Strafmaß in Finals
27.05.2013 - 01:51 Uhr
Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wäre... Viel lässt sich über strittige Situationen im Fußball diskutieren, doch besonders ernst wird es dann in Endspielen, da gerade hier Schiedsrichter öfter ein Auge zudrücken, und das Strafmaß nicht ganz so hoch ansetzen.
Das jüngste Bespiel dürfte das Deutsch-Deutsche CL-Finale gewesen sein. Ribery und Lewandowski kommen ohne Verwarnung nach einer Tätlichkeit davon; Dante kassiert nicht die Gelb-Rote Karte, nachdem er ohne Chance auf den Ball den Gegenspieler im 16er foult. Selbst beim WM-Finale in Südafrika bekam de Jong nur Gelb, nachdem er mit gestrecktem Bein dem Gegenspieler in den Brustkorb gesprungen ist. Und es gibt mit Sicherheit noch weitere Beispiele...
Wie ist eure Meinung dazu, dass einige Schiedsrichter in Finals offenbar mehr tolerieren? Regelmissachtung oder Menschlichkeit, damit man mehr vom Sport hat?
In dieser Diskussion sollte bitte nicht ewig auf dem jüngsten CL-Finale rumgeritten, oder strittige Situationen ausdiskutiert werden.
Das jüngste Bespiel dürfte das Deutsch-Deutsche CL-Finale gewesen sein. Ribery und Lewandowski kommen ohne Verwarnung nach einer Tätlichkeit davon; Dante kassiert nicht die Gelb-Rote Karte, nachdem er ohne Chance auf den Ball den Gegenspieler im 16er foult. Selbst beim WM-Finale in Südafrika bekam de Jong nur Gelb, nachdem er mit gestrecktem Bein dem Gegenspieler in den Brustkorb gesprungen ist. Und es gibt mit Sicherheit noch weitere Beispiele...
Wie ist eure Meinung dazu, dass einige Schiedsrichter in Finals offenbar mehr tolerieren? Regelmissachtung oder Menschlichkeit, damit man mehr vom Sport hat?
In dieser Diskussion sollte bitte nicht ewig auf dem jüngsten CL-Finale rumgeritten, oder strittige Situationen ausdiskutiert werden.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Tobster am 20.08.2026 um 09:47 Uhr bearbeitet Zeige Ergebnisse 1-1 von 1.
27.05.2013 - 17:32 Uhr
Üblicherweise ist es dem Schiri, genau wie in jedem anderen Spiel, total egal wer da gegen wen spielt und wer das Spiel gewinnt. Wenn ein Schiedsrichter sich auf ein Spiel vorbereitet dann stellen sich das viele vermutlich nicht ganz richtig vor.
Oberstes Ziel des Schiedsrichters ist es in jedem Spiel, das Spiel zu leiten und es dabei mit möglichst wenig Einfluss am laufen zu halten. Soll heißen, wenn er nicht pfeifen "MUSS" dann tut er es auch nicht.
Bleibt natürlich die berechtigte Frage wie es dann auf der anderen Seite zu "kleinlichen" Regelauslegungen kommen kann und man sich fragt ob der Schiri wirklich "Fussball oder Basketball" pfeift.
Diese kleinliche Regelauslegung kommen meistens dann zu Stande, wenn vorherige Mittel nicht gewirkt bzw. nicht ausreichend gewirkt haben. Kleinlichkeit beim Schiri ist eine Konsequenz die er zieht, wenn normale Ansprachen, Vorteilsauslegungen, Mimik, Gestik und Präsenz allein nicht mehr ausreichend sind. Solange dies aber möglich ist, wird er die "Lass ruhig laufen"-Variante immer vorziehen.
Und um kurz den Bogen zum Finalspiel zu schlagen: Hattet ihr den Eindruck der Schiri hatte das Spiel nicht unter Kontrolle?
Der Schiri hatte meinem Eindruck nach das Spiel zu jedem Zeitpunkt im Griff. Er hat es geschafft ohne medienwirksame Präsenz, aber mit einem klaren und sachlichen Auftreten das doch recht emotionale und ungemein wichtige Finale für alle Beteiligten so über die Bühne zu bringen, das zu keinem Zeitpunkt der sportliche Wettkampf in einen unfairen Wettkampf kippen konnte.
In allen oben erwähnten Szenen drohte das Spiel dennoch nie zu kippen. Warum sollte der Schiedsrichter dann ein mögliches emotionales "Abkippen" fördern durch knappe, aber harte Entscheidungen. Er würde sich damit ins eigene Fleisch schneiden und seiner Zielsetzung im Bezug auf die Herangehensweise auf ein Spiel selber wiedersprechen, wenn er anfängt kleinlich zu werden obwohl der Spielcharackter das nicht erfordert.
Dementsprechend: Wann immer ein Schiedsrichter das Gefühl hat, er bleibt Herr der Lage ohne einen Platzverweis aussprechen zu müssen oder einen Spieler zu verwarnen, dann lässt er es auch bleiben.
Ähnliches kann man auch bei Trikotzupfern, Aufstützen, zu frühes Einlaufen in den Strafraum bei Elfmeter-Entscheidungen, Pressschlägen und Vorteilsauslegungen bei Freistößen beobachten. Wenn die Spieler in ihrem Auftreten, Verhalten, Reaktionen, Gestiken und Mimiken so etwas wie "Ach scheiß drauf, lass einfach weiterkicken" signalisieren ist der Schiedsrichter immer der letzte der etwas dagegen einzuwenden hat.
Und in besagtem Finale hat man beiden Mannschaften angemerkt, das sie zum Spielen gekommen sind und nicht um sich unfairer Mittel zu bedienen.
Ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen, hätte es vor den besagten Szenen schon mehrere strittige Szenen gegeben bei denen viel lamentiert worden wäre, hätte es unter Umständen den Platzverweis gegen Dante oder zumindest gelbe Karten gegen Ribery und Lewandowski gegeben. So war es aber schlichtweg einfach nicht notwendig um die Spielkontrolle zu behalten. Solche Spiele wünscht man sich aus Schiedsrichterperspektive.
Und allen Hobbykickern gebe ich jetzt noch einen Rat an die Hand: Wer aus meinem Post ableitet, das es ja dann durchaus ganz klug ist, bei jeder möglicherweise strittigen Szene "Hey Schiri" oder ähnliches zu rufen, der sollte bedenken, dass eine kleinlichere Spielleitung den Spielfluss stört, die Gefahr einer eigenen persönlichen Strafe erhöht, negative Reaktionen beim Gegner hervorrufen können, die Zuschauer anheizen usw.
Ein Fussballspiel in sportlich fairem Rahmen, macht am meisten Spaß wenn man quasi ohne den Schiedsrichter auskommt. Und das wäre beim Champions-League-Finale beinahe möglich gewesen. Und das ist auch ein Verdienst des Schiedsrichters und seiner sensiblen Wahrnehmung.
Oberstes Ziel des Schiedsrichters ist es in jedem Spiel, das Spiel zu leiten und es dabei mit möglichst wenig Einfluss am laufen zu halten. Soll heißen, wenn er nicht pfeifen "MUSS" dann tut er es auch nicht.
Bleibt natürlich die berechtigte Frage wie es dann auf der anderen Seite zu "kleinlichen" Regelauslegungen kommen kann und man sich fragt ob der Schiri wirklich "Fussball oder Basketball" pfeift.
Diese kleinliche Regelauslegung kommen meistens dann zu Stande, wenn vorherige Mittel nicht gewirkt bzw. nicht ausreichend gewirkt haben. Kleinlichkeit beim Schiri ist eine Konsequenz die er zieht, wenn normale Ansprachen, Vorteilsauslegungen, Mimik, Gestik und Präsenz allein nicht mehr ausreichend sind. Solange dies aber möglich ist, wird er die "Lass ruhig laufen"-Variante immer vorziehen.
Und um kurz den Bogen zum Finalspiel zu schlagen: Hattet ihr den Eindruck der Schiri hatte das Spiel nicht unter Kontrolle?
Der Schiri hatte meinem Eindruck nach das Spiel zu jedem Zeitpunkt im Griff. Er hat es geschafft ohne medienwirksame Präsenz, aber mit einem klaren und sachlichen Auftreten das doch recht emotionale und ungemein wichtige Finale für alle Beteiligten so über die Bühne zu bringen, das zu keinem Zeitpunkt der sportliche Wettkampf in einen unfairen Wettkampf kippen konnte.
In allen oben erwähnten Szenen drohte das Spiel dennoch nie zu kippen. Warum sollte der Schiedsrichter dann ein mögliches emotionales "Abkippen" fördern durch knappe, aber harte Entscheidungen. Er würde sich damit ins eigene Fleisch schneiden und seiner Zielsetzung im Bezug auf die Herangehensweise auf ein Spiel selber wiedersprechen, wenn er anfängt kleinlich zu werden obwohl der Spielcharackter das nicht erfordert.
Dementsprechend: Wann immer ein Schiedsrichter das Gefühl hat, er bleibt Herr der Lage ohne einen Platzverweis aussprechen zu müssen oder einen Spieler zu verwarnen, dann lässt er es auch bleiben.
Ähnliches kann man auch bei Trikotzupfern, Aufstützen, zu frühes Einlaufen in den Strafraum bei Elfmeter-Entscheidungen, Pressschlägen und Vorteilsauslegungen bei Freistößen beobachten. Wenn die Spieler in ihrem Auftreten, Verhalten, Reaktionen, Gestiken und Mimiken so etwas wie "Ach scheiß drauf, lass einfach weiterkicken" signalisieren ist der Schiedsrichter immer der letzte der etwas dagegen einzuwenden hat.
Und in besagtem Finale hat man beiden Mannschaften angemerkt, das sie zum Spielen gekommen sind und nicht um sich unfairer Mittel zu bedienen.
Ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen, hätte es vor den besagten Szenen schon mehrere strittige Szenen gegeben bei denen viel lamentiert worden wäre, hätte es unter Umständen den Platzverweis gegen Dante oder zumindest gelbe Karten gegen Ribery und Lewandowski gegeben. So war es aber schlichtweg einfach nicht notwendig um die Spielkontrolle zu behalten. Solche Spiele wünscht man sich aus Schiedsrichterperspektive.
Und allen Hobbykickern gebe ich jetzt noch einen Rat an die Hand: Wer aus meinem Post ableitet, das es ja dann durchaus ganz klug ist, bei jeder möglicherweise strittigen Szene "Hey Schiri" oder ähnliches zu rufen, der sollte bedenken, dass eine kleinlichere Spielleitung den Spielfluss stört, die Gefahr einer eigenen persönlichen Strafe erhöht, negative Reaktionen beim Gegner hervorrufen können, die Zuschauer anheizen usw.
Ein Fussballspiel in sportlich fairem Rahmen, macht am meisten Spaß wenn man quasi ohne den Schiedsrichter auskommt. Und das wäre beim Champions-League-Finale beinahe möglich gewesen. Und das ist auch ein Verdienst des Schiedsrichters und seiner sensiblen Wahrnehmung.
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