Neurologische Dysfunktion
Wovon der FC Bayern bei Musiala jetzt ausgeht – „Sprachloser“ Hoeneß: „Ein Drama“
©IMAGO
Dieser Artikel erschien auf Transfermarkt in seiner ersten Fassung um 11:57 Uhr Uhr und wurde anschließend um Aussagen von Uli Hoeneß ergänzt.
Der FC Bayern rechnet damit, dass Jamal Musiala seine Karriere trotz einer neurologischen Dysfunktion fortsetzen kann. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Verein erfuhr, gebe es derzeit keine Hinweise, dass der Nationalspieler nicht weiter auf dem Niveau Fußball spielen könne. Der 23-Jährige war am Vorabend beim Testspiel gegen den 1. FC Heidenheim zusammengesackt – ähnlich wie schon drei Tage zuvor im Spiel gegen RB Leipzig. Er wurde jeweils kurz behandelt und lief dann vom Feld.
Musiala hatte am Dienstagabend dann in den sozialen Medien mitgeteilt: „Es wurden bei mir temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen festgestellt, welche auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen sind. Diese können zu den zuletzt vorgekommenen Momenten führen, wie gegen Leipzig oder auch jetzt in Heidenheim.“
Das französische Wort Absencen bedeutet im Deutschen so viel wie „Abwesenheit“. Das traf auf Musiala zu, der gegen Leipzig und gegen Heidenheim auf dem Platz kurzzeitig weggetreten wirkte. Absencen sind eine Form epileptischer Anfälle.
Keine ärztlichen Bedenken bei Musialas Einsätzen
Wie aus dem Verein zu hören war, sei der Einsatz Musialas in den beiden Partien jedoch völlig unbedenklich und ärztlich umfangreich abgesprochen gewesen. Der Sportler selbst hatte in seinem Statement geschrieben, dass er „in bester medizinischer Behandlung und sehr optimistisch“ sei. „Der FC Bayern und mein privates Umfeld sind immer an meiner Seite und unterstützen mich auf diesem Weg. Wichtig ist, es besteht kein darüber hinausgehendes gesundheitliches Risiko.“
Eine Prognose, wie es mit dem Offensivspieler nun in den nächsten Tagen und Wochen weitergeht – ob er etwa im Supercup am Samstag bei Borussia Dortmund oder beim Liga-Start sechs Tage später gegen den VfB Stuttgart eingesetzt werden kann – gab es zunächst nicht.
FC Bayern: Hoeneß äußert sich zur Situation von Musiala
Update 12:31 Uhr: Klubpatron Uli Hoeneß, der das Testspiel am Bildschirm verfolgte, erklärte im Gespräch mit „RTL“ und „Sky Sport“, dass man schon länger über die Entwicklung bei Musiala informiert sei. „Dass das vier Tage später wieder passiert, das hat mich vom Hocker gehauen.“ Er sei „sprachlos“ gewesen, was selten genug vorkomme. „Es ist ein Drama, speziell für den Jamal.“ Mit dieser Häufung der Probleme habe man nicht gerechnet. Es sei mittelfristig aber auch für den Verein ein Problem. „Weil wir im Moment ehrlich gesagt ziemlich sprachlos sind. Wir haben uns darauf nicht vorbereiten können und wir müssen erst lernen, mit dieser Situation umzugehen.“
Musialas Lage beschäftigt den 74-Jährigen sehr. „Ich gehe mit dem Gedanken abends ins Bett und wache morgens mit dem Gedanken an ihn auf.“ Der frühere Manager betonte zugleich: „Es gibt eine bedingungslose Unterstützung für Jamal.“ Auch der Zeitpunkt sei bitter, wie Hoeneß erklärte: „Wir waren immer der Meinung, dass nach der WM eine neue Ära für Jamal beginnt.“
Es habe nach dem vorangegangenen Spiel gegen RB Leipzig eine klare Absprache gegeben, dass bei einem erneuten Vorfall Musiala an die Öffentlichkeit gehen werde, verriet der Ehrenpräsident. So kam es dann auch. Man habe zudem eine schriftliche Erklärung der behandelnden Neurologen erhalten, dass es „keine Bedenken gegen einen Hochleistungssport“ gebe. „Denn ohne das hätten wir uns ja fahrlässig verhalten.“ Seitdem schlafe man „ein bissl ruhiger“, so Hoeneß. Der FCB habe sich an die neue Situation aber erst herantasten müssen.
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