„Schwer, es allen recht zu machen“
Tuchel verzichtet auf drei der zehn wertvollsten Engländer – WM ohne 100-Millionen-Palmer
©IMAGO
Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel lässt für die Weltmeisterschaft drei der zehn wertvollsten englischen Fußballer zu Hause, obwohl sie zur Verfügung stehen. Cole Palmer (Marktwert 110 Mio. €), Phil Foden (80 Mio.) und Trent Alexander-Arnold (65 Mio.) gehören nicht dem Kader der Three Lions an, den der Coach am Freitag für das Turnier im Sommer preisgab. Zuvor hatte schon Abwehrroutinier Harry Maguire mit großer Enttäuschung öffentlich gemacht, dass er nicht nominiert wurde.
Chelsea-Stürmer Palmer ist nach aktuellem Stand damit einer von drei Fußballern weltweit, der einen Marktwert von mehr als 100 Millionen Euro verzeichnet, bei der WM aber nicht mitwirken kann. Unter allen Engländern ist der 24-Jährige der viertwertvollste Spieler überhaupt, weltweit liegt Palmer auf einem geteilten 12. Rang. In der aktuellen Saison hatte der Finalheld der Klub-WM lange mit Leistenproblemen zu kämpfen, erzielte im Winter und Frühjahr acht Treffer in der Premier League, blieb dann aber seit Anfang März ohne Torerfolg für Chelsea.
Foden – fünftwertvollster Engländer – hatte bei Manchester City eine schwierige Zeit seit dem Jahreswechsel, kam nur noch vereinzelt zu Startelfeinsätzen unter Trainer Pep Guardiola. Nationalcoach Tuchel hatte im März-Lehrgang aber noch auf den 25-Jährigen gesetzt. Schon länger nicht mehr Teil der Three Lions war Alexander-Arnold – Rang neun unter allen Engländern –, der bei Real Madrid mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Dafür darf Tottenhams Djed Spence (25) nach vier Länderspielen ab September mit nach Nordamerika reisen. Wertvollster Spieler im Kader ist der frühere Dortmunder Jude Bellingham (22; 140 Mio.) von Real Madrid.
Zwei Bundesliga-Profis dabei – Tuchel spricht über Nominierungen
Ais der Bundesliga dabei sind Stürmer Harry Kane (32) vom FC Bayern und Jarell Quansah von Bayer Leverkusen. Der 23 Jahe alte Verteidiger hatte im November sein erstes Länderspiel unter Tuchel bestritten. Im März fehlte er verletzungsbedingt. Torjäger Kane hat unterdessen mit Ivan Toney (30) einen lange nicht gesehenen Sturmkollegen. Der Angreifer von Al-Ahli in Saudi-Arabien machte zuletzt vor fast einem Jahr sein letztes Länderspiel mit einem Kurzeinsatz. Insgesamt hat der frühere Brentford-Profi erst sieben Partien für England bestritten, nur eine von Beginn an.
„Es ist schwer, es allen recht zu machen, und letztendlich müssen wir eine Mannschaft aufstellen, an die wir wirklich glauben“, erklärte Tuchel nach Bekanntgabe seines Kaders. „Wenn Zweifel aufkommen, spielt man nicht auf dem gleichen Niveau. Es kommt darauf an, wem wir vertrauen, wer ab September eine Kultur geschaffen hat, auf die wir uns stark verlassen konnten.“
Von Anfang an habe er betont, die beste Mannschaft und nicht unbedingt die talentiertesten Spieler zusammenbringen zu wollen. Tuchel sagte: „Manchester City und Arsenal definieren sich über ihren Teamgeist. Was wir erreichen wollen, können wir nur als Team erreichen. Wir sind rund um die Uhr zusammen, nicht wie im Vereinsfußball mit einem freien Tag. Wir haben uns viele Gedanken über diese weichen Faktoren gemacht und darüber, wie wir die richtige Chemie im Team entwickeln können. Ich denke, wir haben die richtige Balance gefunden.“ Von den angesprochenen Klubs Man City und Meister Arsenal berief Tuchel jeweils vier und damit die meisten Spieler.
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