Diskussionsrunde

Der Osten in der Krise?

13.02.2008 - 17:45 Uhr
Warum geht es den Ostvereinen so schlecht ???
Sind die Ostvereine etwa das Opfer der Wende?

Wenn ihr Lust habt schreibt mir ruhig eure Meinung zu diesem Thema.

mfg dresi
Dieser Beitrag wurde zuletzt von flingern-zebra am 16.07.2009 um 23:24 Uhr bearbeitet
Der Osten in der Krise? |#1
13.02.2008 - 17:54 Uhr
Zitat von dresi:
Sind die Ostvereine etwa das Opfer der Wende?


Ohne Wende würden sie wohl auch nicht besser stehen als jetzt...
Der Osten in der Krise? |#2
13.02.2008 - 17:56 Uhr
Zitat von RippleN:
Zitat von dresi:
Sind die Ostvereine etwa das Opfer der Wende?


Ohne Wende würden sie wohl auch nicht besser stehen als jetzt...


Herzlichen Glünckwusch,
bist gerade in der engeren auswahl zum Vogel des Monats gekommen mit diesem sinnfreien Beitrag....

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24B war meine Heimat
Der Osten in der Krise? |#3
13.02.2008 - 17:59 Uhr
Wie es bei Dresten oder Leipzig ist, weiß ich nicht.
Aber Rostock, Cottbus und Jena haben unter Anderem eine unterdurchschnittliche Zuschauerzahl in den Stadien.
Bedeutet nicht nur weniger Eintrittsgelder sondern auch weniger Sponsoren.
Die Attraktivität ist einfach nciht so gegeben wie bei anderen Vereinen etwa aus dem Westen.

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Sechzig und der HC Landsberg!

"So ist Fußball - manchmal gewinnt der Bessere" L. Podolski
Der Osten in der Krise? |#4
13.02.2008 - 18:04 Uhr
Die Wede ist fast 20 Jahre her. Ich glaube nicht, dass man die Vereine deshalb als Opfer der Wende bezeichnen kann. Andererseits wäre man im Ostfußball vielleicht weiter wenn man die Sache anders angegangen wäre.

Letztlich waren die Vereine einfach 1991 / 1992 noch nicht so weit dass sie im Vergleich mit den Westvereinen bestehen konnten. Die Vereine die noch mit am meißten Potential hatten waren wohl Dresden, Leipzig und Rostock. Tödlich war damals wohl, dass man die Ostvereine in die 1. und 2. Liga gesteckt hat. Dort mussten sich alle extrem lang machen um sich gegen die wesentlich besser aufgestellten (finaziell) West-Vereine durchzusetzen. Damit hat man dann die Vereine die mittelfristig das zeug für die 1. Liga hatten aus meiner Sicht ziemlich verheizt. Rostock hat es wie man sieht eigentlich noch am besten gemacht.

Vuielleicht wäre es damals besser gewesen die alte Oberliga einfach beizubehalten und jeweils 2 Aufsteiger in die Regionalliga zu schicken. Die Vereine hätten dann erst mal ordentlich geld kassiert für die Stars die in die 1. oder 2. Liga gewechselt wären und hätten sich mit diesem Geld langsam aber sicher fit für den
Profifußball machen können. Ich würde wetten dass wir mindestens 4 Ostvereine in der 1. Liga hätten wenn man damals so verfahren wäre. Allerdings ging dies aus gesellschaftspolitischen Gründen damals absolut nicht. Im Osten hätte man das als 2-Klassen-System empfunden und es hätte die unsichtbare Mauer zwischen Ost und West wohl noch länger aufrecht erhalten.

Trotzdem: In den letzten 20 Jahren sind diverse Vereine nach oben gekommen die wesentlich schlechter aufgestellt waren als so mancher Ostverein. Meine Ausführung erklärt also nur warum kurz nach der Wende viele Vereine Probleme bekommen haben. Danach hatten die Vereine aber noch mindestens 10 Jahre Zeit sich neu aufzustellen. Das das vielerorts nicht geklappt hat liegt wohl kaum an der Wende.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Valen am 13.02.2008 um 18:06 Uhr bearbeitet
Der Osten in der Krise? |#5
13.02.2008 - 18:18 Uhr
Zitat von dresi:
Sind die Ostvereine etwa das Opfer der Wende?


Bitte was? Wenn die Vereine unter irgendwas leiden, dann unter dem Wettbewerbsnachteil, daß sie erst knapp 20 Jahre autonom geführte Sportvereine sind, nachdem sie über 40 Jahre lang Betriebssportgemeinschaften waren und genauso geführt wurden.
Schaut man nach, wieviele Vereine seit 1949 beim Versuch, professionell zu arbeiten, in der Bundesrepublik gegen die Wand oder gleich ins Nirvana gewirtschaftet wurden und bei wie wenigen nur vernunftbegabte Verantwortungsträger am Werk waren oder mittlerweile endlich sind, muß man die Entwicklung vieler DDR-Oberliga-Vereine nach 1990 bald als beispiellose Erfolgsgeschichte bezeichnen... :rolleyes

Sogar heute noch werden trotz mehr als 40 Jahren Know-How-Vorsprung Vereine regelmäßig (Kassel, Meppen, Uerdingen, ... ) mit Inbrunst in die Gosse gemanaged.

•     •     •

Bessere Hälfte des Duo Infernale von der Weser
___________________________________________

I can't remember where I heard this, but someone once said that defending a position by citing free speech is sort of the ultimate concession;
you're saying that the most compelling thing you can say for your position is that it's not literally illegal to express.
(Randall Munroe)
Der Osten in der Krise? |#6
13.02.2008 - 18:24 Uhr
Ich würde sogar soweit gehen, dass es dem Fußball in den neuen Bundesländern zur Zeit so gut geht, wie schon lange nicht mehr.

Der Absturz ging schnell, war hart und hatte von überforderten Managern, schlechten wirtschaftlichen Voraussetzungen und Pech alles zu bieten, was auch jedem Verein aus den alten Bundesländern passierte, der irgendwann mal abschmierte. Im Moment kann man doch in Kaiserslautern ein perfektes Beispiel dafür beobachten, wo all diese Punkte zusammenkommen.
Wenn man erst mal abgestürzt ist, kommt man nur schwer wieder auf die Beine. Der KSC hat 10 Jahre gebraucht um nur halbwegs dazu sein, wo man mal war und stellt damit eine riesige Ausnahme dar.
Um wieder zu den alten Ostclubs zu kommen. Der Absturz wurde sicher durch Faktoren nach der Wende verursacht. Der weitestgehend fehlende Aufschwung ist aber kein ostspezifisches Problem, sondern ein ganz normaler Ablauf im Profifußball.

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Der Osten in der Krise? |#7
13.02.2008 - 18:26 Uhr
Zitat von Wuldor:

Bitte was? Wenn die Vereine unter irgendwas leiden, dann unter dem Wettbewerbsnachteil, daß sie erst knapp 20 Jahre autonom geführte Sportvereine sind, nachdem sie über 40 Jahre lang Betriebssportgemeinschaften waren und genauso geführt wurden.
Schaut man nach, wieviele Vereine seit 1949 beim Versuch, professionell zu arbeiten, in der Bundesrepublik gegen die Wand oder gleich ins Nirvana gewirtschaftet wurden und bei wie wenigen nur vernunftbegabte Verantwortungsträger am Werk waren oder mittlerweile endlich sind, muß man die Entwicklung vieler DDR-Oberliga-Vereine nach 1990 bald als beispiellose Erfolgsgeschichte bezeichnen... :rolleyes

Sogar heute noch werden trotz mehr als 40 Jahren Know-How-Vorsprung Vereine regelmäßig (Kassel, Meppen, Uerdingen, ... ) mit Inbrunst in die Gosse gemanaged.


Alles richtig was du sagst. Trotzdem ist ja genau dieser Wettbewerbsnachteil erst durch die Wende wirksam geworden.Davor legte die Planwirtschaft und das Sportförderprogramm ja ihre schützenden Hände über die unter normalen bedingungen nicht wettbewerbsfähigen Vereine. Ich würde die Ostvereine also in soweit als Opfer der Wende sehen, dass sie von 0 auf 100 in eine Situation gedrängt wurden für die sie nicht aufgestellt waren. Eigentlich haben diese Vereine ja damals keinen fehler gemacht. Sie waren einfach das Opfer der sich von heute auf morgen ändernden Rahmenbedingungen. Den tunrover konnte keiner schaffen.

Ich denke schon dass das etwas anderes ist wie die Vorgänge in Kassel, Meppen und Ürdingen wo man letztlich zuviel Risiko gegangen ist.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Valen am 13.02.2008 um 18:26 Uhr bearbeitet
Der Osten in der Krise? |#8
13.02.2008 - 18:29 Uhr
Nein Runny, entscheidend waren nicht nur die Faktoren _vor_ der Wende, sondern die gesamte Natur des 'Sportverein-Wesens' in der Täteräh. Genauso unsinnig, wie aus sozialistischen VEBs per Gesetz in einer Marktwirtschaft lebensfähige Unternehmen machen zu wollen, war es auch, bargeldlos operierende Amateurclubs per Fingerschnipp zu konkurrenzfähigen Sportvereinen zu erklären.

@Valen
Doch, die Oberliga-Vereine haben natürlich sämtliche Fehler selbst gemacht. Außer natürlich Dynamo, die holten sich einen Wessi, der sie für sie machte. Für die Ursache der logischen Unfähigkeit zum wirtschaften sowie die plötzliche Notwendigkeit konnten die Clubs und Verantwortlichen selbst natürlich nichts, das ist richtig. Aber in die Scheiße geritten haben sie sich trotzdem selbst, außer Dynamo wie gesagt...

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(Randall Munroe)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Wuldor am 13.02.2008 um 18:32 Uhr bearbeitet
Der Osten in der Krise? |#9
13.02.2008 - 18:36 Uhr
Zitat von Larsspicy:
Zitat von RippleN:
Zitat von dresi:
Sind die Ostvereine etwa das Opfer der Wende?


Ohne Wende würden sie wohl auch nicht besser stehen als jetzt...


Herzlichen Glünckwusch,
bist gerade in der engeren auswahl zum Vogel des Monats gekommen mit diesem sinnfreien Beitrag....


:o und grammatikalisch fragwürdige Beleidigungen tragen mehr bei? Aber um das nicht ausarten zu lassen: ich wollte nur auf die lustig anmutende Formulierung hinweisen. Dir war offensichtlich klar, dass mir die Intention des Threads klar war, daher nun mein Senf:
Wende ist lange vorbei, die momentane Situation hat natürlich mit der gesamtwirtschaftlichen Situation im Osten zu tun (die wiederum natürlich irgendwann auf die Art und Weise des Anschlusses und der Zeit danach rückführbar ist, aber die Vergangenheit sollte man da langsam ruhen lassen).
Spielt ja alles zusammen: hohe Arbeitslosigkeit -> wenige Zuschauer, weil Eintritt bezahlt werden muss -> unattraktiv für Unternehmen -> weniger Sponsorengelder -> keine teuren Spieler -> weniger Fussball-Interesse in der Region -> weniger Zuschauer etc. pp.

Es wird also immer wieder mal Vereine geben, die ein paar Jahre in der Bundesliga vorbeischauen - um sich langfristig oben festzusetzen, muss zuvor der Aufschwung Einkehr halten.
Gruß
Vogel d. Monats (cand.)
Der Osten in der Krise? |#10
13.02.2008 - 18:54 Uhr
Zitat von Wuldor:

@Valen
Doch, die Oberliga-Vereine haben natürlich sämtliche Fehler selbst gemacht. Außer natürlich Dynamo, die holten sich einen Wessi, der sie für sie machte. Für die Ursache der logischen Unfähigkeit zum wirtschaften sowie die plötzliche Notwendigkeit konnten die Clubs und Verantwortlichen selbst natürlich nichts, das ist richtig. Aber in die Scheiße geritten haben sie sich trotzdem selbst, außer Dynamo wie gesagt...


Ich weiß nicht... Ich würde das eher so sehen wie bei den ganzen Unternehmen die bei der Treuhand gelandet sind. Diese unternehmen waren einfach nicht für die Marktwirstschaft aufgestellt, genau so wie die Vereine oder besser Betriebssportgruppen.

Mag ja sein, dass man das ein oder andere hätte besser machen können und das auch fehler gemacht wurden. Das trifft aber auch auf jeden einzelnen Westverein zu. Letztlich hätte man damals bei Dresden wohl auch Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer rein setzen können und sie hätten den Karren genau so vor die Wand gefahren. Die basis hat einfach gefehlt. Die Stadien waren darauf ausgelegt möglichst viele Menschen rein zu bekommen und nicht darauf den größten profit mit den Eintrittsgeldern zu machen. Es gab kein Scouting, warum auch? Es gab überhaupt keine Strukturen wie man den verein vermarktet. Die Umsätze waren eben auf Ost-Niveau und plötzlich wollen die Spieler Westgehälter. All das kann man nicht mal eben in ein bis zwei Jahren aufbauen.
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