Arp will Talent-Image endlich abstreifen: „Muss erwachsene Version von mir selbst sein“
Über Fiete Arp ist in den vergangenen Jahren viel – mitunter zu viel – geschrieben worden. Vom einstigen HSV-Supertalent, das mit 17 Jahren in der Bundesliga debütierte und bis heute jüngster Torschütze der Rothosen im Oberhaus ist, über schwierige Zeiten beim FC Bayern bis hin zur Jokerrolle bei Holstein Kiel. Arp hat mit seinen 25 Jahren bereits die Höhen und Tiefen einer Profikarriere kennengelernt. Mit seiner Unterschrift beim Odense Boldklub ging der Stürmer erstmals den Weg ins Ausland, unser Gastautor Andreas Cornelsen schildert Eindrücke der ersten Wochen von vor Ort.
Nun also der Schritt nach Dänemark. Für viele überraschend, wechselte Arp zu Saisonbeginn für eine vergleichsweise geringe Ablösesumme von 250.000 Euro vom Bundesliga-Absteiger Holstein Kiel zum Superliga-Aufsteiger Odense BK. Ein Deal, der für alle Beteiligten Sinn ergab: Kiel, das Arp 2022 ablösefrei nach einer Leihsaison fest verpflichtet hatte, erzielt noch einen Ertrag und der Spieler erhält eine neue Perspektive.
Dass Arp den Schritt sehr bewusst gegangen ist, zeigt ein Statement, das er kurz nach seinem Wechsel abgab: „OB hat sich sehr früh im Transferfenster an mich gewandt und ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass dies ein Match ist, das für uns beide wirklich gut sein könnte. Je mehr wir miteinander sprachen, desto mehr war ich davon überzeugt, dass ich ein Teil von OB sein wollte, und jetzt freue ich mich darauf, den Verein nach dem Aufstieg gemeinsam auf die nächste Stufe zu bringen.“
Dabei will er eine „neue Version“ von sich zeigen, die er gefunden habe. „Und jetzt ist es an der Zeit, diese Blume wachsen zu lassen. Ich muss eine erwachsene Version von mir selbst sein und nicht irgendein Supertalent oder Wunderkind. Ich bin 25 Jahre alt, verdammt noch mal. Ich bin kein Talent mehr“, so Arp gegenüber „Tipsbladet“.
HSV, Bayern, Kiel, Odense: Neue Impulse für Arp unter Zorniger
In Odense trifft Arp auf den deutschen Trainer Alexander Zorniger, der für seinen offensiven, mutigen Spielstil bekannt ist. „Ich kenne Zorniger und er kennt mich. Wir wissen beide, dass ich zu dem System passe, das er spielen will.“ Der Ex-Fürther gibt Arp das, was für eine Neuorientierung essenziell ist: Vertrauen. Dieses zahlte der Angreifer schon zum Auftakt mit Leistung zurück. Beim beachtlichen 3:3 gegen Vizemeister FC Midtjylland verwandelte Arp in der 67. Minute einen Strafstoß zur zwischenzeitlichen 3:2-Führung.
Auch beim darauffolgenden 3:1 im Heimspiel gegen Viborg FF wusste Arp zu überzeugen – diesmal in etwas anderer Rolle. Im flachen 3-4-3 agierte er auf dem Papier im linken Mittelfeld, durfte aber immer wieder auf beiden Flügeln auftauchen. Seine Standards waren gefährlich, einen Freistoß aus halbrechter Position verwertete Nicolas Bürgy per Kopf zum 2:0 (57.).
Was dabei besonders auffiel: Arps Körpersprache war positiv, sein Spiel selbstbewusst. Nach dem 3:0, das ebenfalls Bürgy (62.) erzielte, suchte Zorniger bei einer kurzen Verletzungsunterbrechung das Gespräch mit ihm. Ein Zeichen, wie eng Trainer und Spieler aktuell zusammenarbeiten. Bei seiner Auswechslung in der Nachspielzeit erhielt Arp dann verdienten Applaus. Nach seinen ersten beiden Einsätzen stehen somit bereits ein Treffer und eine Vorlage zu Buche.
Ex-Hamburger Arp in Dänemark: Chance statt zu hohe Erwartungen
Ob Arps Wechsel nach Odense tatsächlich der Startschuss für eine spätere Blüte seiner Karriere ist, wird die Zeit und seine Konstanz zeigen. Der gebürtige Bad Segeberger bringt viele Voraussetzungen mit: Ballgefühl, Spielintelligenz, Standardstärke – und offenbar auch den Willen, sich nochmal neu zu erfinden. Die ruhige, aber ambitionierte Umgebung in Dänemark könnte dafür ideal sein. In einem Umfeld wie der Superliga, wo es ohnehin selten großen Hype um einzelne Spieler gibt, könnte genau diese Ruhe Arp in die Karten spielen und ihm die nötige Zeit zur Weiterentwicklung geben.
Darauf hofft auch der Odense BK, wie Sportdirektor Troels Bech auf der Vereinshomepage im Zuge des Wechsels erklärte: „Fiete gehört seit einigen Jahren zu den auffälligsten Talenten Deutschlands. Er hat eine Zeit hinter sich, in der ihm die letzte Stabilität in puncto Spielzeit gefehlt hat. Sowohl wir als auch er finden, dass es eine gute Idee war, dass er jetzt einen Ort findet, an dem er wirklich den Rhythmus in seinem Spiel finden kann.“
Nach dem guten Start in die Saison folgt für Arp und Odense am 22. August auswärts beim Meister FC Kopenhagen (mit Ex-Dortmunder Youssoufa Moukoko) die nächste große Standortbestimmung, wo der Neuzugang, aber auch der Aufsteiger allgemein steht. „Die Vision des Klubs gefällt mir: Wir müssen die Position von OB im dänischen Fußball verbessern“, hatte Arp nach seiner Ankunft angekündigt. Und das wahrscheinlich am liebsten mithilfe seiner Tore und Assists.
Text: Andreas Cornelsen
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Letzte Beiträge Newsforum
Die Dänische Superliga hat sicher nicht die Qualität der Bundesliga, wenn er jetzt jedoch spielt ist es gegenüber seinem Status bei Holstein Kiel sicher eine Verbesserung.
Was macht Fiete Arp auf dem Feld falsch dass es nie nach oben gereicht hat?
Verfolge ihn zu wenig aber ich weiss dass er immer wieder kurzzeitig Lichtblicke hatte.
Oder reicht da schon alleine das Image des verbrannten Talentes dass man immer mit zu wenig Respekt der Gegner auf dem Felde zu tun bekommt?
Man kann natürlich spekulieren welchen Einfluss der Wechsel zu Bayern hatte, Fakt ist aber auch dass Fiete Arp absolut kein Einzelfall ist wenn es um Supertalente geht die den Sprung nach ganz geschafft haben weil die Entwicklung einfach nicht mehr weiterging.
Wenn du dich hier auf TM.de durch die U17-U21 Mannschaften der vergangenen Jahre klickst, findest du eine Vielzahl Spieler die es aus den unterschiedlichsten Gründen nicht gepackt haben.
Verfolge ihn zu wenig aber ich weiss dass er immer wieder kurzzeitig Lichtblicke hatte.
Oder reicht da schon alleine das Image des verbrannten Talentes dass man immer mit zu wenig Respekt der Gegner auf dem Felde zu tun bekommt?
- Geb./Alter:
- 06.01.2000 (26)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Odense Boldklub
- Vertrag bis:
- 30.06.2028
- Position:
- Offensives Mittelfeld
- Marktwert:
- 1,70 Mio. €
- Gesamtmarktwert:
- 17,40 Mio. €
- Wettbewerb:
- Superliga
- Tabellenstand:
- 9.
- Trainer:
- Thomas Thomasberg
- Kadergröße:
- 26
- Letzter Transfer:
- Christian Gammelgaard









