Holstein Kiel Holstein Kiel
deadline-day banner
Marcel Rapp
Geburtsdatum 16.04.1979
Alter 47
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Trainer
Akt. Verein FC St. Pauli

Marcel Rapp [Trainer]

01.10.2021 - 18:36 Uhr
Zeige Ergebnisse 31-40 von 73.
Marcel Rapp [Trainer] |#31
23.09.2022 - 00:26 Uhr
Zitat von Kieler_Storch
Sicherlich liegt es nicht nur an Rapp, aber auch. Natürlich muss er mit dem dürftig zusammengestellten Kader zurechtkommen, das rechtfertigt jedoch nicht die enormen taktischen Schwächen, die ganz klar seine Handschrift tragen. Wie ich schon neulich schrieb, zieht sich die enorme Defensivschwäche durch seine gesamte Amtszeit bei Holstein Kiel. Ich weiß nicht, wie schlimm es in Hoffenheim war, das werde ich bei Gelegenheit recherchieren, wenn es dann noch relevant ist. Die taktische Schwäche bei Rapp ist das Problem, dass er Abwehr und Angriff nicht miteinander vereinen kann. Daran ist niemand außer ihm Schuld. Nicht der schlechte Kader, nicht Stöver und auch sonst niemand. Und das ist nun mal ein zentrales Problem im Fußball. Wenn man es nicht schafft, die Abwehr und den Angriff auszubalancieren, dann kann man im Grunde genommen einpacken. Deshalb sehe ich für Rapp momentan keinen Ausweg. Wenn er es nicht schnell schafft, die passende Balance reinzukriegen, dann war’s das für ihn. Dann kann er noch ewig überlegen, ob er weiterrumpeln will, denn Stöver wird ihn nicht rausschmeißen, oder ob er den Anstand hat, jemand anderem das Steuer zu überlassen. Ole Werner wusste, als der Moment gekommen war. Hoffentlich weiß Rapp das auch, anders kommen bei uns nämlich keine Trainerwechsel zustande. Jupp schreibt im Holstein-Forum, dass bei einer Niederlage gegen Rostock Schluss für ihn ist. Ich kann es mir nicht vorstellen. Bei Becker und Wohlgemuth wäre es der Fall gewesen, aber nicht bei Stöver.
So, ich habe mir dann doch mal die Mühe gemacht und Rapps Gegentorstatistik in Hoffenheims U19 rausgesucht. War einfacher als ich dachte, man musste einfach nur die Gesamtbilanz in dem Zeitraum aufrufen und bekam das Torverhältnis einfach dazu. Er hat in 97 Spielen mit Hoffenheims U19 141 Gegentore gefangen, das entspricht 1,45 Gegentoren pro Spiel. Kein besonders guter Wert, er hat sich auch mit den Hoffenheimern teilweise böse Klatschen gefangen, unter anderem zwei Mal 0:6. Da ist es fast kein Wunder, dass wir unter ihm die höchste Niederlage seit dem Aufstieg gefangen haben. Das muss man sich echt mal vorstellen. 7 Gegentore! Bis zum Paderborn-Spiel habe ich maximal 4 erlebt und ich bin nun auch immerhin schon seit fast zehn Jahren Holstein-Fan. Und dann wiederholt er die gleiche Scheiße einen Monat später nochmal. Nur dieses Mal gegen den Abstiegskandidaten Braunschweig.

Fast noch verheerender als seine Hoffenheim-Bilanz ist seine Bilanz bei Holstein Kiel. In 36 Spielen unter Rapp haben wir uns 64 Gegentore gefangen. Das sind satte 1,77 Gegentore pro Spiel, also fast zwei Gegentore in jedem Spiel. Wir haben ein eindeutig negatives Torverhältnis von 57:64, also eine Differenz von -7! Ich kann mich nur wiederholen, mit solchen Werten stehen andere Trainer längst beim Arbeitsamt auf der Matte. Bin mal gespannt, wie lange sich der Aufsichtsrat dieses unwürdige Schauspiel noch anschaut.

•     •     •

Im Jahre 1900 wurdest du geboren
Und auch ich habe mein Herz verloren
Ich wusste schon als kleines Kind
Holstein Kiel, du bist mein Lebenssinn

Tippspiel-Gold 2023/2024
Marcel Rapp [Trainer] |#32
23.09.2022 - 15:34 Uhr
Zitat von henry78
Wie seht ihr das eigentlich mit den kolportierten Schuldzuweisungen unter den Spielern? Müssen da die Alarmglocken schrillen? Ist das nicht so schlimm? Spricht das für ein toxisches Verhältnis innerhalb der Mannschaft oder sogar in der Beziehung Mannschaft-Trainer? Ich weiss nicht, ob ich das vielleicht überbewerte. Auf dem Platz, und auch in der Kabine, fallen ja des Öfteren auch mal grobe Worte. Das ist sicherlich nicht ungewöhnlich. Wenn die Mannschaft allerdings gespalten oder sogar zerstritten ist, ist das natürlich nicht gut. Eine geschlossene Mannschaft war eigentlich immer unsere Stärke. Rapps Aussage, richtig durchgreifen zu wollen, trägt dann sicherlich nicht zu einem besseren Mannschaftsklima bei. Es scheint etwas Komplexer zu sein, aber vielleicht rede ich mir das auch nur ein. Es ist auf jeden Fall nicht normal, dass eine Mannschaft sich so abschlachten lässt und es über sich ergehen lässt, wie Holtby es ausgedrückt hat. Das ist nicht normal. Niemand hat sich gegen diese Niederlage gestemmt. Niemand hat sich gewehrt. Wie seht ihr das?
Ich sehe deutliche Risse in der Beziehung zwischen Mannschaft und Trainer. Die Mannschaft spielt schon seit Wochen gegen Rapp. Zu Hause reißen sich die Jungs zwar noch für die Fans zusammen, aber auswärts kommen seit geraumer Zeit nur noch lustlose Auftritte. Das ist jetzt schon die vierte „Arbeitsverweigerung“ innerhalb eines Monats. Kann Holtby doch keinem erzählen, dass der überwiegende Teil der Mannschaft mit dem Trainer nicht unzufrieden ist. Holtby selbst ist übrigens einer, der sich bis zum Schluss hinter den Trainer stellt, das hat also wenig Aussagekraft. War beim HSV auch schon der Fall. Da wollte keiner mehr mit Titz was zu tun haben, aber Holtby hat ihn ganz alleine verteidigt. Ist schon bezeichnend, dass sich der Käpt’n nicht zur aktuellen Situation äußert und stattdessen seinen Stellvertreter vorschickt. Da liegt einiges im Argen bei der Mannschaft. Kann natürlich sein, dass wir gegen Rostock gewinnen und dann ist wieder alles Friede, Freude, Eierkuchen. Aber momentan hängt der Haussegen bei Holstein gewaltig schief. Das Problem ist nur, dass der Aufsichtsrat nur auf Schwenkes und Schneekloths Anweisung handelt. So wie im Herbst 2019, die Situation war ähnlich dramatisch wie jetzt.

•     •     •

Im Jahre 1900 wurdest du geboren
Und auch ich habe mein Herz verloren
Ich wusste schon als kleines Kind
Holstein Kiel, du bist mein Lebenssinn

Tippspiel-Gold 2023/2024
Marcel Rapp [Trainer] |#33
23.09.2022 - 19:05 Uhr
Zitat von Kieler
Freier Tag gestrichen – Stöver stellt sich vor Rapp- Am Freitag kamen Mannschaft und Verantwortliche zu einer Krisensitzung zusammen.

Abgeschirmt durch die Kieler Medien-Abteilung durften nach der Schmach von Rotenburg nur Trainer Rapp und Vizekapitän Lewis Holtby sprechen. Alle anderen KSV-Akteure erhielten einen Maulkorb.
-Ein Tag des freien Wochenendes ist gestrichen-
STÖVER : Wir haben auch eine Situation, wie wir sie in den drei Jahren, wo ich bei Holstein Kiel bin, noch nicht hatten. Ich kenne das nicht von der Mannschaft.“

https://www.kn-online.de/sport/regional/holstein-kiel-sportchef-stoever-stellt-sich-vor-trainer-marcel-rapp-4QTXNSRQIHY7KBBVYBXEBE4WYQ.html

Kostenlos bis 18:23Uhr lesen

Das Stöver Rapp in Schutz nimmt war nicht anders zu erwarten aber soltlen wir gegen Rostock verlieren wird das nicht mehr reichen.
Ist ja schön, dass Stöver erkannt hat, dass wir uns in einer Ausnahmesituation befinden. Und eine solche Ausnahmesituation erfordert eben auch besondere Maßnahmen, die Stöver normalerweise nicht umsetzen würde. Zum Beispiel eine Trainerentlassung, die so gar nicht Stövers Naturell entspricht. Wobei ich gar nicht weiß, was besser wäre. Wenn Stöver sich wie damals auf St.Pauli bis zum Schluss hinter Rapp stellen würde, könnte es sein, dass er gleich mit ihm fliegt. Zwei Fliegen mit einer Klappe.

Unabhängig davon hat Stöver Recht. Ich habe es hier ja schon geschrieben, wir haben eine Situation wie im Herbst 2019. Die Gräben zwischen Mannschaft und Trainerteam scheinen so tief zu sein, wie seit Schubert nicht mehr. Ok, dazwischen liegt auch nur die Ära unter Ole Werner, aber auch andere Holstein-Trainer wie Walter, Anfang oder Kalle wussten stets, wie man die Mannschaft motiviert. Das waren Heißsporne, bei Rapp sehe ich eher dieses stoische Schubert-Verhalten an der Seitenlinie. Habe ich ja letzte Saison schon mal geschrieben, als Boller noch da war, wie groß der Unterschied zwischen ihm und Rapp ist. Rapp steht meistens nur mit den Händen in der Hosentasche und fährt nur in Ausnahmesituationen aus der Haut. Der nächste Holstein-Trainer, wann immer er kommt, muss emotionaler sein. Das braucht die Mannschaft, das hat Holstein schon immer gebraucht.

Erneut auffällig, dass der Käpt’n nicht sprechen darf. Stattdessen darf nur Rapps Handlanger und Vize-Kapitän Holtby sprechen. Ich sehe hier zwei Lager in der Mannschaft. Zum einen das Lager um Haui, der die Interessen des Großteils der Mannschaft vertritt und Holtby, der sich mehr oder weniger als einziger hinter Rapp stellt und deshalb auch als einziger neben Rapp reden darf. Auch eine Parallele zum Herbst 2019, schon damals war Haui entscheidend für Schuberts Rauswurf und die anschließende Installation von Ole Werner. Haui hat die Macht, um Rapp rauszukicken. Als Käpt’n spürt er ganz genau, dass die Mannschaft mit dem Trainer unzufrieden ist, macht sich deshalb für Veränderungen stark und bekommt deshalb einen Maulkorb verpasst. So erkläre ich mir zumindest, dass er bei der Sitzung mit den Verantwortlichen nicht sprechen durfte.

Es brodelt intern richtig, das merkt man an solchen Krisensitzungen. Das ist bei Holstein extrem unüblich. Meine Erfahrung ist, dass es immer personelle Konsequenzen nach sich zog, wenn man an so einem Punkt angekommen war. Herbst 2019 reloaded? Wäre wünschenswert!

•     •     •

Im Jahre 1900 wurdest du geboren
Und auch ich habe mein Herz verloren
Ich wusste schon als kleines Kind
Holstein Kiel, du bist mein Lebenssinn

Tippspiel-Gold 2023/2024
Marcel Rapp [Trainer] |#34
02.10.2022 - 18:43 Uhr
Zitat von M1les
Bei aller (auch meiner) grundsätzlichen Kritik an Rapp: Die Einwechselung von Thesker für den ausgelaugt wirkenden Reese in der 75.Minute und von Holtby in der 85.Minute war mMn vertretbar. Dass die Einwechselungen - auch die von Wriedt - die Mannschaft geschwächt haben, sehe ich auch. Aber Theskers Unsicherheiten und Fehlpässe waren nicht ursächlich für die zwei verlorenen Punkte. Beim Gegentor kam er zu spät, doch vorher hatte Becker entscheidend(er) gepennt.

Ich habe ein über weite Strecken gutes bis ordentliches Spiel der KSV gesehen, an der auch Rapp seinen Anteil hatte. Die Mentalität schien mir gut, von Missstimmigkeiten habe ich nichts gesehen, im Gegenteil. Ursächlich für die 1:1 "Niederlage" war wie so oft die Unfähigkeit unserer Stürmer beim Torschuss und bei Kontern – und individuelle Nachlässigkeiten in der Defensive.

Rapp hat bisher weder die Mannschaft noch einzelne Spieler entwickelt. Sein "System" und seine Ein/Auswechselungen erscheinen oft erratisch. Das wird für einen Rauswurf aber nicht reichen. Nicht, so lange die KSV im (auch unteren) Mittelfeld bleibt. Nicht, so lange Stöver im Sattel sitzt.


In meinen Augen war es auch ein gutes Spiel, welches wir definitiv hätten gewinnen können, wenn wir nicht wie so oft katastrophal im Abschluss sind. Was wir an 100%-igen verballern macht wahrscheinlich keine andere Mannschaft.
Ich bin gespannt wie es aussieht, wenn vorne wieder Pichler steht, denn abschlusstechnisch ist er mit Sicherheit unser stärkster Spieler. Das neue System könnte ihm definitiv zu Gute kommen.

Jetzt meine Kritikpunkte:
1. wie so oft, wieso auch immer, schaffen wir es nicht zwei konstante Halbzeiten zu spielen. Wir spielen unter Rapp gefühlt jedes Mal eine sehr starke Halbzeit und eine deutlich schwächere Halbzeit, in der wir ab nem gewissen Zeitpunkt das Spiel komplett aus der Hand geben und dann anfangen zu mauern, was wir definitiv nicht so gut können. Diesem Problem müsste man mal auf den Grund gehen.

2. Rapps Wechsel verbunden mit der taktischen Umstellung der Rostocker ist für mich einfach nicht verständlich. Du hast Rostocker, die ganz klar versuchen das Spiel zu übernehmen, welches du bis dato in der Hand hattest. Rostock hatte so gut wie gar keinen Bezug zum Tor in der ersten HZ. In der zweiten haben sie versucht uns das Spiel aus der Hand zu nehmen und teilweise geschafft, jedoch hatten wir immer noch einige gute Möglichkeiten und dann entscheidet Rapp plötzlich Thesker einzuwechseln? Mit welcher Begründung? Den Rostockern mit der Auswechslung eines Offensivspielers noch mehr Platz im Mittelfeld zu machen? Genau das hat er damit bewirkt. Nachdem Reese raus war und ein absolut desaströser Thesker das Spiel betreten hat, war es nur noch eine Frage der Zeit wann der Gegentreffer fällt. Nur noch Fehlpässe und Stellungsfehler. Becker ist natürlich auch Schuld an dem Durchlassen der Flanke, jedoch habe ich bereits in der F-Jugend gelernt, dass ich als IV vor dem Stürmer stehen muss. Hinterseer ist bei aller Liebe kein Usain Bolt und nicht so schnell, dass er einem frischen Thesker davonrennt. Das ging gestern definitiv auf Theskers Kappe und ich will mir nicht ausmalen wie die Kommentare hier aussehen würden, wenn das Erras passiert wäre. Einen Sander, der gestern ein sehr gutes Spiel gemacht hat, nimmt er ebenso raus und wechselt Holtby ein, der frisch aus der Verletzungspause zurückkehrt. Wieso? Sander ist einer der laufstärksten Spieler und absoluter Kämpfer, den ich gestern auf keinen Fall ausgewechselt hätte. Wir hatten somit keinen „Kämpfer“ mehr auf dem Platz sondern Mühling und Holtby (identische Spielertypen) und Erras als Sechser. Meiner Meinung nach waren das zwei Wechsel, die uns taktisch das Spiel komplett gekostet haben.
Hätte er Reese rausgenommen und stattdessen einen Obuz eingewechselt, der wieder frischen Wind für die Offensive mitnimmt, dann hätten wir den Rostockern Paroli bieten können und ihren Offensivdrang mit eigenen Mitteln bekämpfen können. Wieso nimmt man für solche Wechsel nicht einen Sterner oder Awuku mit? Wenn man doch weiß, dass die Wechselmöglichkeiten bei uns mehr als begrenzt sind?
Rapp hat gestern tatsächlich jeden Leistungsträger ausgewechselt, den wir auf dem Platz hatten. Skrzybski, Reese, Porath und Sander. Bartels akzeptiere ich, da hätte Arp schon eher kommen können.
Aber die letzten beiden waren unsere Motoren im Mittelfeld und die ersten beiden haben für ordentlich Wind im gegnerischen Strafraum gesorgt.
Ich bin mir sicher, dass ein Verhoek oder Hinterseer mit ihren ü30 auch nicht mehr die fittesten für 90 Minuten sind, jedoch hat man sie spielen lassen, weil sie klasse Spieler sind. Bei uns hingegen wurden die besten ausgewechselt. Das ist das was ich einfach nicht verstehen kann.
Vielleicht spricht hier auch nur der Internet-Trainer aus mir heraus, aber ich bin mir sicher, dass wir den Rostockern mit denselben Mitteln hätten bekämpfen sollen und offensiv statt defensiv wechseln müssen.

3. der dritte Punkt basiert auf dem zweiten. Die Angst Rapps, wenn der Gegner anfängt das Spiel übernehmen zu wollen. So oft werden defensive Wechsel vorgenommen und das ganze Spiel ab der 70. Minute dem Gegner überlassen. Wir besitzen A) nicht die besten Defensivspieler, um ein Ergebnis zu verteidigen bspw. Thesker, van den Bergh, Ignjovski sind alles keine sicheren Verteidiger, die das Ergebnis schützen werden und B) lassen wir damit die Taktik des Gegners zu und spielen ihnen in die Karten in dem wir ihnen das ganze Mittelfeld überlassen. Das hat man gestern wie so oft bemerkt.
Das sieht für mich danach aus als hätte Rapp Angst, dass sein System nicht mehr funktioniert und versucht dann auf Zwang irgendwie den Bus zu parken und die Führung zu verteidigen.

4. Kritik an den Torwart-Trainer: bitte bringt Dähne das Spiel mit dem Ball bei. Dass man bei 50 Meter Spielfeldbreite ausgerechnet den Gegner abschießt und mit SEEEEEHR viel Glück kein Gegentor kassiert ist unglaublich. Dähne wirkt so derart verunsichert mit dem Ball am Fuß, als würde er eine Granate zugespielt bekommen.
Marcel Rapp [Trainer] |#35
15.10.2022 - 11:49 Uhr
Den Kicker-Artikel von Sebastian Wolff halte ich für armseligen Pseudojournalismus. In Wahrheit ist es Laber-PR für Rapp. "Sein bisheriges Wirken ist überaus positiv", "Rapp hat einzelne Spieler entscheidend nach vorne gebracht" (dann folgt als Beleg nur Skrzypski, wobei nicht gesagt wird, welchen Anteil Rapp am Formaufschwung hat). Zum 0:7 gegen Braunschweig darf Rapp sagen: "Wir wissen, dass so ein Ergebnis nicht vorkommen darf und haben auch intern darüber gesprochen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass man den Kontext sehen muss, wir konnten es realistisch einschätzen." Eine Nachfrage bzw. Aufklärung, was denn der "Kontext" ist (Arbeitsverweigerung?) unterbleibt. Natürlich: Denn da hätte ja Journalsimus begonnen.
Marcel Rapp [Trainer] |#36
07.11.2022 - 12:02 Uhr
Zitat von pallmall78
Ich habe es vor einigen Wochen schon Mal geschrieben und wiederhole es gern. Ich glaube, wir haben mit Rapp einen Glücksgriff gemacht. Er holt aus dem Kader, der ihm zur Verfügung steht, das Maximum an Ertrag (heißt Punkte) heraus. Außerdem hat die Truppe allem Anschein nach eine gute Mentalität und funktioniert als Gemeinschaft gut.
Ob er das Maximum herausholt, weiß man nie genau, weil man keinen Vergleichswert hat. Wenn man aber sieht, was Ole Werner aus seinen Mannschaften herausholt, muss man wirklich sagen, dass er nicht nur ein Verwaltungstrainer, sondern ein Bessermacher ist. Deshalb schafft er mit seinen Teams auch Dinge, die ihm wirklich keiner zugetraut hätte. Ich glaube, dass wir mit Ole den ein oder anderen Punkt mehr auf dem Konto hätten. Weil er es im Gegensatz zu Rapp geschafft hat, aus einer miserablen Defensive 19/20 die beste Abwehr der Liga 20/21 zu formen. Bei Rapp stehen wir ja auch mit Komenda in der Startelf nicht immer sicher, was der Saisonstart gezeigt hat. Bei Werner war die Abwehr durch den Komenda-Transfer bombensicher. Er wusste genau um das Profil der Spieler und wie man sie einsetzen muss, damit sie möglichst gut performen. Rapp macht das auch nicht schlecht, aber nicht ganz auf dem Werner-Level. Und er schafft es eben auch nicht, die Abwehr dicht zu bekommen. Werner hat das in seinem zweiten Jahr auf beeindruckende Art und Weise geschafft. Bei Werner waren wir offensiv gefährlich und standen defensiv wie eine eins. Das ist eben die große Kunst des Trainerseins, sowas hinzubekommen. Sogar in Karlsruhe, die offensiv „katastrophal schwach“ waren (NDR) haben wir uns unser obligatorisches Gegentor unter Rapp gefangen. Werner hat sich nach der schwachen Defensivleistung in seiner ersten Saison hingesetzt und sich einen klaren Plan überlegt, wie man die nötige Balance zwischen Offensive und Defensive reinbekommt. Dann hat er sich vor dem Saisonstart hingestellt und gesagt, dass er für mehr Ausgewogenheit zwischen Offensive und Defensive gesorgt habe. Und er hat Recht behalten, das war die beste Saison ever. Ein weiterer Punkt ist, dass Werner sein Spiel immer durchgezogen hat. Wenn er auf der Pressekonferenz auf das Spielsystem der Gegner angesprochen wurde, hat er ungefähr sowas gesagt: „Wir werden das mit unseren üblichen Mitteln bespielen“. Heißt im Prinzip nichts anderes, als dass der Gegner sein Spiel spielen kann, aber wir spielen einfach unser Spiel und gewinnen damit. Es geht darum, ein System zu entwickeln, dass dauerhaft und gegen jeden Gegner bestehen kann, unabhängig vom Stil des Gegners. Das sorgt für Kontinuität und sichere Abläufe bei den Spielern. Wir wechseln bei Rapp ständig das System, weil er keinen festen Plan hat, wie man gegen jeden Gegner auf die gleiche Art und Weise bestehen kann. Das sorgt im Spiel für Unsicherheiten, wie Fehlpässe und Ballverluste. Gerade in jüngster Vergangenheit beobachte ich das immer häufiger bei uns. Sogar in Spielen wie gegen Heidenheim, wo wir echt stark gespielt haben, fabrizieren wir ungewöhnlich viele Fehlpässe und Ballverluste. Es ist für mich noch keine klare Rapp-Handschrift erkennbar. Variabilität ist gut und wichtig, aber es braucht erstmal eine Basis, ein Ausgangsystem. Ansonsten sorgt das nur für Unruhe auf dem Platz. Und auch, wenn wir das Spiel aktiv gestalten, richten wir unsere Spielweise bei Rapp nach dem jeweiligen Gegner aus. Das ist auch so ein Problem. Rapp hat in Hoffenheim die intensive Spielanalyse kennengelernt. Ich glaube nirgendwo in Deutschland wird der Gegner so akribisch analysiert und darauf reagiert, wie in Hoffenheim. Das funktioniert aber in Kiel nur bedingt. Man kann natürlich auf einzelne Gepflogenheiten des Gegners aufmerksam machen, aber in Kiel ist es am besten, wenn man immer sein Spiel durchzieht. Dafür braucht man aber erstmal ein Spielsystem, das gegen jeden Gegner funktioniert. Wahrscheinlich hat Rapp das noch gar nicht. Es wird Zeit, dass er eines entwickelt. Ein universal anwendbares Spielsystem. Ich habe es schon mal geschrieben, bis zum Saisonende will ich eine klare Vorstellung davon haben, was Rapp-Fußball ist. Bisher kann ich das nur erahnen. Da muss er noch dran arbeiten. Ansonsten ist unsere Bilanz wirklich in Ordnung. Wir haben momentan wenig mit der Abstiegszone zu tun und sogar ein kleines bisschen Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen, sagen wir einen Zipfel zwinker Insofern sind wir mit Rapp auf einem guten Weg, aber da ist auch noch viel Luft nach oben. Vom Maximum kann hier also noch lange nicht die Rede sein.

•     •     •

Im Jahre 1900 wurdest du geboren
Und auch ich habe mein Herz verloren
Ich wusste schon als kleines Kind
Holstein Kiel, du bist mein Lebenssinn

Tippspiel-Gold 2023/2024
Marcel Rapp [Trainer] |#37
07.11.2022 - 18:24 Uhr
Zitat von Kieler_Storch
Zitat von pallmall78

Ich habe es vor einigen Wochen schon Mal geschrieben und wiederhole es gern. Ich glaube, wir haben mit Rapp einen Glücksgriff gemacht. Er holt aus dem Kader, der ihm zur Verfügung steht, das Maximum an Ertrag (heißt Punkte) heraus. Außerdem hat die Truppe allem Anschein nach eine gute Mentalität und funktioniert als Gemeinschaft gut.
Ob er das Maximum herausholt, weiß man nie genau, weil man keinen Vergleichswert hat. Wenn man aber sieht, was Ole Werner aus seinen Mannschaften herausholt, muss man wirklich sagen, dass er nicht nur ein Verwaltungstrainer, sondern ein Bessermacher ist. Deshalb schafft er mit seinen Teams auch Dinge, die ihm wirklich keiner zugetraut hätte. Ich glaube, dass wir mit Ole den ein oder anderen Punkt mehr auf dem Konto hätten. Weil er es im Gegensatz zu Rapp geschafft hat, aus einer miserablen Defensive 19/20 die beste Abwehr der Liga 20/21 zu formen. Bei Rapp stehen wir ja auch mit Komenda in der Startelf nicht immer sicher, was der Saisonstart gezeigt hat. Bei Werner war die Abwehr durch den Komenda-Transfer bombensicher. Er wusste genau um das Profil der Spieler und wie man sie einsetzen muss, damit sie möglichst gut performen. Rapp macht das auch nicht schlecht, aber nicht ganz auf dem Werner-Level. Und er schafft es eben auch nicht, die Abwehr dicht zu bekommen. Werner hat das in seinem zweiten Jahr auf beeindruckende Art und Weise geschafft. Bei Werner waren wir offensiv gefährlich und standen defensiv wie eine eins. Das ist eben die große Kunst des Trainerseins, sowas hinzubekommen. Sogar in Karlsruhe, die offensiv „katastrophal schwach“ waren (NDR) haben wir uns unser obligatorisches Gegentor unter Rapp gefangen. Werner hat sich nach der schwachen Defensivleistung in seiner ersten Saison hingesetzt und sich einen klaren Plan überlegt, wie man die nötige Balance zwischen Offensive und Defensive reinbekommt. Dann hat er sich vor dem Saisonstart hingestellt und gesagt, dass er für mehr Ausgewogenheit zwischen Offensive und Defensive gesorgt habe. Und er hat Recht behalten, das war die beste Saison ever. Ein weiterer Punkt ist, dass Werner sein Spiel immer durchgezogen hat. Wenn er auf der Pressekonferenz auf das Spielsystem der Gegner angesprochen wurde, hat er ungefähr sowas gesagt: „Wir werden das mit unseren üblichen Mitteln bespielen“. Heißt im Prinzip nichts anderes, als dass der Gegner sein Spiel spielen kann, aber wir spielen einfach unser Spiel und gewinnen damit. Es geht darum, ein System zu entwickeln, dass dauerhaft und gegen jeden Gegner bestehen kann, unabhängig vom Stil des Gegners. Das sorgt für Kontinuität und sichere Abläufe bei den Spielern. Wir wechseln bei Rapp ständig das System, weil er keinen festen Plan hat, wie man gegen jeden Gegner auf die gleiche Art und Weise bestehen kann. Das sorgt im Spiel für Unsicherheiten, wie Fehlpässe und Ballverluste. Gerade in jüngster Vergangenheit beobachte ich das immer häufiger bei uns. Sogar in Spielen wie gegen Heidenheim, wo wir echt stark gespielt haben, fabrizieren wir ungewöhnlich viele Fehlpässe und Ballverluste. Es ist für mich noch keine klare Rapp-Handschrift erkennbar. Variabilität ist gut und wichtig, aber es braucht erstmal eine Basis, ein Ausgangsystem. Ansonsten sorgt das nur für Unruhe auf dem Platz. Und auch, wenn wir das Spiel aktiv gestalten, richten wir unsere Spielweise bei Rapp nach dem jeweiligen Gegner aus. Das ist auch so ein Problem. Rapp hat in Hoffenheim die intensive Spielanalyse kennengelernt. Ich glaube nirgendwo in Deutschland wird der Gegner so akribisch analysiert und darauf reagiert, wie in Hoffenheim. Das funktioniert aber in Kiel nur bedingt. Man kann natürlich auf einzelne Gepflogenheiten des Gegners aufmerksam machen, aber in Kiel ist es am besten, wenn man immer sein Spiel durchzieht. Dafür braucht man aber erstmal ein Spielsystem, das gegen jeden Gegner funktioniert. Wahrscheinlich hat Rapp das noch gar nicht. Es wird Zeit, dass er eines entwickelt. Ein universal anwendbares Spielsystem. Ich habe es schon mal geschrieben, bis zum Saisonende will ich eine klare Vorstellung davon haben, was Rapp-Fußball ist. Bisher kann ich das nur erahnen. Da muss er noch dran arbeiten. Ansonsten ist unsere Bilanz wirklich in Ordnung. Wir haben momentan wenig mit der Abstiegszone zu tun und sogar ein kleines bisschen Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen, sagen wir einen Zipfel zwinker Insofern sind wir mit Rapp auf einem guten Weg, aber da ist auch noch viel Luft nach oben. Vom Maximum kann hier also noch lange nicht die Rede sein.


So unterschiedlich kann man Dinge sehen und das ist ja auch das Schöne am Fussball smile.

Der Vergleich Rapp/Werner ist insofern sehr interessant, da man m.E. nach dann eines ganz speziell nicht vergessen darf: Rapp holt was er holt mit einem Kader angesichts dessen Ole Werner in Kiel die Brocken hingeschmissen und aufgegeben hat. Das halte ich schon für bemerkenswert.

Die defensive Stabilität unter Werner hatte vor allem einen Namen und das war Jonas Meffert. Ihn konnten wir bislang leider nicht adäquat ersetzen und so passiert es natürlich deutlich häufiger, dass der Gegner mit Tempo auf unsere eher langsame und etwas hüftsteife Kette zuläuft (die dagegen recht stark ist gegen einen langsam aufgebauten Positionsangriff).

Zusätzlich fangen wir auch immer wieder Gurkentore durch blöde individuelle Schnitzer, so auch beim KSC oder auch zuletzt den Elfer zu Hause gegen die Fortuna. Das hat dann ja nichts mit dem Spielsystem o.ä. zu tun.

Außerdem hatten wir unter Werner in seiner erfolgreichen Saison mit Lee einen absoluten Ausnahmespieler im ZM und mit Serra einen Angreifer, der (bei allem Respekt vor Otschi und Pichler) doch noch eine etwas andere Klasse darstellt. Also eine ganz andere Achse.

Ich frage mich bei der Bewertung von Rapp immer: Wo würden wir mit vergleichbaren Trainern stehen. Was würde ein Härtel, Titz, Eichner, etc. mit der Mannschaft holen. Natürlich ist das in höchstem Maße hypothetisch. Und doch - mit dem m.E. nach für die Liga eher unterdurchschnittlichen Kader gelingt es, regelmäßig zu punkten. Da steht man in Nürnberg und erst recht in Bielefeld ganz anders da.

Zu guter Letzt: Das sture Durchziehen eines Spielsystems war meiner Meinung nach die größte Schwäche von Ole Werner, der insgesamt ein sehr guter Trainer ist. Den eigenen Stil durchzuziehen, egal was der Gegner macht - das kann man tun wenn man ManCity oder der FC Bayern ist. in einer so kompetetiven Situation wie der in unserer Liga funktioniert das nicht und unter anderem daran ist Werner zum Schluss ja auch gescheitert. Ich erinnere mich an Heimspiele zu Beginn der letzten Saison (bspw. gegen Regensburg) in denen Werner ganz einfach ausgecoacht wurde. Rapp hat uns Flexibilität gebracht, und zwar in einem gesunden Umfang. Wir spielen nicht in jedem Spiel etwas komplett anderes sondern passen uns in einem vernünftigen Maß an. Das ist clever und zeitgemäß.

Und zu guter Letzt: Offenbar schaffen es Rapp und sein Team auch, in der Mannschaft im großen und ganzen einen guten Spirit aufrechtzuerhalten. Das ist sehr wichtig, um ggf. auch über den eigentlichen Möglichkeiten des Kaders zu performen.

Ich weiß, dass Rapp in Kiel einen schweren Stand hat, hatte er bei mir zu Beginn auch. Ich hoffe aber, dass er den erfolgreichen Weg weitergehen kann und dass er dann auch die Wertschätzung erhält, die er meiner Meinung nach momentan schon bekommen sollte smile.
Marcel Rapp [Trainer] |#38
08.11.2022 - 00:14 Uhr
Zitat von pallmall78
Zitat von Kieler_Storch

Zitat von pallmall78

Ich habe es vor einigen Wochen schon Mal geschrieben und wiederhole es gern. Ich glaube, wir haben mit Rapp einen Glücksgriff gemacht. Er holt aus dem Kader, der ihm zur Verfügung steht, das Maximum an Ertrag (heißt Punkte) heraus. Außerdem hat die Truppe allem Anschein nach eine gute Mentalität und funktioniert als Gemeinschaft gut.
Ob er das Maximum herausholt, weiß man nie genau, weil man keinen Vergleichswert hat. Wenn man aber sieht, was Ole Werner aus seinen Mannschaften herausholt, muss man wirklich sagen, dass er nicht nur ein Verwaltungstrainer, sondern ein Bessermacher ist. Deshalb schafft er mit seinen Teams auch Dinge, die ihm wirklich keiner zugetraut hätte. Ich glaube, dass wir mit Ole den ein oder anderen Punkt mehr auf dem Konto hätten. Weil er es im Gegensatz zu Rapp geschafft hat, aus einer miserablen Defensive 19/20 die beste Abwehr der Liga 20/21 zu formen. Bei Rapp stehen wir ja auch mit Komenda in der Startelf nicht immer sicher, was der Saisonstart gezeigt hat. Bei Werner war die Abwehr durch den Komenda-Transfer bombensicher. Er wusste genau um das Profil der Spieler und wie man sie einsetzen muss, damit sie möglichst gut performen. Rapp macht das auch nicht schlecht, aber nicht ganz auf dem Werner-Level. Und er schafft es eben auch nicht, die Abwehr dicht zu bekommen. Werner hat das in seinem zweiten Jahr auf beeindruckende Art und Weise geschafft. Bei Werner waren wir offensiv gefährlich und standen defensiv wie eine eins. Das ist eben die große Kunst des Trainerseins, sowas hinzubekommen. Sogar in Karlsruhe, die offensiv „katastrophal schwach“ waren (NDR) haben wir uns unser obligatorisches Gegentor unter Rapp gefangen. Werner hat sich nach der schwachen Defensivleistung in seiner ersten Saison hingesetzt und sich einen klaren Plan überlegt, wie man die nötige Balance zwischen Offensive und Defensive reinbekommt. Dann hat er sich vor dem Saisonstart hingestellt und gesagt, dass er für mehr Ausgewogenheit zwischen Offensive und Defensive gesorgt habe. Und er hat Recht behalten, das war die beste Saison ever. Ein weiterer Punkt ist, dass Werner sein Spiel immer durchgezogen hat. Wenn er auf der Pressekonferenz auf das Spielsystem der Gegner angesprochen wurde, hat er ungefähr sowas gesagt: „Wir werden das mit unseren üblichen Mitteln bespielen“. Heißt im Prinzip nichts anderes, als dass der Gegner sein Spiel spielen kann, aber wir spielen einfach unser Spiel und gewinnen damit. Es geht darum, ein System zu entwickeln, dass dauerhaft und gegen jeden Gegner bestehen kann, unabhängig vom Stil des Gegners. Das sorgt für Kontinuität und sichere Abläufe bei den Spielern. Wir wechseln bei Rapp ständig das System, weil er keinen festen Plan hat, wie man gegen jeden Gegner auf die gleiche Art und Weise bestehen kann. Das sorgt im Spiel für Unsicherheiten, wie Fehlpässe und Ballverluste. Gerade in jüngster Vergangenheit beobachte ich das immer häufiger bei uns. Sogar in Spielen wie gegen Heidenheim, wo wir echt stark gespielt haben, fabrizieren wir ungewöhnlich viele Fehlpässe und Ballverluste. Es ist für mich noch keine klare Rapp-Handschrift erkennbar. Variabilität ist gut und wichtig, aber es braucht erstmal eine Basis, ein Ausgangsystem. Ansonsten sorgt das nur für Unruhe auf dem Platz. Und auch, wenn wir das Spiel aktiv gestalten, richten wir unsere Spielweise bei Rapp nach dem jeweiligen Gegner aus. Das ist auch so ein Problem. Rapp hat in Hoffenheim die intensive Spielanalyse kennengelernt. Ich glaube nirgendwo in Deutschland wird der Gegner so akribisch analysiert und darauf reagiert, wie in Hoffenheim. Das funktioniert aber in Kiel nur bedingt. Man kann natürlich auf einzelne Gepflogenheiten des Gegners aufmerksam machen, aber in Kiel ist es am besten, wenn man immer sein Spiel durchzieht. Dafür braucht man aber erstmal ein Spielsystem, das gegen jeden Gegner funktioniert. Wahrscheinlich hat Rapp das noch gar nicht. Es wird Zeit, dass er eines entwickelt. Ein universal anwendbares Spielsystem. Ich habe es schon mal geschrieben, bis zum Saisonende will ich eine klare Vorstellung davon haben, was Rapp-Fußball ist. Bisher kann ich das nur erahnen. Da muss er noch dran arbeiten. Ansonsten ist unsere Bilanz wirklich in Ordnung. Wir haben momentan wenig mit der Abstiegszone zu tun und sogar ein kleines bisschen Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen, sagen wir einen Zipfel zwinker Insofern sind wir mit Rapp auf einem guten Weg, aber da ist auch noch viel Luft nach oben. Vom Maximum kann hier also noch lange nicht die Rede sein.


So unterschiedlich kann man Dinge sehen und das ist ja auch das Schöne am Fussball smile.

Der Vergleich Rapp/Werner ist insofern sehr interessant, da man m.E. nach dann eines ganz speziell nicht vergessen darf: Rapp holt was er holt mit einem Kader angesichts dessen Ole Werner in Kiel die Brocken hingeschmissen und aufgegeben hat. Das halte ich schon für bemerkenswert.

Die defensive Stabilität unter Werner hatte vor allem einen Namen und das war Jonas Meffert. Ihn konnten wir bislang leider nicht adäquat ersetzen und so passiert es natürlich deutlich häufiger, dass der Gegner mit Tempo auf unsere eher langsame und etwas hüftsteife Kette zuläuft (die dagegen recht stark ist gegen einen langsam aufgebauten Positionsangriff).

Zusätzlich fangen wir auch immer wieder Gurkentore durch blöde individuelle Schnitzer, so auch beim KSC oder auch zuletzt den Elfer zu Hause gegen die Fortuna. Das hat dann ja nichts mit dem Spielsystem o.ä. zu tun.

Außerdem hatten wir unter Werner in seiner erfolgreichen Saison mit Lee einen absoluten Ausnahmespieler im ZM und mit Serra einen Angreifer, der (bei allem Respekt vor Otschi und Pichler) doch noch eine etwas andere Klasse darstellt. Also eine ganz andere Achse.

Ich frage mich bei der Bewertung von Rapp immer: Wo würden wir mit vergleichbaren Trainern stehen. Was würde ein Härtel, Titz, Eichner, etc. mit der Mannschaft holen. Natürlich ist das in höchstem Maße hypothetisch. Und doch - mit dem m.E. nach für die Liga eher unterdurchschnittlichen Kader gelingt es, regelmäßig zu punkten. Da steht man in Nürnberg und erst recht in Bielefeld ganz anders da.

Zu guter Letzt: Das sture Durchziehen eines Spielsystems war meiner Meinung nach die größte Schwäche von Ole Werner, der insgesamt ein sehr guter Trainer ist. Den eigenen Stil durchzuziehen, egal was der Gegner macht - das kann man tun wenn man ManCity oder der FC Bayern ist. in einer so kompetetiven Situation wie der in unserer Liga funktioniert das nicht und unter anderem daran ist Werner zum Schluss ja auch gescheitert. Ich erinnere mich an Heimspiele zu Beginn der letzten Saison (bspw. gegen Regensburg) in denen Werner ganz einfach ausgecoacht wurde. Rapp hat uns Flexibilität gebracht, und zwar in einem gesunden Umfang. Wir spielen nicht in jedem Spiel etwas komplett anderes sondern passen uns in einem vernünftigen Maß an. Das ist clever und zeitgemäß.

Und zu guter Letzt: Offenbar schaffen es Rapp und sein Team auch, in der Mannschaft im großen und ganzen einen guten Spirit aufrechtzuerhalten. Das ist sehr wichtig, um ggf. auch über den eigentlichen Möglichkeiten des Kaders zu performen.

Ich weiß, dass Rapp in Kiel einen schweren Stand hat, hatte er bei mir zu Beginn auch. Ich hoffe aber, dass er den erfolgreichen Weg weitergehen kann und dass er dann auch die Wertschätzung erhält, die er meiner Meinung nach momentan schon bekommen sollte smile.
Ich glaube, dass wir die Dinge gar nicht so unterschiedlich sehen. Ich bin grundsätzlich auch sehr zufrieden mit Rapp und halte ihn auch für ein großes Trainer-Talent. Nicht umsonst wollte Darmstadt ihn im Sommer 2021 als Anfang-Nachfolger verpflichten. Er hat aber abgesagt und kam dann nach Kiel. Man sieht an unserem Spiel auch, dass er immer gut auf den Gegner eingestellt ist. Er weiß schon, was einen da erwartet, nicht zuletzt aufgrund seiner tiefgreifenden Videoanalyse. Ich sehe Rapp also grundsätzlich schon positiv. Es gibt viele Trainer da draußen, die ich weniger gerne bei uns hätte. Wobei Kauczinski ja auch gerade wieder mit Wiesbaden ans Tor zur 2.Liga klopft grins

Es sind eben so ein paar grundsätzliche Dinge, die ich bei Rapp ausmache, die mich noch stören. So gut wir auch auf den Gegner eingestellt sind, wir haben scheinbar keinen konkreten Plan in der Defensive. Wir fangen uns immer mindestens ein Gegentor. Und auch wenn ich die Kaderqualität insgesamt nur als gehobenes Mittelmaß beurteile, so sehe ich neben dem Sturm die meiste Qualität bei uns in der IV. Wahl, Komenda, Becker und auch Lorenz sind sehr starke IV für Zweitligaverhältnisse. Jetzt kann man natürlich sagen, dass Komenda und Becker schon seit geraumer Zeit ausfallen, aber zum Saisonstart waren sie fit. Und auch da haben wir uns 2 und mehr Gegentore pro Spiel gefangen. Die Abwehrprobleme sind bei uns wirklich taktischer Natur. Das hat was mit dem System des Trainers zu tun.

Rapp hat natürlich auch das Pech, dass man mit Ole Werner vorher einen Trainer erlebt hat, der im gleichen Zeitraum, in dem Rapp jetzt bei Holstein ist, aus der viertschwächsten Abwehr der Liga 19/20 die beste Abwehr der Liga 20/21 gemacht hat, fast mit dem gleichen Personal. Ole Werner hat getüftelt und die richtige Taktik gefunden, um Offensive und Defensive auszubalancieren. Und als großes Trainer-Talent hat er das sehr schnell geschafft. Das schafft natürlich nicht jeder, das erwarte ich auch nicht. Aber ich erwarte schon, dass unsere Defensive besser ist als die Defensive der letzten drei. Pauli und Nürnberg kassieren deutlich weniger Gegentore als wir und kreieren trotzdem viele Chancen pro Spiel. Sie nutzen sie nur nicht, deshalb stehen sie da unten, das ist ihr einziges Manko. Da frage ich mich, was bei uns schiefläuft. Würden wir uns in dieser Saison nicht so brutal effektiv präsentieren (Ja, das tun wir ausnahmsweise tatsächlich mal) würden wir mit unserem Defensivsystem auch da unten drinstehen.

Wenn Meffert das entscheidende Puzzleteil war, warum haben wir uns dann 19/20 mit Meffert 56 Gegentore gefangen? Meffert war sicherlich ein wichtiger Baustein, aber erst Ole Werner hat seine Fähigkeiten herauskristallisiert und ihn so in sein Spiel eingefügt, dass Mefferts Fähigkeiten optimal zur Geltung kamen. Ich sage es nochmal. Es kommt nicht nur auf die bloßen Qualitäten der Spieler an. Es kommt auch darauf an, dass der Trainer diese Fähigkeiten erkennt und den Spielern bestmögliche Rollen in seinem System einräumt, wo ihre Fähigkeiten am besten zur Geltung kommen. Das ist die Aufgabe eines Trainers. Aber Rapp lässt unseren einzig brauchbaren Sechser lieber Rechtsverteidiger spielen, obwohl wir da mit Korb ne anständige Option haben. Im Gegensatz zur Sechs, wo die lahmen Erras und Ignjovski der Musik nur wortwörtlich hinterherlaufen.

Janni Serra hat bei Holstein Großes geleistet, aber auch das war sehr eng damit verknüpft, dass er in Werners System seine klare Rolle hatte. Man sieht es ja momentan in Bielefeld, wo er nur schwer in Tritt kommt. Wobei 5 Tore zu diesem Zeitpunkt auch alles andere als schlecht sind. Aber wir haben Skrzybski, der jetzt schon die Torausbeute hat, die Serra am Ende einer Saison hatte. Wir haben in der Offensive also eher noch an Qualität dazugewonnen. Bis auf die Acht. Und da frage ich mich auch, warum Rapp vollmundig verkündet, dass man keinen Kreativspieler mehr brauche, obwohl das mehr als offensichtlich ist und Lee bis heute nicht ersetzt wurde. Rapp legt sich die Steine selbst in den Weg. Wenn Stöver unkreativ und faul ist, muss Rapp ihn umso mehr mit Transfervorschlägen bombardieren. Rapp ist noch zu brav, das ist wahrscheinlich mit ein Grund, warum er den Job bekommen hat. Da muss er sich auch charakterlich ein wenig ändern.

Ich frage mich allerdings auch, was wäre, wenn Titz oder Eichner bei uns an der Seitenlinie stehen würden. Härtel eher nicht, der wäre zu ruhig für uns. Holstein braucht einen emotionalen Trainer, das ist Rapp nur bedingt. Titz wurde ja sowohl als Anfang- als auch als Walter-Nachfolger in den einschlägigen Foren vorgeschlagen. Sein Spielstil ähnelt dem von Anfang und Werner sehr. Er hat in Magdeburg allerdings einen schwachen Kader beisammen, das ist sein Problem.

Rapp arbeitet ja mittlerweile nicht mehr mit dem gleichen Kader wie mit dem, den Ole Werner hinterlassen hat. Er hat einen doch recht guten Mittelstürmer dazubekommen, der bald vielleicht sogar der erste WM-Spieler in der Geschichte der KSV wird und auch die große Problematik auf der Sechs wurde mit dem Schulz-Transfer eigentlich behoben. Rapp lässt nur lieber Erras auf der Sechs spielen, obwohl wir alle wissen, dass er es nicht kann. Erras hat selbst in den Spielen, in denen wir gewonnen haben, Gegentore verursacht, sowohl in Nürnberg als auch gegen Heidenheim. Warum bringt Rapp ihn noch? Er muss es doch nicht tun. Rapp bereitet sich die Probleme schon selbst. Er hätte den Kader bestimmt auch noch weiter nach seinen Vorstellungen umbauen können im Sommer. Er hätte Erras auch komplett wegschicken können und einige andere auch. Ich glaube nicht, dass Stöver sich Rapps sportlicher Expertise entgegenstellt und einfach sagt: „Nö, der bleibt“. Unser aktueller Kader ist der Kader, den Rapp sich so zusammengestellt hat. Das hat nichts mit Ole Werners Altlasten zu tun. Irgendwo natürlich schon, weil Werner diese Spieler teilweise nach Kiel geholt hat, aber Rapp hat sich dazu entschieden, die meisten dieser Spieler zu behalten. Das geht dann auf seine Kappe.

Ich bin in diesem Punkt völlig bei dir. Werners System hat es definitiv an der Variabilität und Flexibilität gefehlt. Allerdings hatte Werner ein System, mit dem wir jeden Gegner erfolgreich bespielen konnten. Das hat der Mannschaft enorm viel Geschlossenheit gebracht, denn zum einen haben sich die Strukturen bei den Spielern nahezu automatisiert und durch den stetigen Erfolg wuchs das Selbstvertrauen immer weiter. Übrigens war Werner vereinzelt schon in der Lage, sein System dem Gegner entsprechend etwas zu verfeinern. Ich erinnere nur an die weiten Bälle gegen Bayern München, mit denen wir die letzte Kette der Bayern überspielt haben. Und dennoch haben wir mit dem gleichen Grundsystem sogar die Bayern geknackt, weil jeder wusste, was er zu tun hatte und über das nötige Selbstvertrauen verfügt hat, um gegen die Bayern zu bestehen. Dennoch hätte Werner sein System nuanciert an die Grundausrichtung des Gegners anpassen müssen. Das verstehe ich unter Variabilität. Man spielt im Grundsatz immer das gleiche, weil erfolgreiche System und variiert je nach Gegner hier und da die Herangehensweise etwas. Das darf aber nur in einem gewissen Rahmen passieren, ansonsten sorgt es nur für Verunsicherung, so wie momentan bei uns. Dann passieren individuelle Fehler wie Fehlpässe oder Ballverluste en masse. Wir haben ja noch nicht mal im Ansatz ein Grundsystem. Wir wechseln ja im Spiel stetig von Dreier- auf Viererkette und umgekehrt, das ist zu viel Durcheinander, welcher Spieler blickt da denn noch durch? Kein Wunder, dass es zu Fehlern kommt. Rapp muss seine Variabilität und Flexibilität innerhalb eines festen Systems ausführen. So hätte man ein universal anwendbares System, wie unter Ole Werner, mit dem entscheidenden Zusatz, dass es durch Rapps Variabilität und Flexibilität bei jedem Gegner ein klein wenig anders daherkommen würde. Das wäre aus meiner Sicht optimal. Dafür muss Rapp aber erstmal so ein Grundsystem entwickeln. Das kann man von ihm in seinem zweiten Jahr bei uns schon erwarten.

•     •     •

Im Jahre 1900 wurdest du geboren
Und auch ich habe mein Herz verloren
Ich wusste schon als kleines Kind
Holstein Kiel, du bist mein Lebenssinn

Tippspiel-Gold 2023/2024
Marcel Rapp [Trainer] |#39
08.11.2022 - 10:29 Uhr
Zitat von Kieler_Storch
Zitat von pallmall78

Ich habe es vor einigen Wochen schon Mal geschrieben und wiederhole es gern. Ich glaube, wir haben mit Rapp einen Glücksgriff gemacht. Er holt aus dem Kader, der ihm zur Verfügung steht, das Maximum an Ertrag (heißt Punkte) heraus. Außerdem hat die Truppe allem Anschein nach eine gute Mentalität und funktioniert als Gemeinschaft gut.
Ob er das Maximum herausholt, weiß man nie genau, weil man keinen Vergleichswert hat. Wenn man aber sieht, was Ole Werner aus seinen Mannschaften herausholt, muss man wirklich sagen, dass er nicht nur ein Verwaltungstrainer, sondern ein Bessermacher ist. Deshalb schafft er mit seinen Teams auch Dinge, die ihm wirklich keiner zugetraut hätte. Ich glaube, dass wir mit Ole den ein oder anderen Punkt mehr auf dem Konto hätten. Weil er es im Gegensatz zu Rapp geschafft hat, aus einer miserablen Defensive 19/20 die beste Abwehr der Liga 20/21 zu formen. Bei Rapp stehen wir ja auch mit Komenda in der Startelf nicht immer sicher, was der Saisonstart gezeigt hat. Bei Werner war die Abwehr durch den Komenda-Transfer bombensicher. Er wusste genau um das Profil der Spieler und wie man sie einsetzen muss, damit sie möglichst gut performen. Rapp macht das auch nicht schlecht, aber nicht ganz auf dem Werner-Level. Und er schafft es eben auch nicht, die Abwehr dicht zu bekommen. Werner hat das in seinem zweiten Jahr auf beeindruckende Art und Weise geschafft. Bei Werner waren wir offensiv gefährlich und standen defensiv wie eine eins. Das ist eben die große Kunst des Trainerseins, sowas hinzubekommen. Sogar in Karlsruhe, die offensiv „katastrophal schwach“ waren (NDR) haben wir uns unser obligatorisches Gegentor unter Rapp gefangen. Werner hat sich nach der schwachen Defensivleistung in seiner ersten Saison hingesetzt und sich einen klaren Plan überlegt, wie man die nötige Balance zwischen Offensive und Defensive reinbekommt. Dann hat er sich vor dem Saisonstart hingestellt und gesagt, dass er für mehr Ausgewogenheit zwischen Offensive und Defensive gesorgt habe. Und er hat Recht behalten, das war die beste Saison ever. Ein weiterer Punkt ist, dass Werner sein Spiel immer durchgezogen hat. Wenn er auf der Pressekonferenz auf das Spielsystem der Gegner angesprochen wurde, hat er ungefähr sowas gesagt: „Wir werden das mit unseren üblichen Mitteln bespielen“. Heißt im Prinzip nichts anderes, als dass der Gegner sein Spiel spielen kann, aber wir spielen einfach unser Spiel und gewinnen damit. Es geht darum, ein System zu entwickeln, dass dauerhaft und gegen jeden Gegner bestehen kann, unabhängig vom Stil des Gegners. Das sorgt für Kontinuität und sichere Abläufe bei den Spielern. Wir wechseln bei Rapp ständig das System, weil er keinen festen Plan hat, wie man gegen jeden Gegner auf die gleiche Art und Weise bestehen kann. Das sorgt im Spiel für Unsicherheiten, wie Fehlpässe und Ballverluste. Gerade in jüngster Vergangenheit beobachte ich das immer häufiger bei uns. Sogar in Spielen wie gegen Heidenheim, wo wir echt stark gespielt haben, fabrizieren wir ungewöhnlich viele Fehlpässe und Ballverluste. Es ist für mich noch keine klare Rapp-Handschrift erkennbar. Variabilität ist gut und wichtig, aber es braucht erstmal eine Basis, ein Ausgangsystem. Ansonsten sorgt das nur für Unruhe auf dem Platz. Und auch, wenn wir das Spiel aktiv gestalten, richten wir unsere Spielweise bei Rapp nach dem jeweiligen Gegner aus. Das ist auch so ein Problem. Rapp hat in Hoffenheim die intensive Spielanalyse kennengelernt. Ich glaube nirgendwo in Deutschland wird der Gegner so akribisch analysiert und darauf reagiert, wie in Hoffenheim. Das funktioniert aber in Kiel nur bedingt. Man kann natürlich auf einzelne Gepflogenheiten des Gegners aufmerksam machen, aber in Kiel ist es am besten, wenn man immer sein Spiel durchzieht. Dafür braucht man aber erstmal ein Spielsystem, das gegen jeden Gegner funktioniert. Wahrscheinlich hat Rapp das noch gar nicht. Es wird Zeit, dass er eines entwickelt. Ein universal anwendbares Spielsystem. Ich habe es schon mal geschrieben, bis zum Saisonende will ich eine klare Vorstellung davon haben, was Rapp-Fußball ist. Bisher kann ich das nur erahnen. Da muss er noch dran arbeiten. Ansonsten ist unsere Bilanz wirklich in Ordnung. Wir haben momentan wenig mit der Abstiegszone zu tun und sogar ein kleines bisschen Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen, sagen wir einen Zipfel zwinker Insofern sind wir mit Rapp auf einem guten Weg, aber da ist auch noch viel Luft nach oben. Vom Maximum kann hier also noch lange nicht die Rede sein.


Ich finde den Vergleich zwischen Werner und Rapp einerseits gut, anderseits auch sehr schwierig.
Die defensive Stabilität unter Ole Werner lag unter anderem aber auch an Leuten wie einem Jonas Meffert, meiner Meinung nach dem besten Sechser der Liga und einem Hauke Wahl in Topform. Dazu hatte man noch Spieler wie Jannik Dehm/Phil Neumann, vdB der damals noch konstant gute Leistung brachte und einen Thesker, der damals noch etwas stärker war als heute. Wenn man sich die Defensive damals und jetzt ansieht, dann ist es nahezu unfair die schwache Defensive Marcel Rapp anzukreiden.
Letzte Saison hatten wir defensiv gar keine Optionen und haben Abgänge eigentlich gar nicht kompensiert, uns definitiv verschlechtert.
Diese Saison sieht es da schon ein wenig anders aus, jedoch fallen wieder Jungs wie Becker oder Komenda aus, weshalb wir wieder auf andere Optionen greifen müssen und teilweise jemanden wir Schulz auf der ‚falschen‘ Position spielen. Wäre Schulz auf der Sechs, Becker auf rechts und Komenda neben Wahl, dann würden wir denke ich eine deutlich stärkere Defensive sehen. Da bleibt nur zu hoffen, dass wir eine fitte Mannschaft zur Rückrunde erleben.
Dazu kommt auch noch, dass Werner auch vorne eine extrem starke Mannschaft hatte und Unterschiedsspieler wie Lee hatte und zusätzlich auch noch ein Bartels in Topform war und die gesamte Mannschaft einfach unglaublich gut Performt hat.
Das Trio Meffert-Mühling-Lee konnte glaube ich kaum eine Mannschaft übertreffen.

Worin ich unter Rapp bspw. eine große positive Veränderung im Gegensatz zu Werner sehe ist unsere flexible Spielweise und Formation.
Während wir unter Werner strikt im 433 gespielt haben, ständig mit den selben Spielern, wechseln wir mit Rapp teilweise während des Spielzugs die Formation oder zur Halbzeit und spielen damit schon anderen Fußball.
Als Serra damals verletzt war, war Werner mMn teilweise so begrenzt in seiner Spielart, dass er lieber Lee in die Spitze gestellt hat, statt einen unserer Backups. Damit war in diesen Spielen unser Mittelfeld so gut wie gar nicht mehr zu sehen und der gesamte Spielfluss, wenn ich es so sagen darf, am a*sch.
Hier sehe ich beispielsweise unter Rapp eine deutliche Verbesserung. Werner gab auch nahezu immer nur denselben Spielern Spielzeit. Spieler wie Baku, Atanga, Eberwein, Hanslik, Lauberbach etc. waren unter ihm nicht einmal eine Option. Ich finde mindestens Baku und Atanga hätten es verdient gehabt eine richtige Chance zu erhalten.

Zusammenfassend:
Werner hatte meiner Meinung nach eine viel zu starke Defensive zur Verfügung, um die Defensive jetzt Herrn Rapp anzukreiden. Dazu auch generell ein stärkerer Kader.
Des Weiteren ist Rapp flexibler was Spielweise und Formation angeht. (Der gelegentliche Einsatz von Hauptmann ist für mich kein Argument).

Somit finde ich den Vergleich von Rapp und Werner etwas schwierig.
Marcel Rapp [Trainer] |#40
08.11.2022 - 16:51 Uhr
Zitat von Gulasch
Ich finde den Vergleich Rapp/Werner auch deswegen schwierig, weil nach Werners bisheriger Bilanz in Bremen einiges darauf hindeutet, dass dieser als Trainer ein Maß an Talent mitbringt, das über das bei einem Zweitligisten Erwartbare deutlich hinaus geht. Ich glaube, es ist nicht allzu gewagt spekuliert, dass Werner längst bei noch größeren Vereinen auf der Shortlist steht.

Man sieht ja beim BVB in den letzten Jahren ganz gut, dass auch erwiesen fähige Trainer es dort relativ schwer haben - vielleicht auch, weil dort mit Klopp und Tuchel nacheinander Leute auf dem Posten waren, die mittlerweile zur absoluten Weltspitze zählen. Da hängt die Messlatte dann möglicherweise etwas (zu) hoch.

Vielleicht wäre es fairer, Rapp mit Anfang und Walter zu vergleichen, die ich eher als "gute bis sehr gute Zweitligatrainer" kategorisieren würde (wenn man bei Anfang mal die unsägliche Impfgeschichte rausrechnet).
Da schneidet Rapp für mich im Vergleich relativ gut ab, auch wenn es noch immer an Stabilität in den Leistungen mangelt.


Da hast du Recht. Ole Werner steht mit Sicherheit inzwischen bei ganz anderen Vereinen auf der shortlist. Ein Vergleich ist hier allerdings recht schwierig. Rapps Bilanz bei Hoffenheim, als er randurfte, war auch fast makellos. Wir wissen final nicht, wie er sich in der Bundesliga schlagen würde. Erst, wenn man hier vergleichbare Parameter hätte, könnte man wirklich einen Vergleich ziehen, was die Bundesligatauglichkeit anbetrifft. Ich denke aber, dass sein Weg nicht unbedingt in der 2. Liga enden muss. Er ist noch relativ jung und lernt noch dazu. Das ist ja auch ein Teil der Philosophie von Holstein, oder es war es zumindest mal, auch für Trainer ein Sprungbrett zu sein. Anfang, Walter oder auch Werner belegen das. Alle haben danach Karriere bei grösseren Vereinen gemacht. Von daher würde ich Rapp diese Tauglichkeit jetzt nicht final absprechen, nur weil er im Moment in der 2. Liga arbeitet. Ich denke schon, dass sein Ansatz modern ist.

•     •     •

Freiheit heißt, Leuten Dinge zu sagen, die sie nicht hören wollen.
  Post-Optionen
Den kompletten Thread wirklich löschen?

  Paten-Optionen
Möchtest Du den Beitrag wirklich löschen?
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Lesezeichen
  Abonnierte Threads
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Post-Optionen
Nutze die Thread-Suche, wenn Du diesen Post in einen anderen Thread verschieben möchtest. Drücke Thread erstellen, wenn aus diesem Post ein eigenständiger Thread werden soll.
Widerruf Tracking & Cookies

Du hast erfolgreich deine Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die du zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt hast. Du kannst dich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden. Bitte beachte, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wende dich diesbezüglich an datenschutz@transfermarkt.de.