der Fall Klasnic
29.04.2008 - 10:51 Uhr
Auszug aus dem Spiegel:
Zitat von Spiegel:
Im Juni 2007 hat Professor Ulrich Kunzendorf, Direktor der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten des Uni-Klinikums in Schleswig-Holstein seine Expertise fertig. Sie ist eine schallende Ohrfeige für die Werder-Ärzte.
Schon bei der Untersuchung vor seinem Wechsel nach Bremen hätten die die Nieren von Klasnic nur noch zu 67 Prozent gearbeitet. Kontinuierlich sei dieser Wert im Laufe von vier Jahren bei Werder Bremen auf 28 Prozent gefallen. Besonders die alarmierenden Kreatin-Werte, so Kunzendorf, "hätten zwingend erkannt werden müssen". Von einer Internistin wie Guha hätte dies "nicht übersehen werden dürfen". Die deutliche Funktionsstörung hätte jedoch auch von dem Sportmediziner Dimanski erkannt werden können, kritisiert der Professor, da der "Zusammenhang von Kreatin und Nierenfunktion in jedem Medizinstudium vermittelt wird".
Wenn die Ärzte verantwortlich gehandelt hätten, so Kunzendorf, hätte Klasnic die Nierentransplantation "mit einer guten Wahrscheinlichkeit" für einige Jahre hinausschieben können.
Besonders lastet der Gutachter den Kollegen die die Vergabe von Schmerzmitteln an. "Die große Menge an verabreichten Diclofenac" könnte den Nierenschaden verursacht haben, schreibt er, "zumindest aber könnte die Gabe von Diclofenac zu einer beschleunigten Entwicklung Entwicklung der Niereninsuffizienz geführt haben."
Das Resümee des Gutachter Kunzendorf dringt nicht nach außen, die Werder-Welt bleibt heil.
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