Sieht keinen Konflikt bei 96
Kind fordert: Transferdebatte intern führen – „Würde empfehlen, dass wir noch was machen“
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Hannover-96-Aufsichtsrat Martin Kind hat Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt und Trainer Christian Titz dazu aufgerufen, Transferthemen hinter verschlossenen Türen zu behandeln, um Geschlossenheit zu demonstrieren. Während Coach Titz weitere Neuzugänge forderte, bremste der neue Boss Boldt und betonte, den Kader verkleinern zu wollen.
„Es gibt keine Konflikte bei uns“, wird Kind von der „Bild“ zitiert. „Es ist legitim, dass ein Trainer vielleicht gern mehr Spieler haben möchte und der Geschäftsführer Sport sagt, dass das vielleicht zu viel oder zu teuer ist.“ Der Klub-Patron mahnte: „Grundsätzlich ist es aber besser, dass man solche Thematiken intern und nicht öffentlich austrägt oder diskutiert.“ Zuvor hatte das Blatt über ein „Transfer-Knistern bei Hannover 96“ berichtet, weil die Protagonisten mit unterschiedlichen Aussagen auf sich aufmerksam machten.
„Da würde ich kein Geheimnis draus machen. Wir wissen alle, dass wir noch vier, fünf, sechs Spieler benötigen“, erklärte Titz nach einem 2:1-Testspielsieg gegen den VfL Osnabrück, nachdem er zuvor schon auf die Notwendigkeit von Neuzugängen hingewiesen hatte. Sportchef Boldt will das Aufgebot dagegen verschlanken: „Das hat auch mit wirtschaftlicher Vernunft zu tun. Denn ich halte es nicht für sinnvoll, Masse statt Klasse zu haben. Ich will lieber versuchen, in der Spitze noch Qualität zu holen oder Spieler, die hier sind, dahin zu entwickeln.“ Auf Titz‘ Forderung nach weiteren Zugängen reagierte der 44-Jährige: „Nur Spieler zu verpflichten, ist nicht des Rätsels Lösung. Wir wollen es planvoll angehen. Es ist ja kein Playstation-Spiel, wo man unendlich Geld hat oder einen Cheatcode.“
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Der ehemalige HSV-Sportchef stellte klar: „Ich habe die Gesamtverantwortung und gebe die Strategie vor. Ich habe bewusst gesagt, dass wir den Kader ein bisschen kleiner machen wollen. Es ist nicht so, dass wir nur Spieler abgegeben und nicht geholt haben. Dass man aber sagt, ich möchte besser werden, das unterschreibe ich total.“ Nach derzeitigem Stand beträgt der Kaderwert 30,75 Mio. Euro, das bedeutet im ligainternen Vergleich Rang sechs. Beim 96-Trainingslager in Iserlohn waren 29 Feldspieler und vier Keeper an Bord. Boldt zufolge sollen daraus 20 plus drei sowie Ergänzungen aus der eigenen Akademie werden. Bevor weiter eingekauft wird, müssten die Niedersachsen demnach weitere Profis abgeben.
Kind erklärte nun: „Ich würde empfehlen, dass wir noch was machen. Aber lieber ein oder zwei weniger, dafür aber mit dem eingesparten Geld qualitativ bessere Spieler.“ Für die Forderung von Titz äußerte der 82-Jährige Verständnis: „Natürlich hat ein Trainer immer Wünsche. Das erwarte ich sogar von ihm. Das ist alles okay. Die Gespräche laufen konstruktiv. Es ist abgestimmt, dass noch Spieler verpflichtet werden. Jetzt müssen sich alle nur auf die Namen verständigen.“
Kandidaten und bisherige Transfers bei Hannover 96
Dem Vernehmen nach befasst sich der Zweitligist mit Christopher Olivier (VfB Stuttgart II), Gustaf Nilsson (Club Brügge), Cedric Teuchert (vereinslos) und Marcel Hartel (St. Louis CITY). Zu allen Gerüchten um Zugänge. Die Stammspieler Noel Aseko (nach Leihe zu Eintracht Frankfurt), Enzo Leopold (Gladbach), Maik Nawrocki (nach Leihe zu Lens) und Nahuel Noll (nach Leihe zum SC Paderborn) hatten sich aus Hannover verabschiedet – auch Daisuke Yokota will trotz kürzlich gezogener Kaufoption in Höhe von 2 Millionen Euro gehen. Dem gegenüber stehen die Neuverpflichtungen Pascal Loretz (FC Luzern), Taycan Etcibasi (Borussia Dortmund U19), Yunus Ünal (Hertha BSC U19) und Jean Hugonet (1. FC Magdeburg). Bislang wurden 4,6 Mio. Euro auf dem Transfermarkt investiert, diesen stehen Einnahmen von 4,25 Mio. Euro gegenüber.
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