Ehemalige Dynamos!
02.03.2009 - 14:18 Uhr
31.05.2018 - 15:07 Uhr
Sorry, ich finde Du machst es Dir etwas zu einfach:
Mit Politik hat das doch gar nichts zu tun. Hier wird ja keine politische Agenda (einer Partei) verfolgt, sondern es geht um Geschichtsbewältigung und um Vereinsentscheidungen und Vereinspolitik
Da steht aber nicht "Supersportler", sondern "Ehrenspielführer" und bei der Begründung wird explizit auf die moralische Größe hingewiesen, die einen Ehemaligen zum Ehrenspielführer macht und es gibt einen Verweis auf die Werte des Vereins, die die jeweilige Person verkörpern muss. In diesem Zusammenhang ist es schon legitim die Frage zu stellen, ob ein Ede Geyer diesen Ansprüchen gerecht wird. Als Spieler eher Durchschnitt, als Trainer bei Dynamo nur kurze Zeit im Amt und seitdem eher außerhalb des Vereins aktiv gewesen. Schon dadurch unterscheidet er sich von den jetzt Kritisierenden und wenn es wirklich eine Verwicklung in Stasi Geschichten innerhalb des Vereins gegeben hat, darf man die Frage nach Moral und Werten auch anders bewerten.
Doch ist es - der Verein macht einen Ehemaligen zum Ehrenspielführer (oder nicht), bestimmt die Regeln dabei und muss seine Entscheidungen dabei auch hinterfragen lassen - noch dazu wenn es Ehrenspielführer sind, die diese Entscheidung kritisieren.
Wenn ich als Ehemaliger und Ehrenspielführer der Meinung bin, dass da jemand zu unrecht geehrt wurde, dann habe ich als "primus inter pares" im Gegenteil die Pflicht auf falsche Entscheidungen hinzuweisen. Der Vorschlag "wenn es dir nicht passt, lass dein Konterfei abhängen" ist ein Schlag ins Gesicht der zurecht geehrten und eines Vereins, der stolz auf seine Geschichte ist, unwürdig
Mit Politik hat das doch gar nichts zu tun. Hier wird ja keine politische Agenda (einer Partei) verfolgt, sondern es geht um Geschichtsbewältigung und um Vereinsentscheidungen und Vereinspolitik
Zitat von Dynamofan1992
Geyer hat für den Fußball in Dresden seinen Wert gehabt. Deswegen hängen er und auch die anderen Pappnasen dort.
Geyer hat für den Fußball in Dresden seinen Wert gehabt. Deswegen hängen er und auch die anderen Pappnasen dort.
Da steht aber nicht "Supersportler", sondern "Ehrenspielführer" und bei der Begründung wird explizit auf die moralische Größe hingewiesen, die einen Ehemaligen zum Ehrenspielführer macht und es gibt einen Verweis auf die Werte des Vereins, die die jeweilige Person verkörpern muss. In diesem Zusammenhang ist es schon legitim die Frage zu stellen, ob ein Ede Geyer diesen Ansprüchen gerecht wird. Als Spieler eher Durchschnitt, als Trainer bei Dynamo nur kurze Zeit im Amt und seitdem eher außerhalb des Vereins aktiv gewesen. Schon dadurch unterscheidet er sich von den jetzt Kritisierenden und wenn es wirklich eine Verwicklung in Stasi Geschichten innerhalb des Vereins gegeben hat, darf man die Frage nach Moral und Werten auch anders bewerten.
Doch ist es - der Verein macht einen Ehemaligen zum Ehrenspielführer (oder nicht), bestimmt die Regeln dabei und muss seine Entscheidungen dabei auch hinterfragen lassen - noch dazu wenn es Ehrenspielführer sind, die diese Entscheidung kritisieren.
Wenn ich als Ehemaliger und Ehrenspielführer der Meinung bin, dass da jemand zu unrecht geehrt wurde, dann habe ich als "primus inter pares" im Gegenteil die Pflicht auf falsche Entscheidungen hinzuweisen. Der Vorschlag "wenn es dir nicht passt, lass dein Konterfei abhängen" ist ein Schlag ins Gesicht der zurecht geehrten und eines Vereins, der stolz auf seine Geschichte ist, unwürdig
31.05.2018 - 17:37 Uhr
Wenn man die Diskussion hier verfolgt, scheint ja die größte Sorge der meisten zu sein, dass das Thema öffentlich diskutiert werden könnte und es besser eine ausschließlich vereinsinterne Aufarbeitung geben sollte. Das Porträt von Ede Geyer hängt überlebensgroß und öffentlich in einem Stadion, das regelmäßig Tausende Zuschauer besuchen und in dem das Fernsehen Stammgast ist. Da kann man doch nicht ernsthaft behaupten, das sei eine vereinsinterne Sache. Natürlich ist es für den einzelnen Fan unangenehm, wenn im Zusammenhang mit dem eigenen Verein eine Stasidebatte geführt wird, da man sich letztlich selbst angegriffen fühlt. Aber genau darin liegt doch das Verdrängungsproblem, dem wir bei der Aufarbeitung sämtlicher historisch problematischer Ereignisse immer wieder begegnen. Je mehr sich das einzelne Individuum durch die bestehenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse von sich selbst entfremdet -wobei die kapitalistische Wirtschaftsweise mit ihrer auf Konsumismus beruhenden Lebensweise die größte bislang bekannte Entfremdung der Menschheit von sich selbst mit sich brachte- umso mehr schlüpft es in „Fehlidentitäten“, die es fälschlich als sein eigenes Ich wahrnimmt. Diese Fehlidentität kann das virtuelle Profil im sozialen Netzwerk sein. Es kann eine Marke sein, über die man sich definiert, wenn man sie trägt. Besonders verbreitet sind Fehlidentifizierungen mit den materiellen Dingen und dem Geld, das man besitzt (mein Haus, mein Boot, mein Pferd) oder mit den eigenen Kindern, mit denen man sich schmückt. Die Fehlidentität kann sich auch, was sich in der Geschichte als besonders verhängnisvoll erwies, auf das eigene Volk (bzw. auf das, was man für das Volk hält) oder die Nation beziehen. Letztlich können auch Fußballvereine Fehlidentitäten schaffen, was im Begriff „Erfolgsfan“ besonders deutlich wird. Von daher ist es menschlich mehr als nachvollziehbar, dass Fans abwehrend reagieren, wenn „ihr“ Verein Gegenstand einer unangenehmen öffentlichen Diskussion ist. Wird man sich der Problematik der Fehlidentitäten aber bewusst, kann man die Sphären voneinander trennen und sachlich debattieren.
Zu dieser sachlichen Aufarbeitung gehört, dass Ede Geyer als Spieler sicher weniger vorzuweisen hat als andere Ehrenspielführer und auch weniger als manch ehemaliger Dynamo, der nicht im Stadion verewigt ist. Es ist auch nicht so, dass er, wie z.B. Wolfgang Oeser, in sportlich eher mageren Jahren eine besonders verdienstvolle Rolle für die weitere Fortentwicklung des Vereins gespielt hätte. Würde man dies zum Maßstab nehmen, haben Spieler wie Cristian Fiel eine größere Bedeutung als Ede Geyer. Er steht für mich in erster Linie für den Trainer, der die Jahre der BFC-Dominanz durchbrach und Dynamo das erste und einzige Mal in ein EC-Halbfinale führte. Da es aber um Ehrenspielführer und nicht um Ehrentrainer geht, sollte dieses Kriterium keine Rolle spielen.
Zur fehlenden herausragenden Bedeutung als Spieler kommt seine zweifellos bestehende Stasivergangenheit hinzu, die es bei der Frage, ob er auch abseits des Platzes eine verdienstvolle Persönlichkeit war, einzuordnen gilt. Hinter jeder Entscheidung, sich als IM zu verpflichten, stand immer eine persönliche Geschichte. Ebenso gibt es Unterschiede bei der Bewertung, wie der Einzelne nach der Wende mit seiner eigenen IM-Tätigkeit umgegangen ist. Es gab Stasimitarbeiter, die großes Unrecht begingen und es im Nachhinein aufrichtig und ehrlich bedauerten. Und es gab kleine Lichter, die es auch bei der Aufarbeitung ihrer eigenen Vergangenheit blieben. Was wiegt schwerer? Zur Befassung mit der Stasi gehört freilich auch deren Einordnung in historische Kontexte. Hier beobachte ich mehrere fatale Entwicklungen. Einerseits ist die Tendenz festzustellen, dass faktisch alles Unrecht, was in der DDR begangen wurde, über der Stasi und ihren Mitarbeitern ausgekippt wird, womit diejenigen, die außerhalb der Stasi Unrecht begingen, reingewaschen werden. Dabei wird unterschlagen, dass die Stasi kein von Partei und Staat losgelöster Unrechtsapparat war, sondern „Schild und Schwert der Partei“. Ein Schwert, das niemand in Händen hält, ist ungefährlich. Weiterhin beobachte ich die unsägliche Tendenz, die NS-Verbrechen mit dem DDR-Unrecht gleichzusetzen. Die NS-Zeit wird mehr und mehr auf die Shoa reduziert und dabei so getan, als habe es sich um eine historische Singularität, einen Betriebsunfall der Geschichte, gehandelt, die allein dem Irren aus Braunau geschuldet sei. Dass dieser völlig bedeutungslos geblieben wäre, hätte es nicht auch ein Volk gegeben, das einen Führer wollte, wird immer mehr verdrängt. Verdrängt wird auch die tief an der Wurzel des Faschismus ansetzende Frage, warum genau das Volk geführt werden wollte. Die Beantwortung dieser Frage führt zur oben genannten Entfremdung und damit zur Feststellung, dass man über den Faschismus schweigen sollte, wenn man über den Kapitalismus nicht reden will. Von den 27 Millionen Toten in der Sowjetunion und dem dort geführten rassenideologischen Vernichtungskrieg wissen die Jungen kaum noch, während deutsche Soldaten wieder vor den Toren von St. Petersburg stehen, wo ihre Vorfahren einst Millionen Russen aushungerten. Zur Gleichsetzung von NS-Diktatur mit DDR-Unrecht gehört nicht nur die sich verengende Einhegung der NS-Verbrechen und die fehlende Aufarbeitung ihrer Ursachen, sondern gleichzeitig die Überzeichnung der DDR als verbrecherisches Regime. Dies geschieht im Wesentlichen dadurch, dass man die DDR gedanklich an die Sowjetunion anheftet und diese auf Stalins monströse Verbrechen reduziert. Zu den fatalen Entwicklungen gehört freilich auch, dass man das Unrecht des eigenen Systems leugnet oder zumindest aus dem Zusammenhang reißt. Gegen das, was NSA & Co. so alles ausschnüffeln, war die Stasi Kindergarten. Und was die mörderische Handels- und Interventionspolitik der selbstherrlichen westlichen Wertegemeinschaft gegenüber dem globalen Süden an einem Tag an Toten produziert, hat die Berliner Mauer in den gesamten 28 Jahren ihres Bestehens nicht geschafft.
Diesen Kontext, in den die Stasi und in ihr Ede Geyer eingebettet sind, sollte man beachten, wenn man darüber richtet, ob Ede Geyer auf Grund seiner Persönlichkeit unwürdig sei, den Titel „Ehrenspielführer“ zu tragen. Ich maße mir nicht an, hierzu eine persönliche Einschätzung abzugeben. Wir sollten uns nur im Klaren sein, dass es reine Heuchelei ist, wenn wir uns öffentlich an Ede Geyer abarbeiten und gleichzeitig über anderes Unrecht –ob in Vergangenheit oder Gegenwart- schweigen. Auch und gerade im Zusammenhang mit dem Fußball gibt es da genügend Baustellen.
Sicherlich spielt es auch eine Rolle, ob und in welchem Umfang die drei Ehrenspielführer, die sich nun gegen Ede Geyer stellen, von seinen Stasi-Aktivitäten selbst betroffen waren. Wenn es allerdings nur um eine persönliche „Abrechnung“ mit Ede gehen sollte, bei der die Stasi-Vergangenheit nur vorgeschoben ist, wäre es eine Instrumentalisierung der wirklichen Opfer. Dementsprechend stellt es eine schwere Gratwanderung dar, zwischen der nie endenden sachlichen Aufarbeitung der eigenen Vereinshistorie und ihrer Instrumentalisierung für persönliche Befindlichkeiten zu unterscheiden. Um was es wirklich geht, können nur die betroffenen vier Ehrenspielführer selbst beantworten. Unsere Aufgabe ist es, die Scheuklappen abzulegen und jederzeit offen und ehrlich auch über die dunklen Seiten der SGD und ihrer Protagonisten zu streiten, anstatt dies als Nestbeschmutzung oder Schnee von gestern abzutun. Damit verleugnet man sich nur selbst und verharrt weiterhin in der eigenen Entfremdung.
Zu dieser sachlichen Aufarbeitung gehört, dass Ede Geyer als Spieler sicher weniger vorzuweisen hat als andere Ehrenspielführer und auch weniger als manch ehemaliger Dynamo, der nicht im Stadion verewigt ist. Es ist auch nicht so, dass er, wie z.B. Wolfgang Oeser, in sportlich eher mageren Jahren eine besonders verdienstvolle Rolle für die weitere Fortentwicklung des Vereins gespielt hätte. Würde man dies zum Maßstab nehmen, haben Spieler wie Cristian Fiel eine größere Bedeutung als Ede Geyer. Er steht für mich in erster Linie für den Trainer, der die Jahre der BFC-Dominanz durchbrach und Dynamo das erste und einzige Mal in ein EC-Halbfinale führte. Da es aber um Ehrenspielführer und nicht um Ehrentrainer geht, sollte dieses Kriterium keine Rolle spielen.
Zur fehlenden herausragenden Bedeutung als Spieler kommt seine zweifellos bestehende Stasivergangenheit hinzu, die es bei der Frage, ob er auch abseits des Platzes eine verdienstvolle Persönlichkeit war, einzuordnen gilt. Hinter jeder Entscheidung, sich als IM zu verpflichten, stand immer eine persönliche Geschichte. Ebenso gibt es Unterschiede bei der Bewertung, wie der Einzelne nach der Wende mit seiner eigenen IM-Tätigkeit umgegangen ist. Es gab Stasimitarbeiter, die großes Unrecht begingen und es im Nachhinein aufrichtig und ehrlich bedauerten. Und es gab kleine Lichter, die es auch bei der Aufarbeitung ihrer eigenen Vergangenheit blieben. Was wiegt schwerer? Zur Befassung mit der Stasi gehört freilich auch deren Einordnung in historische Kontexte. Hier beobachte ich mehrere fatale Entwicklungen. Einerseits ist die Tendenz festzustellen, dass faktisch alles Unrecht, was in der DDR begangen wurde, über der Stasi und ihren Mitarbeitern ausgekippt wird, womit diejenigen, die außerhalb der Stasi Unrecht begingen, reingewaschen werden. Dabei wird unterschlagen, dass die Stasi kein von Partei und Staat losgelöster Unrechtsapparat war, sondern „Schild und Schwert der Partei“. Ein Schwert, das niemand in Händen hält, ist ungefährlich. Weiterhin beobachte ich die unsägliche Tendenz, die NS-Verbrechen mit dem DDR-Unrecht gleichzusetzen. Die NS-Zeit wird mehr und mehr auf die Shoa reduziert und dabei so getan, als habe es sich um eine historische Singularität, einen Betriebsunfall der Geschichte, gehandelt, die allein dem Irren aus Braunau geschuldet sei. Dass dieser völlig bedeutungslos geblieben wäre, hätte es nicht auch ein Volk gegeben, das einen Führer wollte, wird immer mehr verdrängt. Verdrängt wird auch die tief an der Wurzel des Faschismus ansetzende Frage, warum genau das Volk geführt werden wollte. Die Beantwortung dieser Frage führt zur oben genannten Entfremdung und damit zur Feststellung, dass man über den Faschismus schweigen sollte, wenn man über den Kapitalismus nicht reden will. Von den 27 Millionen Toten in der Sowjetunion und dem dort geführten rassenideologischen Vernichtungskrieg wissen die Jungen kaum noch, während deutsche Soldaten wieder vor den Toren von St. Petersburg stehen, wo ihre Vorfahren einst Millionen Russen aushungerten. Zur Gleichsetzung von NS-Diktatur mit DDR-Unrecht gehört nicht nur die sich verengende Einhegung der NS-Verbrechen und die fehlende Aufarbeitung ihrer Ursachen, sondern gleichzeitig die Überzeichnung der DDR als verbrecherisches Regime. Dies geschieht im Wesentlichen dadurch, dass man die DDR gedanklich an die Sowjetunion anheftet und diese auf Stalins monströse Verbrechen reduziert. Zu den fatalen Entwicklungen gehört freilich auch, dass man das Unrecht des eigenen Systems leugnet oder zumindest aus dem Zusammenhang reißt. Gegen das, was NSA & Co. so alles ausschnüffeln, war die Stasi Kindergarten. Und was die mörderische Handels- und Interventionspolitik der selbstherrlichen westlichen Wertegemeinschaft gegenüber dem globalen Süden an einem Tag an Toten produziert, hat die Berliner Mauer in den gesamten 28 Jahren ihres Bestehens nicht geschafft.
Diesen Kontext, in den die Stasi und in ihr Ede Geyer eingebettet sind, sollte man beachten, wenn man darüber richtet, ob Ede Geyer auf Grund seiner Persönlichkeit unwürdig sei, den Titel „Ehrenspielführer“ zu tragen. Ich maße mir nicht an, hierzu eine persönliche Einschätzung abzugeben. Wir sollten uns nur im Klaren sein, dass es reine Heuchelei ist, wenn wir uns öffentlich an Ede Geyer abarbeiten und gleichzeitig über anderes Unrecht –ob in Vergangenheit oder Gegenwart- schweigen. Auch und gerade im Zusammenhang mit dem Fußball gibt es da genügend Baustellen.
Sicherlich spielt es auch eine Rolle, ob und in welchem Umfang die drei Ehrenspielführer, die sich nun gegen Ede Geyer stellen, von seinen Stasi-Aktivitäten selbst betroffen waren. Wenn es allerdings nur um eine persönliche „Abrechnung“ mit Ede gehen sollte, bei der die Stasi-Vergangenheit nur vorgeschoben ist, wäre es eine Instrumentalisierung der wirklichen Opfer. Dementsprechend stellt es eine schwere Gratwanderung dar, zwischen der nie endenden sachlichen Aufarbeitung der eigenen Vereinshistorie und ihrer Instrumentalisierung für persönliche Befindlichkeiten zu unterscheiden. Um was es wirklich geht, können nur die betroffenen vier Ehrenspielführer selbst beantworten. Unsere Aufgabe ist es, die Scheuklappen abzulegen und jederzeit offen und ehrlich auch über die dunklen Seiten der SGD und ihrer Protagonisten zu streiten, anstatt dies als Nestbeschmutzung oder Schnee von gestern abzutun. Damit verleugnet man sich nur selbst und verharrt weiterhin in der eigenen Entfremdung.
31.05.2018 - 17:59 Uhr
„Wer seinen Zorn und seine Wut mit sich herumträgt und nicht verzeihen kann, schadet vor allem sich selbst.“ (Autor mir unbekannt)
Ich fordere keinen "Schlussstrich" und möchte auch Ede Geyers Stasi-Vergangenheit nicht rechtfertigen.
Ich respektiere die Wut von Kreische, Sammer und Riedel, zweifle aber daran, dass sie mit einem Abhängen des Geyer-Posters im Stadion ihren inneren Frieden finden werden.
Das Zauberwort heißt Vergebung, die nicht nur den Täter entlastet, sondern vor allem das Leben der Opfer erleichtert. Vergebung geht allerdings nicht auf Verordnung, sondern ist ein schwieriger Prozess. Mediation und Täter-Opfer-Ausgleich sind dafür geeignete Stichworte.
Ich empfehle allen, die sich mit dem Thema Vergebung schwer tun, Viktor Frankls Buch "... und trotzdem Ja zum Leben sagen".
Ich fordere keinen "Schlussstrich" und möchte auch Ede Geyers Stasi-Vergangenheit nicht rechtfertigen.
Ich respektiere die Wut von Kreische, Sammer und Riedel, zweifle aber daran, dass sie mit einem Abhängen des Geyer-Posters im Stadion ihren inneren Frieden finden werden.
Das Zauberwort heißt Vergebung, die nicht nur den Täter entlastet, sondern vor allem das Leben der Opfer erleichtert. Vergebung geht allerdings nicht auf Verordnung, sondern ist ein schwieriger Prozess. Mediation und Täter-Opfer-Ausgleich sind dafür geeignete Stichworte.
Ich empfehle allen, die sich mit dem Thema Vergebung schwer tun, Viktor Frankls Buch "... und trotzdem Ja zum Leben sagen".
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Vorstopper_57 am 31.05.2018 um 18:01 Uhr bearbeitet
31.05.2018 - 18:31 Uhr
Also den Artikel, lieber DERTUTNIX, rahme ich mir ein und klebe ihn mir VOR den Spiegel. Brilliant, brilliant.
Man darf auch nicht so tun, dass die 3 Ehrenspielführer nicht auch vom System partizipiert hätten. Ob das der Lada war, auf den Otto Normalbürger 10 Jahre warten musste, oder die Versorgung mit Schmakazien am wochen-endlichen Speisetisch.
So viel ich weiß, hatte jeder Dynamo einen Dienstgrad bei der Polizei. Welchen Riedel, Sammer oder Kreische hatten weiß ich nicht, aber sie waren ebenfalls Teil des Systems.
Dörner z.B. war in der Partei, so viel ich weiß sogar Parteisekretär, Kreische eher nicht, ob Riedel oder Sammer dabei waren, ist letztlich egal.
Wenn Sie so große Gegner der DDR gewesen sind, warum standen sie dann unter der DDR-Flagge in der Bundesrepublik 1974 oder bei den Spielen der Nationalmannschaft?
DDR und Naziherrschaft sind aus meiner Sicht fundamental zu trennen. Ich persönlich bin nicht traurig, dass ich die Erfahrungen in der DDR gesammelt habe. Ich bin froh, nicht das 3. Reich erlebt zu haben.
Nur ein kleines Beispiel - Ich war in Rom auf einem deutschen Soldatenfriedhof - 30.000 junge Menschen lagen dort. Nicht einer war älter als 28 Jahre. Die meisten von Euch sind in diesem Alter oder etwas älter.
Ganze Jahrgänge sind regelrecht ausgelöscht worden. Und die jungen sind an die Front gekommen.
Beim Sturmangriff auf die gegnerischen Stellungen, so sagte mir der Friedhofswärter in brilliantem Deutsch, haben die jüngsten nach der Mutter geschrien, bis die Kugel sie traf.
Von den vielen, die in KZ´s und in den Gefängnissen des Regimes umgekommen sind, will ich gar nicht sprechen.
Schauen wir in den Kapitalismus von heute - er fordert täglich seine Opfer, und weiß Gott es sind nicht wenige, ob in Afrika, in Nahost oder sonstwo auf dieser Welt. Von " Alle Menschen werden Brüder" sind wir weit entfernt.
Fazit, die 4 sollten einen Trinken gehen, sich über die EC Spiele unterhalten und einen Schlussstrich ziehen. Ede Geyer hat keinen Friedhof hinterlassen, ob er alleine Karrieren zerstört hat, weiß ich nicht, wage es aber ehrlich zu bezweifeln. Sollen die Bilder im Stadion dort bleiben, wo sie sind. Ede Geyer ist auch Dynamo, genauso wie Sammer, Riedel und Kreische.
Man darf auch nicht so tun, dass die 3 Ehrenspielführer nicht auch vom System partizipiert hätten. Ob das der Lada war, auf den Otto Normalbürger 10 Jahre warten musste, oder die Versorgung mit Schmakazien am wochen-endlichen Speisetisch.
So viel ich weiß, hatte jeder Dynamo einen Dienstgrad bei der Polizei. Welchen Riedel, Sammer oder Kreische hatten weiß ich nicht, aber sie waren ebenfalls Teil des Systems.
Dörner z.B. war in der Partei, so viel ich weiß sogar Parteisekretär, Kreische eher nicht, ob Riedel oder Sammer dabei waren, ist letztlich egal.
Wenn Sie so große Gegner der DDR gewesen sind, warum standen sie dann unter der DDR-Flagge in der Bundesrepublik 1974 oder bei den Spielen der Nationalmannschaft?
DDR und Naziherrschaft sind aus meiner Sicht fundamental zu trennen. Ich persönlich bin nicht traurig, dass ich die Erfahrungen in der DDR gesammelt habe. Ich bin froh, nicht das 3. Reich erlebt zu haben.
Nur ein kleines Beispiel - Ich war in Rom auf einem deutschen Soldatenfriedhof - 30.000 junge Menschen lagen dort. Nicht einer war älter als 28 Jahre. Die meisten von Euch sind in diesem Alter oder etwas älter.
Ganze Jahrgänge sind regelrecht ausgelöscht worden. Und die jungen sind an die Front gekommen.
Beim Sturmangriff auf die gegnerischen Stellungen, so sagte mir der Friedhofswärter in brilliantem Deutsch, haben die jüngsten nach der Mutter geschrien, bis die Kugel sie traf.
Von den vielen, die in KZ´s und in den Gefängnissen des Regimes umgekommen sind, will ich gar nicht sprechen.
Schauen wir in den Kapitalismus von heute - er fordert täglich seine Opfer, und weiß Gott es sind nicht wenige, ob in Afrika, in Nahost oder sonstwo auf dieser Welt. Von " Alle Menschen werden Brüder" sind wir weit entfernt.
Fazit, die 4 sollten einen Trinken gehen, sich über die EC Spiele unterhalten und einen Schlussstrich ziehen. Ede Geyer hat keinen Friedhof hinterlassen, ob er alleine Karrieren zerstört hat, weiß ich nicht, wage es aber ehrlich zu bezweifeln. Sollen die Bilder im Stadion dort bleiben, wo sie sind. Ede Geyer ist auch Dynamo, genauso wie Sammer, Riedel und Kreische.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von SGD-Adlershof53 am 31.05.2018 um 18:41 Uhr bearbeitet
31.05.2018 - 18:36 Uhr
Zitat von DD_82
PS: Und der heute geführte Verein hat mit dieser Vergangenheit übrehaupt nichts zu tun. Man sollte Politik und Sport strikt trennen.
PS: Und der heute geführte Verein hat mit dieser Vergangenheit übrehaupt nichts zu tun. Man sollte Politik und Sport strikt trennen.
Nochmal: Das hat mit Politik nichts, aber auch gar nichts zu tun. Politik ist das Handeln staatlicher Organisationen/der Regierung - was das mit der IM Tätigkeit eines ehemaligen Verantwortungsträgers bei Dynamo Dresden und seine heutige Beurteilung zu tun haben soll erschließt sich mir nicht.
Und auch Du, DD82, machst es Dir zu einfach: ich habe das Gefühl, dass du dich mit der Vergangenheit einfach nicht beschäftigen willst (so a la "Schnee von gestern"), das muss ein Verein, der ja ein Leitbild und eine gesellschaftliche Aufgabe hat (deshalb ist er ja gemeinnützig), unbedingt. Und zu sagen, der Verein habe mit der Vergangenheit nichts zu tun, wenn der vor wenigen Jahren einen Ehemaligen genau wegen seiner Verdienste in der Vergangenheit eine selbst geschaffene Auszeichnung verleiht, ist aberwitzig.
Nochmal: Die SG hat ja nicht Ede Geyer zum "ehem. Top Spieler" ernannt, sondern ihn zum "Ehrenspielführer" gemacht und hat die Kriterien dafür aufgestellt, die explizit über das rein sportliche hinausgehen. Und etwas mit Moral und Ehre im Sinne des Vereins zu tun haben. Wenn sich ein Ede Geyer in seinem Leben dafür entscheiden, sich zu korrumpieren und zum eigenen Vorteil Kollegen und Freunde ausspioniert, dann wird er diesen Kriterien nicht gerecht. Das hätte man sich als Verein aber auch gründlicher überlegen müssen. Wenn ich als Kreische sehe, dass neben mir einer als Ehrenspielführer hängt, der sportlich mind. ne Etage drunter war und noch dazu menschlich eine ziemlich erbärmliche Gestalt und Spitzel zu sein scheint, dann hab ich schon das Recht, meinen Unmut darüber zu äußern. Zu einer Zeit, wo der Verein in ruhigem Fahrwasser ist und nicht im Existenzkampf. Genau wie Kreische und Co das getan haben. Weiterhin: was sollen sie denn mit Geyer direkt klären? Sie haben doch wahrscheinlich gar kein persönliches Problem mit ihm, möchten nur nicht mit ihm in eine Reihe als Ehrenspielführer gestellt werden, weil ihrer Ansicht nach in seinem Fall geringe Ansprüche an den Titelträger gestellt wurden als bei ihnen
31.05.2018 - 19:01 Uhr
Ich finde es widerwärtig, wie hier die Nazis mit der Stasi verglichen werden. Mein Vater war wohl früher bei der Stasi, mein Onkel aus Brandenburg sogar ein höheres Tier. Auch Ulf Kirsten war in IM. Dieses Ausspitzeln und Aushorchen war damals die Regel, Systemkritiker wurden auch verhört und eingesperrt, wie beispielsweise ins gelbe Elend in Bautzen. Die Mauermorde sind tragisch, haben aber nur bedingt etwas mit der Sache von Ede und Ulf zu tun. Die Gräueltaten der Nazis sind eine ganz andere Hausnummer und überhaupt nicht vergleichbar, ich bitte euch.
31.05.2018 - 19:29 Uhr
Ich möchte auch nichts von damals beschönigen, wer nicht in die Partei eingetreten ist, hat damals keinen höheren Posten erhalten und wurde auch schon deswegen beschattet ein möglicher Vaterlandsverräter zu sein. Ich kann Ede wie auch Ulf schon verstehen, sie haben das sicher nicht aus Leidenschaft gemacht, wer sich geweigert hat und gegen die DDR war, dessen normales Leben war vorbei, wenn Kirsten sich geweigert hätte andere Leute auszuhorchen, wäre seine Karriere vorbei gewesen. Jüngere Semester können das nicht verstehen, ich habe 13 Jahre in der DDR gelebt, mir ist das schon bewusst. Viele Ex-Stasimitarbeiter sind froh, dass die Zeit vorbei ist und es eine richtige Demokratie gibt. Du kannst sie schon Mitläufer des Systems nennen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Kermit_der_Frosch am 31.05.2018 um 19:31 Uhr bearbeitet
31.05.2018 - 19:31 Uhr
Und damit ihr versteht worum es mir geht:
Dank solcher Familien wie von Kermits, oder den Kirstens, oder Geyer hatte ich nicht das Vergnügen meinen zweiten Großvater kennenlernen zu dürfen.
Der würde irgendwann meiner Familie entrissen.
Wenn ich nur einen Wunsch frei hätte, dann würde ich mir wünschen das euch das gleiche Schicksal ereilt.
Das ein Auto vor der Tür hält, uniformiert und bewaffnete Soldaten davor stehen und einen aus eurer Familie einfach mitnehmen und das einzige was ihr nach einer Weile hört: Wir bedauern Ihnen mitteilen zu dürfen, dass leider Ihr Familien Mitglied in der Haft verstorben ist.
Ihr habt eine scheiß Ahnung was dieser Miststaat mit Familien und Menschen angerichtet hat. Und Leute wie Geyer sind schuld daran, dass es funktioniert hat.
Dank solcher Familien wie von Kermits, oder den Kirstens, oder Geyer hatte ich nicht das Vergnügen meinen zweiten Großvater kennenlernen zu dürfen.
Der würde irgendwann meiner Familie entrissen.
Wenn ich nur einen Wunsch frei hätte, dann würde ich mir wünschen das euch das gleiche Schicksal ereilt.
Das ein Auto vor der Tür hält, uniformiert und bewaffnete Soldaten davor stehen und einen aus eurer Familie einfach mitnehmen und das einzige was ihr nach einer Weile hört: Wir bedauern Ihnen mitteilen zu dürfen, dass leider Ihr Familien Mitglied in der Haft verstorben ist.
Ihr habt eine scheiß Ahnung was dieser Miststaat mit Familien und Menschen angerichtet hat. Und Leute wie Geyer sind schuld daran, dass es funktioniert hat.
31.05.2018 - 19:56 Uhr
Zitat von Kermit_der_Frosch
Ich finde es widerwärtig, wie hier die Nazis mit der Stasi verglichen werden. Mein Vater war wohl früher bei der Stasi, mein Onkel aus Brandenburg sogar ein höheres Tier. Auch Ulf Kirsten war in IM. Dieses Ausspitzeln und Aushorchen war damals die Regel, Systemkritiker wurden auch verhört und eingesperrt, wie beispielsweise ins gelbe Elend in Bautzen. Die Mauermorde sind tragisch, haben aber nur bedingt etwas mit der Sache von Ede und Ulf zu tun. Die Gräueltaten der Nazis sind eine ganz andere Hausnummer und überhaupt nicht vergleichbar, ich bitte euch.
Ich finde es widerwärtig, wie hier die Nazis mit der Stasi verglichen werden. Mein Vater war wohl früher bei der Stasi, mein Onkel aus Brandenburg sogar ein höheres Tier. Auch Ulf Kirsten war in IM. Dieses Ausspitzeln und Aushorchen war damals die Regel, Systemkritiker wurden auch verhört und eingesperrt, wie beispielsweise ins gelbe Elend in Bautzen. Die Mauermorde sind tragisch, haben aber nur bedingt etwas mit der Sache von Ede und Ulf zu tun. Die Gräueltaten der Nazis sind eine ganz andere Hausnummer und überhaupt nicht vergleichbar, ich bitte euch.
Es geht nicht darum, wer mehr Menschen auf den Gewissen hat.
Aber - lieber Frosch und auch lieber Adler - wir sind uns einig, dass beides Diktaturen waren? Hoffe ich jedenfalls.
Und wenn Ihr Euch mal anschaut, nach welchem Prinzipen die beiden Diktaturen funktioniert haben, dann findet man erstaunlich viele Parallelen.
Schaut Euch mal die Lager der Pioniere und der HJ odes des BDM an, vergleicht Text und Rhytmus der gesungenen Lieder. Auch die Methoden der Stasi und die der Gestapo dürften sich nicht besonders unterschieden haben. Sicher hat die Stasi nicht so viele Leute ermodert, aber sonst...
Und auch die vielen Mitläufer, ohne die ein solches System nicht funktioniert hätte...
Lest mal Klemperer, der vergleicht die Sprache des dritten Reiches (LTI) mit der Sprache in der DDR (Parolen, ...) und findet erstaunliche Parallelen
Und am Ende will es keiner gewesen sein. Partei und Wirtschaftsfunktionäre genießen im neuen System die hohen Renten (die sich ja nach dem DDR Gehalt berechnen) - auch alles wie damals.
Es geht mir nicht darum, dass selbstverständlich die Shoa mit nichts in der DDR vergleichbar ist, mir geht es darum, wie Diktaturen entstehen und funktionieren und wie sich Menschen darin verhalten. ICh bin überzeugt, dass die gleichen Prinzipien heute immer noch funktionieren würden. Wer "Die Welle" gesehen hat, weiß, was ich meine.
31.05.2018 - 20:13 Uhr
Zitat von msi999
Es geht nicht darum, wer mehr Menschen auf den Gewissen hat.
Aber - lieber Frosch und auch lieber Adler - wir sind uns einig, dass beides Diktaturen waren? Hoffe ich jedenfalls.
Und wenn Ihr Euch mal anschaut, nach welchem Prinzipen die beiden Diktaturen funktioniert haben, dann findet man erstaunlich viele Parallelen.
Schaut Euch mal die Lager der Pioniere und der HJ odes des BDM an, vergleicht Text und Rhytmus der gesungenen Lieder. Auch die Methoden der Stasi und die der Gestapo dürften sich nicht besonders unterschieden haben. Sicher hat die Stasi nicht so viele Leute ermodert, aber sonst...
Und auch die vielen Mitläufer, ohne die ein solches System nicht funktioniert hätte...
Lest mal Klemperer, der vergleicht die Sprache des dritten Reiches (LTI) mit der Sprache in der DDR (Parolen, ...) und findet erstaunliche Parallelen
Und am Ende will es keiner gewesen sein. Partei und Wirtschaftsfunktionäre genießen im neuen System die hohen Renten (die sich ja nach dem DDR Gehalt berechnen) - auch alles wie damals.
Es geht mir nicht darum, dass selbstverständlich die Shoa mit nichts in der DDR vergleichbar ist, mir geht es darum, wie Diktaturen entstehen und funktionieren und wie sich Menschen darin verhalten. ICh bin überzeugt, dass die gleichen Prinzipien heute immer noch funktionieren würden. Wer "Die Welle" gesehen hat, weiß, was ich meine.
Zitat von Kermit_der_Frosch
Ich finde es widerwärtig, wie hier die Nazis mit der Stasi verglichen werden. Mein Vater war wohl früher bei der Stasi, mein Onkel aus Brandenburg sogar ein höheres Tier. Auch Ulf Kirsten war in IM. Dieses Ausspitzeln und Aushorchen war damals die Regel, Systemkritiker wurden auch verhört und eingesperrt, wie beispielsweise ins gelbe Elend in Bautzen. Die Mauermorde sind tragisch, haben aber nur bedingt etwas mit der Sache von Ede und Ulf zu tun. Die Gräueltaten der Nazis sind eine ganz andere Hausnummer und überhaupt nicht vergleichbar, ich bitte euch.
Ich finde es widerwärtig, wie hier die Nazis mit der Stasi verglichen werden. Mein Vater war wohl früher bei der Stasi, mein Onkel aus Brandenburg sogar ein höheres Tier. Auch Ulf Kirsten war in IM. Dieses Ausspitzeln und Aushorchen war damals die Regel, Systemkritiker wurden auch verhört und eingesperrt, wie beispielsweise ins gelbe Elend in Bautzen. Die Mauermorde sind tragisch, haben aber nur bedingt etwas mit der Sache von Ede und Ulf zu tun. Die Gräueltaten der Nazis sind eine ganz andere Hausnummer und überhaupt nicht vergleichbar, ich bitte euch.
Es geht nicht darum, wer mehr Menschen auf den Gewissen hat.
Aber - lieber Frosch und auch lieber Adler - wir sind uns einig, dass beides Diktaturen waren? Hoffe ich jedenfalls.
Und wenn Ihr Euch mal anschaut, nach welchem Prinzipen die beiden Diktaturen funktioniert haben, dann findet man erstaunlich viele Parallelen.
Schaut Euch mal die Lager der Pioniere und der HJ odes des BDM an, vergleicht Text und Rhytmus der gesungenen Lieder. Auch die Methoden der Stasi und die der Gestapo dürften sich nicht besonders unterschieden haben. Sicher hat die Stasi nicht so viele Leute ermodert, aber sonst...
Und auch die vielen Mitläufer, ohne die ein solches System nicht funktioniert hätte...
Lest mal Klemperer, der vergleicht die Sprache des dritten Reiches (LTI) mit der Sprache in der DDR (Parolen, ...) und findet erstaunliche Parallelen
Und am Ende will es keiner gewesen sein. Partei und Wirtschaftsfunktionäre genießen im neuen System die hohen Renten (die sich ja nach dem DDR Gehalt berechnen) - auch alles wie damals.
Es geht mir nicht darum, dass selbstverständlich die Shoa mit nichts in der DDR vergleichbar ist, mir geht es darum, wie Diktaturen entstehen und funktionieren und wie sich Menschen darin verhalten. ICh bin überzeugt, dass die gleichen Prinzipien heute immer noch funktionieren würden. Wer "Die Welle" gesehen hat, weiß, was ich meine.
Vollkommen richtig, lieber msi 999, es waren beides Diktaturen.
Wir machen ein letztes Gedankenexperiment für heute. Die Russen hätten Bayern, Baden Würtemberg, Hessen, Rheinland Pfalz und die anderen Bundesländer befreit, was meinst Du was passiert wäre?
Hier im Osten wurde das System der Sowjetunion installiert, wären die Russen aus westlicher Richtung gekommen, wäre das Gleiche, was im Osten passiert ist, im Westen passiert.
Die Menschen sind charakterlich im Westen nicht besser als im Osten. Es gibt sie überall, die Spitzel, die Opportunisten, die Schleimer, die Betrüger und die Henker! Letztlich sind es alle Menschen und die ticken unter den selben Bedingungen immer gleich.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von SGD-Adlershof53 am 31.05.2018 um 20:16 Uhr bearbeitet
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