittelfeldspieler 113 Scorerpunkte (Tore und Vorlagen) in 155 Bundesligaspielen - das hat nicht einmal Michael Ballack geschafft. Marcelinho konnte Tore von diesseits der Mittellinie schießen, und seine Standards waren präzise wie eine Computersimulation. Aber dass jetzt ausgerechnet der knorrige Klaus Augenthaler dem 31-jährigen Regisseur einen Vertrag bis 2009 gegeben hat, wirkt in etwa so logisch, als würde Freiburgs Trainer Volker Finke Rolf Schafstall als seinen Nachfolger vorschlagen.
Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass Augenthaler den damaligen VfL-Spielmacher Andres d'Alessandro nach England abschieben ließ, obwohl der Verein damit ein Verlustgeschäft in Millionenhöhe machte. "Er war der Auffassung, dass er nicht nach hinten arbeiten muss, dafür gäbe es genügend andere Spieler", hat Wolfsburgs Trainer die Maßnahme seinerzeit begründet. Na herzlichen Glückwunsch - in Berlin haben sie es in fünf Jahren nicht geschafft, Augenthalers neuer Nummer zehn die Defensivarbeit beizubringen. Marcelinho entschied Spiele im Alleingang, aber wenn er den Ball verlor, blieb er oft stehen oder setzte nur symbolisch nach. Und in seiner letzten Hertha-Saison ging auch nach vorne kaum noch etwas. Marcelinho trabte missmutig über den Platz und war, nicht nur wegen einer nonverbalen Auseinandersetzung mit Arne Friedrich, im Team isoliert.
Aber wenn die eigene Mannschaft nur zwölf Tore in 17 Spielen geschossen hat - wie bei Wolfsburg in der Hinrunde geschehen -kann man sich schon mal ein wenig Prinzipienlosigkeit leisten und die Defensivarbeit Defensivarbeit sein lassen. Die Not ist groß in Augenthalers Mittelfeld, seit Miroslav Karhan und Marian Hristov zu oft verletzt sind, Neuzugang Jonathan Santana nicht wie erhofft einschlug und sich Bayern-Reservist Julio Dos Santos exakt in dem Moment das Bein brach, als das Ausleihgeschäft mit dem Volkswagen-Verein feststand. Zumal irgendwann auch der letzte Gegner bemerkt hatte, dass man eigentlich bloß Jacek Krzynowek am Flanken zu hindern brauchte, um gegen Wolfsburg zu null zu spielen.
Sicherlich kennt Augenthaler die Risiken des Deals. Er hat bei d'Alessandro bereits erlebt, wie zehn Spieler nicht mehr bereit waren, die Lauffaulheit des elften zu kompensieren, sobald der keine Tore mehr schoss. Und das Beispiel Hertha BSC hat deutlich gemacht, wie trügerisch es ist, sich in Abhängigkeit eines einzigen Akteurs zu begeben. Jahrelang haben sie in Berlin wie in einer Sekte geglaubt, dass es ohne den besten Mann nicht gehen würde - und jetzt spielt die Hertha so gut wie lange nicht. Der Mannschaftssport Fußball belohnt diejenigen, die zentralistische Strukturen auflösen und Verantwortung auf viele Schultern verteilen.
Einer Eventualität haben sie in Wolfsburg bereits vorgebaut. In Marcelinhos Vertrag soll sich eine Klausel befinden, nach der er höchstens 35 Kilometer von der Stadt entfernt leben darf. Des Brasilianers Ausflüge ins Berliner Nachtleben sind legendär, ebenso seine Freigiebigkeit gegenüber einer stattlichen Entourage, in der Marcelinho zwischen Freunden und Schnorrern keinen Unterschied machte. Die Hertha hatte ihrem bestbezahlten Spieler zeitweise gar einen Finanzberater an die Seite stellen müssen, um Ordnung in seine Konten zu bringen. Wenigstens das war in der Türkei nicht nötig: Dort kam das Gehalt selten pünktlich.
"Marcelinho hat sich geändert", lässt sein Berater Wolfgang Nothdurft verlauten. Vielleicht stimmt das sogar. Vielleicht hat der Mann mit dem überragenden linken Fuß und der leisen Stimme verstanden, dass Wolfsburg seine letzte Chance ist, sein Image in einer angesehenen und seriösen Liga aufzupolieren. Vielleicht wird er aus seinen Fehlern lernen und es am Ende schaffen, einem unrühmlichen Karriereende zu entgehen.
Aber vielleicht stimmt es mit der Wolfsburger Läuterung des Marcelo dos Santos auch nicht. Nur eins steht fest: Der nächste Urlaub kommt bestimmt.
20.01.2007 - 13:51 Uhr
22.01.2007 - 06:59 Uhr
Red Bull verleiht Marcelinho Flügel
Erstes Spiel, erstes Tor: Goldjunge Marcelinho ist beim 1:0-Testspielsieg des VfL in Salzburg nicht nur angekommen – mit dem Neueinkauf scheint der Wolfsburger Fußball-Bundesligist einen echten Volltreffer gelandet zu haben. Schon fest steht: Der Brasilianer ist genau das, was dem Kader gefehlt hat.
Er ist nur 1,74 Meter groß, aber bei seiner VfL-Premiere in Grün-Weiß war Marcelinho überragend. Vorn, hinten, links, rechts – er war überall auf dem Platz, spulte Kilometer ohne Ende ab, holte sich Bälle, verteilte sie und machte gleich sein erstes Tor. Das weckt Erinnerungen: Schon für Hertha feierte er seine Tor-Premiere in einem Test gegen Salzburg. Dieser Gegner verleiht offenbar Flügel…
„Man hat gesehen, dass er ein belebendes Element ist, ein Fußballer, dem das Spielen Spaß macht und der immer den Ball will“, lobte VfL-Trainer Klaus Augenthaler. „Ich hatte den Eindruck, dass er schon ewig da ist. Er braucht keine lange Anlaufzeit bei uns.“ Auch Manager Klaus Fuchs war begeistert, meinte: „Mit Marcelinho haben wir an Qualität gewonnen. Er hat ein enormes Arbeitspensum geleistet und auch ein Auge für die Situationen, in denen er den Ball auch mal hintenrum spielen muss.“ So machte der Spielmacher dieser Bezeichnung alle Ehre, war die tragende Säule des Systems. Marcelinho dirigierte die Mitspieler mit Anweisungen oder mit der Art der Zuspiele. Er bestimmte das Tempo, machte es schnell oder nahm es auch mal raus. Gut für die ganze Mannschaft – auch, weil er seine neuen Teamkollegen schon mitreißt. „Die Spieler wollten einen wie Marcelinho, jetzt fühlen sie sich ihm gegenüber in der Pflicht, eine Schippe draufzulegen. Und das hat geklappt“, befand Fuchs.
„Ich freue mich total über mein Tor. Es ist sehr wichtig“, sagte Marcelinho mit breitem Grinsen. Und weiter: „Wir haben sehr gut gespielt und können jetzt noch eine Woche zusammen trainieren.“ Das heißt für den VfL-Star: „Es geht noch besser. Ich denke jetzt nur noch an das Spiel gegen Hertha am Samstag! Ich hoffe, da mache ich auch wieder ein Tor.“
Erstes Spiel, erstes Tor: Goldjunge Marcelinho ist beim 1:0-Testspielsieg des VfL in Salzburg nicht nur angekommen – mit dem Neueinkauf scheint der Wolfsburger Fußball-Bundesligist einen echten Volltreffer gelandet zu haben. Schon fest steht: Der Brasilianer ist genau das, was dem Kader gefehlt hat.
Er ist nur 1,74 Meter groß, aber bei seiner VfL-Premiere in Grün-Weiß war Marcelinho überragend. Vorn, hinten, links, rechts – er war überall auf dem Platz, spulte Kilometer ohne Ende ab, holte sich Bälle, verteilte sie und machte gleich sein erstes Tor. Das weckt Erinnerungen: Schon für Hertha feierte er seine Tor-Premiere in einem Test gegen Salzburg. Dieser Gegner verleiht offenbar Flügel…
„Man hat gesehen, dass er ein belebendes Element ist, ein Fußballer, dem das Spielen Spaß macht und der immer den Ball will“, lobte VfL-Trainer Klaus Augenthaler. „Ich hatte den Eindruck, dass er schon ewig da ist. Er braucht keine lange Anlaufzeit bei uns.“ Auch Manager Klaus Fuchs war begeistert, meinte: „Mit Marcelinho haben wir an Qualität gewonnen. Er hat ein enormes Arbeitspensum geleistet und auch ein Auge für die Situationen, in denen er den Ball auch mal hintenrum spielen muss.“ So machte der Spielmacher dieser Bezeichnung alle Ehre, war die tragende Säule des Systems. Marcelinho dirigierte die Mitspieler mit Anweisungen oder mit der Art der Zuspiele. Er bestimmte das Tempo, machte es schnell oder nahm es auch mal raus. Gut für die ganze Mannschaft – auch, weil er seine neuen Teamkollegen schon mitreißt. „Die Spieler wollten einen wie Marcelinho, jetzt fühlen sie sich ihm gegenüber in der Pflicht, eine Schippe draufzulegen. Und das hat geklappt“, befand Fuchs.
„Ich freue mich total über mein Tor. Es ist sehr wichtig“, sagte Marcelinho mit breitem Grinsen. Und weiter: „Wir haben sehr gut gespielt und können jetzt noch eine Woche zusammen trainieren.“ Das heißt für den VfL-Star: „Es geht noch besser. Ich denke jetzt nur noch an das Spiel gegen Hertha am Samstag! Ich hoffe, da mache ich auch wieder ein Tor.“
23.01.2007 - 07:01 Uhr
Die Stärken des Strategen Marcelinho
Fußball: VfL-Neuzugang überzeugt sofort – Augenthaler dämpft die Erwartungen
Von Markus Kutscher
WOLFSBURG. Der VfL hat endlich wieder einen echten Spielmacher. "So ein Stratege hat uns gefehlt", sagt Klaus Fuchs nach dem 1:0 in Salzburg. Neuzugang und Torschütze Marcelinho hatte nicht nur den Geschäftsführer des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten bei seinem Debüt überzeugt. "Es ist, als ob er schon lange da ist", meint Klaus Augenthaler.
Der VfL-Trainer freut sich einerseits über seinen neuen Regisseur, andererseits ist ihm das Aufheben um den Brasilianer fast schon zu viel. "Marcelinho ist ein Teil der Mannschaft", betont Augenthaler. Aber eben ein besonderer Teil. Doch warum sticht der 31-jährige Marcelinho aus dem Team hervor? Was zeichnet ihn auf dem Platz aus?
Torgefährlichkeit
In Salzburg feierte Marcelinho einen Einstand nach Maß, erzielte gleich den 1:0-Siegtreffer. In 155 Bundesligaspielen für Hertha BSC verbuchte er 65 Tore und bereitete 45 Treffer vor. "Das ist eine außergewöhnliche Quote für einen Mittelfeldspieler", erklärt Augenthaler. Ähnlich torgefährlich sei vielleicht noch Michael Ballack. Der Kapitän der deutschen Nationalelf brachte es in 232 Bundesligaspielen auf 75 Tore und 35 Vorlagen.
Spielverständnis
Marcelinho hat immer ein Auge für die Mitspieler und schätzt fast jede Situation instinktiv richtig ein. "Als in Salzburg die Luft dünner wurde, hat er den Ball auch mal zurückgespielt. Marcello ist kein Selbstdarsteller und wird von den Mitspielern gesucht", sagt Augenthaler. Bei Ballverlust arbeitete Marcelinho auch nach hinten. "Das hat ein Andres D’Alessandro nicht gemacht", so Augenthaler weiter.
Kondition
Der 1,74 Meter große und nur 68 Kilogramm schwere Marcelinho ist ein wahres Laufwunder. "Er ist läuferisch immer einer der Besten und macht in einem Spiel etliche Kilometer", weiß Salzburgs Niko Kovac, der den Neu-Wolfsburger noch aus gemeinsamen Berliner Zeiten kennt. Marcelinho hat kein Gramm Fett am Körper, seine Brust- und Bauchmuskulatur ist gestählt wie bei einem Boxer. "Er ist enorm viel unterwegs. Wir müssen schauen, ob das immer notwendig ist. Manche Wege kann er sich vielleicht sparen", meint Augenthaler. Marcelinhos unglaubliche Fitness liegt auch daran, dass er in seiner Karriere kaum Zwangspausen einlegen musste. Erst einmal war der 31-jährige schwerer verletzt. Am ersten Spieltag der Saison 2003/2004 brach er sich im Heimspiel gegen Bremen den Mittelfuß und verpasste acht Spiele.
Beidfüßigkeit
Keine Frage: Der linke ist sein Zauberfuß. Doch auch mit rechts trifft Marcelinho – wie beim 1:0 gegen Salzburg. Dadurch ist er für die Gegenspieler kaum auszurechnen.
Sprache und Mentalität
Marcelinho ist ein offener Typ, der auf seine Mitmenschen zugeht. Er spricht gut Deutsch und kann sich mit allen Mitspielern verständigen. "Sprache und Bundesliga-Kenntnis waren Grundvoraussetzungen für uns", betont Augenthaler. Ein Jonathan Santana zum Beispiel benötige zur Eingewöhnung in einer fremden Kultur längere Zeit.
Und welche Schwächen hat Marcelinho?
Augenthaler: "Er ist kein Kopfballungeheuer. Aber mir reicht es, wenn er die Bälle für die langen Kerle auflegt."
Fußball: VfL-Neuzugang überzeugt sofort – Augenthaler dämpft die Erwartungen
Von Markus Kutscher
WOLFSBURG. Der VfL hat endlich wieder einen echten Spielmacher. "So ein Stratege hat uns gefehlt", sagt Klaus Fuchs nach dem 1:0 in Salzburg. Neuzugang und Torschütze Marcelinho hatte nicht nur den Geschäftsführer des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten bei seinem Debüt überzeugt. "Es ist, als ob er schon lange da ist", meint Klaus Augenthaler.
Der VfL-Trainer freut sich einerseits über seinen neuen Regisseur, andererseits ist ihm das Aufheben um den Brasilianer fast schon zu viel. "Marcelinho ist ein Teil der Mannschaft", betont Augenthaler. Aber eben ein besonderer Teil. Doch warum sticht der 31-jährige Marcelinho aus dem Team hervor? Was zeichnet ihn auf dem Platz aus?
Torgefährlichkeit
In Salzburg feierte Marcelinho einen Einstand nach Maß, erzielte gleich den 1:0-Siegtreffer. In 155 Bundesligaspielen für Hertha BSC verbuchte er 65 Tore und bereitete 45 Treffer vor. "Das ist eine außergewöhnliche Quote für einen Mittelfeldspieler", erklärt Augenthaler. Ähnlich torgefährlich sei vielleicht noch Michael Ballack. Der Kapitän der deutschen Nationalelf brachte es in 232 Bundesligaspielen auf 75 Tore und 35 Vorlagen.
Spielverständnis
Marcelinho hat immer ein Auge für die Mitspieler und schätzt fast jede Situation instinktiv richtig ein. "Als in Salzburg die Luft dünner wurde, hat er den Ball auch mal zurückgespielt. Marcello ist kein Selbstdarsteller und wird von den Mitspielern gesucht", sagt Augenthaler. Bei Ballverlust arbeitete Marcelinho auch nach hinten. "Das hat ein Andres D’Alessandro nicht gemacht", so Augenthaler weiter.
Kondition
Der 1,74 Meter große und nur 68 Kilogramm schwere Marcelinho ist ein wahres Laufwunder. "Er ist läuferisch immer einer der Besten und macht in einem Spiel etliche Kilometer", weiß Salzburgs Niko Kovac, der den Neu-Wolfsburger noch aus gemeinsamen Berliner Zeiten kennt. Marcelinho hat kein Gramm Fett am Körper, seine Brust- und Bauchmuskulatur ist gestählt wie bei einem Boxer. "Er ist enorm viel unterwegs. Wir müssen schauen, ob das immer notwendig ist. Manche Wege kann er sich vielleicht sparen", meint Augenthaler. Marcelinhos unglaubliche Fitness liegt auch daran, dass er in seiner Karriere kaum Zwangspausen einlegen musste. Erst einmal war der 31-jährige schwerer verletzt. Am ersten Spieltag der Saison 2003/2004 brach er sich im Heimspiel gegen Bremen den Mittelfuß und verpasste acht Spiele.
Beidfüßigkeit
Keine Frage: Der linke ist sein Zauberfuß. Doch auch mit rechts trifft Marcelinho – wie beim 1:0 gegen Salzburg. Dadurch ist er für die Gegenspieler kaum auszurechnen.
Sprache und Mentalität
Marcelinho ist ein offener Typ, der auf seine Mitmenschen zugeht. Er spricht gut Deutsch und kann sich mit allen Mitspielern verständigen. "Sprache und Bundesliga-Kenntnis waren Grundvoraussetzungen für uns", betont Augenthaler. Ein Jonathan Santana zum Beispiel benötige zur Eingewöhnung in einer fremden Kultur längere Zeit.
Und welche Schwächen hat Marcelinho?
Augenthaler: "Er ist kein Kopfballungeheuer. Aber mir reicht es, wenn er die Bälle für die langen Kerle auflegt."
23.01.2007 - 14:27 Uhr
Zitat von miki18:
Ein absoluter Fehleinkauf und
wird ein riesen Flop!
Hat in der Türkei total versagt.
Ich kann diese Transferpolitik
nicht verstehn.
Klar war Marcelo vor paar Jahren
ein Top Spieler aber dies ist
vorbei.
vor ein paar jahren ? meinst wohl vor 6 monaten.
naja, zeigst mal wieder, dass deine beitraege der letzte dreck sind :ugly
Ein absoluter Fehleinkauf und
wird ein riesen Flop!
Hat in der Türkei total versagt.
Ich kann diese Transferpolitik
nicht verstehn.
Klar war Marcelo vor paar Jahren
ein Top Spieler aber dies ist
vorbei.
vor ein paar jahren ? meinst wohl vor 6 monaten.
naja, zeigst mal wieder, dass deine beitraege der letzte dreck sind :ugly
23.01.2007 - 22:53 Uhr
Zecke bricht eine Lanze für Marcelinho
Hertha BSC gegen VfL Wolfsburg: Zwei Freunde treffen sich wieder
Von Dirk Banse und Sebastian Schlichting
Sie haben zusammen gejubelt, gelitten, gefeiert und gelacht. Fünf Jahre lang waren Andreas Neuendorf (Spitzname Zecke) und Marcelinho bei Hertha BSC durch dick und dünn gegangen, bis sich im vergangenen Sommer ihre Wege trennten. Während der Brasilianer in die Türkei verkauft wurde, blieb Neuendorf in Berlin. Am Sonnabend treten sie wieder zusammen im Olympiastadion auf, diesmal allerdings in verschiedenen Mannschaften. Zum Rückrunden-Start der Bundesliga empfängt Hertha den VfL Wolfsburg, der Marcelinho in der Winterpause für 2,7 Millionen Euro vom türkischen Erstligisten Trabzonspor gekauft hatte.
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"Ich freue mich riesig, Marcelo wiederzusehen. Es ist gut für die Bundesliga und für ihn, dass er nach Deutschland zurückgekehrt ist", sagt Neuendorf. Er habe aber auch im letzten halben Jahr, als Marcelinho in der Türkei gespielt hatte, den Kontakt zu dem Brasilianer nicht abreißen lassen. "Wir haben regelmäßig telefoniert. Deshalb wusste ich auch, dass er bei Trabzonspor unzufrieden war. Die Mannschaft hatte keinen Erfolg, und er durfte nach dem Trainerwechsel nicht mehr auf seiner Lieblingsposition hinter den Spitzen spielen." Viele in Berlin lebende Türken hätten ihn angesprochen, weil sie besorgt gewesen seien, dass Marcelinho bei seinem neuen Verein leide. "Ich habe erklärt, dass Marcelo ein exzellenter Fußballer sei, der schon wieder auf die Beine komme", sagt Neuendorf.
Daran hatten auch die Verantwortlichen von Hertha BSC niemals Zweifel. Marcelinho war jahrelang der überragende Spieler im Team, erzielte in 155 Bundesliga-Spielen immerhin 65 Tore. Deshalb wurden ihm auch seine zahlreichen Eskapaden verziehen. Ob Wutausbrüche, Unpünktlichkeit oder Alkoholexzesse - wegen seiner sportlichen Qualitäten hatten die Fans und die Vereinsführung lange Zeit über diese Charakterschwächen hinweggesehen. Als er aber nach der Sommerpause des vergangenen Jahres seinen Urlaub erneut um mehrere Tage überzogen hatte, war das Maß voll. Hertha trennte sich von Marcelinho. "In der Mannschaft hatte es schon lange Zeit rumort. Seine Extratouren kamen nicht gut an, obwohl er wegen seiner herausragenden Leistungen respektiert war. Ich habe ihm immer auf den Kopf zugesagt, was mir nicht passte", erklärt Neuendorf. Beispielsweise habe er ihn aufgefordert, sich bei Auswechslungen nicht immer wie ein bockiges Kind zu benehmen. Das sei rücksichtslos gegenüber dem Spieler, der für ihn eingewechselt werde.
Dennoch schätzt Neuendorf seinen ehemaligen Mitspieler noch immer sehr. "Die positiven Seiten an Marcelo überwiegen. Ich mag ihn vor allem deshalb, weil er so lebenslustig ist und gern teilt." Er vermisse vor allem die Abende, an denen sie gemeinsam im brasilianischen Tanzlokal Ipanema gefeiert hatten. Ihm gefalle, dass Marcelinho nicht nur an später denke, sondern sein Leben schon jetzt in vollen Zügen genieße. "Er ist im Grunde seines Herzens ein lieber Kerl. Deshalb muss er aufpassen, dass er nicht ausgenutzt wird", sagt Neuendorf.
Zudem appelliert er an die Fans, die Verdienste von Marcelinho für Hertha nicht zu vergessen. "Von seiner genialen Art, Fußball zu spielen, haben alle im Verein profitiert. Marcelo hat zudem den Bekanntheitsgrad von Hertha gesteigert. Allein seinetwegen sind doch viele Zuschauer ins Stadion gekommen oder haben sich Journalisten für den Verein interessiert."
Deshalb hoffe er darauf, dass Marcelinho am Sonnabend in Berlin würdig empfangen werde. "Er kann auch ruhig ein Tor machen, wenn wir dafür drei erzielen", sagt Neuendorf schmunzelnd. Nach dem Spiel bleibe aber leider keine Zeit, das Wiedersehen zu begießen. "Wir haben dann eine englische Woche. Deshalb müssen wir das Feiern verschieben." Ein Anlass dafür findet sich bestimmt.
http://www.morgenpost.de/content/2007/01/24/sport/878669.html
Hertha BSC gegen VfL Wolfsburg: Zwei Freunde treffen sich wieder
Von Dirk Banse und Sebastian Schlichting
Sie haben zusammen gejubelt, gelitten, gefeiert und gelacht. Fünf Jahre lang waren Andreas Neuendorf (Spitzname Zecke) und Marcelinho bei Hertha BSC durch dick und dünn gegangen, bis sich im vergangenen Sommer ihre Wege trennten. Während der Brasilianer in die Türkei verkauft wurde, blieb Neuendorf in Berlin. Am Sonnabend treten sie wieder zusammen im Olympiastadion auf, diesmal allerdings in verschiedenen Mannschaften. Zum Rückrunden-Start der Bundesliga empfängt Hertha den VfL Wolfsburg, der Marcelinho in der Winterpause für 2,7 Millionen Euro vom türkischen Erstligisten Trabzonspor gekauft hatte.
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"Ich freue mich riesig, Marcelo wiederzusehen. Es ist gut für die Bundesliga und für ihn, dass er nach Deutschland zurückgekehrt ist", sagt Neuendorf. Er habe aber auch im letzten halben Jahr, als Marcelinho in der Türkei gespielt hatte, den Kontakt zu dem Brasilianer nicht abreißen lassen. "Wir haben regelmäßig telefoniert. Deshalb wusste ich auch, dass er bei Trabzonspor unzufrieden war. Die Mannschaft hatte keinen Erfolg, und er durfte nach dem Trainerwechsel nicht mehr auf seiner Lieblingsposition hinter den Spitzen spielen." Viele in Berlin lebende Türken hätten ihn angesprochen, weil sie besorgt gewesen seien, dass Marcelinho bei seinem neuen Verein leide. "Ich habe erklärt, dass Marcelo ein exzellenter Fußballer sei, der schon wieder auf die Beine komme", sagt Neuendorf.
Daran hatten auch die Verantwortlichen von Hertha BSC niemals Zweifel. Marcelinho war jahrelang der überragende Spieler im Team, erzielte in 155 Bundesliga-Spielen immerhin 65 Tore. Deshalb wurden ihm auch seine zahlreichen Eskapaden verziehen. Ob Wutausbrüche, Unpünktlichkeit oder Alkoholexzesse - wegen seiner sportlichen Qualitäten hatten die Fans und die Vereinsführung lange Zeit über diese Charakterschwächen hinweggesehen. Als er aber nach der Sommerpause des vergangenen Jahres seinen Urlaub erneut um mehrere Tage überzogen hatte, war das Maß voll. Hertha trennte sich von Marcelinho. "In der Mannschaft hatte es schon lange Zeit rumort. Seine Extratouren kamen nicht gut an, obwohl er wegen seiner herausragenden Leistungen respektiert war. Ich habe ihm immer auf den Kopf zugesagt, was mir nicht passte", erklärt Neuendorf. Beispielsweise habe er ihn aufgefordert, sich bei Auswechslungen nicht immer wie ein bockiges Kind zu benehmen. Das sei rücksichtslos gegenüber dem Spieler, der für ihn eingewechselt werde.
Dennoch schätzt Neuendorf seinen ehemaligen Mitspieler noch immer sehr. "Die positiven Seiten an Marcelo überwiegen. Ich mag ihn vor allem deshalb, weil er so lebenslustig ist und gern teilt." Er vermisse vor allem die Abende, an denen sie gemeinsam im brasilianischen Tanzlokal Ipanema gefeiert hatten. Ihm gefalle, dass Marcelinho nicht nur an später denke, sondern sein Leben schon jetzt in vollen Zügen genieße. "Er ist im Grunde seines Herzens ein lieber Kerl. Deshalb muss er aufpassen, dass er nicht ausgenutzt wird", sagt Neuendorf.
Zudem appelliert er an die Fans, die Verdienste von Marcelinho für Hertha nicht zu vergessen. "Von seiner genialen Art, Fußball zu spielen, haben alle im Verein profitiert. Marcelo hat zudem den Bekanntheitsgrad von Hertha gesteigert. Allein seinetwegen sind doch viele Zuschauer ins Stadion gekommen oder haben sich Journalisten für den Verein interessiert."
Deshalb hoffe er darauf, dass Marcelinho am Sonnabend in Berlin würdig empfangen werde. "Er kann auch ruhig ein Tor machen, wenn wir dafür drei erzielen", sagt Neuendorf schmunzelnd. Nach dem Spiel bleibe aber leider keine Zeit, das Wiedersehen zu begießen. "Wir haben dann eine englische Woche. Deshalb müssen wir das Feiern verschieben." Ein Anlass dafür findet sich bestimmt.
http://www.morgenpost.de/content/2007/01/24/sport/878669.html
24.01.2007 - 10:02 Uhr
Marcelinho färbt die Haare: Als Silberpfeil nach Berlin?
(rs) Blond, rot, blau und kunterbunt – Marcelinhos Haare hatten in seiner Zeit bei Hertha BSC schon fast alle Farben. Die WAZ erfuhr: Morgen ist es so weit – dann lässt sich der Brasilianer zum ersten Mal die Haare als Spielmacher des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg färben. Und: Sie werden wohl silber!
Marcelinho als Silberpfeil in die alte Heimat? Er kündigt an: „Seit einem halben Jahr habe ich nicht mehr gefärbt. Es gibt eine Überraschung!“ Am Samstag spielt er in Berlin seine erste Bundesliga-Partie im VfL-Dress. Zeit für ein Ritual: „Immer, wenn ich etwas Neues beginne, müssen meine Haare anders aussehen“, klärt Marcello über seinen Aberglauben auf.
Für den VfL sollte es etwas Besonderes sein. Silber hatte er noch nicht. Grün auch nicht, aber die Farbe seines neuen Vereins möchte er (noch) nicht auf dem Kopf haben. Der Grund: Damit würde der Ex-Herthaner seine ehemaligen Fans am Samstag wohl zu sehr provozieren.
Marcelinho und seine Frisur – eine haarige Geschichte: vom roten Hahnenkamm über den Schriftzug „Hertha“ bis hin zur verunglückten Deutschland-Fahne (es wurde die belgische).
(rs) Blond, rot, blau und kunterbunt – Marcelinhos Haare hatten in seiner Zeit bei Hertha BSC schon fast alle Farben. Die WAZ erfuhr: Morgen ist es so weit – dann lässt sich der Brasilianer zum ersten Mal die Haare als Spielmacher des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg färben. Und: Sie werden wohl silber!
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