Hertha BSC in der Zukunft
31.12.2013 - 19:40 Uhr
Ich hoffe mal ich hab mich bei der Suche nicht zu grau angestellt. Konnte nichts vergleichbares finden.
Auch wenn es hier sicherlich mit reingehört, es soll nicht nur darum gehen wie die Rückrunde verläuft.
Wird es Hertha gelingen die Leistungsträger zu halten, wen sollte man langfristiger binden, kann man mit unserem System auch in der nächsten Saison bestehen?
Wird man die seriös vorsichtige Art der Transfers beibehalten und konsequent entschulden oder in naher Zukunft größere Erlöse mit mehr Risiko einsetzen.
War der letze Sommer nur glücklich oder können Preetz/Luhukay den "kreativen" Weg erfolgreich fortsetzen?
Winkt Etablierung, gar Europa oder gehts wieder Abwärts?
Oder, bekommt man den Unterbau mal in den Griff?
Ich denke ihr wisst was ich meine.
Bei nichtgefallen einfach entsorgen. :D
Auch wenn es hier sicherlich mit reingehört, es soll nicht nur darum gehen wie die Rückrunde verläuft.
Wird es Hertha gelingen die Leistungsträger zu halten, wen sollte man langfristiger binden, kann man mit unserem System auch in der nächsten Saison bestehen?
Wird man die seriös vorsichtige Art der Transfers beibehalten und konsequent entschulden oder in naher Zukunft größere Erlöse mit mehr Risiko einsetzen.
War der letze Sommer nur glücklich oder können Preetz/Luhukay den "kreativen" Weg erfolgreich fortsetzen?
Winkt Etablierung, gar Europa oder gehts wieder Abwärts?
Oder, bekommt man den Unterbau mal in den Griff?
Ich denke ihr wisst was ich meine.
Bei nichtgefallen einfach entsorgen. :D
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31.12.2013 - 20:17 Uhr
Dieses Thema wird aus meiner Sicht im Thread Kaderplanung behandelt. Passt da aber nicht zu 100% rein. Ein Teil gehört noch in den Finanzierungs Thread. Eine Prognose über Jahre hinaus kann man nicht abgeben, dazu ist das Fußball Geschäft zu schnell und zu unberechenbar geworden. Bei Hertha waren die zwei Abstiege nicht eingeplant und statt Abstiegskampf überwintert man nach der Hälfte der Saison auf einem Euroleague Platz. Die Gladbacher konnten sich vor ein paar Jahren gerade mal so in die Relegation retten und ein Jahr später durften sie Champions League spielen. Ziel kann nur der Verbleib in der 1. Bundesliga sein damit der Supergau nicht eintritt. Für alles andere fehlt uns dauerhaft das entsprechende Festgeldkonto.
31.12.2013 - 20:29 Uhr
War ja auch nur eine Idee. (siehe letzter Satz)
Ich bin der Meinung das vieles sich im Grenzbereich verschiedener Threads verliert. Eindeutiges soll ja weiterhin dort behandelt werden.
Ich halte es für relativ interessant wie sich der Einzelne die Zukunftsentwicklung vorstellt bzw. wohin die Reise geht.
Ist lediglich mein subjektiver Gedanke. Wenn es nicht gewünscht ist kann ich mit einer Löschung gut leben.
Ich bin der Meinung das vieles sich im Grenzbereich verschiedener Threads verliert. Eindeutiges soll ja weiterhin dort behandelt werden.
Ich halte es für relativ interessant wie sich der Einzelne die Zukunftsentwicklung vorstellt bzw. wohin die Reise geht.
Ist lediglich mein subjektiver Gedanke. Wenn es nicht gewünscht ist kann ich mit einer Löschung gut leben.
31.12.2013 - 20:59 Uhr
Planung für jede Saison: 40 Punkte so früh wie möglich. Wenn wir mehr erreichen nehmen wir das mit.
Langfristige Planung: Nie mehr 2. Liga.
Langfristige Planung: Nie mehr 2. Liga.
01.01.2014 - 15:22 Uhr
ich hoffe als berliner das sich hertha als hauptstadt in den nächsten jahren oben etabliert und das es nicht immer hoch und ruter geht
01.01.2014 - 15:23 Uhr
Zitat von adailton:
Planung für jede Saison: 40 Punkte so früh wie möglich. Wenn wir mehr erreichen nehmen wir das mit.
Langfristige Planung: Nie mehr 2. Liga.
hoffen wir es mal aber momentan siehts gut aus
Planung für jede Saison: 40 Punkte so früh wie möglich. Wenn wir mehr erreichen nehmen wir das mit.
Langfristige Planung: Nie mehr 2. Liga.
hoffen wir es mal aber momentan siehts gut aus
01.01.2014 - 20:43 Uhr
Eine sehr schwere Frage. Ich denke mal, das Beispiel Mönchengladbach hat gezeigt, wie schnell es nach oben gehen kann. Auch wenn man hier natürlich sagen muss, dass die Borussia nicht die Hypothek hat - nämlich hohe Schulden - wie wir.
Auf der anderen Seite zeigen die Beispiele Bremen und Hamburg, dass man weit oben stehen kann und es dann, mehr oder weniger schleichend, bergab gehen könnte.
Wichtig ist einfach, dass in unserem Verein weiterhin so seriös gearbeitet wird wie jetzt. Der Schuldenabbau ist immens wichtig und es ist toll, dass man jetzt scheinbar sehr vieles dafür tun möchte, um ihn konsequent zu fokussieren. Ferner ist es wichtig, dass weiterhin so viel Ruhe im Verein herrscht, wie es momentan der Fall ist. Endlich ist man viel bodenständiger geworden und spricht auch nach einer sehr, sehr guten Hinrunde nicht schon von der EL oder CL, sondern bleibt bei dem Ziel Klassenerhalt.
Allgemein muss ich sagen, dass ich sehr glücklich damit bin, dass Luhukay der Trainer von Hertha ist. Seither gibt es keine Skandale mehr um Hertha herum, stattdessen seriöse Arbeit und ich denke mal, dass sich Hertha so auch längst verloren gegangene Sympathien wieder zurück erobern kann. Das dürfte auch ein wichtiger Aspekt für die Zukunft sein.
Sportlich gesehen ist es natürlich ungemein wichtig, dass wir uns in der Bundesliga etablieren können. Nur so können wir die Schulden abbauen, nur so können wir vorwärts kommen. Wenn wir dann die Schulden klar gesenkt werden, wäre es - rein wirtschaftlich - nicht mehr soooo schlimm, wenn wir dann mal wieder absteigen sollten. Wir dürfen nämlich nicht vergessen, dass wir bei den beiden Abstiegen ein hohes Risiko eingegangen sind, denn wenn wir nicht jeweils direkt wieder aufgestiegen wären, hätte das noch weitreichendere Folgen gehabt. Wir dürfen natürlich auch nicht jedes Mal erwarten, sofort wieder aufzusteigen, daher ist unser Verein ja fast schon gezwungen, bis hin zu einem gewissen Schuldenstand in der Bundesliga zu verbleiben.
Um den Schuldenstand zu senken, müssen wir natürlich in Sachen Neuverpflichtungen weiterhin so konsequent nach kreativen Lösungen suchen, bei denen wir wenig bis gar kein Geld ausgeben müssen. Zumindest in dieser Saison hat das ja ganz gut geklappt. Abgesehen von einem sehr guten Scouting gehört da natürlich auch Glück dazu. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass natürlich immer wieder einige Spieler den Verein verlassen werden, daher bedarf es natürlich einer guten Suche nach Verstärkung bzw. Ersatz. Wenn wir Glück haben, können wir durch die Spieler, die uns den Rücken kehren, adäquate Transfererlöse erwarten.
Das Saisonziel für die nächsten Jahre sollte, bis wir wirtschaftlich besser dastehen, eigentlich stets der Klassenerhalt bleiben. So schön die Hinrunde auch war, wir dürfen nicht davon ausgehen, dass das von nun an der Normalzustand sein wird. Wenn wir die Klasse sichern, dann bin ich mir zu 100% sicher, dass die nächste Saison für uns sehr viel schwieriger sein wird als diese. Da ist dann nämlich die Euphorie erstmal weg und wir befinden uns im schweren zweiten Jahr nach dem Aufstieg. Ich befürchte auch, dass die nächsten Spielzeiten, sollten wir in der Bundesliga spielen, oft viel Geduld und Ausdauer erfordern und wir gegen den Abstieg kämpfen.
Sollten wir diese Ziele erreicht haben, kann man immer noch über höhere Ziele sprechen, z.B. über das Erreichen des internationalen Geschäfts, welches ich in diesem Jahr übrigens für viel zu früh halten würde. Erstmal sollten wir einen Schritt nach dem anderen machen und uns etwas aufbauen, bevor wir noch höheren Zielen sprechen sollten ;)
Kurz - und mittelfristig sollten wir jedoch erstmal kleinere Brötchen backen und uns in der Bundesliga etablieren, die Ruhe im Verein beibehalten den Schuldenstand senken und vor allem immer schön realistisch bleiben. Wenn das gelingt, dann können wir auf eine langfristig sehr positive Entwicklung von Hertha BSC hoffen :)
Auf der anderen Seite zeigen die Beispiele Bremen und Hamburg, dass man weit oben stehen kann und es dann, mehr oder weniger schleichend, bergab gehen könnte.
Wichtig ist einfach, dass in unserem Verein weiterhin so seriös gearbeitet wird wie jetzt. Der Schuldenabbau ist immens wichtig und es ist toll, dass man jetzt scheinbar sehr vieles dafür tun möchte, um ihn konsequent zu fokussieren. Ferner ist es wichtig, dass weiterhin so viel Ruhe im Verein herrscht, wie es momentan der Fall ist. Endlich ist man viel bodenständiger geworden und spricht auch nach einer sehr, sehr guten Hinrunde nicht schon von der EL oder CL, sondern bleibt bei dem Ziel Klassenerhalt.
Allgemein muss ich sagen, dass ich sehr glücklich damit bin, dass Luhukay der Trainer von Hertha ist. Seither gibt es keine Skandale mehr um Hertha herum, stattdessen seriöse Arbeit und ich denke mal, dass sich Hertha so auch längst verloren gegangene Sympathien wieder zurück erobern kann. Das dürfte auch ein wichtiger Aspekt für die Zukunft sein.
Sportlich gesehen ist es natürlich ungemein wichtig, dass wir uns in der Bundesliga etablieren können. Nur so können wir die Schulden abbauen, nur so können wir vorwärts kommen. Wenn wir dann die Schulden klar gesenkt werden, wäre es - rein wirtschaftlich - nicht mehr soooo schlimm, wenn wir dann mal wieder absteigen sollten. Wir dürfen nämlich nicht vergessen, dass wir bei den beiden Abstiegen ein hohes Risiko eingegangen sind, denn wenn wir nicht jeweils direkt wieder aufgestiegen wären, hätte das noch weitreichendere Folgen gehabt. Wir dürfen natürlich auch nicht jedes Mal erwarten, sofort wieder aufzusteigen, daher ist unser Verein ja fast schon gezwungen, bis hin zu einem gewissen Schuldenstand in der Bundesliga zu verbleiben.
Um den Schuldenstand zu senken, müssen wir natürlich in Sachen Neuverpflichtungen weiterhin so konsequent nach kreativen Lösungen suchen, bei denen wir wenig bis gar kein Geld ausgeben müssen. Zumindest in dieser Saison hat das ja ganz gut geklappt. Abgesehen von einem sehr guten Scouting gehört da natürlich auch Glück dazu. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass natürlich immer wieder einige Spieler den Verein verlassen werden, daher bedarf es natürlich einer guten Suche nach Verstärkung bzw. Ersatz. Wenn wir Glück haben, können wir durch die Spieler, die uns den Rücken kehren, adäquate Transfererlöse erwarten.
Das Saisonziel für die nächsten Jahre sollte, bis wir wirtschaftlich besser dastehen, eigentlich stets der Klassenerhalt bleiben. So schön die Hinrunde auch war, wir dürfen nicht davon ausgehen, dass das von nun an der Normalzustand sein wird. Wenn wir die Klasse sichern, dann bin ich mir zu 100% sicher, dass die nächste Saison für uns sehr viel schwieriger sein wird als diese. Da ist dann nämlich die Euphorie erstmal weg und wir befinden uns im schweren zweiten Jahr nach dem Aufstieg. Ich befürchte auch, dass die nächsten Spielzeiten, sollten wir in der Bundesliga spielen, oft viel Geduld und Ausdauer erfordern und wir gegen den Abstieg kämpfen.
Sollten wir diese Ziele erreicht haben, kann man immer noch über höhere Ziele sprechen, z.B. über das Erreichen des internationalen Geschäfts, welches ich in diesem Jahr übrigens für viel zu früh halten würde. Erstmal sollten wir einen Schritt nach dem anderen machen und uns etwas aufbauen, bevor wir noch höheren Zielen sprechen sollten ;)
Kurz - und mittelfristig sollten wir jedoch erstmal kleinere Brötchen backen und uns in der Bundesliga etablieren, die Ruhe im Verein beibehalten den Schuldenstand senken und vor allem immer schön realistisch bleiben. Wenn das gelingt, dann können wir auf eine langfristig sehr positive Entwicklung von Hertha BSC hoffen :)
02.01.2014 - 22:19 Uhr
Auch wenn wir für unsere Verhältnisse eine traumhafte Hinrunde gespielt haben, blicke ich nur vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Wenn nicht komplett alle durchdrehen, steigen wir nicht ab. Aber die nächste Saison wird dann umso schwieriger, weil a) die Konkurrenz uns dann nicht mehr unterschätzt und b) wir vielleicht auch nicht mehr soviel Glück haben werden mit den Transfers. Denn ausnahmslos jeder Transfer ist eingeschlagen, ich glaube das ist einmalig in unserer jüngeren Fußballgeschichte. Ich kann mich an keine Saison erinnern, wo es 3-4 Leute, die alle für lau oder für wenig Geld gekommen sind, direkt zu Stammspielern mit gehobenen Bundesligaschnitt geschafft haben. Es läuft einfach soviel gut für uns, dass wir uns vielleicht ein wenig vormachen in Sachen Bundesligakonkurrenz.
Die Fragen, die ich mir daher stelle, sind
1) Inwiefern schafft es Preetz, den Kader zusammenzuhalten bzw. adäquat zu ersetzen
2) Wie funktioniert das System Luhu in der nächsten Saison
3) Wer rückt für verletzte Spieler nach bzw. wie schafft es die Mannschaft, sich aus Formkrisen zu befreien
Zum ersten Punkt kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht viel sagen, aber es wäre zumindest enorm wichtig, bei gleichbleibenden Leistungen Schelle und Cigerci zu halten. Dann hätte man ein Mittelfeld, welches sich im mittleren Bundesligaschnitt einpendelt und das ist in Ordnung so. In der Abwehr sehe ich uns derzeit in der Breite nicht so gut aufgestellt, da sollte man eventuell Franz/Janker durch jüngere bzw. bessere Spieler ersetzen. Offensiv sind wir gut aufgestellt, im Sturm sollte noch jemand kommen, wenn Ramos geht, sowieso.
Ansonsten hängt auch einfach viel von der Personalie Luhukay ab und inwiefern man ihm Vertrauen schenkt, wenn es nicht läuft. Hat er ein Konzept, auf das man auch bei einem Abstieg bauen würde? Wenn man die Frage mit Nein beantwortet, sollte man sich da nochmal tiefergehend Gedanken machen, denn um langfristig etwas aufzubauen, wäre das unumgänglich. Ich bin kein Fan von Konzeptrainern wie Streich oder Tuchel und möchte um Gottes Willen Luhukay die Kompetenz absprechen, aber eins unserer Hauptprobleme war doch immer, dass wir uns an die Trainer richten und jedes Mal eine neue Philosophie einverleiben anstatt an einem Konzept festzuhalten und nach diesem Konzept im Zweifel auch neue Trainer einzustellen. Ich finde die Zeiten sind vorbei, wo man nach "Malocher" a la Stevens/Magath, Feuerwehrmänner a la "Funkel" etc. sortiert. Sondern eben nach einer Spielphilosophie, zu der man auch in schlechten Zeiten steht. Ist das ein aggressives Gegenpressing wie jetzt, zu dem man sich bekennen möchte? Oder einem reinen Konterfussball? Oder Offensivfussball, bei dem vordergründig attraktiv spielen möchte und dabei im Zweifel lieber 3 kassiert und 4 selber macht als mit 1:0 zu gewinnen? Solche Fragen vermisse ich irgendwie, auch wenn das bei uns sicherlich keine Ausnahme ist, vielleicht sogar europaweit nur von wenigen Mannschaften konsequent umgesetzt wird.
Und hier komme ich auf den letzten Punkt: Die Nachwuchsarbeit. Derzeit läuft es recht gut mit Schulz/Brooks und Mukthar in der Hinterhand. Aber um uns zu etablieren und gleichzeitig eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen, kommen wir wirtschaftlich als auch imagetechnisch nicht drumherum, endlich mal Früchte zu ernten aus unserer Akademie. Diese sind seit der goldenen Generation ausgeblieben und erst jetzt wieder langsam zu sehen. Man kann keine Fussballspieler züchten, aber wenn ich sehe, wer so ständig bei Freiburg oder als Krönung Schalke nachzieht, ist schon mehr als beeindruckend. Ich würde sogar meinen, dass Schalke ohne seine Nachwuchsarbeit ernsthafte Probleme hätten, aber scheinbar schaffen die es, alle 1-2 Jahre eine Granate hochzuziehen. Ist also deren Nachwuchsarbeit besser? Oder die Kicker im Pott talentierter? Was macht Schalke anders als wir? 1,2 oder meinetwegen 3 Jahre Stillstand, wenn mal 1-2 Generationen nicht ziehen, finde ich nicht schlimm, aber wir haben seit 2008, als uns Fathi, die Boatengs und Dejagah verlassen haben, keinen einzigen Spieler mehr zu Stammspielern formen können. Ein Christopher Schorch, der damals unbedingt zu Real Madrid wollte (und auch ging) ist heute mit seinen 24 Jahren arbeitslos (!). Irgendwas muss daher bei uns im Argen sein wenn wir es nicht schaffen, unsere extrem teure Akademie soweit zu entwickeln, dass sie zumindest alle 1-2 Jahre Spieler mit "normalem" Bundesligaformat rauswirft. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir glaube ich jahrgangsübergreifend die meisten Nachwuchsnationalspieler stellen. Das kann doch irgendwie kein Zufall sein?
Dabei wäre es wirtschaftlich für uns ein enormer Sprung, wenn diese Situation eintreten sollte, weshalb die Akademie noch viel stärker in den Fokus rücken sollte. Meinetwegen durch Kooperationen mit anderen Vereinen, neuen Nachwuchstrainern, anderen Trainingskonzepten, etc.pp. Das Problem ist, dass man oft verdiente Leute im Verein eben den Nachwuchs anvertraut, um sie in irgendeiner Weise an den Verein zu binden, was eigentlich vollkommener Schwachsinn ist. Ein Ante Covic mag ein saunetter Kerl sein, ebenso Tretsche, aber was befähigt sie denn, den Nachwuchs zu trainieren/fördern, welcher eigentlich unser wertvollstes Gut darstellt? Reicht es wirklich, wenn sie einfach nur eine A-Lizenz haben, die scheinbar jeder Ex-Spieler kriegt, oder steckt noch mehr dahinter (wovon ich mal stark ausgehe). Ich stelle doch auch nicht einen Freund, der jahrelang Bauarbeiter war, als Architekt ein weil er mal ein guter Bauarbeiter war? Wieso wirbt man nicht erfolgreiche Trainer von anderen Vereinen ab? Ein Nachwuchstrainer verdient vermutlich genausoviel bis weniger als ein Spieler aus dem erweiterten Profi-Kader, hat aber meiner Ansicht nach eine unbedeutend größere Verantwortung zu tragen.
Daher sollten wir um uns in Zukunft unabhängig von finanziellen Investoren sportlich erfolgreich zu positionieren,
a) die Nachwuchsarbeit der letzten Jahre grundsätzlich hinterfragen und analysieren, warum soviele Jungnationalspieler nicht den Sprung in die Profimannschaft schaffen
b) mit Experten eine Spielphilosophie entwickeln oder aneignen (und natürlich auch ständig weiterentwickeln), die quer durch alle Teams praktiziert wird und zu der man sich auch bei Misserfolg bekennt, selbst ultimativ bei einem Abstieg.
c ) die Nachwuchsabteilung deutlich stärker in den Fokus rücken, und das nicht nur als Lippenbekenntnis. Durch den Erwerb von etablierten Trainern/Experten, Kooperationen, Förderungsmöglichkeiten etc.
d) unsere Scouting-Abteilung massiv erweitern
e) weiterhin versuchen, günstig Spieler mit Potential zu verpflichten und auf mittlere Sicht (3-4 Jahre) von Stars Abstand nehmen
f) Schulden abbauen, um die Handlungsfähigkeit zu stärken
Die Fragen, die ich mir daher stelle, sind
1) Inwiefern schafft es Preetz, den Kader zusammenzuhalten bzw. adäquat zu ersetzen
2) Wie funktioniert das System Luhu in der nächsten Saison
3) Wer rückt für verletzte Spieler nach bzw. wie schafft es die Mannschaft, sich aus Formkrisen zu befreien
Zum ersten Punkt kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht viel sagen, aber es wäre zumindest enorm wichtig, bei gleichbleibenden Leistungen Schelle und Cigerci zu halten. Dann hätte man ein Mittelfeld, welches sich im mittleren Bundesligaschnitt einpendelt und das ist in Ordnung so. In der Abwehr sehe ich uns derzeit in der Breite nicht so gut aufgestellt, da sollte man eventuell Franz/Janker durch jüngere bzw. bessere Spieler ersetzen. Offensiv sind wir gut aufgestellt, im Sturm sollte noch jemand kommen, wenn Ramos geht, sowieso.
Ansonsten hängt auch einfach viel von der Personalie Luhukay ab und inwiefern man ihm Vertrauen schenkt, wenn es nicht läuft. Hat er ein Konzept, auf das man auch bei einem Abstieg bauen würde? Wenn man die Frage mit Nein beantwortet, sollte man sich da nochmal tiefergehend Gedanken machen, denn um langfristig etwas aufzubauen, wäre das unumgänglich. Ich bin kein Fan von Konzeptrainern wie Streich oder Tuchel und möchte um Gottes Willen Luhukay die Kompetenz absprechen, aber eins unserer Hauptprobleme war doch immer, dass wir uns an die Trainer richten und jedes Mal eine neue Philosophie einverleiben anstatt an einem Konzept festzuhalten und nach diesem Konzept im Zweifel auch neue Trainer einzustellen. Ich finde die Zeiten sind vorbei, wo man nach "Malocher" a la Stevens/Magath, Feuerwehrmänner a la "Funkel" etc. sortiert. Sondern eben nach einer Spielphilosophie, zu der man auch in schlechten Zeiten steht. Ist das ein aggressives Gegenpressing wie jetzt, zu dem man sich bekennen möchte? Oder einem reinen Konterfussball? Oder Offensivfussball, bei dem vordergründig attraktiv spielen möchte und dabei im Zweifel lieber 3 kassiert und 4 selber macht als mit 1:0 zu gewinnen? Solche Fragen vermisse ich irgendwie, auch wenn das bei uns sicherlich keine Ausnahme ist, vielleicht sogar europaweit nur von wenigen Mannschaften konsequent umgesetzt wird.
Und hier komme ich auf den letzten Punkt: Die Nachwuchsarbeit. Derzeit läuft es recht gut mit Schulz/Brooks und Mukthar in der Hinterhand. Aber um uns zu etablieren und gleichzeitig eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen, kommen wir wirtschaftlich als auch imagetechnisch nicht drumherum, endlich mal Früchte zu ernten aus unserer Akademie. Diese sind seit der goldenen Generation ausgeblieben und erst jetzt wieder langsam zu sehen. Man kann keine Fussballspieler züchten, aber wenn ich sehe, wer so ständig bei Freiburg oder als Krönung Schalke nachzieht, ist schon mehr als beeindruckend. Ich würde sogar meinen, dass Schalke ohne seine Nachwuchsarbeit ernsthafte Probleme hätten, aber scheinbar schaffen die es, alle 1-2 Jahre eine Granate hochzuziehen. Ist also deren Nachwuchsarbeit besser? Oder die Kicker im Pott talentierter? Was macht Schalke anders als wir? 1,2 oder meinetwegen 3 Jahre Stillstand, wenn mal 1-2 Generationen nicht ziehen, finde ich nicht schlimm, aber wir haben seit 2008, als uns Fathi, die Boatengs und Dejagah verlassen haben, keinen einzigen Spieler mehr zu Stammspielern formen können. Ein Christopher Schorch, der damals unbedingt zu Real Madrid wollte (und auch ging) ist heute mit seinen 24 Jahren arbeitslos (!). Irgendwas muss daher bei uns im Argen sein wenn wir es nicht schaffen, unsere extrem teure Akademie soweit zu entwickeln, dass sie zumindest alle 1-2 Jahre Spieler mit "normalem" Bundesligaformat rauswirft. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir glaube ich jahrgangsübergreifend die meisten Nachwuchsnationalspieler stellen. Das kann doch irgendwie kein Zufall sein?
Dabei wäre es wirtschaftlich für uns ein enormer Sprung, wenn diese Situation eintreten sollte, weshalb die Akademie noch viel stärker in den Fokus rücken sollte. Meinetwegen durch Kooperationen mit anderen Vereinen, neuen Nachwuchstrainern, anderen Trainingskonzepten, etc.pp. Das Problem ist, dass man oft verdiente Leute im Verein eben den Nachwuchs anvertraut, um sie in irgendeiner Weise an den Verein zu binden, was eigentlich vollkommener Schwachsinn ist. Ein Ante Covic mag ein saunetter Kerl sein, ebenso Tretsche, aber was befähigt sie denn, den Nachwuchs zu trainieren/fördern, welcher eigentlich unser wertvollstes Gut darstellt? Reicht es wirklich, wenn sie einfach nur eine A-Lizenz haben, die scheinbar jeder Ex-Spieler kriegt, oder steckt noch mehr dahinter (wovon ich mal stark ausgehe). Ich stelle doch auch nicht einen Freund, der jahrelang Bauarbeiter war, als Architekt ein weil er mal ein guter Bauarbeiter war? Wieso wirbt man nicht erfolgreiche Trainer von anderen Vereinen ab? Ein Nachwuchstrainer verdient vermutlich genausoviel bis weniger als ein Spieler aus dem erweiterten Profi-Kader, hat aber meiner Ansicht nach eine unbedeutend größere Verantwortung zu tragen.
Daher sollten wir um uns in Zukunft unabhängig von finanziellen Investoren sportlich erfolgreich zu positionieren,
a) die Nachwuchsarbeit der letzten Jahre grundsätzlich hinterfragen und analysieren, warum soviele Jungnationalspieler nicht den Sprung in die Profimannschaft schaffen
b) mit Experten eine Spielphilosophie entwickeln oder aneignen (und natürlich auch ständig weiterentwickeln), die quer durch alle Teams praktiziert wird und zu der man sich auch bei Misserfolg bekennt, selbst ultimativ bei einem Abstieg.
c ) die Nachwuchsabteilung deutlich stärker in den Fokus rücken, und das nicht nur als Lippenbekenntnis. Durch den Erwerb von etablierten Trainern/Experten, Kooperationen, Förderungsmöglichkeiten etc.
d) unsere Scouting-Abteilung massiv erweitern
e) weiterhin versuchen, günstig Spieler mit Potential zu verpflichten und auf mittlere Sicht (3-4 Jahre) von Stars Abstand nehmen
f) Schulden abbauen, um die Handlungsfähigkeit zu stärken
03.01.2014 - 02:44 Uhr
Zitat
Und hier komme ich auf den letzten Punkt: Die Nachwuchsarbeit.
Zu recht widmest du dich diesem Teil so ausführlich.
Ich sehe als eines der größten Probleme das man die Jungs so "inflationär" hochzieht. Man sollte die "tauglicheren" Spieler, bei denen es nicht zu den Profis reicht als Kerngerüst halten und vielleicht zwei besonders talentierte jüngere mit einbauen.
Diese können sich dann an den "erfahrenen" orientieren und stehen den echten Männermannschaften nicht als eingeschüchterter Teeniehaufen gegenüber.
Dies würde m.E. unsere Männermannschaft erfolgreicher machen da man nicht nach max. 2 Jahren wieder bei 0 beginnt.
Der Rest durchläuft seine Altersgruppen ganz normal und darf dabei reifen. Gerade körperlich ist doch der Sprung zwischen den Altersgruppen gewaltig. Noch größer ist er wenn es in den Männerbereich geht.
Ich hab so das Gefühl das so einige Nachwuchskönige einfach überfordert sind wenn es plötzlich gegen rustikale und inzwischen abgezockte Kerle geht.
Meiner Meinung nach arbeiten wir für den Nachwuchsbereich einfach zu schnell ab, für die Burschen. Alles was sich nicht nach 2 Jahren als Profitauglich erwiesen hat fliegt raus, man raubt sich die nötige Erfahrung auf dem Platz. Nach wem sollen sich die Bubis richten? An den 3 Verletzungskurierern oder Formschawachen, Spielpraxis sammelnen Profis die runtergeschickt werden?
Die haben mit sich selbst genug zu tun.
Und hier komme ich auf den letzten Punkt: Die Nachwuchsarbeit.
Zu recht widmest du dich diesem Teil so ausführlich.
Ich sehe als eines der größten Probleme das man die Jungs so "inflationär" hochzieht. Man sollte die "tauglicheren" Spieler, bei denen es nicht zu den Profis reicht als Kerngerüst halten und vielleicht zwei besonders talentierte jüngere mit einbauen.
Diese können sich dann an den "erfahrenen" orientieren und stehen den echten Männermannschaften nicht als eingeschüchterter Teeniehaufen gegenüber.
Dies würde m.E. unsere Männermannschaft erfolgreicher machen da man nicht nach max. 2 Jahren wieder bei 0 beginnt.
Der Rest durchläuft seine Altersgruppen ganz normal und darf dabei reifen. Gerade körperlich ist doch der Sprung zwischen den Altersgruppen gewaltig. Noch größer ist er wenn es in den Männerbereich geht.
Ich hab so das Gefühl das so einige Nachwuchskönige einfach überfordert sind wenn es plötzlich gegen rustikale und inzwischen abgezockte Kerle geht.
Meiner Meinung nach arbeiten wir für den Nachwuchsbereich einfach zu schnell ab, für die Burschen. Alles was sich nicht nach 2 Jahren als Profitauglich erwiesen hat fliegt raus, man raubt sich die nötige Erfahrung auf dem Platz. Nach wem sollen sich die Bubis richten? An den 3 Verletzungskurierern oder Formschawachen, Spielpraxis sammelnen Profis die runtergeschickt werden?
Die haben mit sich selbst genug zu tun.
06.01.2014 - 12:16 Uhr
Zitat von Pilleberlin:
Zitat
Und hier komme ich auf den letzten Punkt: Die Nachwuchsarbeit.
Meiner Meinung nach arbeiten wir für den Nachwuchsbereich einfach zu schnell ab, für die Burschen. Alles was sich nicht nach 2 Jahren als Profitauglich erwiesen hat fliegt raus, man raubt sich die nötige Erfahrung auf dem Platz. Nach wem sollen sich die Bubis richten? An den 3 Verletzungskurierern oder Formschawachen, Spielpraxis sammelnen Profis die runtergeschickt werden?
Die haben mit sich selbst genug zu tun.
Sehr sehr guter Punkt, den du da ansprichst, Pille. Leider ist es in der Tat so, dass oft formschwache, verletzte und suspendierte Spieler in den Jugendmannschaften spielen. Klar müssen die auch Spielpraxis sammeln, aber damit verwehrt man eben auch jüngeren Spielpraxis. Es gibt nur selten Spieler, bei denen es vielleicht wirklich noch Sinn macht, Kobi z.B. Er ist ein erfahrener Leader, an dem sich die jüngeren richten können und der eben Standby-Profi ist. Dardai damals genauso. Aber wenn jetzt z.B. ein Franz seit gefühlt 2 Jahren im U21-Team spielt, macht man es damit den nachrückenden IV´s nicht einfacher. Lässt man sie im Team drunter spielen, könnten sie unterfordert sein. Lässt man sie gar nicht ran, sammeln sie keine Spielpraxis. Es ist ein schmaler Grat zwischen Spielpraxis für Profis und Spielpraxis für die Jugend, aber auf lange Sicht muss immer der Nachwuchs im Vordergrund stehen. Im Zweifel muss halt die Kaderplanung so aussehen, dass wirklich jeder Profi, der im Kader ist, auch genug Qualität besitzt um in der ersten zu spielen. Dann braucht man ihn auch nicht zu den jüngeren Leuten abschieben, sondern lässt ihn dort grundsätzlich nur nach Verletzungen spielen und zieht sie anschliessend sofort wieder hoch wenn sie fit sind.
Vielleicht muss man sich auch Anreize für Jungprofis überlegen, um ihren Ehrgeiz zu fördern. Ein Babbel, so sehr ich ihn im Nachhinein hasse, hat eins etwas gutes gesagt:
http://www.immerhertha.de/2011/12/10/berufsberater-babbel-redet-klartext-oder-warum-neumann-und-brooks-zurzeit-keine-rolle-spielen/
Zitat
Ganz klar: Die müssen mal wissen, dass es hier um Arbeitsplätze geht, die ich mir ergattern kann. Wenn ich da einen will, muss ich entsprechend Gas geben. Und das ist mir einfach zu wenig. Mein Motto: Wenn zwei gleich stark sind, spielt der Jüngere. Aber da kommt mir zu wenig. Da müssen sie langsam mal aus dem Quark kommen. Um zu spielen, müssen sie mir was anbieten. Und das ist mir zu wenig. Wenn mal eine Enttäuschung da ist und eine zweite, dann können sie sich nicht völlig zurückziehen und sich hängen lassen. Sie dürfen die U23 nicht als Strafe ansehen, sondern als Chance, um sich zu bewähren. Aber wenn man dann 1:4 in Havelse oder 0:5 in Halberstadt verliert, ist das keine Empfehlung. Wenn ich da untergehe und einfach nur mitlaufe – das geht nicht! Da muss ich den Kopf rausstrecken. Und das passiert einfach nicht.
Wie unterschiedlich die Karrieren von Brooks und Neumann liefen, wissen wir ja alle. Aber tatsächlich muss man halt die Jugend fördern und fordern. Entweder sind sie halt zu schlecht, womit man sich eingestehen muss dass man etwas falsch macht, oder die Konzepte greifen nicht. Wie gesagt, auch für den Preis dass unsere Jugend 1-2 Jahre abrauscht, ich würde überall teamübergreifend das gleiche System spielen lassen. So ist die Durchlässigkeit viel höher und die Leute werden auch früher auf ihre Positionen vorbereitet. Ich erinnere mich z.B. daran, dass Morales bei uns im RV gespielt hat und im Nachwuchsteam im DM. Das bringt weder ihm etwas noch uns, wenn er also bei uns RV spielt, muss er auch im Nachwuchsteam als RV ran, selbst wenn seine Stammposition das DM ist. Ausserdem vermisse ich ein bisschen den Ehrgeiz bei den Nachwuchsteams. Was würde denn passieren, wenn man sagt dass jedes Jahr auf jeden Fall 1-2 hochgezogen werden oder mit in die Trainingslager dürfen, meinetwegen die beiden besten in den Augen der Nachwuchstrainer, aber natürlich nur unter der Annahme dass das Team erfolgreich spielt? Ich wette da würde direkt ein ganz anderer Wind wehen. Uns kostet das nichts, 95% aller Jugendspieler werden eh keine Profis. Aber diejenigen, die es dann werden, können sich schon viel früher mit dem Wettbewerbs- und Leistungsgedanken anfreunden. Mir kommt irgendwie das Kotzen, wenn ich sehe wie professionell die ganzen U21-Leute in Interviews rüberkommen, aber am Ende keine Leistung dahinter steckt.
Ich kenne von den jüngeren Profis leider keinen mehr, von den alten aus der goldenen Generation kannte ich persönlich welche. Und die hatten immer Hummeln im ***** und wollten unbedingt Profis werden. Teilweise waren sie auch so sehr von sich selbst überzeugt, dass es an Arroganz grenze, aber ich glaube anders schaffst du es als Jugendspieler auch nicht.
Zitat
Und hier komme ich auf den letzten Punkt: Die Nachwuchsarbeit.
Meiner Meinung nach arbeiten wir für den Nachwuchsbereich einfach zu schnell ab, für die Burschen. Alles was sich nicht nach 2 Jahren als Profitauglich erwiesen hat fliegt raus, man raubt sich die nötige Erfahrung auf dem Platz. Nach wem sollen sich die Bubis richten? An den 3 Verletzungskurierern oder Formschawachen, Spielpraxis sammelnen Profis die runtergeschickt werden?
Die haben mit sich selbst genug zu tun.
Sehr sehr guter Punkt, den du da ansprichst, Pille. Leider ist es in der Tat so, dass oft formschwache, verletzte und suspendierte Spieler in den Jugendmannschaften spielen. Klar müssen die auch Spielpraxis sammeln, aber damit verwehrt man eben auch jüngeren Spielpraxis. Es gibt nur selten Spieler, bei denen es vielleicht wirklich noch Sinn macht, Kobi z.B. Er ist ein erfahrener Leader, an dem sich die jüngeren richten können und der eben Standby-Profi ist. Dardai damals genauso. Aber wenn jetzt z.B. ein Franz seit gefühlt 2 Jahren im U21-Team spielt, macht man es damit den nachrückenden IV´s nicht einfacher. Lässt man sie im Team drunter spielen, könnten sie unterfordert sein. Lässt man sie gar nicht ran, sammeln sie keine Spielpraxis. Es ist ein schmaler Grat zwischen Spielpraxis für Profis und Spielpraxis für die Jugend, aber auf lange Sicht muss immer der Nachwuchs im Vordergrund stehen. Im Zweifel muss halt die Kaderplanung so aussehen, dass wirklich jeder Profi, der im Kader ist, auch genug Qualität besitzt um in der ersten zu spielen. Dann braucht man ihn auch nicht zu den jüngeren Leuten abschieben, sondern lässt ihn dort grundsätzlich nur nach Verletzungen spielen und zieht sie anschliessend sofort wieder hoch wenn sie fit sind.
Vielleicht muss man sich auch Anreize für Jungprofis überlegen, um ihren Ehrgeiz zu fördern. Ein Babbel, so sehr ich ihn im Nachhinein hasse, hat eins etwas gutes gesagt:
http://www.immerhertha.de/2011/12/10/berufsberater-babbel-redet-klartext-oder-warum-neumann-und-brooks-zurzeit-keine-rolle-spielen/
Zitat
Ganz klar: Die müssen mal wissen, dass es hier um Arbeitsplätze geht, die ich mir ergattern kann. Wenn ich da einen will, muss ich entsprechend Gas geben. Und das ist mir einfach zu wenig. Mein Motto: Wenn zwei gleich stark sind, spielt der Jüngere. Aber da kommt mir zu wenig. Da müssen sie langsam mal aus dem Quark kommen. Um zu spielen, müssen sie mir was anbieten. Und das ist mir zu wenig. Wenn mal eine Enttäuschung da ist und eine zweite, dann können sie sich nicht völlig zurückziehen und sich hängen lassen. Sie dürfen die U23 nicht als Strafe ansehen, sondern als Chance, um sich zu bewähren. Aber wenn man dann 1:4 in Havelse oder 0:5 in Halberstadt verliert, ist das keine Empfehlung. Wenn ich da untergehe und einfach nur mitlaufe – das geht nicht! Da muss ich den Kopf rausstrecken. Und das passiert einfach nicht.
Wie unterschiedlich die Karrieren von Brooks und Neumann liefen, wissen wir ja alle. Aber tatsächlich muss man halt die Jugend fördern und fordern. Entweder sind sie halt zu schlecht, womit man sich eingestehen muss dass man etwas falsch macht, oder die Konzepte greifen nicht. Wie gesagt, auch für den Preis dass unsere Jugend 1-2 Jahre abrauscht, ich würde überall teamübergreifend das gleiche System spielen lassen. So ist die Durchlässigkeit viel höher und die Leute werden auch früher auf ihre Positionen vorbereitet. Ich erinnere mich z.B. daran, dass Morales bei uns im RV gespielt hat und im Nachwuchsteam im DM. Das bringt weder ihm etwas noch uns, wenn er also bei uns RV spielt, muss er auch im Nachwuchsteam als RV ran, selbst wenn seine Stammposition das DM ist. Ausserdem vermisse ich ein bisschen den Ehrgeiz bei den Nachwuchsteams. Was würde denn passieren, wenn man sagt dass jedes Jahr auf jeden Fall 1-2 hochgezogen werden oder mit in die Trainingslager dürfen, meinetwegen die beiden besten in den Augen der Nachwuchstrainer, aber natürlich nur unter der Annahme dass das Team erfolgreich spielt? Ich wette da würde direkt ein ganz anderer Wind wehen. Uns kostet das nichts, 95% aller Jugendspieler werden eh keine Profis. Aber diejenigen, die es dann werden, können sich schon viel früher mit dem Wettbewerbs- und Leistungsgedanken anfreunden. Mir kommt irgendwie das Kotzen, wenn ich sehe wie professionell die ganzen U21-Leute in Interviews rüberkommen, aber am Ende keine Leistung dahinter steckt.
Ich kenne von den jüngeren Profis leider keinen mehr, von den alten aus der goldenen Generation kannte ich persönlich welche. Und die hatten immer Hummeln im ***** und wollten unbedingt Profis werden. Teilweise waren sie auch so sehr von sich selbst überzeugt, dass es an Arroganz grenze, aber ich glaube anders schaffst du es als Jugendspieler auch nicht.
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