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Marcelinho

12.01.2007 - 14:31 Uhr
Marcelinho |#41
15.01.2007 - 09:35 Uhr
Vor Marcelinho: VfL hätte fast diesen Ägypter gekauft

Auch Aboutreika auf der Liste – Fuchs in Kairo – „Extrem hohe Qualität“

(eh) Die vergangene Woche – für Manager Klaus Fuchs war sie erfolgreich und turbulent zugleich. Am Freitag tütete Fuchs den Marcelinho-Transfer zum Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg ein. Aber Fuchs hatte neben dem Brasilianer, Jan Simak und Kléberson noch einen Ägypter auf der Liste: Mohamed Aboutreika von Al Ahly Kairo. Dort weilte der Manager übrigens am vorletzten Wochenende…
„Zum Schluss waren es vier Namen, die wir ernsthaft diskutiert haben“, verriet Fuchs. Marcelinho, Simak (Sparta Prag), Kléberson (Besiktas Istanbul) und Aboutreika, der bei der Wahl zum Fußballer des Jahres in Afrika hinter Chelsea-Star Didier Drogba auf Platz zwei landete. Zusammen mit Ex-Bundesliga-Trainer Rainer Zobel schaute sich Fuchs in Kairo das Spitzenspiel des Ersten gegen den Zweiten an. Fuchs: „Aboutreika ist in Ägypten das Idol schlechthin, ein Spieler mit extrem hoher Qualität.“
Nach Fuchs’ Rückkehr nach Wolfsburg wurden alle Kandidaten genau durchleuchtet – in einer Runde mit dem Aufsichtsrats-Präsidium. Die Gespräche mit Marcelinho waren zu diesem Zeitpunkt aber am weitesten. Zudem sprach gegen Aboutreika, dass er noch nie in Europa, dass er noch nie in der Bundesliga gespielt hatte. Fuchs: „Marcelinho war unsere Nummer 1. Er kennt die Sprache, er wollte zurück in die Bundesliga und er hat seine Klasse da auch schon bewiesen.“
Um Marcelinhos Management aber nicht zu sehr ausgeliefert zu sein, verhandelte der VfL mit zwei weiteren Spielern (Simak, Kléberson). Ein bisschen ins Grübeln kam Fuchs, als Borussia Dortmund mitpokerte. Fuchs: „Als der BVB ausstieg, wusste ich, dass es jetzt klappen kann.“

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Marcelinho |#42
15.01.2007 - 09:35 Uhr
Augenthaler lobt den Transfer-Fuchs

VfL: Keine VW-Millionen für Marcelinho

(eh/rs) Den Ehrentitel „Vater der VW-Arena“ hat er ja schon. Jetzt, nach der Verpflichtung des auch von Borussia Dortmund umworbenen Stars Marcelinho, darf sich der Manager des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg auch „Transfer-Fuchs“ nennen. Klaus Fuchs: „Das war eine intensive Woche – und meine aufregendste, seit ich beim VfL bin!“
Wolfsburgs Deals mit anderen großen Namen wie Stefan Effenberg oder Andrés D’Alessandro habe er zwar „auch schon intensiv mitbekommen, aber damals waren die Aufgaben bei uns ja noch anders verteilt“. Jetzt zog Fuchs den nächsten dicken Fisch hauptverantwortlich an Land – „dafür verdient er ein großes Lob!“, applaudierte VfL-Trainer Klaus Augenthaler.
„Wir haben bei unserer Suche viele Namen durchgespielt. Klaus Fuchs ist immer sofort rangegangen und hat alle geprüft“, schilderte Auge vor dem Rückflug aus dem Trainingslager den Ablauf. „Auch an diesem Transfer sieht man, dass der Manager von der Materie viel Ahnung hat, obwohl er selbst nie Fußball gespielt hat. Er hatte die meiste Arbeit, aber wir haben täglich telefoniert – und unsere Ansichten waren wieder einmal identisch…“
Mit geschätzten 2,7 Millionen Euro Ablöse an Marcelinhos türkischen Ex-Klub Trabzonspor und rund 2 Millionen Brutto-Jahresgehalt (plus Prämien) hat der Transfer ein stattliches Volumen – aber der VfL versichert, ohne Nachschlag von Hauptsponsor Volkswagen ausgekommen zu sein! „Das Geld war im Budget für diese Saison enthalten – begünstigt durch viele Sonder-Rückflüsse“, erklärte Finanz-Geschäftsführer Wolfgang Hotze. Fuchs dazu: „Durch langwierige Verletzungen etwa von Hristov, Boakye und Klimowicz haben wir beträchtliche Gehaltssummen eingespart. Dazu kam die Rückzahlung von Fernsehgeldern aus der Kirch-Insolvenz.“

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Marcelinho |#43
15.01.2007 - 10:11 Uhr
marce ist auch mit 80% seiner Leistung ein Gewinn für den VFL...

top transfer und kein vorgriff auf die nächste Spielzeit...

es geht aufwärts...
Marcelinho |#44
15.01.2007 - 15:23 Uhr
Wolfsburg: Mit Marcelinho kommt ein extravaganter Star

Rückkehr mit Risiko
Am Ende ging es schnell. Freitagmittag traf Marcelo dos Santos genannt Marcelinho in Wolfsburg ein. Am Abend hatte der 31-Jährige seine Unterschrift unter einen Vertrag bis 2009 (plus Option; Ablöse rund 2,75 Millionen Euro; Bruttogehalt etwa zwei Millionen Euro) gesetzt und verkündete: "Ich wollte unbedingt in die Bundesliga zurück. Ich bin sehr glücklich, in Wolfsburg zu sein."


Passt das zusammen? Der Brasilianer Marcelinho vor dem Wappen des VfL Wolfsburg.
Die Bundesliga hat ihn also wieder, diesen extravaganten Spieler, der zwischen 2001 und 2006 exakt 155 Bundesligaspiele für Hertha BSC bestritt. Und als ob es ein Drehbuch gibt: Wolfsburg kommt zum Rückrundenauftakt ausgerechnet ins Berliner Olympiastadion. 65 Tore und 49 Assists stehen für ihn bei Hertha zu Buche - und ein Rausschmiss. Weil er wiederholt seinen Urlaub überzog, verkauften ihn die Berliner im Sommer 2006 für 2,5 Millionen Euro an Trabzonspor.

Beim türkischen Erstligisten wurde er nicht glücklich (17 Spiele, zwei Tore). Abstiegskampf war angesagt, zudem verlor Marcelinho mit Trainer Sebastião Lazaroni einen Landsmann als Ansprechpartner. Unter seinem Nachfolger, dem Türken Ziya Dogan, spielte er plötzlich im linken Mittelfeld und musste Defensivarbeit verrichten. Das war nicht Marcelinhos Ding.

Nun also Wolfsburg. Eine Rückkehr in die Bundesliga, die für den VfL auch ein Risiko birgt.

Gerade die "Wölfe" sind gebrannte Kinder, was das Thema "Diven" angeht. Da war die Verpflichtung von Stefan Effenberg, die sich letztlich eher als Werbegag entpuppte. Der "Tiger" kam im Sommer 2002 nach "Downtown Wolfsburg" (O-Ton Effenberg) und war im April 2003 (nach 19 Spielen mit drei Bundesligatoren) schon wieder verschwunden. Der Argentinier Andres dAlessandro war ein brillanter Fußballer, identifizierte sich aber mit seiner Aufgabe in Wolfsburg nie so richtig. Nach 61 Bundesligaspielen (acht Tore) verließ er den VfL im Januar 2006 in Richtung Portsmouth, landete dann bei Real Saragossa.

Marcelinho wird, wie Manager Klaus Fuchs betont, "mit offenen Armen von der Mannschaft begrüßt". Angreifer Diego Klimowicz: "Für uns Stürmer ist es von Vorteil, wenn die Position im offensiven Mittelfeld besetzt ist." Verteidiger Alexander Madlung, einst Marcelinhos Kollege bei Hertha: "Marcelinho ist kein schwieriger Charakter. Er versucht sich in jedem Training zu verbessern, gibt Vollgas. In Berlin wurden seine außersportlichen Dinge akzeptiert, wenn er seine Leistung gebracht hat."

Im Vertrag Marcelinhos ist festgeschreiben, dass er nicht weiter als 35 Kilometer von Wolfsburg entfernt wohnen darf. Doch die Wohnortdebatte soll, laut Fuchs, keine Rolle gespielt haben. "Marcelinho hat gar nicht gefragt, ob er in Berlin wohnen kann." Trotzdem wird der Brasilianer schonmal in den ICE steigen, um in 65 Minuten in seinem geliebten Berlin zu sein. Aber zieht es ihn überhaupt wie früher zum Feiern in die Hauptstadt? "Marcelo", so berichtet sein deutscher Berater und Freund Wolfgang Nothdurft kürzlich, "hat sich geändert. Er ist viel ruhiger geworden und verbringt viel Zeit zu Hause." Das hoffen sie in Wolfsburg.

Sportlich ist Marcelinhos Mission unzweifelhaft. Er soll dem lahmen Offensivspiel der Wolfsburger Schwung geben. Marcelinho steht für Überraschendes, Spektakuläres. Zwei Dinge, mit denen man den VfL im Laufe der Hinrunde bestimmt nicht assoziierte. Mickrige zwölf Treffer in 17 Spielen sagen alles. "Mit Marcelinho wird unser Spiel variabler. Er ist torgefährlich, kann etwas mit Standardtsituationen anfangen", so Trainer Klaus Augenthaler, der ergänzt: "Aber er wird wie jeder Spieler bei uns keinen Sonderstatus bekommen."

Außer Frage dürfte stehen: Wer als Trainer die Auswahl zwischen einem Marian Hristov, Jonathan Santana und Marcelinho besitzt, wäre verrückt, nicht Marcelinho auszuwählen. Die Frage ist, ob der noch einmal die Glanzform aus einstigen Berliner Tagen konstant zeigen kann.

Peter Pander, Sportdirektor in Gladbach und früher in Wolfsburg tätig, fasst es treffend zusammen: "Marcelinho ist sicher ein Farbtupfer für Wolfsburg. Aber auch bei ihm gilt: Schlägt er ein, war es ein richtiger Schachzug. Kommt es anders, wird er als Fehlinvestition abgestempelt."

Sebastian Karkos

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Marcelinho |#45
16.01.2007 - 06:54 Uhr
Der neue VfL-Star: Marcelinho von A bis Z
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A wie Autos: Die mag er wie jeder Profi. Bei Hertha fuhr er einen Mercedes ML 280 CDI als Dienstwagen. Da wird ihm der Touareg auch gefallen. Privat in Brasilien steuert er einen Audi TT.
B wie Boxen: Neben Tennis, Volleyball und Bowling seine Lieblingssportart – allerdings eher als Zuschauer. Oft ist er bei Kämpfen am Ring, sein Lieblingssportler: Mike Tyson.
C wie Cavaquinho: Marcelinho liebt es, diese kleine brasilianische Gitarre zu spielen. „Musik hat mich schon immer interessiert, sie gehört zu meinem Leben“, sagt er. Marcello liebt Pagode und Forró, brasilianische Pop-Musik.
D wie Dribblings: „Am liebsten spiele ich hinter den Spitzen“, sagt Marcelinho zu seiner Wunsch-Position. Von da aus kann er am besten zu seinen gefürchteten Solo-Läufen ansetzen. Auf diese Art schoss er auch schon mehrfach den VfL ab.
E wie Elita: Seine Mutter ist der wichtigste Mensch in seinem Leben. So oft wie möglich kommt Elita nach Europa. „Meine Kindheit war nicht einfach, aber meine Mutter war immer für mich da. Wenn sie bei mir ist, dann geht es mir richtig gut“, sagt Marcello, der auch seine Familie (Frau Estela und die Kinder Viviane und Marcelo Junior) um sich haben muss.
F wie Frisur: Welche natürliche Haarfarbe er hat, weiß keiner mehr. Blau, rot, silber, blond, knallgelb mit „Hertha“-Schriftzug – Marcelinho hatte schon alles. „Alle vier Wochen muss etwas Neues her, sonst wird‘s langweilig“, sagt er. Der Hammer bisher: Der Versuch, sich die deutsche Fahne färben zu lassen. Der Friseur machte einen Fehler – es wurde die belgische Flagge…
G wie Gott: Marcelinho ist katholisch und tief gläubig. Er trägt Kreuze um den Hals, nach Toren bedankt er sich bei Gott.
H wie Hoeneß: Der Manager von Hertha schwankte fünf Jahre lang zwischen Begeisterung und Sorge. „Marcello ist ein herzensguter Mensch, aber manchmal leider zu leichtgläubig“, beschrieb er einst. Der Brasilianer sagt heute: „Ich bin Herrn Hoeneß sehr dankbar, dass er sich immer so um mich gekümmert hat.“
I wie Ipanema: Im brasilianischen Restaurant in Berlin-Kreuzberg aß und feierte Marcelinho gern – auch mal etwas länger. Unter Szene-Kennern heißt es: Den besten Caipirinha der Hauptstadt gibt es dort.
J wie Jugendtrainer: Mit zwölf Jahren kickte Marcelinho auf der Straße, mit 14 kam er in seinen ersten Verein Campinense. Sein Vater Pedro war sein erster Trainer. „Ich bewundere ihn“, schwärmt der Sohn noch heute.
K wie Karneval: Zu dumm, dass Marcelinho zur schönsten Zeit des Jahres selten zu Hause sein kann. Aber kein Problem: Als der Brasilianer bei Hertha war, gab‘s auch in Berlin Karneval – bis er es mal überzog und 20.000 Euro Geldstrafe abdrücken musste.
L wie linker Fuß: Damit kann er zaubern. Freistöße, Fernschüsse, Hackentricks. Sein spektakulärster Streich: Ein Tor am 29. April 2005 gegen den SC Freiburg – aus 48 Metern!
M wie Meister: Als Marcelinho 2001 zu Hertha wechselte, tönte er: „Ich will hier Meister werden.“ Sein Team schaffte es nie, und doch erneuerte Marcello immer wieder sein großes Ziel: „Ich will die Schale in der Hand halten.“
N wie Nordestinhos: So werden die Einwohner von Marcelinhos Heimatregion Paraiba genannt. Sie liegt im Norden Brasiliens, ist eine der ärmsten Gegenden des Landes. Inzwischen besitzt Marcello eine prachtvolle Villa in seiner Heimatstadt Campina Grande – und hat schon darüber nachgedacht, dort später Bürgermeister zu werden.
O wie Olympique Marseille: Der erste Versuch in Europa ging daneben. Das Kalenderjahr 2000 verbrachte er in Frankreich, fühlte sich nicht wohl, überzeugte sportlich selten. Rückkehr nach Brasilien zu Gremio Porto Alegre.
P wie Pelé: „Der größte Fußballer aller Zeiten“, sagt Marcelinho über seinen Landsmann und sein Idol.
Q wie Quote: Fünf Jahre lang war Marcelinho die sportliche Lebensversicherung von Hertha BSC. Der beeindruckende Blick in die Statistik: Mit dem Spielmacher holte Berlin 1,56 Punkte im Schnitt, ohne ihn nur 1,2.
R wie Ritual: Sein Torjubel war extravagant und immer wieder überraschend – doch eines ist bei Marcelinho immer gleich: „Ich betrete immer mit dem rechten Fuß zuerst den Rasen“, verrät er.
S wie Seleçao: Fünf Spiele absolvierte Marcelinho in der brasilianischen Nationalmannschaft. Gleich in seinem ersten, gegen Paraguay, erzielte er ein Tor. „Ein Traum“, jubelte Marcello.
T wie Total 90: So heißt das Schuhmodell von Nike, das für Marcelinho maßgefertigt und seinen bunten Frisuren ständig auch in der Farbe angepasst wurde. Neon-Rot, Hertha-Blau und Marcelinho-Gold hießen die Modelle.
U wie Urlaub: „Mein liebstes Reiseziel ist meine Heimat Brasilien. Dort ist es immer warm“, sagt Marcelinho schmunzelnd. Das Problem: Manchmal war er zu lange weg. Dann gab‘s extra Urlaubsgeld, von ihm für den Verein – als Geldstrafe.
V wie Verletzungen: In vier seiner fünf Bundesliga-Jahre verpasste Marcelinho nur sechs (!) Spiele. Nur einmal erwischte es ihn: Im ersten Saisonspiel 2003/04 brach er sich den Mittelfuß, verpasste sieben Partien. Ansonsten ist er sehr unanfällig.
W wie Winter: „Ich habe es mal mit Wintersportarten probiert, aber es hat nicht so gut funktioniert“, sagt Sonnenschein Marcelinho. „Ich weiß nicht, ob ich dafür kein Talent habe, oder einfach den Schnee nicht mag.“
X wie x-mal ausgewechselt: Wenn Marcelinho etwas am Fußball hasst, sind es Auswechslungen. Jede Herausnahme ist für ihn wie ein Nackenschlag. Da flog das Trikot, oder die Bande bekam einen Tritt. Meist endete eine Marcelinho-Auswechslung mit einer Aussprache und einer Entschuldigung erste einige Tage später.
Y wie Yildiray Bastürk: Der kleine Türke wurde von Hertha vor zweieinhalb Jahren verpflichtet, um weniger von Marcelinho abhängig zu sein. Bastürk erleichterte den Berlinern auch den Abschied von Marcello im Sommer.
Z wie Zehn: Seine Lieblings-Rückennummer. In Wolfsburg von Linksaußen Jacek Krzynowek besetzt. Macht nichts. Im ersten Hertha-Jahr trug Marcello die 30, spielte überragend (13 Tore, 5 Vorlagen). Beim VfL hat er die 32.




Marcelinho |#46
16.01.2007 - 06:56 Uhr
Marcelinhos Berlin-Wunsch: Für Fuchs ein Missverständnis
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(apa) Wohnen in Berlin? Nichts da! Der neue VfL-Star Marcelinho wird nach Wolfsburg ziehen – auch wenn er gegenüber der „BZ“ erklärt hatte, er wolle lieber doch nach Berlin (WAZ berichtete). Klaus Fuchs, Manager des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten, ist dem Brasilianer deswegen nicht böse, hält die ganze Sache für ein Missverständnis.
„Ich hoffe, dass ich nach Berlin ziehen kann. Berlin ist meine zweite Heimat, Berlin ist einfach gigantisch!“ – so wurde Marcelinho zitiert. Für Fuchs kein Problem: „Er wollte halt was Nettes über Berlin sagen“, alles andere sei falsch interpretiert worden. Sicherheitshalber telefonierte der VfL-Manager gestern nochmal mit Marcelinho-Berater Joseph Lee – und der habe bestätigt, dass der neue Spielmacher keinesfalls vorhabe, wieder in die Hauptstadt zu ziehen. Sondern stattdessen „selbstverständlich“ ein Haus mit großem Garten in oder um Wolfsburg sucht. Laut Vertrag muss Marcelinho im Umkreis von 35 Kilometern von Wolfsburg wohnen, könnte also auch nach Braunschweig ziehen. Eine solche Klausel wird laut Fuchs mittlerweile in alle Verträge eingebaut. „Anlass dafür war die Diskussion um Pablo Thiam“, begründet er. Der Ex-Kapitän wohnt in Berlin, pendelt per ICE, hat in Wolfsburg eine Wohnung. Dass auch Marcelinho in beiden Städten Wohnung oder Haus mieten könnte, hält Fuchs für „Quatsch“.
Gestern löste Marcelinho in der Türkei seinen Vortrag bei Trabzonspor aus, heute fliegt er mit Familie nach Berlin, von wo aus es weiter nach Wolfsburg geht. Im Parkhotel bezieht der Brasilianer mit seinem Tross zwei Suiten, ehe er am Mittwoch ins VfL-Training einsteigt.



Marcelinho |#47
16.01.2007 - 06:58 Uhr
Von der Bundesliga ins Ausland und dann wieder zurück: Nicht immer ging das gut

(mé) Aus der Fußball-Bundesliga ins Ausland und wieder zurück – geht das gut? Marcelinhos Wechsel von Hertha BSC über Trabzonspor zum VfL Wolfsburg macht diese Frage aktuell. Es gibt reichlich Spieler, die diesen Umweg gingen. Nicht alle wurden glücklich…
Prominente Beispiele: Ailton, bei Werder (Torschützen)-König, nach der Station Besiktas Istanbul aber beim HSV nur noch Bettelmann. Oder Giovane Elber. Als Ex-Bayern-Star von Lyon nach Gladbach geholt, kam er nur noch auf vier Einwechslungen – vorzeitige Vertragsauflösung.
Ohne negative Folgen blieb der Ausflug aus der Bundesliga dagegen etwa für Paulo Sergio: Leverkusen, AS Rom – dann mit den Bayern zwei Mal Meister und Champions-League-Sieger. Oder Anthony Yeboah, der nach seinem Transfer von Leeds United zum HSV an seine großen Frankfurter Zeiten anknüpfte.
Auch beim VfL gab‘s Fälle von Zickzack-Wechslern – gute wie schlechte.
In die Hose ging‘s beispielsweise für Maximilian Heidenreich. Zumindest indirekt. Denn der hatte zwischen 156 Bundesliga-Spielen für Hannover, Frankfurt und Freiburg auch für den FC Basel gekickt, als er 1997 als großer Hoffnungsträger zu Aufsteiger VfL kam. Dort wurden‘s nur zehn Einsätze, dann folgte Heidenreichs Abstieg nach Wattenscheid. Ebenfalls kein Glück brachte Levan Tskitishvili nach sechs Jahren Stammkraft in Freiburg der kurze Abstecher nach Donezk, von wo ihn Wolfsburg holte. Bilanz: Nur 15 Spiele, Abschied nach einer Saison.
Prima lief‘s trotz Zwischenstopps im Ausland dagegen für zwei andere beim VfL. Thomas Hengen – zuvor bei Lautern und KSC, dann von Dortmund an Besiktas Istanbul ausgeliehen – hatte in Wolfsburg zwar verletzungsbedingte Anlaufschwierigkeiten, stieg dann aber zum Stammspieler auf. Noch besser traf es Patrick Weiser. Das Kölner Urgestein kam über den Umweg Stade Rennes 1999 zum VfL. Er blieb sechs Jahre – und liegt mit 159 Einsätzen in Wolfsburgs Bundesliga-Hierarchie immer noch auf Platz drei.





Marcelinho |#48
17.01.2007 - 22:52 Uhr
Fans stehen in Wolfsburg Spalier für Marcelinho

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Wolfsburg (dpa) - Als Fußball-Profi ohne Star-Allüren hat Marcelinho seinen Dienst beim VfL Wolfsburg angetreten. Rund 300 Fans begrüßten den Brasilianer zu seinem ersten Training beim niedersächsischen Bundesligaclub.

Die Zuschauer standen Spalier und freuten sich über die Autogramme, die der Ballzauberer noch vor dem Warmmachen verteilte. «Er lässt den Star nicht raushängen, obwohl viele Zuschauer und Medienvertreter da sind», beurteilte VfL-Trainer Klaus Augenthaler den von zahlreichen Kamera-Teams und Fotografen beobachteten Auftritt des prominenten Zugangs.

Bei den ersten Übungseinheiten überzeugte der Mittelfeldspieler seinen neuen Coach durch Fitness und technische Fertigkeiten. «Sein durchtrainierter Körper ist mir aufgefallen. Er macht fast keine Fehler», sagte Augenthaler. Marcelinho war in der Vorwoche für rund 2,7 Millionen Euro vom türkischen Erstligisten Trabzonspor verpflichtet worden und hatte in den vergangenen Tagen letzte Formalitäten in der Türkei erledigt. Zum Trainingsstart in Wolfsburg erschien der ehemalige Hertha-Profi pünktlich und gut gelaunt.

«Ich freue mich riesig, wieder in Deutschland zu sein. Der erste Eindruck vom Verein, vom Trainer und den Teamkollegen ist sehr gut», erzählte Marcelinho in portugiesischer Sprache. Besonders herzlich fiel das Wiedersehen mit seinem Landsmann Alex und dem Ex-Berliner Alexander Madlung aus. «Es war, als wenn man irgendwo hinkommt, wo man schon alle kennt», berichtete der 31 Jahre alte Südamerikaner über die Begrüßung in der Kabine. «Marcelinho hat gute Qualität und wird uns weiterhelfen», sagte VfL-Kapitän Kevin Hofland.

Der Bundesliga-Rückkehrer soll die lahme Wolfsburger Offensive in der Rückrunde munter machen. In den fünf Jahren, die er zwischen 2001 und 2006 bei Hertha BSC verbracht hatte, war er ebenso als genialer Fußballer wie als Problemkind außerhalb des Platzes aufgefallen. So schrieb Marcelinho in Berlin in seinen 155 Erstliga-Partien mit 65 Toren nicht nur sportliche Schlagzeilen, sondern sorgte auch durch eigenmächtig verlängerte Heimaturlaube und Knatsch mit der Vereinsführung für reichlich Wirbel.

«Ich möchte außerhalb des Platzes keine Probleme machen. Das Wichtigste ist, dass ich beim VfL erfolgreich Fußball spiele», sagte Marcelinho. Er erhielt in Wolfsburg das Trikot mit der Nummer 32 und muss pikanterweise gleich zum Rückrundenstart am 27. Januar bei seinem Ex-Club Hertha BSC in Berlin antreten. Zuvor steht bereits am Samstag das Testspiel beim österreichischen Spitzenclub Red Bull Salzburg auf dem Programm. Für das Treffen gegen das Team des Trainer-Duos Giovanni Trapattoni/Lothar Matthäus liegt derzeit aber die Spielberechtigung für Marcelinho noch nicht vor.




Marcelinho |#49
17.01.2007 - 22:54 Uhr
Blumen, CD und viele Glückwünsche



Fußball-Bundesliga: Fans des VfL Wolfsburg sehen Verpflichtung Marcelinhos mit gemischten Gefühlen


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Von Carolin Walter

WOLFSBURG. Marcelinhos erster großer Auftritt vor den VfL-Fans: Gestern trainierte der neue Star des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten das erste Mal mit der Mannschaft. Unter der Beobachtung von etwa 400 Zuschauern absolvierte der Brasilianer seine ersten Übungen im VfL-Dress,

Die Meinung der Fans über den neuen Spielmacher ist geteilt.

"Ich habe Marcelinho zur Begrüßung Blumen und eine CD mit seinen Toren beim 3:2 in Wolfsburg geschenkt", erzählt Burkhard Wihl, der sich über die Neuverpflichtung freut. Der 45-Jährige ist von Marcelinhos Spielweise so begeistert, dass er vergangenes Jahr mehrmals im Berliner Olympiastadion war, nur um den Brasilianer spielen zu sehen. Wihl: "Ich denke, dass Marcelinho mehr Kreativität ins Mittelfeld und in den Angriff bringen wird."

Weniger begeistert wirkt Silke Bartels-Hannig (35): "Ich halte viel von unserer Mannschaft. Ich denke, dass Marcelinho die guten Eigenschaften der anderen unterstützt. Er wird aber nicht allein die Mannschaft führen."

"Marcelinho ist in der Lage, unsere Mannschaft zu führen", meint dagegen Wolfgang Schübel (72). Er hofft auf effektiveren und vor allem schöneren Offensivfußball. "Ich freue mich schon auf seine Kabinettstückchen. Wenn mal was fürs Auge dabei ist, kommen vielleicht ja auch wieder mehr Zuschauer."

Bedenken hat Wilfried Barth (62): "Ich hoffe, dass wir mehr Glück mit Marcelinho haben als mit Stefan Effenberg. Hoffentlich fügt er sich in die Mannschaft ein und erlaubt sich nicht mehr solche Eskapaden wie in Berlin."

Kritisch steht Martin Malina (27) Wolfsburgs Neuzugang gegenüber: "Ich war heute das erste Mal beim VfL-Training, nur um Marcelinho zu sehen. Vielleicht werde ich auch öfter zu den Spielen gehen. Dennoch denke ich nicht, dass sich die Leistung der Mannschaft durch nur einen Spieler verbessert. Denn Fußball ist ein Mannschaftssport."



Marcelinho |#50
17.01.2007 - 22:54 Uhr
Marcelinho will beim VfL brillieren



Der Neuzugang des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg gibt sich angriffslustig und bescheiden zugleich


zoom
Von Jörg Wolfrum

WOLFSBURG. Nun ist er da – und es ist ein wenig so, als wäre er gar nicht weg gewesen aus der Fußball-Bundesliga. Marcelinhos Lachen kennt man noch aus den Berliner Zeiten. Und manchmal antwortet der Brasilianer auch schon wieder automatisch auf Deutsch. Nach dem Training stellte sich der Neuzugang des VfL Wolfsburg den zahlreich vertretenen Medien.

Marcelinho über...

... sein vordringliches Ziel: "Wichtig ist, brillant zu spielen, dann kommt der Rest von alleine."

... den Empfang durch die neuen Kollegen: "Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen. Alexander Madlung kannte ich ja schon. Und mit den Argentiniern kann ich mich verständigen, die Sprache ist ähnlich. Zudem kann ich mich mit dem Portugiesen Alex unterhalten."

... Trainer Klaus Augenthaler: "Ich habe in der Vergangenheit schon oft gegen Augenthalers Mannschaften gespielt. Jetzt freue ich mich aber sehr, bei ihm zu sein. Und es ging ja auch gut los.

... den Rückrunden-Auftakt gegen seinen alten Klub Hertha: "Ich bin ganz ruhig, nehme das wie ein normales Spiel. Natürlich wird es ein komisches Gefühl sein, gegen die alten Kollegen anzutreten. Aber wir wollen drei Punkte holen. Nur das zählt jetzt für mich."

... den Medienrummel und Andrang der Fans beim ersten Training: "Es freut mich, dass so viele Fans gekommen sind. Ich habe das nicht als Belastung empfunden, sondern habe mich über diesen Empfang gefreut und dabei sehr wohl gefühlt."

... seine Erfahrungen in der Türkei: "Es war eine schwierige Zeit dort. Die Kultur war mir fremd, und es wurde ein anderer Fußball gespielt, das Training war anders."

... über die Stadt Wolfsburg: "Noch habe ich nicht viel sehen können. Vergangene Woche ging es nur um den Vertrag. Doch ich habe mich in einer großen Stadt wie Berlin eingelebt und schaffe das auch in Wolfsburg. Ich komme aus Campina Grande, das ist auch nicht so groß."

... seine privaten Ziele: "Ich bin ruhiger geworden, genieße die Familie. Ich möchte so schnell wie möglich ein Haus finden. Dann fühlt sich die Familie wohl und ich kann mich auf den Fußball konzentrieren.


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