Diskussionsrunde

Zukünftige Systementwicklungen

01.03.2011 - 12:39 Uhr
Habe erst überlegt folgende Fragestellung in den allgemeinen Techik- und Taktikthread zu stecken, jedoch geht es, oder sollte es bei diesem eher um das einzelne Spielverhalten eines Spielers gehen.

Womit ich mich beschäftige ist, welches Spielsystem Zukunft hat, oder welche Systeme vermehrt gespielt werden, um dem momentan häufigen und auch erfolgreichen 4-2-3-1 entgegenzuwirken.
Die Entwicklung ging ja (grob skizziert) vom Spiel mit Libero zu einem zumeist flachen 4-4-2 mit Manndeckung hin zu einem 4-3-3, um dann wieder zu einem 4-4-2 (vornehmlich in der Raute) mit Zonendeckung und endet ja momentan in einem taktisch extremst anspruchsvollen 4-2-3-1.
Was aber kommt danach? Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die Systementwicklung hiermit abgeschlossen ist. Was wohl unabdingbar ist in einem dem 4-2-3-1 überlegenen System wird die nochmals gesteigerte Atlethik und Fitness sein.
Werden vllt. wieder neue Positionen auf dem Feld kreirt? oder wird der so genannte Stürmer komplett aussterben? Kommt der 10er wieder zurück? ( Ich persönlich empfinde die Spieler die im 4-2-3-1 hinter der Spitze spielen nicht als echten Zehner. Diego ist einer dieser aussterbenden Sorte) Oder wird zukünftig ein 3-6-1 oder 3-5-2 gespielt? Würde mich interessieren, welche taktischen Kniffe ihr im Kommen seht.
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Zukünftige Systementwicklungen |#1
01.03.2011 - 13:34 Uhr
In die Zukunft kann und will ich nicht sehen. Trotzdem wage ich die Prognose, dass in Zukunft Systeme zur Anwendung gelangen, welche in sich über eine enorme Flexibilität verfügen, was aber eine herausragende Physis, Laufbereitschaft und eine enorme taktische Disziplin bedingt. Ziel solcher Systeme muss sein, noch schneller als heute zwischen Beton und offensivem Zauberfussball umzuschalten. Als Beispiel möchte ich hier das System erläutern, welches unter Vladimir Petkovic bei den Young Boys in der ASL gespielt wird:

Ist der Gegner im Angriff handelt es sich um ein 5-4-1, ist man selbst im Vorwärtsgang, wird daraus ein 3-4-3. Folgendes Spielermaterial ist notwendig:
In der Abwehr braucht es zentral einen Abwehrchef (IV), der einen doppelten Abwehrriegel von total 9 Spielern dirigieren kann, eine sehr hohe Anforderung (Rio Ferdinand, ManU). Links und rechts neben ihm kommen flexible Innenverteidiger zum Einsatz, welche in einer heute üblichen Viererkette Sowohl als IV als auch als AV agieren können (Bsp: Branislav Ivanovic, Chelsea).
Auf den defensiven Aussenpositionen braucht es Spieler, welche sowohl als Aussenverteidiger wie auch auf der Aussenbahn im Mittelfeld agieren und gute Flanken schlagen können (Bsp: Yuri Zhirkov, Chelsea).
Im zentralen Mittelfeld stehen zwei unterschiedliche Spielertypen: beide müssen defensiv absolut sattelfest sein, doch einer von beiden muss über die Qualitäten eines Defensivregisseurs verfügen. Als beispiel für den Staubsauger sei hier Ognjen Vukojevic (Dynamo Kiew) genannt, als Defensivregisseur Bastian Schweinsteiger (Bayern München).
In der Offensive auf den Flügeln sind die Anforderungen am höchsten. Mit der Qualität dieser Spieler steht und fällt schlussendlich das System. Die Flügel müssen über eine ausserordendliche Schnelligkeit verfügen, präzise Flanken schlagen können, zur Mitte ziehen und den Abschluss suchen, und zudem nach hinten konsequent mitarbeiten (Bsp: Gareth Bale). Zudem ist es von Vorteil, wenn die Flügel auch in der Lage sind, die Seite zu wechseln, was die defensive Zuordnung des Gegners erschwert.
Als Mittelstürmer braucht es einen ausgefuchsten Knippser. Er muss in der Lage sein, die Flanken von den vier aussenspielern zu verwerten, und ebenso die Konter aus der Mitte zu verwerten. Natürlich ist das etwas die Quadratur des Kreises, weil Schnelligkeit und Körpergrösse (Kopfballstärke) sich praktisch diametral gegenüberstehen. Dochdass es möglich ist, zeigt uns das Beispiel von Emmanuel Adebayor (Real Madrid).

Die als Beispiel angefügten Spieler sind nur zur Illustration der optimalen Ausfüllung der Anforderungen gedacht.

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Chuck Norris schafft immer ein Break. Auch bei eigenem Anwurf.
Chuck Norris hat keine Doppel-Quote. Die Doppelfelder haben eine Chuck-Norris-Quote.
Chuck Norris checkt auch eine 165.
Chuck Norris schafft einen 9-Darter mit 8 Darts.
Chuck Norris schafft auch mal 190 Punkte in einer Aufnahme.
Chuck Norris vs Hans Sarpei ist ein schwieriges Match. Alle Legs enden unentschieden.
Zukünftige Systementwicklungen |#2
08.03.2011 - 12:04 Uhr
Um ein zukünftiges System zu erahnen lässt es sich nicht vermeiden über die Entwicklung der Taktik zu sprechen, man wird nämlich feststellen, dass alles schon mal da war oder nur eine Evolution eines Vorgängersystem ist. Da das bisher hier im Thread fehlt, will ich das mal machen.

Anfangen wollen wir mit der Einführung der aktuellen Abseitsregel.

-> 3-4-3 (WM-System)

Eine Revolution im Fußball, dank der neuen nun einfacheren Abseitsregel zog man nach und nach, dank Mr. Chapman die anfangs bis zu 9 Stürmer zurück ins Mittelfeld und die neu geschaffene Abwehr. Grund war dass bis dahin Abseits nicht mit 2 Spieler funktionierte, sonder noch mit 3, was bedeutet, dass man nur einen Verteidiger brauchte, da alles andere eh Abseits war.

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-> 1-4-1-4 (Ungarn)

Neu die hängende Spitze Hidegkuti, dieser erste echte 10er, setzte nun die weltberühmten Stürmer Puskás und Kocsis ein. Nun wusste niemand mehr, wer diesen Spieler verteidigen sollte, er war kein Stürmer und kein Mittelfeldspieler, er agierte als erster zwischen den Lienen. Er wurde sogar in der eigenen Hälfte angespielt. was bis dahin ein Novum war. Außerdem kam die 4er-Kette zu ihrer Geburt und der Spieleröffnende Innenverteiger. Sowie der noch bis in die 90er (jedenfalls von Deutschland) praktizierte Libero, welcher aber schon früher Verwendung fand. Der Chapman'sche Konterfußball mit Spielgestalter.

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-> 4-2-4 (Brasilien)

Brasilien entdeckt die aus der Mode gekommene Raumdeckung wieder für sich. Nicht wie viele denken wurde die Raumdeckung schon Anfang des Jahrhunderts entwickelt und nicht erst von Italienern. Brasilien entwickelte das 1-4-1-4 der Ungarn weiter und machte es schneller. Pele fungierte nun als sogenannter 10er. Dieses System hatte aber etwas völlig neues zu bieten, Außenverteidiger.


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-> Catenaccio

Auch wenn der Argentinier Helenio Herrera ihn nicht erfunden hat (sondern die Schweizer in den 30ern) hat er das entscheidende Element hinzu gefügt. Den Konter, gepaart mit einem offensiven Außenverteidiger. Früher und auch Heute wieder galt und gilt Catenaccio als Defensivfußball, Spielzerstörung, Foulen, Schwalben, eben typisch italienisch (keine Beleidigung). Gemeint war Catenaccio aber als System das enorm schnell von Defensive auf Offensive umschalten kann... Im eigentlichen Sinne ein enorm schnelles Offensivspiel praktiziert. Italien der 60er Jahre. Das Ziel war nun weniger Tore zu kassieren als der Gegner.

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-> 4-3-3 (Voetbal Total)

Dem 4-2-4 der Brasilianer sowie dem Ungarn sehr ähnlich, eine konsequente Weiterentwicklung. Neu war der ständige Positionen Tausch, sowie das konsequente von beiden Seiten attackieren der Außenverteidiger. Während diese durch Rochaden von Mittelfeldspielern abgedeckt wurden. Aufteilung der Spielfelds in 3 Teile, was die Abstimmung erleichterte und Raumdeckung. Sowie ein hängender Stürmer (10er). Alles Dinge die man eigentlich schon kennt, nur in einer neuen Dimension.

Aber das was das System so revolutionär macht, ist das völlig neuartige Pressing. Vorbei die Zeit in der ein Beckenbauer 70 Meter mit dem Ball laufen konnte.

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-> 4-4-2 (Sacchi mit Raumverknappung)

Sacchi schaffte etwas was Deutschland erst 30 Jahre später verstand und ein Posdolski wohl nie verstehen wird. Das Verschieben oder treffender ausgedrückt Raumverknappung. Einfach ausgedrückt: "Raumdeckung nah am Ball". Man macht die Räume so eng, dass einfach kein Platz bleibt um nach vorn zu spielen. Die einzige Möglichkeit für den Angreifer sollte sein, entweder einen langen Ball nach vorn zu schlagen oder aber einen Rückpass zu spielen, in beiden Fällen hatte die Verteidigung ihr Ziel erreicht. Raumverknappung in Verbindung mit Raumdeckung sowie Catenaccio ist bis Heute die Grundausrichtung der italienischen Nationalmannschaft und das Grundgerüst ihrer guten taktischen Aubildung. Eine Entwicklung die Deutschland "dank" des WM-Titels `90 verschlafen hat und woran wir bis heute noch knabbern. Einst wurde Jürgen Klopp als Professor verlacht, weil er versuchte den Menschen die Raumdeckung in Verbindung mit Raumverknappung zu erklären. Heute führt er mit 16 Punkten die Tabelle mit eher durchschnittlichen sehr jungen Fußballern an, welche aber taktisch hervorragend geschult wurden und topfit sind, sowie technisch gut ausgebildet.

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-> Deutschland

Deutschland hat "dank" der WM-Titel ´54 ´74 ´90 die taktischen Revolutionen immer verschlafen, weil man sich auf Erfolgen ausgeruht hat. Woran wir bis heute noch knabbern. Deutschland hat von den 50ern an bis zu den 70ern in WM System gespielt und von da an bis in die 2000er rein in 4-4-2 mit Manndecker und Libero. Das sollte man sich einfach noch mal kurz vor Augen führen.

Unsere legendäre 74er Mannschaft war wenn wir mal ehrlich sind nur zweite Geige hinter den furios aufspielenden Niederländern. Ein Argument lässt sich aber PRO Deutschland nicht vom Tisch weisen. Titel gab es viele.

Einst wurde Jürgen Klopp als Professor verlacht, weil er versuchte den Menschen die Raumdeckung in Verbindung mit Raumverknappung zu erklären. Heute führt er mit 16 Punkten die Tabelle mit eher durchschnittlichen sehr jungen Fußballern an, welche aber taktisch hervorragend geschult wurden und topfit sind, sowie technisch gut ausgebildet. Noch Anfang 2000 sagte ein Beckenbauer die Taktik sei egal. Hier fand nun Gott sei dank ein Umdenken statt und seit nun ca. einem Jahrzehnt werden auch in Deutschland junge Fußballer taktisch sowie technisch unterrichtet.

Auch wenn es lächerlich klingt, Deutschland ging immer einen anderen Weg, den erfolgreichen nämlich.

Nunja, das Bild hat sich etwas relativiert. Brasilien ist nun 5 mal Weltmeister, Italien 4 mal und Argentinien 3 mal. Deutschland ist nur noch ein Land von vielen und wird regelmäßig von Spanien zerrissen. Deutschland hat noch mindestens 20 Jahre Fußballspielen nachzuholen. Erfolge sieht man bereits.

-> 4-2-3-1 oder 4-1-4-1 (Spanien)

Das ist moderner Fußball. Alle Revolutionen in einem Team zusammen gefasst.
-> Raumverknappung
-> Raumdeckung
-> Voetbal Total
-> Konter aus einer stabilen Defensive (Catenaccio)
-> technisch und taktisch hervorragend ausgebildete Spieler

Spanien ist das NonPlusUltra das aktuellen Weltfußballs, doch wie es immer ist, wird auch auf dieses Konzept ein Gegenkonzept hervor treten.


-> Zukunft 3-4-3???

Wobei wir wieder beim eigentlich Thema sind. Zukünftiges System. Eines ist sicher, das hat uns die Vergangenheit gelehrt, eine zukünftiges System wird nur eine Evolution des aktuellen sein (sofern es keine gravierende Regeländerung gibt). Um Im Fußball in die Zukunft zu schauen, sollte man sich nach Südamerika begeben, denn dort gibt es eine Strömung hin zum 3-4-3 oder je nach Ballbesitz oder Balleroberung taktischer ausgedrückt 3-4-3 bei Ballbesitz mit zwei Wingern und offensiven Außenverteigern die den Raum im Mittelfeld hinter den Wingern abdecken oder den Winger hinterlaufen. Sowie zwei Spieleröffnen 6ern sowie einem Sturmtank.


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Bei Balleroberung sieht das ganze eher so aus 5-4-1, enormes Defensivpotential mit explosiven Wingern und AV's...

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Im Mittelfeld wird enormes Pressing gespielt, sowie die Mitte durch den nun zusätzlichen Innenverteidiger sowie den beiden 6ern dicht gemacht. Das ist alles nix Neues, denn das gab es alles schon einmal, nur eben nie in dieser Kombination. Da sich die offensiven Verteidiger sowieso in der Weltspitze durchgesetzt haben geht man einfach einen Schritt weiter und setzt den bereits früher modernen dritten Innenverteiger ein. Das berühmte WM System lebt wieder, nur in etwas veränderter Form. Somit haben die Außenverteidiger taktisch mehr Raum und können aggressiver vorn rein gehen ohne die Defensive völlig im Stich zu lassen. Erfolgreich haben das bei der WM bereits diverse "kleinere" südamerikanische Teams gezeigt. Für mich der Weg in die Zukunft, da es alle Dinge vereint und noch defensiver ist.

Jemand anderer Meinung?

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------------------------- Péle -------------------------
--- D. Maradona ------------------ L. Messi ---
----------------------- J. Cruijff -----------------------
----------- ​Z. Zidane ------- A. Iniesta -----------
----------------------- A. Pirlo -----------------------
---- R. Carlos ---------------------- P. Lahm ----
---------------------- P. Maldini ----------------------
---------------------- M. Neuer ----------------------

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Armand am 08.03.2011 um 12:12 Uhr bearbeitet
Zukünftige Systementwicklungen |#3
08.03.2011 - 16:11 Uhr
Zitat von Bombadero:
@Armand: Erstmal: Toller Beitrag :)

Auch mir ist eine Art 3-4-3 in der Offensive aufgefallen und zwar bei Barca. Ich glaube es sah wiefolgt aus, wenn Barca im Angriff war.

--------------------------Valdes----------------------------
--------------------------------------------------------------
---------------Puyol-------------Pique---------------------
------------------------Busquets----------------------------
----------Xavi------------------------Iniesta---------------
-Alves--------------------------------------------Adriano---
--------------------------------------------------------------
---------------------------Messi----------------------------
----------Pedro-----------------------Villa------------------

Busquets hat quasi mit Puyol und Pique eine Dreierkette gebildet. Alves und Adriano haben teilweise fast als Außenstürmer agiert, während von Xavi und Iniesta (teilweise auch von Messi) die Fäden gezogen wurden.

Meint ihr das kann man auch zu dieser Entwicklung zählen oder ist das "nur" ein sehr offensives 4-3-3?

Ich freue mich auf eure Antworten :)


Hey danke fürs Lob... ein Fehler ist mir leider noch aufgefallen... Argentinien ist natürlich nicht 3 mal Weltmeister sonder nur 2 mal... naja... ich schiebe es mal auf die Eile... *gg*

Ja du hast Recht, ich würde Barca´s 4-3-3 definitiv in diese 3-4-3- Reihe einsortieren oder vielleicht als Zwischending...

wobei ich das taktisch geringfügig anders sehe, aber das ist nur meine Beobachtung...

Bei Ballbesitz:

Die Außenverteidiger wandern recht weit vor (Alves deutlich weiter als Maxwell), Maxwell gibt hierbei eine Art LM, deckt den Raum und schlägt hin und wieder Flanken. Auf Rechts deckt Xavi den freien Raum hinter Alves so ab, dass beide pressen können. Maxwell und Busquets sind zu 95% der Spiele genau auf eine Höhe und decken den AMF Iniesta. 3-4-3... etwas versteckt aber ja... genau das ist es...

--------------------------Valdes----------------------------
--------------------------------------------------------------
---------------------------------Puyol----------------------
---------------Pique-----------------------------------------
------------------------Busquets--------------Maxwell---
-------------------Xavi--------------------------------------
-Alves----------------------------Iniesta-------------------
------------------------Messi-------------------------------
--------------Pedro-----------------------------Villa-------

Balleroberung:

Nun wird es interessant, denn hierbei stimme ich deinem Post durchweg zu. Wenn der Ball erobert werden soll, rückt Busquets nämlich quasi in die Innenverteidigung und so entsteht mit den rückkehrenden AV`s eine Art 5-2-3... Wobei hier drei "Stürmer" für das Pressen des Ballführenden Spielers verantwortlich sind.

----------------------------Valdes----------------------------
--------------------Pique-----------Puyol-------------------
----Alves----------------Busquets------------Maxwell----
-------------------Xavi----------------Iniesta---------------
-----------------------------Messi----------------------------
------------Pedro-----------------------------Villa-----------
----------------------------------------------------------------
----------------------------------------------------------------
----------------------------------------------------------------
----------------------------------------------------------------

enorme Raumverknappung und Spielerüberzahl im Mittelfeld.Messi Pedro und Villa können aktiv Pressen ohne sich tot zu laufen. Das Interessante passiert wenn Barca den Ball dann mal wieder hat... Die AV`s schwärmen aus Messi Villa und Pedro suchen den Weg in die Gasse und Xavi, Iniesta sowie Busquets spielen den Ball geschickt hin und her bis alle Spieler in Position sind...

Vielleicht ist das ja das System der Zukunft... DAS ES EBEN NICHT MEHR NUR EIN SYSTEM GIBT, SONDER ZWEI... Idealerweise gibt es defensiv ein 10-0-0 und offensiv ein 0-0-10...

Auch Arsenal ist ein herrliches Beispiel. Allerdings hier eher wie Dortmund auf Konter und schnelle Abschlüsse ausgelegt als Barca (oder Bayern) mit offensivem Positionsspiel.

Alles in allem könnte man sagen, dass es zunehmend keine freien Positionen mehr gibt. Wenn eine Position wie die des dritten Innenverteidigers eben nicht mehr gebraucht wird, dann wandert der Spieler eben in seine Offensivposition um dort aktiv am Spielgeschehen teil zu nehmen.

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------------------------- Péle -------------------------
--- D. Maradona ------------------ L. Messi ---
----------------------- J. Cruijff -----------------------
----------- ​Z. Zidane ------- A. Iniesta -----------
----------------------- A. Pirlo -----------------------
---- R. Carlos ---------------------- P. Lahm ----
---------------------- P. Maldini ----------------------
---------------------- M. Neuer ----------------------

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Armand am 08.03.2011 um 16:23 Uhr bearbeitet
Zukünftige Systementwicklungen |#4
09.03.2011 - 00:18 Uhr
Zitat von Scouserboy:

Zu zukünftigen Systemen: Das 4-2-3-1 wird wohl durch konsequente Verfeinerung von "false nine" und "false ten" zu einem 4-6-0 werden (wurde bspw. durch Spalletti bei der Roma praktiziert). Das 3-6-1 als Hauptsystem kann ich mir nicht vorstellen, da hier ein Mann zuviel in der Abwehr ist.
Insgesamt wird es wohl auf sehr fluide System hinauslaufen, wie das oben genannte 4-6-0, in diesem Zusammenhang will ich auch auf das 3-4-3 der Mexikaner zur letzten WM, die Chilenen im selben Tunier oder Neapels 3-4-2-1 hinweisen. Das 4-4-2 in Abarten wird aber wohl ebenso weiterpraktiziert werden - Beispiele zB Villareals 4-2-2-2 oder Pools 4-4-1-1 vom Wochenende ( :D ).
Übrigens sehe ich den 3 Verteidiger nicht hinter den beiden anderen IV, sondern davor, um so in bestimmten Situationen ins Mittelfeld zu stoßen (siehe Marquez, Busquets).



Ein paar Gedanken dazu, etwas unstrukturiert allerdings:

Damit, daß neue Systeme meistens Reaktionen auf den alten state-of-the-art sind, würde ich Armand rechtgeben. Etwas präzisiert: gute, kreative, innovative Mannschaften sind in der Lage, ein solches System durchzuführen und damit Erfolg zu haben; wenig innovative Mannschaften machen das dann nach, egal ob es sinnvoll auf die Spieler zugeschneidert ist oder nicht.

Darauf aufbauend finde ich derzeit folgende "Trends" (oder altbekannte Wahrheiten) interessant:

1. Gegen Gegenspieler ist es schwer.
a.) Starke Außenspieler kann man durch konsequentes Doppeln aus dem Spiel nehmen. (Beispiel: Jede Wald-und-Wiesen-Mannschaft gegen Ribery und Robben)
b.) Auch bloße Masse kann schon etwas ausmachen. (Beispiel: Chelsea mit den drei zentralen Mittelfeldspielern gegen Barcelona vor zwei Jahren, Inter gegen Barca letztes Jahr, Arsenal heute, wenngleich von letzteren furchtbar schwach ausgeführt)

Daraus würde ich für ein "Spielsystem der Zukunft" ableiten, daß man zumindest die Mitte dichtzumachen versuchen wird, d.h. in statischen Situationen immer einen Pulk von vier Mann dort, dazu noch besagtes Doppeln auf außen. Daraus würde sich defensiv entweder ein 3-4 oder ein 4-3 empfehlen:

---- X ---- X ---- X ----
- X --- X ---- X ---- X -

bzw.

- X --- X ---- X ---- X -
---- X ---- X ---- X ----


2. (Jogi und Urs) "Man braucht mindestens vier Spieler, um eine Abwehr in Gefahr zu bringen"

Das schließt eigentlich einen statischen Tannenbaum als "Standardsystem" für dominante Mannschaften aus ("Standardsystem" i.S.v. von erfolgreichen, d.h. zumeist dominanten Mannschaften gespieltes System, das die anderen dann großflächig nachahmen; einzelne Tannenbäume können natürlich immer gespielt werden).

Hier könnte sich meiner Meinung nach ein Trend zum "funktionalen Positionsspiel" abzeichnen, d.h. man will einen abschlußstarken Spieler mit Zug zum Tor, muß den aber nicht zwingend "im Sturm" aufstellen, sondern kann ihn wie bspw. Podolski nominell auf den Flügel packen. Oder, noch interessanter, weil zu dem angesprochenen trequartista-/false-nine-Paradigma passend: Torgefahr durch kopfballstarke Spieler aus dem Spiel ist nie verkehrt, aber die Situationen, in denen solche Szenen erzeugt werden können, sind beschränkt. Insofern kann man mglw. auf den Sturmtank/das Kopfballungeheuer à la Hrubesch oder Gomez verzichten, diese Position mit einem spielstarken Pedro, Villa oder Messi besetzen, und die Torgefahr per Kopf durch einen box-to-box-Khedira oder -Ballack aus dem Mittelfeld erzeugen, der in besagten Situationen ständig aus dem Rückraum in den Strafraum vorrücken soll.

Verbinden wir die vier falschen Neunen und den Khedira-Spieler, sähe das offensiv bspw. so aus:

-- X ----- X ----- X --
-------------- X -------
--------- Kh ----------

Was aber in Verbindung mit obigem Defensivschema bedeutet, daß der Khedira-Spieler und der "vierte Angreifer" zu der Dreier- oder Viererreihe im defensiven Mittelfeld gehören müssen, sonst geht's mit der Spielerzahl nicht auf.

Beispiel:

-- X ----- X ----- X --
-------------- X -------
---- Kh ---- X ---------
- X --- X ---- X ---- X -

oder

-- X ----- X ----- X --
-------------- X --------
- X --- Kh --------- X ---
---- X ---- X ---- X ----

Was im Normalfall zu einem Defizit an Stabilität in der Zentrale führen könnte, wenn man davon ausgeht, daß entweder "der Schweinsteiger" fehlt oder der vierte Angreifer defensiv eher überschaubare Qualitäten hat.

Deswegen gehe ich persönlich ganz massiv von einer Renaissance des Libero aus. Nicht vom Ausputzer, aber von einem spielstarken Verteidiger, der sich in der Vorwärtsbewegung konsequent ins Mittelfeld einbinden läßt, um dort für Überzahl und Anspielstationen zu sorgen. Typ Hummels. Und die taktischen Systeme werden sich dann an dieses Phänomen anpassen.

Typisch wäre zum Beispiel folgendes:

---- X ----- X ----- X ----
----------------- X -------
- X ----- Kh ---------- X -
------- Schw -- L --------
----------- X --------------

Als fluides System stelle ich mir diesbezüglich vor allem vor, daß man die Überzahl im Offensivspiel in etwa dadurch hinbekommt, daß man "in Wellen" angreift. Das heißt, hat man Ballbesitz auf der linken Seite, schaltet sich der linke Außenverteidiger mit ein, während der rechte Außenverteidiger für Defensivstabilität sorgt; die Breite wird durch den rechten Angreifer erzeugt.

Also:

---- X ------ X -------------
- LV ----- X -- Kh -------- X -
----------- Schw -----------
--------------- L ---- RV ---
----------- X --------------

Bei einem Seitenwechsel nach rechts verschiebt sich das dann so:

------------- X ----- X ------
- X ----------- Kh - X --- RV -
---------- Schw -------------
---- LV ------- L ------------
--------------- X -------------

So könnte man offensiv ständig Überzahl erzeugen, ohne die defensive Ordnung zu verlieren. Ist sicher laufintensiv, würde aber immer neue Gefahrensituationen setzen.


Defensiv könnte das grundsätzlich so aussehen:

---------------------- X ----
------ X ------ X -----------
------------ X --------------
------- Kh -- Schw --------
- LV ---- X ---- L ---- RV -

Man könnte das also vielleicht als 4-1-1-4 bezeichnen, wobei man in der traditionellen Notion das Mittelfeld (das ja ständig doppelt und dreifach besetzt wäre) unterrepräsentiert sähe. Vielleicht so: 1-4-1-4, wobei die erste Eins den defensiv orientierten Verteidiger bezeichnet, die erste Vier die üblicherweise im Mittelfeld vorhandenen Akteure (Schweinsteiger, Libero, rechter und linker Flügel), die nächste Eins den "verkappten Mittelstürmer", der aus dem Mittelfeld kommt und bei gegnerischem Ballbesitz Teil der Doppelsechs ist, und die zweite Vier die grundsätzlich offensiv ausgerichteten Spieler.

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Jeff... ich heiße Jeff.
Zukünftige Systementwicklungen |#5
09.03.2011 - 01:10 Uhr
In die Zukunft schauen ist schwer. Das momentan favourisierte System 4-2-3-1 kommt aber nicht über Nacht.
Entwicklungen wie
- offensivstarke Außenverteidiger
- Doppelsechs
- Eine Spitze
etc. haben zwangsläufig dazu geführt.
Die Klassischen Flügelspieler im Mittelfeld, die die Linie lang gelaufen sind, fallen weg. Heute sind es eher technische starke Spieler die in die Mitte ziehen. Dadurch wird die Linie draußen für die Außenverteidiger frei. Die Frage ist ob die Außenverteidiger in Zukunft noch Offensiver agieren werden (einige haben was das angeht auch schon das Maximum erreicht :D) ohne gleichzeitig die Defensive zu vernachlässigen und die Vereine somit von einer 4er Kette abkehren. Maradona hat bei der WM auch so einen Versuch gewagt. Jonas und Di Maria spielten dort solche Außen. Während im Zentrum Heinze, Samuel und Demichelis die Dreierkette bildeten. Durch Di Maria klingt diese Aufstellung auf dem Papier natürlich sehr Offensiv. Es war zwar nur das erste Spiel aber vielleicht war er ja nicht nur ein Querdenker sondern auch ein bisschen Vordenker.

Ansonsten sehe ich auch die Auflösung klassischer Spielertypen. Es gibt kaum noch Spieler die nur auf eine Aufgabe oder Position spezialisiert sind. Spieler werden wie gesagt flexibler und das ermöglicht auch flexiblere Aufstellungen.
Zukünftige Systementwicklungen |#6
10.03.2011 - 18:40 Uhr
Zitat von SexiestManAlive:


Daraus würde sich defensiv entweder ein 3-4 oder ein 4-3 empfehlen:

---- X ---- X ---- X ----
- X --- X ---- X ---- X -

bzw.

- X --- X ---- X ---- X -
---- X ---- X ---- X ----


Ich kann mir eine Rückkehr zur Dreierkette als dominierende Grundformation nicht vorstellen, sehr wohl seh ich aber großes Potential als taktisches, situatives Mittel. Der einrückende RV/LV, bei vorpreschendem LV/RV ist ja eigentlich schon Usus, aber der sich fallenlassende DM als eine Art moderner "Libero" wird da noch stärker in Mode kommen. Busquets macht das ja schon prima bei Barca und Spanien, Schweinsteiger hat es ja auch gegen Dortmund mit "mäßigem" Erfolg probiert. Dennoch, basierend auf den aktuellen Trends wird Pressing zukünftig sicherlich noch höher und intensiver erfolgen, so dass dies ein hervorragendes Mittel ist sich dem gegnerischen Pressing zu entziehen und der Raumverknappung entgegenzuwirken, indem man so das Spielfeld in die Länge und Breite zieht.

Nichtsdesotrotz ist mir eine 3er-Kette gegenüber der 4er-Kette als Grundformation strukturell, vor allem auf den Außen, zu schwach auf der Brust. Primär fällt ja die Verteidigung der Außenbahn bei einer 3er-Kette in das Ressort des rechten Mittelfeldspielers, der so gesehen dann gar keiner richtiger MF-Spieler mehr ist, sondern vielmehr das Aufgabenspektrums eines klassischen Wingbacks der 80er zu erfüllen hat. Eine Aufgabe, die sich heutzutage für gewöhnlich zwei Spieler teilen, nicht umsonst, denn dies ist in der Regel mit soviel Laufarbeit verbunden, dass dies ein Spieler alleine gar nicht mehr bewerkstelligen kann. Hinzu kommt noch, dass der Spieler durch seine vorgezogene Position, weiter vom IV und der Abseitslinie entfernt, schlechter durch diese geschützt werden kann. Wenn diese Position also nicht durch einen absoluten Außnahmeathleten wie Dani Alves besetzt wird, wird dieser über kurz oder lang vom gegnerischen AV und off. Außenspieler zermürbt werden - vor allem wenn der eigene offensive Außenspieler ziemlich eng spielt, was sich ja bei einem 3-4-3 anbietet.
Die Schwächen, die eine 3er-Kette gegen alles andere als zwei Stürmer hat, sind ja allgegenwärtig bekannt. Entweder hat man einen Mann zuviel oder zuwenig hinten.
Ein anderes Problem ist die Flexibilität. Das bspw. mexikanische 3-4-3 mag ja durchaus flexibler sein als ein flaches 4-4-2, aber gegen eine 4er-Kette in einem 4-2-3-1 sehe ich da keinerlei Vorteile. So lässt sich die 4er-Kette ohne Problem in eine 3er-Kette umwandeln. Zum Beispiel: Angriff über links(vom Angreifer aus gesehen), RV rückt vor und bildet eine Linie mit dem MF und der LV rückt ein um eine 3er-Kette zu schaffen. Dies ist eine Bewegung zum Ball hin, schafft also Druck. Natürlich lässt sich auch eine 3er-Kette in eine 4er-Kette umwandeln, allerdings erfolgt dann die Bewegung parallel oder gar vom Ball entfernt und ist somit eher kontraproduktiv.
Der nächste Punkt wäre die Position des Balles. Nimmt man SMAs Schema zugrunde, so bieten sich folgende Räume (mit einem O gezeichent) zum spielen des Balles an:

4er-Kette

-O-- X ---- X ---- X --O-
- X --- X ---- X ---- X -

Für die verteidigende Mannschaft der Idealfall, der Ball könnte nirgendwo sonst besser aufgehoben sein. Der Gegenspieler hat fast keine Anspielstationen, man hat zwei Mann direkt am Ball (wenn der Angreifer mitmacht, sogar drei) und es geht keinerlei direkte Torgefahr aus. Trennt sich der angreifende Spieler nicht schnell genug vom Ball, bleibt entweder nur der lange Ball nach vorne oder zurück zum Torwart- in beiden Fällen hat die Verteidigung ihr Ziel erreicht, sofern sie den Ball nicht eh schon gewonnen hat.


3er-Kette

- X --- X ---- X ---- X -
-O-- X ---- X ---- X --O-

Eine denkbar schlechte Position für die Abwehr. Hat der angreifende Spieler erstmal den Ball aufgenommen, ist der Weg frei. Einer der IV muss dann rausrücken, heißt für die Mitte, egal ob nun gegen 2er oder 3er-Sturm, eine unangenehme 1:1-Situation, in der die IV durch den rausrückenden Verteidiger noch ungeordnet und außer Position ist. Den Ball in diese Position zu bringen ist gar nicht mal so schwer. Entweder durch eine Kontersituation, in der der WB aufgerückt ist und der Außenstürmer stehen geblieben ist, oder durch permanente Sturmläufe von AV und Außenstürmer, die der Wingback irgendwann nicht mehr mitgehen kann.

Fazit:
Eine Renaissance der 3er-Kette ist für mich nicht feststellbar und wird es auch nicht geben. Zu einem aus den oben genannten strukturellen Grundschwächen gegenüber der 4er-Kette, zum anderen, weil die 3er-Kette auch nicht wirklich tot war (sollte man nicht gleichsetzen mit dem Tod des Liberos). Bei entsprechendem Personal (d.h. Existenz eines Mannes mit überragenden physischen Fähigkeiten oder Abstinenz guter Außenspieler) macht die 3er-Kette durchaus Sinn. Dennoch ist der Weg zumindest in Europa klar, man schult AVs, die im Verbund mit der Mannschaft angreifen und verteidigen, keine WBs, die alleine und möglichst autonom eine Seite beackern. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass Fußball noch professioneller und physischer wird, wird es auch viel weniger Spieler geben, die in Sachen Ausdauer und Schnelligkeit ihrem Gegenüber evident überlegen sind, was aber für einen guten Wingback Grundvoraussetzung ist.
Anders mag das in Lateinamerika sein, da hat der Wingback eine längere Tradition und ist auch nie wirklich verschwunden. Vor allem in Brasilien, angefangen mit Carlos Alberto über Cafu und Roberto Carlos bis hin zu Maicon und Dani Alves. Sicherlich kein Zufall, dass Lahm und Sergio Ramos Europäer sind und Maicon sowie Dani Alves Südamerikaner. Die einzigen drei Teams bei der WM, die eine 3er-Kette erfolgreich spielten, Uruguay, Chile und Mexiko, stammen auch aus Lateinamerika. Aber wie gesagt, dies halte ich nicht für einen Trend oder gar die Zukunft des Weltfussballs, sondern für eine Reaktion auf das Paradigma des AV in Europa und Lateinamerika.

Zitat

2. (Jogi und Urs) "Man braucht mindestens vier Spieler, um eine Abwehr in Gefahr zu bringen"


Auf was bezieht sich diese Aussage? Offensive, Defensive (Pressing) oder beides?

•     •     •

Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.
Zukünftige Systementwicklungen |#7
20.07.2011 - 10:53 Uhr
Zitat von 200moritz:

Wie soll dieses 3-3-3-1 oder 3-2-3-2 aussehen?
Ich weiß natürlich nicht wie du dir das vorstellst, erläutere das doch bitte.
Etwa ohne Außenverteidiger?



Ich finde den Gedanken grundsätzlich nicht so abwegig. Fußballtaktik dient ja generell dazu, mit der Knappheit der Spieler auf dem Platz zu jonglieren; und dann ist es in erster Linie sinnvoll, die Positionen nicht aus Selbstzweck zu besetzen, sondern weil eine funktionale Notwendigkeit dafür besteht.

Auch derzeit sieht es bei einer Viererkette ja nicht so aus, daß die klassische Außenverteidigerposition ständig besetzt ist; von einem "modernen Außenverteidiger" wird schließlich verlangt, bei gegnerischem Ballbesitz seine Defensivseite zu besetzen, sich bei eigenem Ballbesitz aber auch ins Angriffsspiel miteinzuschalten und beispielsweise die Linksaußenposition einzunehmen. Wichtig ist also, daß je nach Spielsituation die potentiellen Anspiel- und Absicherungspositionen besetzt sind; aufgrund der zahlreichen möglichen Spielsituationen und der angesprochenen Knappheit der Spieler kann das fast nur funktional erfolgen.

Es spricht meiner Meinung nach nun nichts grundsätzliches dagegen, die defensiv benötigten Positionen "horizontal" und nicht "vertikal" funktional zu besetzen, wenn diese Begriffsneuschöpfung einigermaßen klar ist. Das heißt: wenn ich prinzipiell zwei Abwehrspieler in der Mitte und einen Abwehrspieler auf der Seite, in der der Gegner in Ballbesitz ist, brauche, dann kann ich das auch mit einer Dreierkette spielen, in der zumindest die beiden äußeren Innenverteidiger auch einen defensiven Außenverteidiger des Typus Arne Friedrich oder kürzlich in der Nationalmannschaft Benedikt Höwedes spielen können. (Dann spielt man variabel entweder mit einer Viererkette ohne Links- bzw. ohne Rechtsverteidiger, das wird durch das Einrücken auch jetzt nicht anders gehandhabt.) Dafür würden sie von den Offensivaufgaben des derzeit modernen Außenverteidigers weitgehend entbunden werden, diese Funktion müßten dann andere Spieler auf dem Platz übernehmen. In obigem Beispiel eben einer der 3-3 bzw. 2-3 im mittleren Block.

•     •     •

Jeff... ich heiße Jeff.
Zukünftige Systementwicklungen |#8
20.07.2011 - 14:22 Uhr
Zitat von 200moritz:

Wie soll dieses 3-3-3-1 oder 3-2-3-2 aussehen?
Ich weiß natürlich nicht wie du dir das vorstellst, erläutere das doch bitte.
Etwa ohne Außenverteidiger?


3-2-3-2
LIV-IV-RIV
DM-DM
RM-OM-LM
LS-RS

Ballbesitz:
Die Verteidiger gehen breit gestaffelt an die Mittellinie, sodass sie jederzeit angespielt werden können, wenn der Ballführende bedrängt wird.
Die defensiven Mittelfeldspieler bilden mit dem offensiven Mittelfeldspieler eine Dreierreihe vor dem Strafraum und können bei Bedarf die Flügelspieler im Mittelfeld unterstützen.
Der offensive Mittelfeldspieler kann in die Spitze vorstoßen oder die Stürmer bedienen. Er ist das Hirn in der Mannschaft.
Die Stürmer reißen Löcher für die Mittelfeldspieler und versuchen sich eine gute Position zu erarbeiten.

Verteidigend:
Die Verteidiger riegeln den Strafraum ab.Der linke und der rechte Innenverteidiger unterstützt den linken und rechten Mittelfeldspieler bei der Arbeit auf den Außen. Die defensiven und offensiven Mittelfeldspieler formieren sich vor ihrem Strafraum und helfen auch im Strafraum aus. Die Stürmer versuchen in der Nähe der Mittellinie zu stören.

Mit diesem System lässt es sich gut kontern und man kann gegnerische Konter gut abfangen.

Die offensive Dreierreihe hat in diesem System die größte Bedeutung: Die Außen müssen offensiv und defensiv richtig gut sein, der Zentrale fädelt die Angriffe ein und fungiert gleichzeitig als Sechser in der Defensivarbeit.

3-3-3-1:

Wurde schon manchmal hier erwähnt, es ist ein sehr kompaktes System, das z.B. von Chile während der WM gespielt wurde. Habe jetzt nicht die Lust das auch noch detaliert aufzuschreiben.

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Prost!
Zukünftige Systementwicklungen |#9
04.09.2011 - 02:46 Uhr
Zitat von roter_teufel:
Ich könnte mir ein 4-2-4 in der Nationalmanschaft vorstellen :

________________Kroos______Schweinsteiger______________
__Müller________Götze_______Özil___________Podolski______


Das ist kein 4-2-4, sondern eher ein 4-2-4-0 oder ein 4-6-0. Keiner dieser Spieler (bis auf Podolski) ist ein richtiger Stürmer.

Ich habe generell aber die Vermutung, dass in absehbarer Zeit ohne richtigen Stürmer gespielt wird. Bereits jetzt ist es schon so, dass der Target Man (Zielspieler) und der Poacher (reiner Torjäger) so gut wie ausgestorben sind, oder selten vorhanden. Die Spieler - jetzt im Falle des Stürmers, müssen einfach mehr können als nur Tore schießen, sondern auch gut passen, defensiv aktiv sein, etc. Alle Spieler von Abwehr zum Sturm müssen quasi alles können. Weiterhin ist es so, dass Deutschland massenhaft Mittelfeldtalente produziert, während es im Sturm bis auf Mario Gomez keinen Spieler gibt, der annährend der Weltklasse nahe kommt oder kommen wird.

Interessant wäre demnach folgendes System, welches aber auch sehr nah an der jetzigen Nationalmannschaft ist: http://www.abload.de/img/nati3orz.jpg

So könnte es vielleicht in 4 Jahren aussehen. Podolski ist draußen; er kann zwar gut schießen, aber im Spielaufbau macht er einfach zu wenig und ein wirklich guter Passer ist er auch nicht. Sven Bender ersetzt Khedira, weil ersterer technisch einfach besser ist als Khedira und ebenso ein besserer Passer. Schweinsteiger und Lahm könnten aber immer noch statt Kroos bzw. Schmelzer/Beck spielen - ich find die Mannschaft persönlich nur sympatischer so ;)

Was erstmal auffällt ist, dass die Formation keinen richtigen Stürmer hat, sondern mit Müller eher einen spielenden Stürmer, eine Falsche Neun. Da eine Falsche Neun sich ins Mittelfeld zieht, um eine Überzahlsituationen und Passstationen zu schaffen, hat Deutschland effektiv 6 Mittelfeldspieler und keinen Stürmer. Mit der Falschen Neun kommt aber auch eine Falsche Zehn - das hat die WM 2010 auch gezeigt. Die Falsche Zehn tut umgekehrtes zur Falschen Neun - die Zehn tauscht quasi mit der Neun die Position im Ballbesitz. Auch Götze könnte die Falsche Zehn spielen, mal sehen, wer in 4 Jahren der torgefährlichere der beiden ist.

Man könnte auch Özil mit Müller tauschen, dann ist Özil die Falsche Neun und Müller derjenige, der im Ballbesitz gefährliche Sprints nach vorne macht. Letzterer ist auch torgefährlicher. Kann man je nach Situation und Gegner anpassen.

Die Mannschaft sollte sehr schön auf Ballbesitz spielen können, da die Spieler im Mittelfeld alle technisch gut sind und auch sehr gut passen können (vor allem darum Holtby statt Schürrle links). Bereits jetzt schon ist die Tendenz auf Ballbesitzspiel erkennbar, man schaue sich einfach das Spiel gegen Brasilien an.
_______

Bei Barcelona gegen Villarreal spielte Guardiola ein 3-4-3, welches effektiv aber 3-3-4(-0) wurde, weil Fabregas eine Falsche Zehn spielte und Messi die typische Falsche Neun. Eben diese beiden Spieler und Pedro & Sanchez waren keine richtigen Stürmer, sondern eher im Raum zwischen Abwehr und Mittelfeld, sodass auch das Spiel Barcelonas mehr oder weniger ohne Stürmer ist - nur dass der Offensivdrang so groß ist und dadurch eher 4 Stürmer vorgegaukelt werden. In Wirklichkeit beteiligen sich die 4 offensiven Leute sehr stark am Aufbauspiel.

Interessanter dabei ist, dass mehr 4 "Stürmer" und nur 3 Verteidiger spielten. Normalerweise ist die Zahl der Abwehrspieler größer als die der Stürmer. Aber wenn in Zukunft ohnehin ohne Stürmer gespielt werden sind 4 Abwehrspieler auch nicht wirklich sinnvoll, zumal die 2 Innenverteidiger keine Aufgabe haben. Stattdessen könnte man mit wieder mit drei Verteidigern spielen, jedoch so weit auseinander, dass es 1 Innenverteidiger und 2 Außenverteidiger statt 3 IVs sind. Im defensiven Mittelfeld gibt es dann drei zentrale Spieler. Zwei davon sollen zur Bekämpfung der Falschen Neun bzw. Zehn sein - einer der sich auch mal in die Abwehr fallen lässt, wie zur heutigen Zeit Sergio Busquets.

Eventuell geht es so weit, dass die Pyramide wieder zurückgedreht wird (no pun intended :D). Startete der Fußball mit einem 2-3-5, so wurde in den 90ern das 5-3-2 (oder auch 3-5-2, ist sehr ähnlich) zum Standard.
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