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Gino Lettieri [Trainer] |#251
25.11.2014 - 12:45 Uhr
Es ist immer das gleiche. Die Trainerdiskussionen werden nur anhand der Ergebnisse geführt. Sogar die Argumente sind beliebig austauschbar. An die Stelle wo jetzt Lettieri steht, kannst du auch Baumann einfügen und umgekehrt. Dabei haben die wenisten das Spiel in Kiel gesehen. Und es gab sogar einen lesenswerten Bericht zu dem Spiel im Spieltagthread:

Zitat von boohjaa
Liebe Duisburger,
lasst den Kopf nicht hängen. Ich fand, dass eure Truppe eine der stärksten Mannschaften war, die dieses Jahr im Holstein-Stadion zu Gast waren. Gerade zu Beginn des Spiels konnte einem Angst und Bange werden, weil ihr gefällig bis zum Strafraum kombinieren konntet. Ein Tor lag da zeitweise durchaus in der Luft. In der Folge wurde das Spiel dann ausgeglichener und besonders durch Kampf und Taktik geprägt. Dementsprechend gab es viele Fehlpässe und wenig Torchancen. Das ist allerdings in jedem Spiel, das Holstein bestreitet so. Das Tor fiel letztendlich nach Vorlage von unserer rechten Seite und einem anschließenden Zuordnungfehler in der Mitte.
Dass das Tor über außen herausgespielt wird, war allerdings kein Zufall. Der Struwwelpeter, der da bei euch verteidigt sah ein ums andere mal gar nicht gut aus.
Insgesamt wäre ein Unentschieden ein logisches Ergebnis gewesen, so hatten wir eben diesmal das Glück, das ihr bei unserem letzten Heimspiel gegen euch noch auf eurer Seite hattet.
Die Liga ist verdammt eng und wenn der junge Schnellhardt mehr Einsatzzeiten bekommt, dann werdet ihr auch bis zum Saisonende im Aufstiegsrennen mitmischen.
Beste Grüße!


Wurde anscheinend überlesen...rolleyes

•     •     •

Die Mannschaftstaktik erzeugt Situationen, die gruppentaktisch interpretiert werden müssen, wobei individualtaktische Werkzeuge angewendet werden.

Martin Rafelt

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Schimanski am 25.11.2014 um 12:45 Uhr bearbeitet
Gino Lettieri [Trainer] |#252
25.11.2014 - 16:14 Uhr
Zitat von Schimanski
Es ist immer das gleiche. Die Trainerdiskussionen werden nur anhand der Ergebnisse geführt. Sogar die Argumente sind beliebig austauschbar. An die Stelle wo jetzt Lettieri steht, kannst du auch Baumann einfügen und umgekehrt. Dabei haben die wenisten das Spiel in Kiel gesehen. Und es gab sogar einen lesenswerten Bericht zu dem Spiel im Spieltagthread:
Zitat von boohjaa
Liebe Duisburger,
lasst den Kopf nicht hängen. Ich fand, dass eure Truppe eine der stärksten Mannschaften war, die dieses Jahr im Holstein-Stadion zu Gast waren. Gerade zu Beginn des Spiels konnte einem Angst und Bange werden, weil ihr gefällig bis zum Strafraum kombinieren konntet. Ein Tor lag da zeitweise durchaus in der Luft. In der Folge wurde das Spiel dann ausgeglichener und besonders durch Kampf und Taktik geprägt. Dementsprechend gab es viele Fehlpässe und wenig Torchancen. Das ist allerdings in jedem Spiel, das Holstein bestreitet so. Das Tor fiel letztendlich nach Vorlage von unserer rechten Seite und einem anschließenden Zuordnungfehler in der Mitte.
Dass das Tor über außen herausgespielt wird, war allerdings kein Zufall. Der Struwwelpeter, der da bei euch verteidigt sah ein ums andere mal gar nicht gut aus.
Insgesamt wäre ein Unentschieden ein logisches Ergebnis gewesen, so hatten wir eben diesmal das Glück, das ihr bei unserem letzten Heimspiel gegen euch noch auf eurer Seite hattet.
Die Liga ist verdammt eng und wenn der junge Schnellhardt mehr Einsatzzeiten bekommt, dann werdet ihr auch bis zum Saisonende im Aufstiegsrennen mitmischen.
Beste Grüße!


Wurde anscheinend überlesen...rolleyes


Aber dafür muß man dann doch auch garnicht in Kiel gewesen sein. Da wird doch ziemlich genau beschrieben, was man in den meisten Spielen zuvor auch schon beobachten musste (Kombinieren vor dem Strafraum, Fehlpässe, kaum Torchancen).

Über den Trainer wird ja auch nicht erst seit dem Kiel Spiel gesprochen. Übrigens gerade, weil Baumann entlassen wurde muß doch hinterfragt werden, was denn nun besser geworden ist.

Da fällt mir nur ein, dass der Kader besser ist. Der Trainer bisher aber nicht.

Übrigens wird der Trainer von den Kritikern hier ja nicht nur an den Ergebnissen gemessen. Nein, man vermisst auch das versprochene Offensivspiel und die schönere Spielweise im Vergleich zur letzten Saison.

An den Ergebnissen alleine wird der Trainer hier nur von allen Schönrednern gemessen im Sinne von "Guck doch mal die Tabelle, da ist alles eng".

Das stimmt auch. Fragt sich nur wie lange. Wenn jetzt nicht aus den nächsten 4 Spielen 10-12 Punkte noch bis zur Pause kommen - und da zweifel ich momentan dran -, dann wird es eng mit dem Aufstieg.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von sagittarius9 am 25.11.2014 um 16:17 Uhr bearbeitet
Gino Lettieri [Trainer] |#253
25.11.2014 - 17:44 Uhr
Selbstverständlich werden Trainer an Ergebnissen gemessen. Das war auch zwischen dem 1. und 12. Spieltag so wo 23 Punkte geholt wurden und Platz 2 ein positives Ergebnis waren.
Jetzt wurden vom 13. - 18. Spieltag 5 Punkte geholt was in der Formtabelle den 18. Platz in den letzten 6 Spielen ergibt.
Es ist doch absolut logisch zu hinterfragen woran es liegt das es so einen Einbruch gibt. Wer da nichts tut und nur darauf wartet das die Durststrecke von alleine wieder vergeht der hat mit dem Aufstieg nichts mehr zu tun und befindet sich ruck zuck im Kampf um den Klassenerhalt.
Ich drücke Lettieri die Daumen dass er die Kehrtwende schafft und wieder so punktet wie es zu einem Aufsteiger passt.

Es ist noch keiner aufgestiegen weil so ein schönes Offensivspiel gezeigt wurde und es noch keiner abgestiegen weil Beton angemischt wurde. Es sind immer die Punkte die entscheiden.

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Liebe kennt keine Liga.
Gino Lettieri [Trainer] |#254
25.11.2014 - 22:49 Uhr
Ich finde es nicht erstaunlich das ein Trainer an Ergebnissen gemessen wird @Schimanski, Fußball ein Ergebnissport ist. Aber woher kommt die Erwartungshaltung?

Man kann sprechen, ohne ein Wort zu sagen. Das hat unser Spielverein gegen Ende der vergangenen Saison getan, in dem der Vertrag mit dem aktuellen Übungsleiter nicht verlängert wurde und einige Spieler aussortiert wurden. Mit welchem Ziel? Die Klasse zu halten? Mit Sicherheit nicht. Dafür kann Lettieri nix.

Es wäre also nicht schlecht gewesen, wenn er seine Ziele den Fans und der interessierten Öffentlichkeit kommuniziert hätte. Wo will er hin? Stattdessen hören wir seit dem ersten Spieltag, dass wir noch kein Spitzenteam sind weil noch nicht bei 100% und wir daher noch nicht so weit sind. Bla,bla, bla, ich kann das Gewäsch nicht mehr ertragen, zumal es sich mit Sicherheit nicht leistungsfördernd auf die Mannschaft auswirkt.

Gestern haben wir nun erfahren, dass in Duisburg Großes aufgebaut werden soll. Das nehme ich ihm sogar ab, obwohl das Große momentan diametral zur Leistung steht. Die Geduld ist nicht die Stärke des Durchschnittsfans unseres Spielvereins, wäre aber vermittelbar gewesen, wenn man zu Beginn der Saison eben jene eingefordert hätte, mit der Begründung, eine Mannschaft einzuspielen, die auch im Falle eines Aufstiegs konkurrenzfähig ist und dass das ggf. 2 Spielzeiten dauern kann. Das wäre auch mein Weg gewesen. Lettieri wollte sich nach 10 Spieltagen zu den Ambitionen unseres Spielvereins äußern, jetzt zur Winterpause. M. E. sollte er im eigenen Interesse gar nichts sagen. Noch ein Tipp Gino: Nimm Dir einen PR Berater. Der muss Dir nicht jedes Wort diktieren, aber er kann Dich darauf hinweisen, dass man auf der PK nach einem Spiel nicht zufrieden sein kann. wenn man der schreibenden Zunft einen Tag später erklärt, das man noch nicht soweit ist. Irgendwann wird ja auch ein Trainer an seinen Worten gemessen und dann kann er nicht alles auf die Mannschaft abschieben.

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Es ist dem Untertanen untersagt,den Maßstab seiner beschränkten Einsicht
an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
Gustav von Rochow
Gino Lettieri [Trainer] |#255
25.11.2014 - 22:52 Uhr
Ich war mit einigen Leuten in Kiel, unter anderem mit Robbe. Wir haben beide dasselbe Spiel gesehen - und bewerten das Gesehene doch sehr unterschiedlich. Wir haben am Samstag und Sonntag noch lange miteinander diskutiert; auf einen gemeinsamen Nenner sind wir nicht gekommen.

Das Spiel unter Lettieri ist ein anderes. Es wird nicht mehr hoch auf den Mittelstürmer gespielt. Der Ball wird nicht mehr von der Innenverteidigung blind nach vorne gewichst. Flachpassspiel hinten raus, das hat es in dieser Form seit gefühlten 100 Jahren beim MSV nicht mehr gegeben. Wir haben Spieler geholt, die mit dem Ball etwas anfangen können. Im Gegenzug wurden Spieler aussortiert, die technisch nicht so stark waren. Es ist für jeden Trainingsbeobachter offensichtlich, dass Lettieri anders trainieren lässt als seine Vorgänger. Er setzt andere Schwerpunkte. Ich kann das nicht so wunderbar erklären und ausdrücken wie Schimanski, aber ich sehe die Unterschiede trotzdem.

Wir sollten nicht so tun, als wären wir besser geschult als unsere Trainer. Die haben schon den Blick dafür, wie weit ein Spieler ist. Cheftrainer und Co beraten sich ja auch. Kein Trainer stellt nach Sympathie die Mannschaft auf. Das ist Unfug. Jeder Trainer will erfolgreich sein, und für den Erfolg braucht er die besten Spieler.

Lekesiz zum Beispiel wird ja gerne gefordert, wenn unsere Stürmer nicht treffen. In der vergangenen Saison war es Rybacki, den Baumann unverständlicherweise nicht hat spielen lassen. Letzterer zeigt gerade bei Fortuna II, dass ihm (noch) einiges fehlt. 14 Auftritte, kein Tor - das ist seine aktuelle Bilanz in der Regionalliga.

Ich denke, dass Lettieri das Spiel, das er sehen will, umgesetzt kriegt, wenn er die Zeit bekommt. Es sind schon mehr als nur Ansätze zu erkennen, selbst für mich. Dass es nicht immer nur nach vorne geht, ist war mir klar. In jedem Fortschritt steckt auch mal eine Phase der Stagnation oder des Rückschritts. Fußball ist eben keine Mathematik. Wichtig ist die Gesamtentwicklung über einen längeren Zeitraum, und die sehe ich noch immer positiv. Auch wenn Olli74 zurecht die aktuelle Formtabelle zitiert, die mir auch nicht schmeckt. Wir haben nach dem Wehen-Spiel noch drei Gegner bis zur Winterpause, die geschlagen werden müssen. Dann sollte die derzeitige Ergebniskrise auch wieder vergessen sein.

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Zebras in die Zwo!
Gino Lettieri [Trainer] |#256
25.11.2014 - 23:23 Uhr
Zitat von flingern-zebra
Ich war mit einigen Leuten in Kiel, unter anderem mit Robbe. Wir haben beide dasselbe Spiel gesehen - und bewerten das Gesehene doch sehr unterschiedlich. Wir haben am Samstag und Sonntag noch lange miteinander diskutiert; auf einen gemeinsamen Nenner sind wir nicht gekommen.
Das Spiel unter Lettieri ist ein anderes. Es wird nicht mehr hoch auf den Mittelstürmer gespielt. Der Ball wird nicht mehr von der Innenverteidigung blind nach vorne gewichst. Flachpassspiel hinten raus, das hat es in dieser Form seit gefühlten 100 Jahren beim MSV nicht mehr gegeben. Wir haben Spieler geholt, die mit dem Ball etwas anfangen können. Im Gegenzug wurden Spieler aussortiert, die technisch nicht so stark waren. Es ist für jeden Trainingsbeobachter offensichtlich, dass Lettieri anders trainieren lässt als seine Vorgänger. Er setzt andere Schwerpunkte. Ich kann das nicht so wunderbar erklären und ausdrücken wie Schimanski, aber ich sehe die Unterschiede trotzdem.
Wir sollten nicht so tun, als wären wir besser geschult als unsere Trainer. Die haben schon den Blick dafür, wie weit ein Spieler ist. Cheftrainer und Co beraten sich ja auch. Kein Trainer stellt nach Sympathie die Mannschaft auf. Das ist Unfug. Jeder Trainer will erfolgreich sein, und für den Erfolg braucht er die besten Spieler.
Lekesiz zum Beispiel wird ja gerne gefordert, wenn unsere Stürmer nicht treffen. In der vergangenen Saison war es Rybacki, den Baumann unverständlicherweise nicht hat spielen lassen. Letzterer zeigt gerade bei Fortuna II, dass ihm (noch) einiges fehlt. 14 Auftritte, kein Tor - das ist seine aktuelle Bilanz in der Regionalliga.
Ich denke, dass Lettieri das Spiel, das er sehen will, umgesetzt kriegt, wenn er die Zeit bekommt. Es sind schon mehr als nur Ansätze zu erkennen, selbst für mich. Dass es nicht immer nur nach vorne geht, ist war mir klar. In jedem Fortschritt steckt auch mal eine Phase der Stagnation oder des Rückschritts. Fußball ist eben keine Mathematik. Wichtig ist die Gesamtentwicklung über einen längeren Zeitraum, und die sehe ich noch immer positiv. Auch wenn Olli74 zurecht die aktuelle Formtabelle zitiert, die mir auch nicht schmeckt. Wir haben nach dem Wehen-Spiel noch drei Gegner bis zur Winterpause, die geschlagen werden müssen. Dann sollte die derzeitige Ergebniskrise auch wieder vergessen sein.


Ich glaube auch dass unser Spielverein seit gefühlten 100 Jahren in 5 Spielen nur zwei Tore geschossen hat, ebenso sensationell ist. Wenn es die Not erfordert, dann wichse ich eben hoch und weit nach vorne in der Hoffnung in 5!!!!!! Spielen mehr als zwei!!!!!!!! Tore zu schießen. Es ist doch ein Irrglaube, dass die Mannschaften in der dritten Liga gegen uns anders antreten als z.B die Störche. Hinten dicht und vorne helfen individuelle Fehler. Tolles System, da muss man auch mal intellektuell flexible Antworten drauf haben.

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Es ist dem Untertanen untersagt,den Maßstab seiner beschränkten Einsicht
an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
Gustav von Rochow
Gino Lettieri [Trainer] |#257
26.11.2014 - 01:04 Uhr
Ich habe letztens das Topspiel der hiesigen Bezirksliga gesehen. Taktisch ist das durchaus dem Profifussball ähnlich gewesen, vom Spieltempo natürlich langsamer und auch eher konservativ umgesetzt. Die 1. Halbzeit wirkte müde. Beide Mannschaften wollten nicht richtig aufrücken, es wurde versucht alles flach und kontrolliert zu spielen. Im letzen Drittel waren dann beide Mannschaften mit ihrem Latein am Ende. Gegen zwei kompakte und dizipliniert verschiebene Viererketten kommst du einfach schwer durch, gerade wenn man sich individuell auf Augenhöhe begegnet und dem Gegner keine Räume zum kontern geben will (also gut abgesicherte Angriffe in Unterzahl spielt). Das ist in jeder Liga so.

Am Ende fielen doch fünf Tore. Drei nach Standards und zwei nach Umschaltmomenten, wo der Gegner ungeordnet war. Was war passiert? Beide Teams wurden ungeduldig und schlugen immer mehr lange raumgreifende Bälle, die zum einen Bewegung reinbrachten, die Ordnung zerstörten, aber das Spiel auch fahrig machten. Und genau so läuft es fast immer. Das Spiel wird durch solch eine Spielweise, die eigentlich nur die Hilflosigkeit der Mannschaft ausdrückt, "attraktiver". Es gab mehr Torchancen, mehr Tempo, mehr Dynamik, mehr Dribbling, mehr Zweikämpfe, mehr Fouls, mehr Schiri-Diskussionen, mehr Leidenschaft. Also das, was den Zuschauer begeistert und zu dem Urteil kommen lässt, ein gutes Spiel gesehen zu haben.

Eigentlich wurde das Spiel aber schlechter, weil beide Teams die Kontrolle aufgaben und den Spielausgang von vielen Zufällen, Glück und Pech und individuellen Momenten abhängig machten. Am Ende stand die in meinen Augen reifere Mannschaft mit leeren Händen da. Sie hatte sich auf einen Schlagabtausch eingelassen und "unglücklich" verloren, dabei kamen die Faktoren Glück und Unglück erst durch taktische Unzulänglichkeiten ins Spiel.

Um den Schwenk zur 3.Liga zu finden....
Zum einen wird gegen uns keine Mannschaft mehr die Ordnung verlieren oder übermäßig aufrücken. Alle fürchten unser Umschaltspiel, durch das wir viele Tore zu Saisonbeginn gemacht haben.
Zum anderen möchte Lettieri - so zumindest meine Vermutung - darauf nicht mit Gebolze reagieren, sondern die Mannschaft im kontrollierten Ballbesitzspiel entwickeln. Das braucht Zeit, ist meist langweilig anzuschauen, kann aber - wenn es geduldig und richtig umgesetzt wird - auf Jahre eine gute Basis für erfolgreichen Fussball sein.

Man schaue nur nach Heidenheim. Das war doch grausig, was die letzte Saison am 1.Spieltag gegen uns gespielt haben, oder? Leidenschaft gegen Beamtenfussball - so war der Tenor damals. Wo stehen die jetzt nochmal mit fast dem gleichen Kader? 4.Platz in der 2.Liga! Da wo wir auch so gerne hinwollen...

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Die Mannschaftstaktik erzeugt Situationen, die gruppentaktisch interpretiert werden müssen, wobei individualtaktische Werkzeuge angewendet werden.

Martin Rafelt

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Schimanski am 26.11.2014 um 01:17 Uhr bearbeitet
Gino Lettieri [Trainer] |#258
26.11.2014 - 06:58 Uhr
Als Beispiel für die Heidenheimer Entwicklung kann man sich mal den Spielbericht vom letzten Wochenende anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=5Jr__fwZiQ8

Das 1:0 war ein gruppentaktisch hervorragend herausgespieltes Tor gegen einen kompakten Defensivblock. Laufwege und Pässe sind einstudiert. Das kann man klar sehen. So einen Spielzug kann man theoretisch leicht "trocken" einüben, ihn dann aber im richtigen Moment als Kollektiv abzurufen und auch unter Gegnerdruck perfekt zu spielen, ist die Schwierigkeit.

Das 1:0 war dann der Türöffner für das Spiel. Danach konnte sich Heidenheim auf seine stabile Defensive verlassen und Sandhausen kommen lassen. Alle weiteren im Bericht gezeigten Chancen und Tore entstanden dann aus Umschaltmomenten oops Keine Chance wurde gegen eine geordnete Defensive erspielt. Sandhausen spielte natürlich nur wegen dem Rückstand so riskant.

Und genau da müssen wir auch hinkommen. Zum einen über eine geduldige und dominante Spielweise den Gegner zermürben und die Spielkontrolle übernehmen und zum anderen so eingespielt und harmonisch agieren, dass man zwei-, dreimal durchkommt und eine Chance dann auch nutzt. Nach einer Führung ist der Rest dann fast schon Routine: Stabil stehen, ggf. den Ball weiter in den eigenen Reihen laufen lassen und warten bis der Gegner ungeduldig wird, Räume öffnet und Fehler macht.

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Die Mannschaftstaktik erzeugt Situationen, die gruppentaktisch interpretiert werden müssen, wobei individualtaktische Werkzeuge angewendet werden.

Martin Rafelt
Gino Lettieri [Trainer] |#259
26.11.2014 - 09:21 Uhr
Das mag ja die langfristige Strategie sein, mit Ballbesitzfußball erfolgreicher zu werden.
Kurzfristig hab ich da allerdings Zweifel. Und Zeit haben wir nicht viel, um den Aufstieg zu schaffen.
Von mir aus kann man diese Strategie ja fahren, aber man sollte doch mal überlegen, ob man nicht während eines Spiels doch mal ein paar Minuten auch mal auf Langholz setzt, damit vorne mal was passiert.

Ich weiß jedenfalls garnicht, ob unsere Stürmer wirklich so schlecht sind, weil seien wir doch mal ehrlich: Es gibt doch kaum Torchancen wo man dann sagen könnte, die haben die aber schlecht verwertet. Vielleicht würden die ja gut knipsen, wenn sie nur mal gescheite Anspiele bekommen würden.

Alles in allem ist für mich ein Spiel attraktiv, wenn es viele Torchancen gibt. Ob das mit langen Ballstaffetten oder langen Bällen erreicht wird, ist mir da ehrlich gesagt nebensächlich. Ich denke, da muß unser Team mal etwas flexibler auftreten.
Gino Lettieri [Trainer] |#260
26.11.2014 - 14:45 Uhr
Natürlich kann so argumentieren. Die Problematik trotz eines Entwicklungziels Ergebnisse zu erzielen hat jeder Trainer. Gegen Erfurt wurde das Spiel in Halbzeit 2 ja auch ein wenig angepasst. Da wurden schon ein paar Bälle riksanter gespielt und schneller nachgeschoben. Im Endeffekt ist es ergebnistechnisch dann auch gut gegangen, gegen Kiel halt nicht.

Ich finde übrigens auch nicht alles gut, was die Mannschaft derzeit spielt. Gegen Erfurt habe ich mich in Halbzeit 1 auch viel rumgeärgert, weil es von Erfurt durchaus ein paar Angebote zum Pressen gab, unser Team aber sehr statisch und passiv blieb.

Gerade beim Pressing habe ich die Entwicklung unter Lettieri durchaus positiv gesehen. Oft werden Pressingmechnismen ja an den Seitenlinien eingeleitet, weil die Außenlinie als "Wand" und zusätzlicher Gegenspieler das Anlaufen der pressenden Mannschaft vereinfacht. Lettieri hat hingegen oft im Zentrum pressen lassen. Das ist mannschaftlich ungleich anspruchsvoller, weil der Gegner sich in alle Richtungen befreien kann, hat aber den Vorteil, bei Ballgewinn zentral vor dem Tor zu stehen. Entweder kann man sofort abschließen oder direkt vertikal spielen.

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Martin Rafelt
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