Gib mich die Kirsche! Der Talkthread
17.09.2022 - 17:48 Uhr
17.01.2025 - 17:17 Uhr
Zitat von UlmerBVB1986
Unabhängig das sie dazu schon was geschrieben hatte im letzten Jahr, warum sollte sie nicht Leipzig Fan sein? Sie kommt aus der näheren Umgebung Leipzig wenn ich es richtig im Kopf habe. @CocoBall habe ich das richtig in Erinnerung?
Ich bin auch so ein halber SSV "Fan", obwohl ich das erste Mal im Donaustadion war, als ich schon lange Dortmundfan war, aber ist halt meine Heimatstadt, da fiebert man schon auch irgendwie mit und drückt die Daumen.
Zitat von Mairon
Die allermeisten Fans dürften sich im Kindesalter für ihren Verein "entschieden" haben (egal, ob BVB, Schalke, Bayern), die Userin entschied sich fürs Marketingprodukt im höheren Erwachsenenalter - also ganz andere Kiste 🙊
Zitat von UlmerBVB1986
Wir können ja auch nichts dafür das wir BVB Fans geworden sind 🤣. Kenn auch genug Bayernfans (mein bester Freund und Trauzeuge) oder Schalkefans (Patenonkel) die menschlich Top sind. Gibt mindestens auch eine Person bei RB (Coco)
.
Wir können ja auch nichts dafür das wir BVB Fans geworden sind 🤣. Kenn auch genug Bayernfans (mein bester Freund und Trauzeuge) oder Schalkefans (Patenonkel) die menschlich Top sind. Gibt mindestens auch eine Person bei RB (Coco)
.Die allermeisten Fans dürften sich im Kindesalter für ihren Verein "entschieden" haben (egal, ob BVB, Schalke, Bayern), die Userin entschied sich fürs Marketingprodukt im höheren Erwachsenenalter - also ganz andere Kiste 🙊
Unabhängig das sie dazu schon was geschrieben hatte im letzten Jahr, warum sollte sie nicht Leipzig Fan sein? Sie kommt aus der näheren Umgebung Leipzig wenn ich es richtig im Kopf habe. @CocoBall habe ich das richtig in Erinnerung?
Ich bin auch so ein halber SSV "Fan", obwohl ich das erste Mal im Donaustadion war, als ich schon lange Dortmundfan war, aber ist halt meine Heimatstadt, da fiebert man schon auch irgendwie mit und drückt die Daumen.
Ja, @ulmerBVB1986 Du hast das richtig in Erinnerung.
Zwischen mir und Leipzig liegt nur ein kleiner Streifen Sachsen-Anhalt.
Und wir in Thüringen haben keine Vereine in den Ligen 1-3.
17.01.2025 - 18:28 Uhr
Zitat von UlmerBVB1986
Es geht mir vorrangig um das "unterklassig". Klar, man kann als erwachsener schreiben das man sich vor RB eckelt, logisch, dann teile ich aber unbedingt @WalterFroschsErbe Meinung darüber.
Ja, worüber diskutieren wir hier...
Zitat von Mairon
Also doch als Kind bzw. Jugendlicher?
Man kann durchaus erwachsen sein und dennoch eine ausgeprägte Antipathie gegen all das haben, wofür Red Bulls Fußballengegament steht.
Coco wird meine persönliche Meinung gänzlich am Allerwertestetn vorbei gehen, von daher frage ich mich, worüber wir überhaupt diskutieren 🥶
Zitat von UlmerBVB1986
Du weißt ja nicht wann ich das erste Mal im Donaustadion war... Funfact: es war Ende der 90iger.
Du weißt ja nicht wann ich das erste Mal im Donaustadion war... Funfact: es war Ende der 90iger.
Also doch als Kind bzw. Jugendlicher?
Man kann durchaus erwachsen sein und dennoch eine ausgeprägte Antipathie gegen all das haben, wofür Red Bulls Fußballengegament steht.
Coco wird meine persönliche Meinung gänzlich am Allerwertestetn vorbei gehen, von daher frage ich mich, worüber wir überhaupt diskutieren 🥶
Es geht mir vorrangig um das "unterklassig". Klar, man kann als erwachsener schreiben das man sich vor RB eckelt, logisch, dann teile ich aber unbedingt @WalterFroschsErbe Meinung darüber.
Ja, worüber diskutieren wir hier...
Na ihr diskutiert ziemlich eindeutig über Physik. Am Ende zieht sich alles gegenseitig an. Warum alles anziehend ist? Die Schaffung und Existenz von Materie und Raumzeit führt dazu, dass Massen sich gegenseitig anziehen. Diese Wechselwirkung hat sich als stabiler Mechanismus entwickelt, der durch das gesamte Universum wirkt. Die Gravitation ist eine der wenigen universellen Kräfte, die auf alles im Universum wirkt, ob es sich nun um Sterne, Planeten oder kleinere Objekte wie Atome handelt.
Kurz gesagt: Alles zieht sich im Universum an, weil Masse die Raumzeit krümmt und diese Krümmung bewirkt, dass sich Massen gegenseitig anziehen. Diese Anziehung ist eine der grundlegenden Eigenschaften unseres Universums. Daher kann eine Coco hier mit RB Logo koexistieren und ein Ulmer mit BVB Logo ebenso. Am Ende können wir doch eh nicht voneinander, weil uns alle immer etwas miteinander verbinden wird. 😉
Sorry, ist nur ein kläglicher Versuch dem elendigen Thema ein schnelles Ende zu setzen.
17.01.2025 - 18:41 Uhr
Zitat von TheInternational
Sorry, ist nur ein kläglicher Versuch dem elendigen Thema ein schnelles Ende zu setzen.
Sorry, ist nur ein kläglicher Versuch dem elendigen Thema ein schnelles Ende zu setzen.

Stabiler Move 5h NACH Diskussionsende 😁
17.01.2025 - 18:49 Uhr
Zitat von Mairon
Stabiler Move 5h NACH Diskussionsende 😁
Zitat von TheInternational
Sorry, ist nur ein kläglicher Versuch dem elendigen Thema ein schnelles Ende zu setzen.
Sorry, ist nur ein kläglicher Versuch dem elendigen Thema ein schnelles Ende zu setzen.

Stabiler Move 5h NACH Diskussionsende 😁
Muss ich jetzt noch ausführen warum Zeit relativ ist ? Das wäre mal ein stabiler move
17.01.2025 - 18:51 Uhr
Zitat von TheInternational
Muss ich jetzt noch ausführen warum Zeit relativ ist ? Das wäre mal ein stabiler move
Zitat von Mairon
Stabiler Move 5h NACH Diskussionsende 😁
Zitat von TheInternational
Sorry, ist nur ein kläglicher Versuch dem elendigen Thema ein schnelles Ende zu setzen.
Sorry, ist nur ein kläglicher Versuch dem elendigen Thema ein schnelles Ende zu setzen.

Stabiler Move 5h NACH Diskussionsende 😁
Muss ich jetzt noch ausführen warum Zeit relativ ist ? Das wäre mal ein stabiler move

Bitte nicht 🥶
17.01.2025 - 18:56 Uhr
Zitat von Mairon
Bitte nicht 🥶
Zitat von TheInternational
Muss ich jetzt noch ausführen warum Zeit relativ ist ? Das wäre mal ein stabiler move
Zitat von Mairon
Stabiler Move 5h NACH Diskussionsende 😁
Zitat von TheInternational
Sorry, ist nur ein kläglicher Versuch dem elendigen Thema ein schnelles Ende zu setzen.
Sorry, ist nur ein kläglicher Versuch dem elendigen Thema ein schnelles Ende zu setzen.

Stabiler Move 5h NACH Diskussionsende 😁
Muss ich jetzt noch ausführen warum Zeit relativ ist ? Das wäre mal ein stabiler move

Bitte nicht 🥶
Alright, stabiler move let´s go: Stell dir vor, du chillst gerade und guckst eine Serie. Du denkst dir so: „Ach, ich schau noch eine Folge.“ Und zack – 4 Stunden später, du hast die Nacht durchgemacht. Die Zeit? Wie weggezaubert. Aber wenn du für ne Mathearbeit lernen musst, dann läuft die Zeit im Schneckentempo. Du guckst ständig auf die Uhr, als wärst du in einem schlechten Actionfilm – „Gleich ist es vorbei!“ Doch nichts passiert. Warum? Weil Zeit, mein Freund, wirklich relativ ist!
Jetzt komm mal mit zu Einstein, dem OG der Physik. Der Dude hat rausgefunden, dass Zeit nicht immer so läuft, wie wir es denken. Stell dir vor, du fährst mit nem Raumschiff so richtig schnell, fast wie das Speedboot auf einer Zeitreise-Show. Für dich vergeht die Zeit ganz normal – du chillst, isst nen Snack, hörst Musik. Aber für die Leute auf der Erde, die sich grad nen Film angucken und Kaffee trinken, vergeht die Zeit viel schneller. Du bist also quasi der Typ, der immer zu spät kommt, weil du in deinem Raumschiff die ganze Zeit verschwendest. Witzig, oder?
Noch wilder wird’s, wenn du an Schwerkraft denkst. Denk mal an ein schwarzes Loch, das Ding, das alles einsaugt. Dort zieht die Schwerkraft die Zeit wie so ein mieser Drache, der alles in seinem Sog hat. Für uns von draußen gesehen, tickt die Uhr dort drinnen langsamer. Für den Typen, der gerade in das schwarze Loch hineinfliegt, merkt er nichts davon, aber für uns könnte er quasi in Zeitlupe verschwinden. Fast wie beim langsamen Motion-Clip auf TikTok. Nur ohne das coole Musikvideo.
Am Ende des Tages ist Zeit also so relativ wie das „Ich geh nur noch kurz raus“ – mal vergeht sie schnell, mal mega langsam. Liegt einfach daran, wie schnell du unterwegs bist oder was du gerade machst. Zeit ist, wie das Meme, das du immer wieder likest, weil du denkst: „So schnell vergeht die Zeit nicht“ – bis du merkst, dass du schon wieder 3 Stunden auf TikTok verschwendet hast. Time flies, aber nur wenn du gerade nicht auf die Uhr guckst!
17.01.2025 - 19:23 Uhr
Zitat von TheInternational
Denk mal an ein schwarzes Loch, das Ding, das alles einsaugt. Dort zieht die Schwerkraft die Zeit wie so ein mieser Drache, der alles in seinem Sog hat. Für uns von draußen gesehen, tickt die Uhr dort drinnen langsamer.
Denk mal an ein schwarzes Loch, das Ding, das alles einsaugt. Dort zieht die Schwerkraft die Zeit wie so ein mieser Drache, der alles in seinem Sog hat. Für uns von draußen gesehen, tickt die Uhr dort drinnen langsamer.
Dieser Absatz könnte genauso gut im "Aktuelle Situation"- oder "Watzke"-Thread stehen
17.01.2025 - 20:41 Uhr
Nebel und Frost draußen - ich schreibe dann auch mal den nächsten Teil meiner DDR-Zeitreise.
Zunächst kommen wieder die Nachträge:
Leistungssport:
Während ich mich bei der Fußball-WM 1978 noch an Finalbilder erinnere, habe ich an die EM 1980 gar keine Erinnerung. Zur WM 1982 aber dann. Ich weiß noch, dass ich die Italiener da als Weltmeister getippt hatte und gegen Erwachsene gewonnen hatte. Danach habe ich die Turniere genau verfolgt.
1986 aber fehlen mir Spiele, da ich zur Schulzeit nicht die Nacht über aufbleiben konnte. Zu dieser WM bekamen wir aber unseren ersten Farbfernseher.
1988 zur EM fehlte mir ein Spiel, da hatten wir nämlich Abschlussfeier der Schule. Und in der DDR gab es keine Videorekorder.
Der WM-Titel 1990 wurde gesamtdeutsch gefeiert, obwohl die Einheit noch nicht offiziell war.
Mir taten schon damals alle Sportler leid, die unter die Olympia-Boykotts fielen. Im Vorjahr habe ich eine Doku gesehen über den Boykott 1984. Der mächtige DDR-NOK-Chef Manfred Ewald machte sich Hoffnungen auf die Samaranch-Nachfolge und wollte unbedingt nach Los Angeles fahren. Das erlaubte der Kreml aber nicht. Er drohte mit dem Zudrehen des Ölhahns, da hätte die ganze DDR ohne Benzin dagestanden.
1988 konnte ich von beiden Olympischen Spielen weniger sehen. Während Calgary hatten wir zwar Winterferien, aber da hatte Margot Honecker eine Woche Wehrkunde-Zivilverteidigung für die Winterferien für die 10. Klassen angesetzt. Und ein Videorekorder war nicht da!
Seoul lag so schlecht, dass ich da schon die Lehre angefangen hatte. Und nach 8,75 Stunden Arbeitszeit täglich blieb da kaum noch Zeit.
Die regelmäßige DDR-Sportsendung hieß Sport aktuell. Und die Kurznachrichten las dort u. a. Maybrit Illner am Beginn ihrer Karriere.
Ich habe auch schon früher gern Eiskunstlaufen geguckt. Das wurde im DDR-Fernsehen ausführlich übertragen.
Wir selber gingen bei Sommerwetter jedes Jahr zum Ende des Schuljahres hin im Sportunterricht ins Freibad. Daran hatten aber in den höheren Klassen nur die Jungen Spaß.
Handel:
Da hatte ich den An- und Verkauf vergessen. Das war schlicht ein Second-Hand-Laden. Allerdings wurden dort auch Dinge von Republikflüchtlingen verkauft. In meiner Straße war mal jemand von einer Westreise nicht zurückgekehrt. Da versiegelten die Behörden die Wohnung und räumten sie danach aus. Die Angehörigen wussten von dem Plan, im Westen zu bleiben, und sie holten wichtige Sachen vorher raus aus der Wohnung.
Gesundheitswesen:
Heute höre ich überall von Operationen an Knie und Hüfte. Zu DDR-Zeiten kannte ich da keinen Einzigen.
Thema heute sind
die Frauen in der DDR.
Was fällt Euch jetzt spontan dazu ein? Vollzeitjob, ganztägige Kinderbetreuung und zufriedene Frauen? Gerade das Letzte habe ich ganz anders kennengelernt.
Die meisten Frauen hatten im Betrieb Teilzeitarbeit beantragt. Man war in der Regel verheiratet. Der Mann arbeitete, und da reichte eben ein Teilzeitjob. Den bekamen aber die wenigsten Frauen genehmigt. Obwohl das arbeitstechnisch überall möglich gewesen wäre, so viele Arbeitskräfte wie in den Betrieben beschäftigt waren. Aber man hatte beschlossen, wie eine sozialistische Frau zu sein hatte: Vollzeitjob, möglichst viele Kinder und dazu noch der Haushalt. Ich habe die Frauen als total überlastet erlebt. Nicht wenige hatten die Tablette Faustan in der Schublade, die die Nerven beruhigen sollte.
In meinem Lehrbetrieb genehmigte der Kader-Direktor Teilzeit nur aus medizinischen Gründen. Entweder man hatte selber arge Probleme oder pflegte jemanden. In meinem Dorf holten sich etliche Frauen den Teilzeitjob über die Pflege von Angehörigen. Denn da konnte man Teilzeit weiterarbeiten, auch wenn der zu Pflegende tot war. Befristete Arbeitsverträge gab es nämlich nicht. In meinem Lehrbetrieb hatten das nur 6 Frauen genehmigt bekommen. Eine Frau hatte mehrfache Operationen, da wurden die ersten Anträge abgelehnt. Eine andere hatte einen kranken Mann, eine Frau hatte ein Kind mit Problemen, eine Frau pflegte ihre Mutter, und 2 Frauen hatten ihren Teilzeitvertrag schon, bevor dieser Kader-Direktor ins Amt kam. Da konnte er nichts machen.
Es war schwer für mich, mit den Frauen ins Gespräch zu kommen. Es ging nur um das, was nach Feierabend zu Hause an Arbeit anfiel. Ich hatte eigentlich gedacht, man könne sich über Dallas und Denver unterhalten, so wie ich das aus der Schule kannte. Nein, wurde ich angeblafft, dafür hätten sie keine Zeit. Das Thema verfolge ich auch heute noch bei Rentnerinnen. Da erhalte ich aber dieselben Antworten: Man habe dafür keine Zeit gehabt damals.
Der DDR-Staat hatte einige Vergünstigungen für Vollzeit arbeitende Frauen eingeführt.
Das war ein bezahlter Haushaltstag im Monat. Dazu musste man verheiratet und/oder Kinder haben. Andere Frauen erhielten den Haushaltstag ab einem Alter von 40 Jahren.
Wohlgemerkt Frauen, Männer waren für den Haushalt nicht vorgesehen. Ein Mann bekam nur einen Haushaltstag, wenn er alleinerziehend war. Da kenne ich nur einen einzigen Mann, der das kurzzeitig war. Dessen Frau war an Krebs verstorben. Der heiratet aber schnell wieder. Ein allein lebender Mann ab 40 bekam keinen Haushaltstag. Davon hatten wir im Betrieb 2 Männer, die das betraf.
Regelarbeitszeit in der DDR waren 8,75 Stunden täglich bei 18 Tagen Jahresurlaub. Drei-Schicht-Schichtarbeiter hatten, soweit ich weiß, einen 8-Stunden-Tag.
Hatte eine Frau zwei Kinder unter 16 Jahren, brauchte sie statt 8,75 nur 8 Stunden arbeiten, bei vollen Lohnausgleich.
Bei den Kinderkrankentagen waren die ersten zwei nicht angerechnet. Das nutzte man auch manchmal aus. Da wurden 2 Tage genommen, dann am Mittwoch der Haushaltstag, und dann kamen die nächsten zwei Tage, da war die Woche rum. Und manche machten das auch so, dass am Mittwoch die Oma einsprang oder in den Ferien ältere Geschwister zur Betreuung. War man am Stück Kind krank, bekam man nach den beiden Tagen 60 Prozent Lohn, ich hoffe, ich habe die Zahl richtig in Erinnerung. Es gab einige Frauen, die man fast das ganze Jahr nicht im Betrieb sah. Mein erstes Lehrjahr war rum, da kannte ich eine Kollegin noch gar nicht.
Teilzeitkräfte bekamen keinen Haushaltstag. Und sie mussten auch Arzttermine nach der Arbeitszeit ansetzen. Vollzeitkräfte durften das während der Arbeitszeit machen.
In meinem Lehrbetrieb fanden sich bereits zu DDR-Zeiten keine Reinigungsfrauen mehr. Da wurde angeordnet, dass wir selber unsere Büros saubermachen sollen. Für Flure und WC wurden Pläne erstellt. Aber das war nur für Frauen vorgesehen. Saßen in einem Büro nur Männer, dann bekam eine Frau den Auftrag, dort zu reinigen.
Unser fieser Finanzbuchhalter kochte sich nicht mal selber einen Kaffee. Wir hatten sogar den Auftrag, das zu machen, wenn seine Finanzbuchhalterin Haushaltstag, Urlaub oder eine Krankheit hatte.
Das bezahlte Babyjahr wurde erst im Laufe der 70er eingeführt. Später gab es beim 3. Kind 1,5 Jahre bezahlt und bei Zwillingen 2 Jahre.
Ich kenne nur zwei Männer, die damals zu Hause mal im Haushalt halfen. Ein Mann war Schichtarbeiter und kochte manchmal. Der andere bediente die Waschmaschine.
Um Kindergeburtstage kümmerten sich nur die Frauen. Die Männer schlichen sich oft ins Haus durch einen Hintereingang, wenn dort die Kinder versammelt waren. Auswärts feierte damals keiner, da gab es gar keine Angebote. Heute sehe ich viele Väter bei Kindergeburtstagen, da wird auch auswärts gefeiert.
Bei der Kinderbetreuung gab es Unterschiede zwischen Stadt und Dorf. Meine beste Freundin ging in Krippe und Hort. Sie wohnte in der Stadt im Plattenbau. Hier vom Dorf nutzte das keiner. Es gab Plätze in der Stadt, wenn man die wollte, und da arbeiteten ja auch die meisten, aber diese Plätze wollte keiner.
Ich kenne keinen Mann, der in der DDR ein bezahltes Babyjahr zu Hause blieb. War eine Mutter noch minderjährig, und das gab es schon ab und zu, dann nahm die Oma das bezahlte Jahr zu Hause, damit die Teenie-Mutter weiter in Schule oder Lehre gehen konnte.
Ebenso kenne ich keinen Mann, der in der DDR aufs Kind krankgeschrieben war. Heute ist das anders.
Ich war in meiner Lehre eine Zeit lang in der Lohnbuchhaltung.
Arbeitszeitbeginn war in der Regel damals 6.45 Uhr. Die Stadtfrauen hatten bis dahin die Kinder abgeliefert in Krippe, Kindergarten oder Frühhort. Hier auf dem Dorf kümmerten sich die Omas. Wir brauchten erst gegen halb 8 oder 8 Uhr los. In den Kindergarten brachten uns die Omas mit dem Fahrrad. Das Thema Kinderbetreuung behandele ich nochmal ausführlich.
Die Omas halfen auch manchmal im Haushalt. Bei den Stadtfamilien übernahmen das die älteren Mädchen. Da war es öfter so, dass die älteste Tochter den Großteil des Haushaltes machen musste.
Auch beruflich waren die Frauen nicht gleichgestellt.
Klar, keine Frau musste ihren Mann um Erlaubnis fragen, wenn sie arbeiten wollte.
Ich kenne nur 5 Frauen, die damals gar nicht berufstätig waren.
Frauen in Männerberufen waren erwünscht, aber keine Männer in Frauenberufen.
Offiziell gab es als Berufsbezeichnung nur die Männerform. Bei mir war das Wirtschaftskaufmann, da sagte auch keiner Wirtschaftskauffrau.
Anders aber bei Frauenberufen, wo kein Mann erwünscht war. Näherinnen hießen Konfektionärinnen. Da war kein Mann beschäftigt.
Der Beruf Erzieherin war damals gegliedert. In der Krippe arbeiteten nur Krippenerzieherinnen, die zum medizinischen Personal gehörten.
Für den Kindergarten gab es Kindergärtnerinnen.
Für den Schulhort wurden Hortnerinnen ausgebildet. Dort arbeiteten aber auch junge Lehrerinnen, die noch keine Stelle als Lehrerin bekommen hatten.
Weder in der Krippe noch im Kindergarten noch im Hort arbeitete ein Mann. Das gibt es erst seit etwa 20 Jahren.
In der Schule in der Unterstufe, die heute Grundschule heißt, arbeiteten aber Lehrer. Die aber waren alle älter. Mein Klassenlehrer war um die 40, der war der jüngste der männlichen Unterstufenlehrer. Die Nachwuchspädagogen der Unterstufe waren alles Frauen.
In der Schule mussten wir in Werken an die Schraubstöcke, während Handarbeit gar kein Schulfach war. Da gab es in der Unterstufe mal eine AG, die wurde aber nur Mädchen angeboten.
Ich kenne keine Frau, die je einen VEB oder ein Kombinat leitete. Auch Bereichsleiter darunter kenne ich nur männliche. Dazu musste man aber auch in der SED sein. Darauf stand in den 80ern der Kirchenaustritt.
Die DDR war in Bezirke und Kreise gegliedert. Ich kenne keine Frau, die so einen Bezirk oder Kreis anführte.
Ich kenne lediglich eine Frau, die war in den 80ern hauptamtliche Bürgermeisterin eines Dorfes. Und eine andere war Ende der 80er Schuldirektorin. Das war´s.
Und Abteilungsleiterinnen kenne ich. Aber ich kannte keine Hauptbuchhalterin.
Allerdings hatten in manchen Familien die Frauen die Hosen an. Da gab es einige Mannsweiber mit richtig großer Schnauze. Und hier auf dem Land ließ man sich nur selten scheiden.
Ich kenne auch keinen Mann, der zu Hause Pflegetätigkeiten übernahm.
Mit dem Mauerfall hat sich das radikal geändert. es brauchte wohl die Wende, damit moderne Zeiten auch hier zu uns aufs Land kommen.
Seit der Wende hat man vollen Zugang auch zu den Westwaren, seither merkt man auch im Erscheinungsbild der Frauen, dass sich da stark etwas verändert hat. Schüler trugen zwar auch in der DDR in meiner Gegend Westklamotten, aber bei den Erwachsenen war das unterschiedlich, je nach dem, wieviel man in den Westpaketen bekam.
Als ich merkte, wie Frauen in der DDR lebten, dachte ich: Was haben die denn noch vom Leben? Die sahen auch bereits mit 30 sehr abgearbeitet aus.
Das nutzte dann der Staat auch aus, um über 30jährige, die schwanger waren, als Spätgebärende zu verunglimpfen. Man sollte nicht nur möglichst kinderreich sein, sondern die Kinder auch so früh wie möglich bekommen.
Hier auf dem Dorf waren Familien mit mehr als 3 Kindern keine Seltenheit. Mit dem Mauerfall brachen radikal andere Zeiten an.
Vereinsarbeit war damals auch sehr klein geschrieben. Man hatte schlicht und einfach keine Zeit dazu. Das galt aber auch für die Männer. Die verdingten sich nämlich auf privaten Baustellen, im Garten oder auch mal in der Kneipe.
Der Frauentag am 8. März wurde groß begangen in den Betrieben. Da gab es sogar Feierstunden. Dafür kannten wir den Muttertag nicht. Auch in der Schule bastelten wir zum Frauentag immer etwas für die Mutti.
Im Kindergarten bekam ich schonmal einem Baukasten hingestellt. Ich solle auch mal damit spielen, hieß es. Ich wollte lieber mit den Puppen spielen.
Frauen trugen die Haare meist kurz mit Dauerwelle, die meisten nutzten dazu beim Friseur die Heimkaltwelle. Ich hatte nichts davon. Meine Haare waren lang ohne Chemie. Und meine beiden Omas trugen Dutt.
Ich sehe heute noch gern DDR-Filme. Aber nicht, weil ich die Zeit so geil fand, sondern weil ich das alles nochmal vor Augen haben will. Auch dort erledigen Frauen den Haushalt und kümmern sich um die Kinder. Fällt eine Mutter mal aus, dann kann der Mann gar nichts. Und die Oma wird rangeholt. Oder die Töchter machen es. Da gibt es doch dieses Lied: "Wenn Mutti früh zur Arbeit geht, dann bleibe ich zu Haus. Dann bind ich mir die Schürze um und feg die Stube aus..." Das singt aber stets ein Mädchen.
Wenn ich heute DDR-Schönredner zu diesem Thema höre, frage ich mich, ob ich in einem anderen Land gelebt habe.
Zunächst kommen wieder die Nachträge:
Leistungssport:
Während ich mich bei der Fußball-WM 1978 noch an Finalbilder erinnere, habe ich an die EM 1980 gar keine Erinnerung. Zur WM 1982 aber dann. Ich weiß noch, dass ich die Italiener da als Weltmeister getippt hatte und gegen Erwachsene gewonnen hatte. Danach habe ich die Turniere genau verfolgt.
1986 aber fehlen mir Spiele, da ich zur Schulzeit nicht die Nacht über aufbleiben konnte. Zu dieser WM bekamen wir aber unseren ersten Farbfernseher.
1988 zur EM fehlte mir ein Spiel, da hatten wir nämlich Abschlussfeier der Schule. Und in der DDR gab es keine Videorekorder.
Der WM-Titel 1990 wurde gesamtdeutsch gefeiert, obwohl die Einheit noch nicht offiziell war.
Mir taten schon damals alle Sportler leid, die unter die Olympia-Boykotts fielen. Im Vorjahr habe ich eine Doku gesehen über den Boykott 1984. Der mächtige DDR-NOK-Chef Manfred Ewald machte sich Hoffnungen auf die Samaranch-Nachfolge und wollte unbedingt nach Los Angeles fahren. Das erlaubte der Kreml aber nicht. Er drohte mit dem Zudrehen des Ölhahns, da hätte die ganze DDR ohne Benzin dagestanden.
1988 konnte ich von beiden Olympischen Spielen weniger sehen. Während Calgary hatten wir zwar Winterferien, aber da hatte Margot Honecker eine Woche Wehrkunde-Zivilverteidigung für die Winterferien für die 10. Klassen angesetzt. Und ein Videorekorder war nicht da!
Seoul lag so schlecht, dass ich da schon die Lehre angefangen hatte. Und nach 8,75 Stunden Arbeitszeit täglich blieb da kaum noch Zeit.
Die regelmäßige DDR-Sportsendung hieß Sport aktuell. Und die Kurznachrichten las dort u. a. Maybrit Illner am Beginn ihrer Karriere.
Ich habe auch schon früher gern Eiskunstlaufen geguckt. Das wurde im DDR-Fernsehen ausführlich übertragen.
Wir selber gingen bei Sommerwetter jedes Jahr zum Ende des Schuljahres hin im Sportunterricht ins Freibad. Daran hatten aber in den höheren Klassen nur die Jungen Spaß.
Handel:
Da hatte ich den An- und Verkauf vergessen. Das war schlicht ein Second-Hand-Laden. Allerdings wurden dort auch Dinge von Republikflüchtlingen verkauft. In meiner Straße war mal jemand von einer Westreise nicht zurückgekehrt. Da versiegelten die Behörden die Wohnung und räumten sie danach aus. Die Angehörigen wussten von dem Plan, im Westen zu bleiben, und sie holten wichtige Sachen vorher raus aus der Wohnung.
Gesundheitswesen:
Heute höre ich überall von Operationen an Knie und Hüfte. Zu DDR-Zeiten kannte ich da keinen Einzigen.
Thema heute sind
die Frauen in der DDR.
Was fällt Euch jetzt spontan dazu ein? Vollzeitjob, ganztägige Kinderbetreuung und zufriedene Frauen? Gerade das Letzte habe ich ganz anders kennengelernt.
Die meisten Frauen hatten im Betrieb Teilzeitarbeit beantragt. Man war in der Regel verheiratet. Der Mann arbeitete, und da reichte eben ein Teilzeitjob. Den bekamen aber die wenigsten Frauen genehmigt. Obwohl das arbeitstechnisch überall möglich gewesen wäre, so viele Arbeitskräfte wie in den Betrieben beschäftigt waren. Aber man hatte beschlossen, wie eine sozialistische Frau zu sein hatte: Vollzeitjob, möglichst viele Kinder und dazu noch der Haushalt. Ich habe die Frauen als total überlastet erlebt. Nicht wenige hatten die Tablette Faustan in der Schublade, die die Nerven beruhigen sollte.
In meinem Lehrbetrieb genehmigte der Kader-Direktor Teilzeit nur aus medizinischen Gründen. Entweder man hatte selber arge Probleme oder pflegte jemanden. In meinem Dorf holten sich etliche Frauen den Teilzeitjob über die Pflege von Angehörigen. Denn da konnte man Teilzeit weiterarbeiten, auch wenn der zu Pflegende tot war. Befristete Arbeitsverträge gab es nämlich nicht. In meinem Lehrbetrieb hatten das nur 6 Frauen genehmigt bekommen. Eine Frau hatte mehrfache Operationen, da wurden die ersten Anträge abgelehnt. Eine andere hatte einen kranken Mann, eine Frau hatte ein Kind mit Problemen, eine Frau pflegte ihre Mutter, und 2 Frauen hatten ihren Teilzeitvertrag schon, bevor dieser Kader-Direktor ins Amt kam. Da konnte er nichts machen.
Es war schwer für mich, mit den Frauen ins Gespräch zu kommen. Es ging nur um das, was nach Feierabend zu Hause an Arbeit anfiel. Ich hatte eigentlich gedacht, man könne sich über Dallas und Denver unterhalten, so wie ich das aus der Schule kannte. Nein, wurde ich angeblafft, dafür hätten sie keine Zeit. Das Thema verfolge ich auch heute noch bei Rentnerinnen. Da erhalte ich aber dieselben Antworten: Man habe dafür keine Zeit gehabt damals.
Der DDR-Staat hatte einige Vergünstigungen für Vollzeit arbeitende Frauen eingeführt.
Das war ein bezahlter Haushaltstag im Monat. Dazu musste man verheiratet und/oder Kinder haben. Andere Frauen erhielten den Haushaltstag ab einem Alter von 40 Jahren.
Wohlgemerkt Frauen, Männer waren für den Haushalt nicht vorgesehen. Ein Mann bekam nur einen Haushaltstag, wenn er alleinerziehend war. Da kenne ich nur einen einzigen Mann, der das kurzzeitig war. Dessen Frau war an Krebs verstorben. Der heiratet aber schnell wieder. Ein allein lebender Mann ab 40 bekam keinen Haushaltstag. Davon hatten wir im Betrieb 2 Männer, die das betraf.
Regelarbeitszeit in der DDR waren 8,75 Stunden täglich bei 18 Tagen Jahresurlaub. Drei-Schicht-Schichtarbeiter hatten, soweit ich weiß, einen 8-Stunden-Tag.
Hatte eine Frau zwei Kinder unter 16 Jahren, brauchte sie statt 8,75 nur 8 Stunden arbeiten, bei vollen Lohnausgleich.
Bei den Kinderkrankentagen waren die ersten zwei nicht angerechnet. Das nutzte man auch manchmal aus. Da wurden 2 Tage genommen, dann am Mittwoch der Haushaltstag, und dann kamen die nächsten zwei Tage, da war die Woche rum. Und manche machten das auch so, dass am Mittwoch die Oma einsprang oder in den Ferien ältere Geschwister zur Betreuung. War man am Stück Kind krank, bekam man nach den beiden Tagen 60 Prozent Lohn, ich hoffe, ich habe die Zahl richtig in Erinnerung. Es gab einige Frauen, die man fast das ganze Jahr nicht im Betrieb sah. Mein erstes Lehrjahr war rum, da kannte ich eine Kollegin noch gar nicht.
Teilzeitkräfte bekamen keinen Haushaltstag. Und sie mussten auch Arzttermine nach der Arbeitszeit ansetzen. Vollzeitkräfte durften das während der Arbeitszeit machen.
In meinem Lehrbetrieb fanden sich bereits zu DDR-Zeiten keine Reinigungsfrauen mehr. Da wurde angeordnet, dass wir selber unsere Büros saubermachen sollen. Für Flure und WC wurden Pläne erstellt. Aber das war nur für Frauen vorgesehen. Saßen in einem Büro nur Männer, dann bekam eine Frau den Auftrag, dort zu reinigen.
Unser fieser Finanzbuchhalter kochte sich nicht mal selber einen Kaffee. Wir hatten sogar den Auftrag, das zu machen, wenn seine Finanzbuchhalterin Haushaltstag, Urlaub oder eine Krankheit hatte.
Das bezahlte Babyjahr wurde erst im Laufe der 70er eingeführt. Später gab es beim 3. Kind 1,5 Jahre bezahlt und bei Zwillingen 2 Jahre.
Ich kenne nur zwei Männer, die damals zu Hause mal im Haushalt halfen. Ein Mann war Schichtarbeiter und kochte manchmal. Der andere bediente die Waschmaschine.
Um Kindergeburtstage kümmerten sich nur die Frauen. Die Männer schlichen sich oft ins Haus durch einen Hintereingang, wenn dort die Kinder versammelt waren. Auswärts feierte damals keiner, da gab es gar keine Angebote. Heute sehe ich viele Väter bei Kindergeburtstagen, da wird auch auswärts gefeiert.
Bei der Kinderbetreuung gab es Unterschiede zwischen Stadt und Dorf. Meine beste Freundin ging in Krippe und Hort. Sie wohnte in der Stadt im Plattenbau. Hier vom Dorf nutzte das keiner. Es gab Plätze in der Stadt, wenn man die wollte, und da arbeiteten ja auch die meisten, aber diese Plätze wollte keiner.
Ich kenne keinen Mann, der in der DDR ein bezahltes Babyjahr zu Hause blieb. War eine Mutter noch minderjährig, und das gab es schon ab und zu, dann nahm die Oma das bezahlte Jahr zu Hause, damit die Teenie-Mutter weiter in Schule oder Lehre gehen konnte.
Ebenso kenne ich keinen Mann, der in der DDR aufs Kind krankgeschrieben war. Heute ist das anders.
Ich war in meiner Lehre eine Zeit lang in der Lohnbuchhaltung.
Arbeitszeitbeginn war in der Regel damals 6.45 Uhr. Die Stadtfrauen hatten bis dahin die Kinder abgeliefert in Krippe, Kindergarten oder Frühhort. Hier auf dem Dorf kümmerten sich die Omas. Wir brauchten erst gegen halb 8 oder 8 Uhr los. In den Kindergarten brachten uns die Omas mit dem Fahrrad. Das Thema Kinderbetreuung behandele ich nochmal ausführlich.
Die Omas halfen auch manchmal im Haushalt. Bei den Stadtfamilien übernahmen das die älteren Mädchen. Da war es öfter so, dass die älteste Tochter den Großteil des Haushaltes machen musste.
Auch beruflich waren die Frauen nicht gleichgestellt.
Klar, keine Frau musste ihren Mann um Erlaubnis fragen, wenn sie arbeiten wollte.
Ich kenne nur 5 Frauen, die damals gar nicht berufstätig waren.
Frauen in Männerberufen waren erwünscht, aber keine Männer in Frauenberufen.
Offiziell gab es als Berufsbezeichnung nur die Männerform. Bei mir war das Wirtschaftskaufmann, da sagte auch keiner Wirtschaftskauffrau.
Anders aber bei Frauenberufen, wo kein Mann erwünscht war. Näherinnen hießen Konfektionärinnen. Da war kein Mann beschäftigt.
Der Beruf Erzieherin war damals gegliedert. In der Krippe arbeiteten nur Krippenerzieherinnen, die zum medizinischen Personal gehörten.
Für den Kindergarten gab es Kindergärtnerinnen.
Für den Schulhort wurden Hortnerinnen ausgebildet. Dort arbeiteten aber auch junge Lehrerinnen, die noch keine Stelle als Lehrerin bekommen hatten.
Weder in der Krippe noch im Kindergarten noch im Hort arbeitete ein Mann. Das gibt es erst seit etwa 20 Jahren.
In der Schule in der Unterstufe, die heute Grundschule heißt, arbeiteten aber Lehrer. Die aber waren alle älter. Mein Klassenlehrer war um die 40, der war der jüngste der männlichen Unterstufenlehrer. Die Nachwuchspädagogen der Unterstufe waren alles Frauen.
In der Schule mussten wir in Werken an die Schraubstöcke, während Handarbeit gar kein Schulfach war. Da gab es in der Unterstufe mal eine AG, die wurde aber nur Mädchen angeboten.
Ich kenne keine Frau, die je einen VEB oder ein Kombinat leitete. Auch Bereichsleiter darunter kenne ich nur männliche. Dazu musste man aber auch in der SED sein. Darauf stand in den 80ern der Kirchenaustritt.
Die DDR war in Bezirke und Kreise gegliedert. Ich kenne keine Frau, die so einen Bezirk oder Kreis anführte.
Ich kenne lediglich eine Frau, die war in den 80ern hauptamtliche Bürgermeisterin eines Dorfes. Und eine andere war Ende der 80er Schuldirektorin. Das war´s.
Und Abteilungsleiterinnen kenne ich. Aber ich kannte keine Hauptbuchhalterin.
Allerdings hatten in manchen Familien die Frauen die Hosen an. Da gab es einige Mannsweiber mit richtig großer Schnauze. Und hier auf dem Land ließ man sich nur selten scheiden.
Ich kenne auch keinen Mann, der zu Hause Pflegetätigkeiten übernahm.
Mit dem Mauerfall hat sich das radikal geändert. es brauchte wohl die Wende, damit moderne Zeiten auch hier zu uns aufs Land kommen.
Seit der Wende hat man vollen Zugang auch zu den Westwaren, seither merkt man auch im Erscheinungsbild der Frauen, dass sich da stark etwas verändert hat. Schüler trugen zwar auch in der DDR in meiner Gegend Westklamotten, aber bei den Erwachsenen war das unterschiedlich, je nach dem, wieviel man in den Westpaketen bekam.
Als ich merkte, wie Frauen in der DDR lebten, dachte ich: Was haben die denn noch vom Leben? Die sahen auch bereits mit 30 sehr abgearbeitet aus.
Das nutzte dann der Staat auch aus, um über 30jährige, die schwanger waren, als Spätgebärende zu verunglimpfen. Man sollte nicht nur möglichst kinderreich sein, sondern die Kinder auch so früh wie möglich bekommen.
Hier auf dem Dorf waren Familien mit mehr als 3 Kindern keine Seltenheit. Mit dem Mauerfall brachen radikal andere Zeiten an.
Vereinsarbeit war damals auch sehr klein geschrieben. Man hatte schlicht und einfach keine Zeit dazu. Das galt aber auch für die Männer. Die verdingten sich nämlich auf privaten Baustellen, im Garten oder auch mal in der Kneipe.
Der Frauentag am 8. März wurde groß begangen in den Betrieben. Da gab es sogar Feierstunden. Dafür kannten wir den Muttertag nicht. Auch in der Schule bastelten wir zum Frauentag immer etwas für die Mutti.
Im Kindergarten bekam ich schonmal einem Baukasten hingestellt. Ich solle auch mal damit spielen, hieß es. Ich wollte lieber mit den Puppen spielen.
Frauen trugen die Haare meist kurz mit Dauerwelle, die meisten nutzten dazu beim Friseur die Heimkaltwelle. Ich hatte nichts davon. Meine Haare waren lang ohne Chemie. Und meine beiden Omas trugen Dutt.
Ich sehe heute noch gern DDR-Filme. Aber nicht, weil ich die Zeit so geil fand, sondern weil ich das alles nochmal vor Augen haben will. Auch dort erledigen Frauen den Haushalt und kümmern sich um die Kinder. Fällt eine Mutter mal aus, dann kann der Mann gar nichts. Und die Oma wird rangeholt. Oder die Töchter machen es. Da gibt es doch dieses Lied: "Wenn Mutti früh zur Arbeit geht, dann bleibe ich zu Haus. Dann bind ich mir die Schürze um und feg die Stube aus..." Das singt aber stets ein Mädchen.
Wenn ich heute DDR-Schönredner zu diesem Thema höre, frage ich mich, ob ich in einem anderen Land gelebt habe.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von CocoBall am 17.01.2025 um 21:10 Uhr bearbeitet
18.01.2025 - 08:58 Uhr
Und wo bleibt die Umfrage bezüglich der BVB Paten? 

18.01.2025 - 09:03 Uhr
Ich würde erstmal diesen Thread hier einstampfen. Es braucht einen Neuanfang, frischen Wind und so.
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