17.03.2026 - 09:16 | Quelle: Chelsea/EPL/BBC/TM | Lesedauer: unter 3 Min.
FC Chelsea
André Schürrle
Strafe zur Bewährung ausgesetzt 

Geheime Zahlungen für Wechsel von Schürrle & Co.: Wie Chelseas Transfersperre zustande kam

Wie Chelsea sich die Transfersperre einhandelte: Verdeckte Zahlungen für Schürrle & Co.
©IMAGO

Der FC Chelsea darf im kommenden Sommer neue Spieler verpflichten und für die erste Mannschaft registrieren. Dass das so ist, ist ein Glücksfall für die Londoner, denn eigentlich lasteten auf dem Klub Vorwürfe, die eine Transfersperre der Premier League nach sich ziehen würden. Wegen eines Schuldeingeständnisses der Blues wurde das Registrierungsverbot jedoch zur Bewährung ausgesetzt. Worum es in dem Fall geht, wurde in einem Dokument des Ligaverbands öffentlich gemacht. Thema sind etwa auch die früheren Transfers von André Schürrle und Eden Hazard.



„Der Chelsea Football Club freut sich zu bestätigen, dass eine Einigung mit der Premier League in Bezug auf historische regulatorische Angelegenheiten erzielt wurde, die vom Verein im Jahr 2022 selbst gemeldet wurden“, hatte der Klub am Montag in einem Statement mitgeteilt. Die Blues hätten „freiwillig und proaktiv“ die Regelverstöße offengelegt, die über ein Jahr zurücklägen. Damals war der Klub noch in Besitz von Roman Abramovich. Durch das Entgegenkommen fiel die Strafe für Chelsea nicht noch schlimmer aus. Es gibt keinen Punktabzug, dafür eine Geldstrafe von mehr als 11 Millionen Euro. Die verhängte Transfersperre gilt für die nächsten beiden Wechselperioden, wurde aber für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.


Chelsea-Transfers von mehreren Spielern um Schürrle und Hazard unter der Lupe


Das Vergehen der Londoner waren verdeckte Zahlungen Chelseas vorrangig an nicht registrierte Vermittler für Transfers zwischen 2010 und 2018. Der Klub leistete mehr als 30 Einzelzahlungen über mehr als 47 Millionen Pfund an zwölf Personen oder Unternehmen. Zweck der Zahlungen waren Spielerverpflichtungen oder der Erwerb von Transferoptionen, ohne dass die Transaktionen auf den Konten des Klubs nachvollzogen werden konnten. Abgewickelt wurden sie hauptsächlich über Konten von Drittparteien auf den Britischen Jungferninseln. Im Dokument der Premier League ist von vorsätzlicher Täuschung und Verschleierung die Rede.



23 Millionen Pfund wurden etwa an sieben nicht registrierte Agenten gezahlt im Zuge der Transfers von Nemanja Matic (2014 für 25 Mio. Euro von Benfica), Schürrle (2013 für 22 Mio. Euro von Bayer Leverkusen), Hazard (2012 für 35 Mio. Euro von Lille), David Luiz (2011 für 25 Mio. Euro von Benfica) und Ramires (2010 für 22 Mio. Euro von Benfica).


Leistungsdaten
André Schürrle
A. Schürrle Linksaußen
FC Chelsea
FC Chelsea
Gesamte Leistungsdaten
Alle Wettbewerbe
Spiele
65
Tore
14
Vorlagen
3


Auch Zahlungen über 19,3 Millionen Pfund für die Transfers von Samuel Eto’o und Willian, die 2013 aus Russland zu Chelsea kamen, wurden demnach in den Büchern der Klubs verheimlicht. 1,37 Millionen Pfund, die an den damaligen Direktor Frank Arnesen, den Scout und Berater Piet de Visser und eine weitere nicht namentlich genannte Person gingen, wurden als Gehalt deklariert. Weitere 3,8 Millionen Pfund entfallen auf einen geschwärzten Spielertransfer. Ein Grund für die Unkenntlichmachung des Namens ist nicht ersichtlich.


FA ermittelt noch gegen Chelsea


Was Chelsea bleibt, ist eine hohe Geldstrafe. Zudem dürfen für einen Zeitraum von neun Monaten keine Nachwuchsspieler verpflichtet werden, was in Zusammenhang mit separaten Anklagen wegen unerlaubten Kontakts zur Registrierung von Nachwuchsspielern zwischen 2019 und 2022 steht. Durch die proaktive Prüfung und Kooperation des Eigentümer-Konsortiums „BlueCo“ bleibt eine tatsächliche Transfersperre des Profiteams aus, es sei denn, innerhalb von zwei Jahren macht sich Chelsea eines weiteren vergleichbaren Vergehens schuldig. Laut „BBC“ muss sich der Klub zudem noch einer Anhörung des englischen Verbands FA stellen, der 74 Anklagepunkte erhebt. Erwartet wird eine weitere hohe Geldstrafe. Von der UEFA hatte Chelsea bereits eine Geldstrafe von 10 Millionen Euro aufgebrummt bekommen.



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Letzte Beiträge Newsforum

Dueni1 Dueni1 18.03.2026 - 09:05
Zitat von Crash

PS: Eines der Probleme liegt uA ja auch daran, dass es zu viele unterschiedliche Ligen, Gremien, Verbände etc. gibt. In den USA ist es ja glaub so, dass alles nur über eine Anlaufstelle läuft, wodurch es auch machbarer umzusetzen ist. Wenn ich alleine schon die Steuergeschichte aus Italien hole, zeigt dies die nahezu unmögliche Umsetzung im europäischen Raum.


Selbst in den USA mit Salary Cap und wirklich sehr genauer Nachverfolgung der Ligen ploppen immer wieder Sachen auf die komisch wirken. Einer der aktuellsten Fälle dürfte wsl. Kawhi's Clippers Vertrag sein. Ballmer hat da evtl. auch ein wundervolles Schlupfloch gefunden. Was in den USA tatsächlich besser geregelt ist, ist die Abwicklung. Die Liga gibt sowas in den meisten Fällen unabhängigen Büros/Kanzleien zur Überprüfung und sagen erstmal "ab dem Punkt sind wir raus, holt uns Fakten ran, klärt die Rechtssprechung und zwecks einer Strafe kommt auf uns wieder zu und wir schauen was möglich ist". In Europa ist es meines Wissens nach so, dass die Untersuchung usw. alles von der Liga ermittelt wird und somit haben die großen Vereine natürlich mehr Mitspracherecht als die kleinen Vereine bzw mehr Einflussmöglichkeiten. Und so gut geregelt ist es in den USA auch nicht. Die NFL, NBA und MLB haben komplett verschieden strukturierte Salary Caps, die daraus abgeleiteten Strafen die sich bei Überschreiten gelten oder die das Überschreiten überhaupt ermöglichen, die Abschreibemöglichkeiten der Signing Boni's, Dead Caps usw.

Aber wenn Vereine/Besitzer Schlupflöcher finden wollen, finden die sie auch. Markenbotschafter, Ausrüsterdeals, Firmenwägen, kostenlose Villen, usw. usw. usw. Ist ja nichts anderes wenn heute Otto Normalverbraucher bei einem riesigen Konzern arbeitet und zB das Gym bezuschusst bekommt, 20% auf Garmin Zeugs usw. und derjenige der bei Harry ums Eck schraubt bekommt den Luxus halt nicht. Ist ja auch irgendwie brutale Wettbewerbsverzerrung beim Anwerben von guten Arbeitskräften. Versteuern muss man es als AN nicht, dankend nimmt man es an. Warum dann nicht auch eine 80 Mio Zahlung in das Unternehmen des Vaters/der eigenen Stiftung usw. Am Ende können es die Vereine sogar als Wohltätigkeitsspende absetzen.
vfb4ever VfB Stuttgart vfb4ever 17.03.2026 - 18:51
Zitat von Brk94
Ich wollte nur mal darauf hinweisen, dass der im Artikel verlinkte Spieler "Ramires" nicht der richtige Ramires ist. Verlinkt wurde "Ricardo Miguel Santos Lopes Ramires", richtig wäre aber "Ramires Santos do Nascimento".


Dann markier auch @Piggadilly
DaVinc Borussia Dortmund DaVinc 17.03.2026 - 18:29
Zitat von Crash
Zitat von DaVinc

Zitat von Nordlicht84

Zitat von Crash

Zitat von Freddie17

Genau wegen solchen Geschäftsgebaren bin ich gegen ein Salary Cap.
Ich möchte gar nicht wissen, was es dann für versteckte Nebentransaktionen geben würde, um Cap compliant zu werden.
So wäre der Anständige immer der Dumme und die "Vereine" mit Scheich, Oligarch und ähnlichen würden den Wettbewerb komplett verzerren.


Dies ist schon ein schwieriges Thema und es gibt viel zu viele Schlupflöcher oder Trickserien. Wenn ich mich richtig erinnere waren Neymar und Co. dann einfach Markenbotschafter der WM, wo sie noch zig Mio einkassieren konnte, anstatt dies direkt von PSG zu erhalten.
Oft ist es auch so, dass dann der Spieler gar nicht direkt das Geld kassiert sondern die Eltern oder so. Dann bekommen diese mal ein neues Haus, Auto oder so. Das Ganze reicht ja aber auch bis in die Kreisklasse, wo man Spieler lockt in dem man ihnen z.B. einen Job besorgt.



Das früher tatsächlich auch schon so.
War es nicht Gerd Müller, dessen Ehefrau eine Waschmaschine für den Wechsel zum FCB erhalten hatte?

Bei nem Salary Cap wird es genauso kommen.
Dann erhält jeder Spieler halt einen hochdotierten Sponsoring-Vertrag mit Hauptsponor XY + Villa + "Geschäftsautoflotille"!


Hmm das ist mir von euch beiden etwas zu viel Polemik. Das klingt nach: Am besten schaffen wir alle Regeln ab, weil die ja sowieso gebrochen werden und die reichsten davon am meisten profitieren.
Am Ende würde es doch darauf ankommen wie scharf man die Regeln benennt und umsetzt. Transaktionen zu Verwandten sind verboten, genauso wie andere Versuche ein Cap zu umgehen. Beim Wetten gibt es doch auch scharfe regeln, die auch scharf umgesetzt werden. Die NADA stellt ebenfalls extrem scharfe Regeln auf (man ist verpflichtet der NADA mitzuteilen wo man sich aufhält, auch wenn man mal nur ein Wochenende verreist, damit man sofort auch unangekündigt überprüft werden kann). Das FFP hingegen ist ein stumpfes Schwert und ziemlich blödsinnig geregelt.

Am Ende entscheidet also das "Wie" (Regeln) über das "Was" (Maßnahme). Grundsätzlich kann man also schon über scharfe Änderungen mit scharfen Regeln nachdenken. Aber mit der FIFA und UEFA wird das tatsächlich schwierig. Die Grundidee Salary Cap würde ich aber nicht mit dem Verweis der erwartbaren Regelumgehung als Quatschidee abtun wollen. Quatsch ist das wie die FIFA und UEFA solche Sachen angeht, das FFP ist ja eigentlich auch eine gute Idee - nur eben schlecht umgesetzt.


Das Problem welches angesprochen worden ist, ging ja darum, dass solche Regeln die kleineren Vereine dann mehr trifft als es bei den großen Vereinen der Fall ist, siehe uA FFP. Natürlich kann man dafür argumentieren, dass in einer idealen Welt, alles perfekt so umgesetzt werden würde, die Realität sieht jedoch leider meistens anders aus. Schau dir die Witzstrafe für Chelsea aktuell an, oder die Nicht gegebene Strafe das letzte mal bei City. Mal abwarten was jetzt bei der neuen "Strafe" raus kommen wird, welche sich schon seit über 2 Jahren zieht. Die größten Vereine haben dann auch die größte Macht, Connections und besten Anwälte.

Prinzipiell fände ich es ja gut, wenn man gewisse Regeln aufstellen würde, jedoch fehlt mir der Glaube daran, dass diese auch konsequent und insbesondere für alle gleich durchgesetzt werden. Und wenn man dann Regeln aufstellt, wie uA das FFP, wo es zu viele Schlupflöcher gibt, sodass man am Ende den falschen Vereinen damit schadet, kann man es auch gleich sein lassen.

PS: Eines der Probleme liegt uA ja auch daran, dass es zu viele unterschiedliche Ligen, Gremien, Verbände etc. gibt. In den USA ist es ja glaub so, dass alles nur über eine Anlaufstelle läuft, wodurch es auch machbarer umzusetzen ist. Wenn ich alleine schon die Steuergeschichte aus Italien hole, zeigt dies die nahezu unmögliche Umsetzung im europäischen Raum.


Ich stimme dir da in allen Punkten zu, denn wir widersprechen uns ja nicht. Ein Salary Cap halte ich grundsätzlich nicht für eine schlechte Idee aber umgesetzt von der FIFA und UEFA würde es wohl ähnlich blödsinnig wie das FFP werden. Nur deswegen würde ich nicht den Salary Cap vom Tisch wischen, sondern eher.. die FIFA und UEFA.
Autor
Piggadilly
Tobias Picker
TM-Username: Piggadilly
Alle Beiträge des Autors
André Schürrle
Karriereende
André Schürrle
Geb./Alter:
06.11.1990 (35)
Nat.:  Deutschland
Akt. Verein:
Karriereende
Vertrag bis:
-
Position:
Linksaußen
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-
Eden Hazard
Karriereende
Eden Hazard
Geb./Alter:
07.01.1991 (35)
Nat.:  Belgien
Akt. Verein:
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-
Position:
Linksaußen
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-
Samuel Eto'o
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Samuel Eto'o
Geb./Alter:
10.03.1981 (45)
Nat.:  Kamerun Spanien
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-
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1,36 Mrd. €
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40
Letzter Transfer:
Pep Chavarría
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