Tabelle Relation Kosten pro Punkt
10.05.2012 - 18:39 Uhr
So, ich hoffe, dass ich als Neu-Schreiber hier keinen Formfehler begehe...ansonsten liebe Mods: verzeiht.
Die "Zeit" hat gerade einige interessante Statistiken zur abgelaufenen Saison präsentiert. (sind hier links erlaubt? Egal, findet jeder selbst...)
Nehme ich jetzt die Relation "Kosten pro Punkt" als Maßstab für die Qualität von Manager und Trainer, so sitzen die Inkompetentesten in München, gefolgt von Wolfsburg. Auf dem Relegationsplatz wäre der HSV, knapp gerettet hätte sich Werder. Meister, weil am effektivsten mit dem vorhandenen Geld gearbeitet, wäre Freiburg, gefolgt von Augsburg und Gladbach.
Dass "Geld Tore schießt" ist ja eine Binsenweisheit, aber sagt diese Tabelle nicht mehr über die Qualität von Management und Trainer aus, als die Tabelle? Spannend wäre ja jetzt ein Gedankenspiel: wie weit käme Jürgen Klopp mit dem Etat von Freiburg oder wie erfolgreich wäre Nerlinger mit dem Finanzmitteln von Lautern?
Die "Zeit" hat gerade einige interessante Statistiken zur abgelaufenen Saison präsentiert. (sind hier links erlaubt? Egal, findet jeder selbst...)
Nehme ich jetzt die Relation "Kosten pro Punkt" als Maßstab für die Qualität von Manager und Trainer, so sitzen die Inkompetentesten in München, gefolgt von Wolfsburg. Auf dem Relegationsplatz wäre der HSV, knapp gerettet hätte sich Werder. Meister, weil am effektivsten mit dem vorhandenen Geld gearbeitet, wäre Freiburg, gefolgt von Augsburg und Gladbach.
Dass "Geld Tore schießt" ist ja eine Binsenweisheit, aber sagt diese Tabelle nicht mehr über die Qualität von Management und Trainer aus, als die Tabelle? Spannend wäre ja jetzt ein Gedankenspiel: wie weit käme Jürgen Klopp mit dem Etat von Freiburg oder wie erfolgreich wäre Nerlinger mit dem Finanzmitteln von Lautern?
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11.05.2012 - 10:03 Uhr
Meine Vorredner scheinen komplett zu übersehen, dass es sich hier um eine Effizienz-Auswertung handelt. Es ist selbstverständlich Blödsinn, dies unter Effektivitäts-Gesichtspunkten zu lesen, aber das liegt nicht an dieser Tabelle, sondern am Leser, der die falsche Tabelle liest. Die Effektivitäts-Tabelle ist die mit den Punkten und Toren.
Die Tabellen in der Zeit zeigen aber, wie effizient die Etats in Bezug auf Tore, Punkte und Siege genutzt wurden und sagt nichts über Effektivität aus. So haben Dortmunds Ausgaben vielleicht den ligaweit größten Punkt- und Tor-Effekt gehabt, aber Freiburgs Aufwendungen waren nach erzielten Toren und nach Punkten am Effizientesten. Weiterhin ist deutlich zu erkennen, dass der FC Bayern gemessen an Punkt- und Torausbeute das meiste Geld zum Fenster herausgeworfen hat, und der FCK zwar effizienter gewirtschaftet hat als der Ligaschnitt, aber eben zu wenig Mittel eingesetzt bzw. zur Verfügung hatte.
Wie nützlich eine solche Auswertung ist, darf dagegen gern bezweifelt werden. Besonders neu sind die zu entnehmenden Informationen für mich jedenfalls nicht - dass Gladbach und Augsburg mehr aus ihren Möglichkeiten gemacht haben als Wolfsburg und Hamburg weiß man auch so, wenn man die Bundesliga schon länger als ein paar Wochen verfolgt.
Die Tabellen in der Zeit zeigen aber, wie effizient die Etats in Bezug auf Tore, Punkte und Siege genutzt wurden und sagt nichts über Effektivität aus. So haben Dortmunds Ausgaben vielleicht den ligaweit größten Punkt- und Tor-Effekt gehabt, aber Freiburgs Aufwendungen waren nach erzielten Toren und nach Punkten am Effizientesten. Weiterhin ist deutlich zu erkennen, dass der FC Bayern gemessen an Punkt- und Torausbeute das meiste Geld zum Fenster herausgeworfen hat, und der FCK zwar effizienter gewirtschaftet hat als der Ligaschnitt, aber eben zu wenig Mittel eingesetzt bzw. zur Verfügung hatte.
Wie nützlich eine solche Auswertung ist, darf dagegen gern bezweifelt werden. Besonders neu sind die zu entnehmenden Informationen für mich jedenfalls nicht - dass Gladbach und Augsburg mehr aus ihren Möglichkeiten gemacht haben als Wolfsburg und Hamburg weiß man auch so, wenn man die Bundesliga schon länger als ein paar Wochen verfolgt.
11.05.2012 - 10:30 Uhr
Zitat von Macca:
Wobei Effizienz eben nur ein Kriterium sein kann bzw. nicht unerheblich an Rahmenbedingungen gekoppelt sind - so dürften Gehaltskosten in München nicht so einfach zu drücken sein, da damit gewisse Status-, Marketing- und Berechenbarkeitsaspekte bedient werden, die für den sportlichen wie wirtschaftlichen Erfolg unerlässlich sind, unter reiner Effizienzbetrachtung jedoch vermeintlich suboptimale Ergebnisse liefern. Die Gleichsetzung von Effizienz und Kompetenz ist jedoch himmelschreiend sinnfrei, obgleich erstere als absoluter Wert sicherlich von Relevanz ist.
Effizienz ist überhaupt kein Kriterium für irgendwas, sondern einfach ein Merkmal jeder Entscheidung, das sich naturgemäß ausschließlich ex post messen lässt. Das verstehen die wenigsten BWLer (was zu vielen Problemen führt): Effektivität und Effizienz sind vielleicht hilfreich bei einer Standortbestimmung als sekundäre Performance-Größen, aber als anzustrebende Benchmarks oder gar eigenständige Optimierungs- und Leistungsziele vollkommen ungeeignet. Effizienz ist maximal, wenn man nichts tut und von allen Seiten beschenkt wird - das Effektivitätsoptimum ist erreicht, wenn man die Welt beherrscht. Wer diese Eigenschaften als Entscheidungs-Kriterien für wirtschaftliches Handeln über alles andere setzt, hat im Studium nur gesoffen oder ist ein armseliger Spinner oder beides.
Wobei Effizienz eben nur ein Kriterium sein kann bzw. nicht unerheblich an Rahmenbedingungen gekoppelt sind - so dürften Gehaltskosten in München nicht so einfach zu drücken sein, da damit gewisse Status-, Marketing- und Berechenbarkeitsaspekte bedient werden, die für den sportlichen wie wirtschaftlichen Erfolg unerlässlich sind, unter reiner Effizienzbetrachtung jedoch vermeintlich suboptimale Ergebnisse liefern. Die Gleichsetzung von Effizienz und Kompetenz ist jedoch himmelschreiend sinnfrei, obgleich erstere als absoluter Wert sicherlich von Relevanz ist.
Effizienz ist überhaupt kein Kriterium für irgendwas, sondern einfach ein Merkmal jeder Entscheidung, das sich naturgemäß ausschließlich ex post messen lässt. Das verstehen die wenigsten BWLer (was zu vielen Problemen führt): Effektivität und Effizienz sind vielleicht hilfreich bei einer Standortbestimmung als sekundäre Performance-Größen, aber als anzustrebende Benchmarks oder gar eigenständige Optimierungs- und Leistungsziele vollkommen ungeeignet. Effizienz ist maximal, wenn man nichts tut und von allen Seiten beschenkt wird - das Effektivitätsoptimum ist erreicht, wenn man die Welt beherrscht. Wer diese Eigenschaften als Entscheidungs-Kriterien für wirtschaftliches Handeln über alles andere setzt, hat im Studium nur gesoffen oder ist ein armseliger Spinner oder beides.
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