Toppmöller über Sages große Fußstapfen in Lens & Gründe fürs SGE-Aus
In zwei Wochen startet Dino Toppmöller in der Trophée des Champions gegen Paris Saint-Germain in die neue Saison mit dem RC Lens. Im Interview mit „L’Équipe“ hat der 45-Jährige über die neue Aufgabe, die großen Fußstapfen von Pierre Sage und die vergangene Saison mit Eintracht Frankfurt gesprochen. Unter anderem erklärte er die Gründe für die defensiven Probleme bei der SGE.
Ein halbes Jahr nach seinem Aus bei den Hessen übernahm Toppmöller den RC Lens. Trotz einer erfolgreichen Zeit bei der SGE wurde er im Januar nach einem 3:3 gegen Werder Bremen entlassen, was vor allem an der schwachen Defensive lag. In 26 Partien 2025/26 hatte sein Team 60 Gegentore kassiert – zu viel für einen Champions-League-Teilnehmer. „In meinen ersten beiden Jahren in Frankfurt hatten wir die sechstbeste und fünftbeste Abwehr. Aber vor der dritten Saison haben wir unseren besten Verteidiger (Willian Pacho, Anm. d. Red.) verkauft und ihn nicht ersetzt, entgegen meinem Rat, dann wechselte unser Nummer-1-Torwart Kevin Trapp zum Paris FC. Das sind zwei Hauptgründe“, erklärte Toppmöller.
In Lens folgte Toppmöller auf Sage, den es zu Crystal Palace als Nachfolger vom in Frankfurt ebenfalls bekannten Oliver Glasner zog. Unter ihm gewann Lens erstmals die Coupe de France und konkurrierte lange mit PSG um die französische Meisterschaft. „Zu sagen: ‚Vorsicht, der Trainer war gut, also kann ich nicht so gewinnen wie er‘, das entspricht nicht meiner Mentalität. Ich habe vor nichts Angst, ich versuche, es noch besser zu machen“, sagte Toppmöller. „Erfolg ist nicht nur ein Ergebnis. Ich sehe mich als Trainer, der jeden Spieler auf seinem Weg begleitet.“ Wie man mit großen Fußstapfen umgeht, weiß er aus Frankfurt, wo er Glasner beerbte, der die Europa League gewann.
Toppmöller erklärte, dass die Entwicklung der Spieler das Wichtigste bei einem Verein wie Lens sei und nannte beispielhaft das 18 Jahre alte Abwehr-Talent Kyllian Antonio. „Es wird sechs Monate, ein Jahr, zwei Jahre dauern, das spielt keine Rolle, aber meine Herausforderung ist es, ihn in die Voraussetzungen zu bringen, damit er in seinem Alter die beste Version seiner selbst sein kann und diese Dynamik in seiner Karriere beibehält. Ich will gewinnen, aber das Wichtigste ist der Fortschritt des Spielers. Wenn er besser wird, wird das Team besser. Wenn der Trainer den Mut hat, die jungen Spieler einzusetzen, machen sie Fortschritte und wir können sie verkaufen.“ In der vergangenen Saison steigerte sich der Kaderwert von Lens von 124 Millionen auf 235 Millionen Euro, was vor allem an der Entwicklung von Talenten wie Robin Risser, Samson Baidoo oder Mamadou Sangaré lag, der unlängst für die Rekordablöse von 48 Mio. Euro zu Brentford wechselte.
Toppmöller: „Lens ist ein bisschen wie Eintracht Frankfurt“
Parallelen bei seiner neuen Aufgabe zieht Toppmöller zu seinem Ex-Klub, bei dem er Spieler wie Hugo Ekitiké, Pacho oder Omar Marmoush weiterentwickelte, die dann für viel Geld verkauft wurden. „Lens ist ein bisschen wie Eintracht Frankfurt, nur mit weniger finanziellen Mitteln, denn die Krise bei den TV-Rechten hat allen Teams der Ligue 1 zugesetzt. Es herrscht Leidenschaft, die Menschen tragen den Fußball im Herzen, die Mannschaft versucht, die Werte des Vereins zu wahren, und das finde ich großartig. Es ist ein großer Verein, aber ohne die Mittel, die er verdient, und das zwingt uns dazu, bei unserem Scouting schneller zu sein, denn wir können die Spieler nicht mit Geld überzeugen. Vielleicht müssen wir auch mehr Risiken eingehen.“ In Sachen Kaderwert belegt Lens mit 165 Mio. Euro Platz neun in der Ligue 1 und wird in der kommenden Saison in der Champions League an den Start gehen.
„Für mich ist das kein Rückschritt. Für einen Trainer ist das Projekt das Wichtigste. Man kann zu einem großen Verein wechseln, aber wenn die Vereinsführung katastrophal ist, ist man aufgeschmissen. In Lens hat sie sich durch ihre Neuverpflichtungen, ihre Verkäufe und ihre Nachwuchsakademie bewährt. Ich glaube fest an dieses Projekt“, blickte Toppmöller positiv auf seine neue Aufgabe.
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Pacho hat sich jenseits unserer Verhältnisse entwickelt und war aus offensichtlichen Gründen nicht zu halten, trotzdem wurde für keinen anderen Trainer in Frankfurt nur annähernd so viel Geld in die Hand genommen, um ihm einen starken Kader, auch nach seinen Vorstellungen, zur Verfügung zu stellen.
Der soll sich lieber mal fragen, warum unsere Winterzugänge Kalimuendo und Amainouni-Echgouyab auf Anhieb zu den Fittesten im ganzen Kader gehörten und was in seiner sogenannten Saisonvorbereitung schief lief.
Denke auch das einfach zuviele Persönlichkeiten in den letzten Jahren den Verein verlassen haben wie Trapp, Hasebe, Rode, Abraham, Hinteregger und wie die alle hießen, so richtige Anführer gibt es in der Truppe (außer Koch) doch gar nicht mehr...Ist wirklich schade, da es in den letzten Jahren eigentlich (bis auf letzte Saison) Spaß gemacht hat, Euch kicken zu sehen und Eure Fans sind ähnlich wie unsere einfach Weltklasse, von daher hoffe ich das Hütter an den richtigen Stellschrauben drehen kann und es wieder aufwärts geht bei Euch!
- Geb./Alter:
- 23.11.1980 (45)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- RC Lens
- Aktuelle Funktion:
- Trainer
- Vertrag bis:
- 30.06.2028
- Im Amt seit:
- 01.07.2026
- Gesamtmarktwert:
- 187,20 Mio. €
- Wettbewerb:
- Ligue 1
- Trainer:
- Dino Toppmöller
- Kadergröße:
- 28
- Letzter Transfer:
- Franjo Ivanović








